|
Widerrufsrecht Impressum niemeyer’s AHA!-Erlebnisse 45 Jahre Kunsthandlung + Seltenheitsantiquariat Kataloge
Autographen
KartographieBibliophilie Alte Meister Zeichnungen Grafik XX. Jahrhundert Recht Orts- + Landeskunde Miscellania: Bücher + Grafik William Hogarth Joseph Georg Wintter Die Familie Rugendas Tiere, Jagen, Umwelt Fischen + Angeln Pferde + Reiten Künstlerindex Homepage e-mail
Datenschutz Geschäftsbedingungen Info / FAQ über uns empfohlene Links Offene Worte Referenzen |
Holländische Hochzeit
Doch wo keine Liebe , da auch kein Reichtum :Der EHEVERTRAG als KOMPENSATIONSGESCHÄFTHogarth, William (1697 London 1764). Der Ehevertrag. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840). (1807.) Bezeichnet: W. Hogarth inv. pinx. 1745. / E. Riepenhausen del. sc. 22,6 x 28 cm.
Marriage a-la-Mode I. – Riepenhausens nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen geschätzte Wiedergabe dieses unsterblichen Sujets – gemalt 1745 – in schönem frühen Abdruck. – Der breite Unterrand mit dem Serientitel auf Plattenkante geschnitten. – Das Eingangsszenarium dieser „ schönste(n) gemalte(n) Satire des Jahrhunderts “ (Dobson in Thieme-Becker). Die Urkunden sind besiegelt , die Abmachungen liegen offen auf dem Tisch : Auf der einen Seite der die mit reichster Mitgift ausgestattete bürgerliche Tochter einbringende Ratsherr, ihm gegenüber der den von Wilhelm dem Eroberer abstammenden Sohn hergebende gicht- und kreditbrüchige alte Graf, der angesichts der soeben überreichten finanziellen Wohltaten selbstbewußt auf seinen Stammbaum verweist. Und da die Formalien schon erledigt sind, kann der gräfliche Anwalt in Muße vom Fenster aus den Neubau des gräflichen Palastes begutachten, derweil der trivialere Interessen vorziehende geschmeidige junge Prokurator der Geldpartei es nicht unterlassen möchte, selbst noch zu diesem Zeitpunkt der Tochter seines Mandanten schöne Worte ins Ohr zu flüstern. Was noch Manches bewirken wird.
– – – Dasselbe in Lithographie von L. Blau. (1833-36.) Signiert, bezeichnet („Die Heirath nach der Mode. 1tes Blatt.“). 22,8 x 23,2 cm. – Ausführlicher Untertext à la Lichtenberg in Deutsch. – Im breiten weißen Rand rechts zwei Einrisse säurefrei hinterlegt, ebenso die rechte untere Ecke.
– – – Dasselbe in Stahlstich. Ca. 1840. Bezeichnet. 13,5 x 15,9 cm.
– – Die komplette Mariage-Folge von 6 Blatt Kupferstichen von Thomas Cook (ca. 1844 – London 1818), tlw. gemeinsam mit seinem Sohn, hier in Cook’s kleinerer Fassung. Bezeichnet: Hogarth pinxt. / T. Cook (& Son) sc(ulpt). / Published by Longman, Hurst, Rees(,) & Orme(,) (Novr. 1st. 1806 – Novr. 1st. 1808). Bildgr. 14-14,6 x 17-17,6 cm. – Innerhalb des nur ganz schwach stock- oder altersfleckigen breiten weißen Plattenrandes geschnitten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Nicht immer hat man die Wahl – – – Die Wahl (eines Parlamentsmitgliedes). Folge von 4 Blatt Kupferstichen von Cook wie vor. 1807/09. 14,6-15,5 x 18,8-19,7 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Wo’s ernst wird …Der Trauungs-Saal im Rathause zu Antwerpen. Im Mittelgrund junger Mann, das Aufgebot bestellend. Farblithographie von Frans Stroobant (1819 Brüssel 1916). 1853. Monogramm./sign., datiert + 3sprachig bezeichnet. 33,6 x 22,1 cm. Boetticher II/2, 855. – „… belgischer Architekturmaler … machte sich durch Werke und Zeichnungen zur Geschichte der Kunst, seiner Heimat namentlich, bekannt. Mehrere der Zeichnungen hat er selbst lithographiert.“
Manchmal macht Geld aber doch viel aus :Auch ein SilberhochzeitspärchenHogarth, William (1697 London 1764). Die Heirat. Das ungleiche Paar gibt sich das Jawort, während im Hintergrund die Küstersfrau Sarah Young, mit Rakewell’s Tochter auf dem Arm, und ihrer Mutter den Zutritt verwehrt. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by Wm. Hogarth / Engraved by T. Cook / Published Decr. 1st, 1796; by G. G. & J. Robinson, Paternoster Row, London. / Pl. V. 35,7 x 43 cm. The Rake’s Progress V. – Vier Zweizeiler-Untertexte. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). – Von schöner Hell-Dunkel-Wirkung und – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im ursprünglichen Folio-Format.
(Lichtenberg). – Siehe – auch für weitere verfügbare Versionen – die ausführliche Beschreibung.
Drum prüfe , wer sich ewig bindet …Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Eigen Sinn im Heurathen würckt bittere Reue. Die nun an den Uhu gekoppelte, hereingefallene Elster, vom verschmähten Haushahn mit Vorwürfen bekreischt, indes sich der gleichfalls leer ausgegangene Tauber und der „kühne, kraftvolle Edelfalke“ das Beste denken. Das Symposium selbst in dichter Waldlandschaft. Radierung und Kupferstich. (1744.) Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. sculp. et excud., ansonsten dt.-lat.-frz. wie vor. 33,4 x 25,1 cm. Thienemann + Schwarz 770. – Blatt 6 der geistig wie optisch überaus reizvollen „Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend “. Superber Frühdruck vor dem von Thienemann, Schwarz und Helbing geführten Bindestrich zwischen Eigen-Sinn und mit noch sichtbaren Schriftlinien. – In der 2. H. d. 19. Jhdts. auf blau-grauem Bütten des frühen 18. Jhdts. mit Wz. SICKTE nebst nach links offenem C unter Krone mit Kreuz + Reichsapfel aufmontiert worden, auf dem es jetzt lose aufliegt. – Teilweise auf Plattenkante geschnitten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Bauernbräutigam + Bauernbraut aus der Nürnberger Gegend. Um 1669. 2 Blatt. Kolor. Trachten-Holzschnitte von A. von Walla nach Jean Gulies (?). Ca. 1877. Signiert, bezeichnet. 20 x 12 cm. Aus Lipperheide Ad 46. – Blätter für Kostümkunde NF LXXXIX/XC. – Das 1. Blatt mit ganz schwachen, kaum auffallenden Stockflecken. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Vielleicht wär’s vor dem Jawort doch besser gewesen …Landseer, Thomas (1795 London 1880). Great Skill have they in Palmistry. Noch verzückt in den Armen ihres frisch Angetrauten – mit Zylinder – liegend, läßt sich die Braut die Zukunft aus der Hand lesen. Radierung. (1827/28.) Bezeichnet: T:L, ansonsten mit der Cowper-Zeile wie vor. 17,7 x 20,4 cm. Rümann, Illustrierte Buch des 19. Jhdts., Leipzig 1930, SS. 99 ff.; Nagler 1; Thieme-Becker XXII, 305. – Auf besonders breitrandigem, schwerem Papier. Aus der berühmten Monkeyana-Suite , einem der nur wenigen frühen und somit typischen Werke Landseer’s . – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Amsterdam. Mit Wappen. Gesamtansicht von See her mit zahlreichen Schiffen im Hafen. Von 2 Platten gedruckter Kupferstich bei Caspar Merian (Frankfurt/Main 1627 – Holland 1686). (1654.) Bezeichnet. 21 x 71 cm. Die mit 24 Objektkennzeichen erläuterte prachtvolle Panoramansicht, einer der begehrtesten aus dem Merianschen Topographiewerk, aus dessen von Matthäus’ jüngstem Sohn Caspar herausgegebenen Band der Niederlande. – Mit den zwangsläufigen Bugfalten, im übrigen sehr schöner, breitrandiger Abdruck. Der Wert der Merian’schen Veduten beruht zum einen auf ihrer naturgetreuen, an Ort und Stelle aufgenommenen Darstellung, zum anderen auf deren sorgfältiger Ausführung in der Platte. Dies alles aber ist „um so höher anzuschlagen, als die Wirren des 30jährigen Krieges … die größten Schwierigkeiten bereiteten“.
Pays Bas, Partie Septentrionale des, Comprenant des Etats Généraux des Provinces Unies. Mit großer Titelkartusche in Form eines Segels, welches vor dem Spiegel einer Fleute hängt, mit dem Wappen von Belgien + Holland (14,5 x 15,5 cm) sowie mit dt.-frz. Meilenzeiger. Von Jean Janvier verfaßte Gebietskarte in grenzkolor. Kupferstich bei Lattré, Paris. Ca. 1770. Signiert, bezeichnet. 33,6 x 46,8 cm. Mit typograph. Wz. nebst Anhänger. – Mit Zipfeln der engl. Küste, der kontinentalen von südl. Boulogne über die westfries. Inseln bis östlich Aurichs. Mit Niederrhein + Aachener Gebiet. Grenzpunkte im übrigen Münster – Rheineck – Altenahr – Limbourg .
So kann’s natürlich auch anfangen …Hogarth, William (1697 London 1764). The Industrious Prentice performing the Duty of a Christian. Der fleißige Zeugweberlehrling Gutkind beim Gottesdienst Seit’ an Seit’ mit der Tochter seines wohlhabenden Prinzipals, gemeinsam das Gesangbuch haltend. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by Wm. Hogarth. / Engraved by T. Cook. / Plate 2. / Published by T. Cook Islington; and G. G. & J. Robinsons, Paternoster Row, February 1st. 1796. 30,2 x 36,5 cm. Industry & Idleness II. – Herrlicher Abdruck auf schwerem Papier. In dessen geradezu üppigem breiten weißen Rand einige wenige schwache Stockflecken und oben rechts leichter Wasserstreifen. Darüberhinaus – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im Ursprungsformat. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker).
(Untertext zu einer Lithographie). – Siehe – auch für weitere verfügbare Versionen – die ausführliche Beschreibung.
Ostade – Ridinger, Johann Elias. Die Nacht. / NOX. Vor halb geöffneter Hoftür der kleine Violinspieler, begleitet von Altem mit umgehängtem Instrument oder Schnappsack. Verträumt dem Spiel vor ihrem Fenster lauschend eine junge Frau, während zwei Kinder die aufmerksame Gefolgschaft bilden. Rechts kleiner Durchblick auf den halb von Wolken verhangenen Mond über Baumbestand. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger inv. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 41,5 x 56 cm. Thienemann + Schwarz 1200. – Nicht bei Weigel, Coppenrath + Helbing. – Wz. H G L. – Schlußblatt der ersten Folge der vier Tageszeiten in Genreszenen. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext. Wie alle Ridinger’schen Schabblätter außerordentlich selten. Komplett ist die Folge hier nur noch im Exemplar der 1958 aufgelösten Gräflich Faber-Castell’schen Sammlung nachweisbar. Blatt 1 apart figurierte 1912 mit dem Prädikat „Sehr selten“ in der 2468 Positionen umfassenden Versteigerung einer „Große(n) Kupferstichsammlung zumeist aus dem Besitz einer alten Leipziger Buchhandlung“, sodann 1980 einmal hierselbst. Von den anderen Blättern der Suite – also auch anstehendem – ist nichts dergleichen bekannt. Und Thienemann notierte schon 1856 generell hinsichtlich der Seltenheit der Schabblätter :
Mit umlaufend 10-13 mm breitem Papierrand. Rechts eine 4,5 cm lange Schabspur sorgfältig retuschiert, eine gut stecknadelkopfgroße Fehlstelle im Mauerwerk unterhalb des Fensters geschwärzt. Die völlig geglättete Mittelfalte mit dünnem Papier doubliert. Im übrigen von schöner samtiger Schwärze und feinem Hell-Dunkel wie bei den generell nur kleinste Auflagen von etwa „50 oder 60 (sic!) saubere(n) Abdrucke(n)“ zulassenden Schabblättern – „hernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“, Sandrart 1675 ) – stets besonders hervorhebenswert und hier der nächtlichen Szenerie den ganzen Zauber der lauen Sommernacht mitteilend. Indes die Anlehnung an Ostade einen ganz anderen Ridinger – den Ridinger der Niederländer vermittelt. Mittels dieses ganz intimen, wunderschönen Blattes im Geiste der frühen Augsburger Jahre, da er auch alte Meister kopierte (Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, 2. Auflage, Seite 328). Ein Bild, vor dem Sie immer wieder stehenbleiben werden. Angebots-Nr. 28.105 / EUR 1012. / export price EUR 961. (c. US$ 1241.) + Versand
Rotterdam. Detailansicht mit großer Bootsszenerie. Stahlstich von B. Metzeroth nach C. Reiss. Ca. 1855. Signiert, bezeichnet. 12 x 15 cm.
Die Hochzeit zu Canaan. Die Hochzeitsgesellschaft bei Tisch. Rechts im Bild wird nachgeschenkt und weiteres herbeigeschleppt. Stahlstich von Kiehne nach Paolo Caliari (gen. Veronese, Verona 1528 – Venedig 1588). Ca. 1840. Signiert, bezeichnet. 14,5 x 20,5 cm.
„ … seit fünf Monaten hat sie mich nicht verlassen “Cham (= Amédée Charles Henry de Noé, 1819 Paris 1879). J’ai besoin de quiter Paris. Freudestrahlender Herr bei seinem Anwalt, im Begriff Paris – und seine Gattin zu verlassen. Kreidelithographie. (1870-71.) Bezeichnet: 27 / CHAM, ansonsten typographisch wie folgend. 23,5 x 19,5 cm.
Geschaffen für den Charivari während des Krieges von 1870-71 und hier vorliegend in zeitgenösischem Abdruck ohne Rückseitentext. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Das Tigerpferd mit Ährenbouquetals das im Œuvre zudem nahezu einzigeNiederlande–SchaustückRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Dises Junge Tyger=Pferd welches zu Oranien=Polder einem Dorfe nicht weit von Delfft in der Provinz Holland gezogen hatte dises Aehren Poquet von farbe Schwartz gleich den anderen flecken u: ist 1743. von der Hochgräffl. Promnitzischen Herschafft aus Schlesien auf ihrer Holländischen Reise als eine Raritet sehr Theuer erkaufft worden. Der in herrlich leichter Bewegung breit in schöner Hügellandschaft mit Dorf, abgesondert von fünf teils tollenden und sich wälzenden Pferden, stehende Hengst, den schönen Kopf dem Betrachter zugewandt. Radierung mit Kupferstich nach dem nach dem Leben gemalten Bilde des Liebhaberkünstlers Frhr. Christian Ludwig von Löwenstern in Darmstadt. Bezeichnet: Lib: Baro de Löwenstern ad viv: pinx. Darmst. / J. El. Ridinger sc. et excud. 1745, ansonsten wie vor. 35 x 28,5 cm. Blatt 38 (Thienemann + Schwarz 280, „Die sechs Pferde, welche in dieser Sammlung enthalten sind, wurden später auch gesondert verkauft“) der „Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Holländische Schule – Getreideernte. Drei Landleute beim Fuderladen auf einen 2rädrigen Einspänner. Über das heckenbestandene, von kleiner Waldung umsäumte Feld geht der Blick weit ins Land hinaus. Hinweg über das etwas entfernt gelegene Dorf. Seitlich von diesem ein von Segelbooten befahrenes breites Gewässer. Tuschzeichnung in verschiedener Grauschattierung über schwarzer Kreide. Ca. 1700. 217 x 354 mm. Provenienz Rückseits Sammlungs-Stempel Hahn auf Schildkröte. – Minimal stockig. Qualitativ fein durchgeführte Arbeit von malerischer Bildwirkung. Angebots-Nr. 14.419 / EUR 1890. / export price EUR 1795. (c. US$ 2319.) + Versand
Cuyp, Aelbert (1620 Dordrecht 1691). Flußlandschaft mit Kastell seitlich links und zum Horizont auslaufender zarter Uferpartie zur Rechten. Mit Booten + Schiffen, teils unter voller Takelage. Kolor. Aquatinta von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. Signiert, datiert. 20,4 x 26,4 cm. – Seltenes Blatt, typisch für schönste Cuyps. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Pays-Bas Autrichiens, Carte. Mit Titel- und Meilenzeigerkartusche. Landkarte von Edme Mentelle (1730-1815, Historiograph des Grafen von Artois) in Kupferstich von Pierre François Tardieu (1711-1771), Paris. (1788.) Signiert, bezeichnet. 35,8 x 47,2 cm. Geschaffen „pour l’Ouvrage intitulé: De la Monarchie Prussienne“. – Die Küste von Dünkirchen – Vianen und weiter bis Breda , Wesel , Venlo , Köln , Manderscheid , Trier , Merzig , südl. Marville’s , Fère , Albert , Doullens . – Mit dem GHzgt. Luxembourg, dem Aachener Gebiet , Zeeland .
Wenn dann auf die Heirat noch eine Erbschaft folgt …(so es nicht der eigentliche Grund war …)Teniers II, David (Antwerpen 1610 – Brüssel 1690). Eine Bauernhochzeit. Vorn links das Brautpaar, die Braut mit kleiner Krone, nebst Dudelsackspieler. Zur Rechten die vor dem Wirtshaus tanzenden und sich bei Speis und Trank vergnügenden Bauern. Im Hintergrund die Kirche. Stahlstich von William French (ca. 1815 – East Grinstead 1898). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 14,1 x 17,8 cm.
Niederländischer Cavalier, Mitte des XVII. Jhdts. Ganze Figur, stehend. Kolor. Holzschnitt v. Richard Henkel in Leipzig nach Otto Brausewetter (Saalfeld, Ostpr., 1835 – Berlin 1904). (1881.) Signiert bzw. monogramm., bezeichnet. 20 x 11,8 cm. – Blätter für Kostümkunde, NF. 137.
„ Ein stattliches, starkes Pferdmit geflochtener und aufgeputzter Mähnesteht, zwar gezäumt, aber frei da und zeigt uns seine Kraft. “Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ein Friesländer. Langschweifig, mit angewinkeltem rechten Hinterbein, in von Anwesen begrenzter Landschaft selbstbewußt nach rechts. Radierung + Kupferstich von Johann Gottfried Seuter (Augsburg 1717 – 1800). Bezeichnet: 3. / a J. El. Ridinger ad vivum depict: et exc: a(t)qu(e). J. G. Seuter (Stief-)filio meo aeri incisi sowie Titel in dt.-frz.-lat. 28,3 x 34,4 cm. Thienemann + Schwarz 578. – Blatt 3 der vier arabisch numerierten Blätter der Folge, wie Thienemann + Schwarz unbekannt geblieben, in deren willkürlicher Ordnung es unter 17 figuriert. – Kleine dünne Papierstelle oberhalb der Mähne, ganz kleine Abreibung im hinteren Feld. Rückseits umlaufender Klebestreifen von früherer Rahmung. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Rotterdam, De Groote Kerk in. Im Vordergrund Segelschiff + Boot sowie reiche Figurenstaffage, darunter zwei Pferde mit Kornsäcken. Holzstich nach Theodor Weber (Leipzig 1838 – Paris 1907) bei Adolf Cloß, Stgt. (1875/76.) Signiert, bezeichnet. 17,8 x 13,7 cm. RÜCKSEITS: Bauerndorf in der Gegend von Rotterdam. Holzstich nach Hermann Baisch (Dresden 1846 – Karlsruhe 1894). Signiert, bezeichnet. 8,9 x 18,7 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
Morlachisches Mädchen (Brautkostüm) aus Istrien. Nach links gehend am kargen Adriaufer. Auf dem Wasser ein Segel. Kolor. Holzschnitt nach August von Heyden (Breslau 1827 – Berlin 1897). Ca. 1877. Signiert, bezeichnet. 21,7 x 12,1 cm. – Lipperheide Ad 46. – Blätter für Kostümkunde NF LXXX. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Das HochzeitsständchenHogarth, William (1697 London 1764). The Industrious Prentice out of his Time and Married to his Master’s Daughter. Die Londoner Zünfte bringen dem frisch vermählten Paar und dem Teilhaber der nunmehrigen Firma West + Goodchild ihr Ständchen. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by Wm. Hogarth / Plate 6 / Engraved by T. Cook / Published by T. Cook. