
— Oktober 2008 —
1691 Ludwig VIII. 1768
von Hessen-Darmstadt
zum

17. Oktober 2008
Johann Christian Fiedler’s Porträt des Landgrafen im mit 78,7 x 61,8 cm ebenso imperialen wie geradezu unikaten Schabkunstblatt von Johann Jacob Haid (1704-1767) als drucktechnisches Ein-Platten-Monument.
Angebots-Nr. 15.271 verkauft , siehe aber unten
Grandseigneur unter Seinesgleichen
(1691 Darmstadt 1768, regierend ab 1738,
heiratete 1717 Gräfin Charlotte von Hanau-Lichtenberg [1700-1726]),
der berühmte Sohn
des Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt, der die Parforcejagd (siehe unten) in seiner Landgrafschaft einführte, und der Dorothea Charlotte von Brandenburg-Ansbach. „Größter Nimrod seiner Zeit“ (Hofmann), residierte er denn auch in Kranichstein (siehe nachfolgend). Umseitig hingegen in voller Montur als Kriegsherr – so im 7jähr. Krieg auf Seiten Österreichs – , gewiß, doch überdeckt von bleibendem Ruf als
eines der kultiviertesten Fürsten seiner Zeit ,
lebend letztlich die Devise des von ihm sichtbar geschätzten hohen Dänen-Ordens Magnanimi pretium – Der Lohn des Hochherzigen. War seine Förderung der Künste groß, so sein Erfindungsreichtum sprichwörtlich. Er
„ erfand immer wieder neue Einrichtungen und Geräte für die Jagd … Er besaß Wildtransportwagen und fahrbare Jagdhäuser, die man beheizen konnte. Außerdem Wagen mit Drehsitzen, um nach allen Seiten schießen zu können. Daneben auch Fahrzeuge, auf denen man auf einem lederbezogenen Mittelteil rittlings saß und die am rückwärtigen Ende ein Hundeabteil hatten “
(Hofmann, Führer durch das Museum Jagdschloß Kranichstein, S. 8).
Gedacht sei in diesem Zusammenhang aber auch jenes kleinen Hockers im Kranichsteiner Jagdsalon mit seinen vier ledergebundenen Bänden, „deren Titel ‚Voyage des Pays bas‘ lautet. Diese ‚Reise durch die Niederlande‘ entpuppt sich beim Öffnen allerdings als ein Zimmerklosett“. Auch hatten die dortigen Schlafzimmer „– man höre und staune – schon im Jahre 1568 jede(s) sein eigenes Klosett, was für jene Zeit kaum vorstellbar war“ (Hofmann SS. 11 + 13). Und nicht zuletzt der von ihm initiierten, den Merkwürdigkeiten der Jagd gewidmeten Blechmalereien der Hofjagdmaler als heutigen Markt-Rarissima (siehe unten).
Und wie sich seine Maler bester Zusammenarbeit auch von außerhalb versicherten – so bei den auch
in die Blechmalereien involvierten Ridingers in Augsburg ,
siehe generell unten auch dort, deren bedeutendster Block unter den persönlich zuordbaren Arbeiten nicht zufälligerweise auf Hessen-Darmstadt entfällt – so in puncto Schlachten-Szenerien des lokalen und dem Darmstädter Hof generell nahestehenden Barons Christian von Löwenstern (1701 Darmstadt 1754), eines Liebhaberkünstlers gleich Goethe bei gleichwohl höchst umfangreichem malerischen Œuvre, wirkend auch als Dichter + Komponist, der möglicherweise auch bei umseitigem Bilde seinem Freunde Fiedler gern die Schlachtenszenen des Hintergrunds beisteuerte.
Ludwigs VIII. 240 Todestags zu gedenken, ist zugleich ein Rückblick auf eine sowohl kulturgeschichtlich wie künstlerisch bedeutsame Epoche. Mit gerade der Kunst des Jahrhunderts als eines zunehmend als vernachlässigt erkannten und damit ins Visier genommenen Forschungsfeldes. Daß der Darmstädter Hof und sein Umfeld zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der von Großherzog Ernst Ludwig als Privatdruckerei begründeten Ernst Ludwig Presse und der dortigen Künstlerkolonie mit Olbrich’s Mathildenhöhe bis hin zur legendären Jahrhundertausstellung deutscher Kunst 1650-1800 geradezu Kunstgeschichte schrieb, dokumentiert eine höfische Ausnahmestellung, deren Wurzeln sich nicht zuletzt aus Ludwigs VIII. kraftvoller, von Kunstsinn und geistiger Beweglichkeit geprägter Persönlichkeit speisen.
BURGMANN HENNE KRANICH von DIRMSTEIN’S
festes Haus Kranichstein bei Darmstadt
begleitend von Geburt an die Linie der Hessen-Darmstädter Landgrafen
Ridinger, Martin Elias (1730 Augsburg 1780). Dieser Hirsch mit 3. Stangen wurde den 11. Aug. 1753 von Sr. Hoch=Fürstl. Durchl. dem Regierenden Herrn Landgrafen LUDWIG VIII. zu Hessen Darmstadt,
in der großen Faisanderie bey Cranichstein
par force gejagt, allwo derselbe über die Mauer von 12. Schuh hoch gesetzet und echappirt, nach der Brunft aber eben selbigen Jahres an der Graentze im Hochgräfl. Erbach Schönbergischem Gebiete geschossen worden. Kupferstich + Radierung nach Georg Adam Eger (Murrhardt 1727 – 1808). (1767/68.) Bezeichnet: G. A. Eger delineav. et pinxit. / M. El. Ridinger sculps. Aug. Vindel., ansonsten wie vor. 37 x 24,9 cm.
Thienemann + Schwarz 339; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, VI.10 mit Abbildung auf Vorderumschlag + S. 126; Siebert-Weitz, Ridinger, 1999, SS. 44 f. m. Abb.)
Der berühmte Dreistangen-Hirsch als Blatt 97 der Folge der „Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“ und zugleich
Eine der ersten Ansichten Kranichstein‘s
bei zugleich bauhistorischer Bedeutung :
„ Die Anlage des Schlosses in – hier gut erkennbar – drei Flügeln ist ein frühes,
wenn nicht gar das erste Beispiel dieser Bauweise ,
die später auch bei anderen Schlössern übernommen wurde “
(Lohmann, Georg I. und die Anfänge von Jagdschloß Kranichstein, o. J., S. 70, nach Dehio, Handbuch der dt. Kunstdenkmäler, Bd. Hessen, 1982, S. 518). Die solchermaßen architektonisch exakte Wiedergabe durchaus nicht die Regel bei Ridinger und damit eigens erwähnenswert.
Der schon im Jagdtagebuch Ludwig VIII. abgebildete 10-Ender (2 x 3, 1 x 4)
vor Kranichsteiner Teich und dem Schloß-Komplex .
Bezüglich letzteren aber eine dessen frühesten Aufnahmen. Denn
„ Ansichten des Jagdschlosses sind erst aus der Mitte des 18. Jahrhunderts überliefert, alle aus der Zeit des Landgrafen Ludwig VIII., der als leidenschaftlicher Jäger fast ausschließlich in Kranichstein Hof hielt, wie es auch schon sein Vater Ernst Ludwig nach … 1715 getan hatte. Unter die Regentschaft dieser Fürsten fällt Kranichsteins … Blütezeit “
(Gisela Siebert, Kranichstein, 1969, Seite 14).
Gleichwohl über diesen generellen Dokumentationswert noch sichtbar hinausgehend als noch
„ mit all den Gebäuden aus seiner unmittelbaren Umgebung ,
die spätestens am Ende des (19.) Jahrhunderts beseitigt worden sind “
(Wolfgang Weitz).
Und von keiner geringeren, in Kranichstein indes nicht überlieferten Vorlage als der des 1748 an den Hof gekommenen Hofjagdmalers Eger, auf den offenbar die enge Verbindung zu den Ridingers zurückging und rein altersmäßig sicher bevorzugt zu Martin Elias bestand. Denn 6 der 12 Hessen-Darmstadt gewidmeten Arbeiten der „Wundersamsten“ (davon 10 Ludwig VIII. persönlich) zuzüglich der später aus den „Vorfallenheiten“ übernommenen Th. 356 + 385 mit ebenfalls Ludwig-Bezug wurden von Martin Elias ausgeführt, davon vier nach Eger. Darüberhinaus nach letzterem das Reiter-Portrait Ludwigs aus den „Fürstlichen Personen“ sowie zwei weitere Vorlagen.
Wie denn Eger auch „der eigentliche Maler der Parforcejagd in Kranichstein (war) …
Ludwig VIII. muß (ihn) sehr geschätzt haben, wünschte sich ihn als ständigen Jagdbegleiter und verlieh ihm eine Hofjagduniform, um ihn den Jägern gleichzustellen, nannte ihn auch vertraulich ‚seinen Altgesellen‘ (und verlieh ihm 1765 nach Joh. Chr. Fiedlers Tod den Titel eines zweiten Hofmalers) “
(Siebert, a. a. O., Seiten 63 + 109).
Ref.-Nr. 14.997 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern
Folgt das
Schaustück
einer naturkundlich großen Rarität
– beziehungsvoll zudem getrüffelt mit einem Vanitas-Symbol von Graden –
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Dieser Hirsch von 14 Enden, welcher noch ein End unter der Rose hat, so ein 3 Läuffer , u: welchen man 1 ganzes Jahr in dieser Figur herum lauffen sehn, ist 1748. d. 12 7brs. von Ihro Hochfürstl: Durchl: dem regierenden Herrn Land Grafen zu Hes=sen Darmstadt im Forst windhaußen im Kriegel Kopf bey meiches (bei Lauterbach, Hessen) in denen Loggen eingestellt geschoßen worden. durch wel=chen Zufall er um seinen Fuß gekom(m)en? wird wohl niemand so gleich errathen. ist es durch ein Schuß vor Zeiten geschehe(n) oder hat er ihn in einem Sprung abgebrochen. u: wie hät sich daß weesen so besonders selber geheilet u: der andere Rumpf vom Leibe getren(n)et, welcher Mensch mag sich selber so gut helfen oder curieren. / Detto zu Geißlingen (Steige) Ao. 1739 d. 20. Decbr. ist dieses mit 3 Läufen abgemahlte Hirsch=Kalb , im Ziegelwald geschoßen worden, von Joh. Martin Bückle, Holz=wart zu Ambt=stetten. so von natur also wunderbar gefallen, u: nur die Spur von einer Klauen, an der Brust zeigete. Des weiteren ein zweites Kalb mit gelähmten Vorderfüßen . In weiträumiger Parklandschaft vor einem zurückgesetzten Plateau mit Freitreppe und hoher Fontaine. Ganz vorn aber eine liegende Vase,
deren „ untere(r) Teil gebrochen ist .
Auch sie hat keinen Fuß , auf dem sie stehen kann “
(Wolfgang Weitz, Der Hirsch mit 3 Läufen aus Meiches, in Aus der Jagdgeschichte des Vogelsberges, Museum Jagdschloß Kranichstein 2006, S. 21). Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1730 Augsburg 1780). Bezeichnet: M. E. Ridinger sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor und, zur väterlichen „Signatur“, unten. 35,7 x 26,8 cm.
Die höchst seltene Arbeit .
(„Als ich 1999 zusammen mit Frau Dr. Gisela Siebert [†] die Arbeit ‚Ridinger, Bilder zur Jagd in Hessen-Darmstadt‘ vorgelegt habe, sollten eigentlich alle einschlägigen Kupferstiche der Familie Ridinger behandelt werden. Es fehlte indessen ein Stich [Siebert-Weitz S. 21], nämlich derjenige, auf dem drei Stück Rotwild abgebildet sind: Ein Hirsch mit drei Läufen, ein Hirschkalb mit drei Läufen und ein weiteres Kalb … Das Blatt konnte inzwischen von mir (Anmerkung: sprich hierselbst) erworben werden. Nun kann seine Besprechung nachgeholt werden“, Weitz, a. a. O., S. 18; Fettdruck nicht im Original)
Thienemann + Schwarz 356; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, V.21; Weitz, a. a. O., SS. 18 ff.; letztere zwei jeweils nebst Abbildung) der vielfach nach väterlichen Vorlagen aus vorrrangig 1752/53 (so Schwarz an Hand der Zeichnungsdatierungen der Folge) und ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem in Kupfer übertragenen und 1779 abgeschlossenen Folge der „Besondere(n) Ereignisse und Vorfallenheiten bei der Jagd“ – „the rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“ , Schwerdt 1928 – , in der „neben tatsächlichen ‘besonderen Vorfallenheiten’ …
auch Darstellungen zoologischer Merkwürdigkeiten
ähnlich den ‘Wundersamsten Hirschen’ (stehen) … Durch die Hinweise auf Landgraf Ludwig VIII. in einigen der Beschriftungen ist die Folge neben (letzterer)
ein wichtiges Dokument
für die Zusammenarbeit der Ridinger-Werkstatt mit dem Hessisch-Darmstädter Hof“ (Stefan Morét in Katalog Darmstadt, Seite 113).
