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Wir  über  uns :

Herkommend einserseits aus verzweigter Zeitungsverleger- und Journalistenfamilie mit Seitenwurzeln im Buch- und Kunsthandel, zum andern aus altmärkischen Bauerngenerationen mit französischem Einschlag, wobei für den Großvater galt: zwei Tage pro Woche für die Jagd, zwei für seine Bauern bei Gericht, zwei für den Krug und sonntags in die Kirche. Soweit die Altvorderen. Ich selbst erfuhr eine, wie in der Branche durchaus nicht selbstverständlich, ordnungsgemäße 3jährige Ausbildung als Antiquar für Bücher + Kunst einschließlich Lehrgangs auf der damals in Köln residierenden Deutschen Buchhändlerschule nebst dortiger IHK-Abschluß-Prüfung, bestanden als Zweitbester „mit Lob“. Zur Jahreswende 1958/59 Etablierung mit eigenem Geschäft in Bad Godesberg (heute Bonn) mit geradezu paukenartigem Eröffnungsverkauf: einem des nur in 30 (sic!) Exemplaren und ausschließlich für Potentaten hergestellten Menzel’schen Uniformwerkes in entsprechend exzellentem Zustand. Dem in gleiche Sammlung drei Jahre später ein traumhaft schönes koloriertes Exemplar von Kobergers 1483er „Neunter Deutscher Bibel“ folgte. Diese Anfangs-Zimelien, und deshalb seien sie genannt, hatten Pilot-Charakter für das bis auf den heutigen Tag gepflogene Niveau rund um Kunsthandel + Antiquariat. Und eben auch für die exemplarische Spezialität der Ridingeriana , deren erste kostbare Zeichnung in gleichfalls jene frühen Tage fiel. Eröffnend die Beschäftigung mit der Fülle eines Œuvre, das im Allgemeinverständnis, ganz zu unrecht, über die Zeiten hinweg nur für bravouröse Tierdarstellung für namentlich Jagd + Pferde stand, indes die Eingeweihten ihr Augenmerk auf das Gesamtwerk richteten und kunsthistorischerseits schon 1901 durch Ernst Welisch (Beiträge zur Geschichte der Augsburger Maler im 18. Jhdt., SS. 91 ff.) darauf aufmerksam gemacht wurde, daß Ridinger der unstreitig „bedeutendste Augsburger Landschafter dieser Zeit“ gewesen sei, obgleich „hauptsächlich als Tiermaler bekannt“. Und 65 Jahre später erinnerte Wolf Stubbe, nachmaliger Direktor des Hamburger Kupferstichkabinetts, an „die rokokoheitere Lichtdurchschimmerung der ganzen weiten Szene (von Blatt 12 der Parforce-Jagd, aufliegend hier per 14.553, als) dem eindrucksvollen Zeugnis von Ridingers reifer Stecherkunst! Denn es gehör(e) sehr viel künstlerische Intelligenz dazu, diese ebenso zarte wie belebende Lichtwirkung zu erreichen. Mit ihr, wenn er es zu handhaben weiß, besitz(e) der Künstler ein entscheidendes Mittel  für  einen  der  wesentlichsten  Effekte , den  die  Kupferstichkunst  überhaupt  erreichen  kann “ (Stubbe, Joh. El. Ridinger, Hbg./Bln., Parey 1966, in der Reihe „Die Jagd in der Kunst“, SS. 14+16). Jahrzehntelanges intensives hiesiges Tun rund um das Œuvre eröffnete schließlich den Zugang zu noch viel weitgehenderen Werkaspekten, aufzeigend einen handwerklich wie namentlich geistig-künstlerisch seiner Zeit vorauseilenden, geradezu modernen Ridinger. Dies führte zu Einladungen zu Vorträgen (u. a. TH Dresden gelegentlich des Festaktes zum 300. Geburtstag), Fachveröffentlichungen (u. a. Weltkunst) und Erwähnung in Museumskatalogen als Expertisebeizug (u. a. Bestandskatalog Berlin Die deutschen Gemälde des 18. Jahrhunderts). Und ob die hier in den 90ern durchgelaufenen Pompadour-Bände aus der Reihe der Marjoribank-Folios Baron von Gutmann’s – dessen römisch Nr. I Pergament-Exemplar seines 2bändigen Sammlungs-Katalogs von 1910 hier im Angebot – die absoluten Höhepunkte des hiesigen Ridinger-Handels waren? Absolute gewiß, gleichwohl sicherlich nicht „die“ schlechthin. Welchen Anspruch sie sich doch mit weiteren Glanzstücken teilen müssen. Und schließlich eröffnete „die Wende“ Zugang zu originalen Druck-Platten des Meisters in ihrem rot-goldenen Glanze des jahrhundertealten Kupfers. Zimelien, von denen der bislang absolute Nimrod unter den Ridinger-Sammlern nicht eine einzige besaß, sie nicht einmal erträumen konnte, hielt eiserner Familienbesitz sie doch über rund 150 Jahre hinweg beisammen! Deren nunmehr hiesige Flaggschiffe denn des Meister’s eigenhändige Platten zu Thienemann 67/68 repräsentieren. Die Druck-Platten zu jenen imperialen Pendants also, die in künstlerischer und technischer Einzigartigkeit innerhalb der Jagdgraphik aller Zeiten zu den schönsten Jagdbildern überhaupt zählen. Als  Ein-(sic) Platten-Arbeiten  aber zugleich als  Monumente  sui  generis  brillieren, nahezu jede Vorstellung sprengend von dem, was selbst anspruchsvollste Sammler objektmäßig zu erreichen noch für möglich halten. Darüber mag aber nicht unerwähnt bleiben, daß die hiesigen Platten-Kostproben schon mit den kleinformatign Arbeiten der Entwurfs-Folge einsetzen. Wie es denn mein generelles Credo ist: ob Spitzenstück oder Hausmannskost , immer bestimmen Sorgfalt in Recherche , Präsentation + Weitergabe das Tun des Hauses. Stellen Sie mich auf die Probe und erfahren Sie selbst, warum Kunden aller Kreise hier „bei der Stange“ zu bleiben pflegen. Einem der allmählich weniger werdenden der ersten Stunde gratulierte ich jüngst zum 95ten. Da lag seine letzte Erwerbung noch nicht weit zurück. Denn im kulturalten Rheinland, aus dem wir familienbedingt 1995 nach hier übersiedelten, pflegt man es so zu halten: geh’ zum Schmied , und nicht zum Schmittchen .