Thematische Stütze schließlich nachfolgende Beobachtung aus neuerer Zeit :
„ Im Funtenseegebiet war ein (Gams)bock, dem der Vorderlauf fehlte. Dieser dreiläufige Bock war während einer ganzen Brunftzeit der Platzbock. In der nächsten Brunftzeit ist er überhaupt nicht gesehen worden. Aber im übernächsten Jahre stellte er sich wieder an gleichem Brunftplatz ein, und trotz seiner drei Läufe verjagte er alle stärkeren Nebenbuhler mit solcher Schärfe, daß ihm keiner den Rang als Platzbock streitig machen konnte … Man konnte sehen, wie sehr energischer Wille und Mut Körpergebrechen auszugleichen vermögen (Thomas Mann titelte einst ein Vorwort zu einer einschlägigen Publikation mit „Werft fort eure Krücken“). Im gleichen Jahre traf den heldenmütigen Bock alsdann das tödliche Geschoß “
(Hans Fuschlberger, Das Gamsbuch, Mchn. 1939, S. 123, Abs. 1 im Zitat von Hauber, Das Gamswild, ohne bibliograph. Angaben).
Und brandfrisch berichtet von einer alten Kundenverbindung aus Arizona , einer die vier-, hier richtiger dreibeinige Kreatur einbeziehenden Philantropin aus ursprünglich Vancouver, der dort eine 3beinige Katze zugelaufen war, die zunächst indes zu ihrer Herrschaft zurückkehren mußte. Was im hohen Norden unvergessen blieb. Und so rief eines Tages ein dortiger Tierarzt bei der mittlerweile in die Staaten übergesiedelten Dame an, dem die Katze nun zum Einschläfern gebracht worden war. Was ihn störte. Seine Erwartung aber nicht enttäuschte. Denn die Dame buchte kurzfristig und holte die Dreibeinerin zu sich. Wo sie nicht lange allein blieb. Denn einige Zeit später nahm Mrs. W. eine weitere Dreibeinerin aus dem örtlichen Tierheim in ihr Haus auf.
Darüberhinaus als analog zum Geschehen die gebrochene Vase als von gar nicht zu überschätzender Bedeutung für den „verharmlosten Ridinger“ (so der Titel des hiesigen kunsthistorischen Beitrags auf der Festveranstaltung der TU Dresden zum 300. Ridinger-Geburtstag, der mittels dieser bildhaften Signatur den mannigfachen Vergänglichkeitssymbolen seines Œuvre über die reinrassigen Vanitates hinaus ein sich jeder Diskussion entziehendes Standbein hinzufügt und solchermaßen seine Küntlerschaft sui generis manifestiert. Siehe hierzu denn auch den hiesigen Beitrag „Die Vanitas-Symbolik bei Johann Elias Ridinger“ zur 6. Jahrestagung der Europäischen Totentanz-Vereinigung 2000 in Bamberg (illustrierte Fassung in Uli Wunderlich [Hrsg.], L’Art Macabre 2 – Jahrbuch der Europäischen Totentanz-Vereinigung, Düsseldorf 2001, SS. 94 ff.).
Johann Elias’ Urheberschaft anstehender Arbeit
ist somit als sich aus ihr selbst ergebend gesichert und bestätigt zugleich die von Weitz aus Thienemann’s gleichwohl nur pauschaler Angabe gezogene Folgerung („Thienemann meint, Johann Elias Ridinger oder der Darmstädter Hofmaler Georg Adam Eger seien die Zeichner [der Vorfallenheiten-Folge] gewesen. Da Eger aber nicht als Zeichner genannt ist, wird man Johann Elias Ridinger als den Lieferanten der Vorlage ansehen müssen. Immer dann, wenn Eger als Zeichner aufgetreten ist, wird er von den Ridingers als solcher genannt“, a. a. O., S. 18).
Ref.-Nr. 14.984 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern
Zwei beispiellose Ridinger-Unikate

aus der Gruppe der „ Blechmalerei “ am Darmstädter Hofe

als eigenständige Malereien schönster Bildwirkung
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767) + Georg Adam Eger (? Murrhardt 1727 – 1808). Zwei Radierungen der Ridinger’schen Par Force Jagd des Hirschen in ihrem reinen Bildformat in Abdrucken auf grundiertem Zinkblech, ausgeführt als Ölmalerei in den Farben Hessen-Darmstadts von oder um Eger, möglicherweise teilweise unter Verwendung von Temperafarben. Ca. 3. Viertel des 18. Jhdts. 26,2 x 47,2 cm. In Grün-Glanzgold-Rahmen.
Thieme-Becker, Eger, X, 369; Siebert, Kranichstein, Jagdschloß der Landgrafen von Hessen-Darmstadt; Hofmann, Führer durch das Darmstädter Jagdmuseum Schloß Kranichstein.
Die Relais werden von dem Commandeur der Jagt ausgesetzt :
Th. 53. – Blatt 5 der Folge, zugleich Titelblatt ihres zweiten Teils. – „Um bei der Menge Menschen und Thiere … Ordnung zu erhalten, wurden von den vornehmsten Führern der Jagd genau die Plätze angewiesen, wo die Relaispferde, die verschiedenen Hundekoppeln, sammt ihren berittenen Führern, anhalten sollten. Unser Blatt ist mit solchen theils anhaltenden, theils in Abtheilungen weiter … vorwärts ziehenden Trupps angefüllt. Die Anordner sind ganz vorn geschäftig.“
Angebots-Nr. 28.044 / Preis auf Anfrage
Der Hirsch stellt sich im Wasser , die Hunde werden gestopfft u(nd) ihme der Fang gegeben :
Th. 61. – Blatt 13 der Folge, zugleich Titelblatt ihres vierten und letzten Teils. – „Die ganze Gesellschaft hat sich um das Wasser versammelt.“
Angebots-Nr. 28.045 / Preis auf Anfrage
Rücksichtlich praktischen Nichtvorkommens eigenen Ridinger-Öls
einzigartig reizvolle Ridinger-Topstücke ,
deren Uniformen „in den Farben der Landgrafen , späteren Großherzöge von Hessen-Darmstadt angelegt (sind). Vor allem von Georg Adam Eger … gibt es eine ganze Reihe von Jagdgemälden die fast bis auf Details mit Ihren Farben übereinstimmen“ (DJM).
Die der gern übersandten Komplettbeschreibung vorbehaltene Detail-Erörterung des engen Kontaktes zwischen dem Darmstädter Hof, sprich Eger, und den Ridingers, sprich Martin Elias, ist sowohl für die künstlerische als auch zeitliche Einordnung anstehender Blechmalereien wichtig. Denn da mikroskopische Untersuchungen an Hand des Bildes Th. 61 im Landesmuseum Bonn und in den Städtischen Kunstsammlungen Augsburg – wiederholter Dank hierfür Frau Kalus und Herrn Beier – einwandfrei ergeben haben, daß die Bemalung nicht auf montierten Papierabzügen, wofür Zinkblech laut dankenswerter Auskunft der Papierrestauratorin des Bonner Kunstmuseums, Frau Büttner, schon rein technisch nicht geeignet wäre, erfolgte, die Platten aber in allen Einzelheiten den vollen Bildteil der Stiche aufweisen, handelt es sich also, wie als durchaus möglich bekannt, um unmittelbare Abdrucke von den Originalplatten auf die Grundierung des Zinkblechs. Dies aber setzt zwangsläufig die Mitwirkung der Ridingers voraus, wie durch gedachten engen Konnex denn auch gegeben.
Den Hintergrund einer solchen, aus dem alltäglichen Rahmen fallenden Behandlung liefern die entsprechenden Gewohnheiten Ludwigs VIII. Dessen Erfindungsreichtum aber war sprichwörtlich, wie oben schon eingangs dargelegt.
Diesen geradezu hofspezifisch einfallsreichen Rahmen füllt denn nicht zuletzt auch die Blechmalerei unter Ludwig VIII. aus. Deren Aufgabe war verschiedenfältig. Zunächst galt es, Merkwürdigkeiten der Jagd selbst in Bild und erläuterndem Text festzuhalten, also analog den Ridinger-Kupfern der Wundersamsten Hirsche, Th. 242 ff., oder der Besondern Ereignisse und Vorfallenheiten bey der Jagd, Th. 343 ff., wobei für möglich zu halten ist, daß dieser Darstellungsweise eine gegenseitige Befruchtung zu Grunde liegt. Denn beide Ridinger-Folgen korrespondieren zeitlich mit den Darmstädter Gepflogenheiten. Wobei letztere auch das jagdliche Umfeld wie Jagdhäuser und dergleichen als merkenswerte Erinnerungen in die Malerei einbezogen. Für Darmstadt ist hierfür nicht nur überhaupt, sondern auch ein sehr frühes Vorbild belegt. Nämlich jenes im dortigen Schloßmuseum erhaltene Jagdskizzenbuch, das solche Vorkommnisse, zunächst in losen Bogen, seit 1742 in Vers und Bild festhielt und das 1751 gebunden wurde.
Damit indes nicht genug , denn , so Hofmann an gleicher Stelle bzw. S. 13 ,
„ Vielen … Verwandten und seinen hochgestellten Freunden, wie auch dem Kaiser in Wien, übersandte er Kopien der schon erwähnten (blechernen) Hirschporträts (so wie wir heute Fotografien verschicken), um mitzuteilen, welches Jagdglück ihm Diana bescherte. “
Und
„ immer ist es ein Beweis, wie weit die hessen-darmstädtische Jagd ihre Botschaft in die Lande verbreitete und ihre Künstler zu hohen Leistungen anspornte, waren doch um 1750 (neben den Porträtisten-Hofmalern) allein 4 Hofjagdmaler fest angestellt. “
Diesem Umfeld entsprechen die hiesigen, gleichfalls auf Zinkblech vorgenommenen Übermalungen aus der Ridinger’schen Parforcejagd, die ursprünglich sicher als ganze Folge aller 16 Stationen vorgenommen worden sind und in jeder Hinsicht ganz einzigartig mit Ludwigs Vorlieben korrespondieren.
Leuchtend in den Lokalfarben , dunkel in den Waldpassagen ,
ist die Palette sichtbar mitbestimmt von der graphischen Vorlage. Die unsignierten Arbeiten Egers und seiner Gehilfen zudem, so Richter Wolfgang Weitz, weitgehend nicht voneinander zu trennen. Den zeitlichen Rahmen zieht Dr. Gode Krämer, Kustos emeritus für Gemälde der Augsburger Kunstsammlungen, von Ende 18. bis frühes 19. Jhdt., woran die hiesigen faktengestützten Überlegungen anknüpfen, wie im Detail in aufliegender Gesamtbeschreibung untersucht.
Der Zustand der Bilder rundum schön. Die gewisse Körnigkeit nach Ansicht der befaßten Restauratoren entweder Oxydationsspuren der Platten oder von deren Aufrauhung zwecks besserer Haftung herrührend, die Malerei indes nicht gefährdend. Auch der Firnis sei gesund. Kurzum ,
Tafeln zum Zugreifen .
Tafeln , die den nahezu öllosen Zustand der Ridingers
aufs prächtigste konterkarieren.
Denn bereits der erst 50jährige hatte „nimmermehr geglaubet das (er) den pensel noch einmahl ergreiffen würde“, wie er mit Brief vom 29. Juni 1748 gegenüber Wille in Paris äußerte, zugleich beklagend, daß er sich gleichwohl einem entsprechenden neuerlichen Petersburger Wunsche Katharina’s der Großen nach vier weiteren Ölen nicht gut entziehen könne.
„ Kaiser Maximilian I. …
als ‚Großmechtig Weidmann‘ in die Jagdgeschichte eingegangen …
werden die Ursprünge des Trophäenkultes zugeschrieben. Üppige Hirschgeweihe und abnorme Geweihveränderungen waren begehrte Trophäen. Besonders Endenreichtum und die Skurrilität von Hirschgeweihen erfreuten das Herz … In der Barockzeit verletzte man stellenweise das neu geschobene Hirschgeweih im Bast, um dadurch noch größeren Endenreichtum zu erzielen “
(Arnulf Rosenstock, Vom Mythos Hirsch, in Katalog Darmstadt, S. 42).
Der „RUNDE“ oder „SPIEGEL“-Hirsch
jagdhistorisch + bildhaft faszinierend
Wie schon oben, wiederum von Martin Elias, die väterliche Vorlage hier gleichwohl gesichert und bezeichnet wie folgt:
„ Dieser große starcke Hirsch von 16. Enden, dessen Gehörne oben so zusam(m)en gewachsen war, daß man mit keinem Messer=rücken hindurch gekont, ist von Ihro Hoch=Fürstl. Durchl. dem Regierenden Herrn Landgrafen Ludwig (VIII.) zu Hessen Darmstadt den 23. Aug. 1740. in dem Ruppen Fang geschossen worden, deme auch unter der Rose, noch ein Ende ausgewachsen war … Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Martin El. Ridinger sculps. “
34,9 x 26,1 cm. – Blatt 90 der Wundersamsten, Thienemann + Schwarz 332; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, VI.9, „Der runde Hirsch“, mit Abb.; Siebert-Weitz, Ridinger, 1999, SS. 42 f., „Der Spiegelhirsch“, denn „das Wachstum könnte den Rahmen für einen ovalen Spiegel bilden“, mit Abb.).
„ 1740 schoß der Landgraf einen Sechzehnender ,
dessen Geweih sich an den Spitzen kronenartig zusammengefügt hatte .
Es hängt mit Hirschporträt im Rondellsaal, wurde von Spengler gemalt, von Ridinger gestochen und noch im 19. Jahrhundert vom Oberförster Koch kopiert “
(Gisela Siebert, Kranichstein, 1969, Seite 65).
„ Vorbild für den Stich war vermutlich eine Zeichnung nach dem Geweih, die Ridinger aus Darmstadt gesandt bekam “
(Katalog Darmstadt. Abgebildet dortselbst unter VI.9a auch das evt. von Zacharias Sonntag stammende Öl).
Ref.-Nr. 15.010 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern
„ … es scheint , als habe … Ridinger eine zweite Folge der
‚ Fürstlichen Personen zu Pferde ‘
beabsichtigt “
Ridinger, Martin Elias (1730 Augsburg 1780). Ludovjcus VIII. D. G. Landgravius Hassiæ-D(armstadiæ). Princeps Hersfeldiae, Comes in … Nidda, Schaumburgo, Isenburgo et Budinga etc. Sacræ Cæsareæ ac Regiæ Hungaricæ et Bohemicæ Apostol. Majestatis Suppremus Campo Mareschallus …
Auf seinem

sprichwörtlichen Apfelschimmel
mit auf den rechten Oberschenkel gesetztem Marschallstab. Radierung + Kupferstich nach Georg Adam Eger (Murrhardt 1727 – 1808). Bezeichnet: G. A. Eger Serenissimi Landgr. Pictor, pinxit. / Mart. El. Ridinger sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor mit dem reichen, von Löwen-Schildhaltern gehaltenem Wappenschild in der Mitte. 37 x 26,3 cm.
Th.-Stillfried (1876) + Schwarz (1910) 1378; Reich auf Biehla 280 ( „Schönes Blatt … Höchst selten“, 1894 ! ); Siebert, Kranichstein (1969), Abb. S. 62; Ridinger-Katalog Darmstadt (1999) VI.25 nebst Abb.; Siebert-Weitz, Ridinger – Bilder zur Jagd in Hessen-Darmstadt (1999), SS. 52 f. nebst Abbildung.
Nicht unter den umfassenden Ridinger-Beständen
bei Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/56), Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885), Coppenrath (1889/90), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) + Schwerdt (1928/35) sowie der opulenten Ridinger-Sammlung Gräflich Faber-Castell (1958) und den hippologischen Samlungen Anderhub (1963) + Sarasin (1999). Wie denn auch hierselbst über die Jahrzehnte hinweg nun erstmals vorliegend.
Das vielerorts – so denn überhaupt bekannt – schmerzende
Reiterbildnis-Desiderat
auf schwerem Bütten mit umlaufend meist 8 mm breitem Rand, hier aus der reichen Ridinger-Sammlung von Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004), von dessen Hand vermutlich im weißen Rand unten rechts die Bleistiftanmerkung „Th.St, 1378. Sehr selten“ stammt. – Eine leichte Stockigkeit innerhalb des Bildes kaum wahrnehmbar und nur übersehbar im obigen breiten weißen Plattenrand sowie stippenartig im linken weißen Platten- + Papierrand.
„ Ein Blatt, welches nach Grösse und Form der (etwas kleinformatigeren) Serie fürstl. Personen zu Pferde sich anreiht “ (Graf Stillfried).
Angebots-Nr. 14.850 / EUR 945. / export price EUR 898. (c. US$ 1254.) + Versand
„ das ‚Haupt-Schwein‘ ist gut … angekommen und gefällt … falls sich weitere Funde … auftun, freue ich mich über Ihre Nachricht “
(Herr W. S., 29. August 2002)
|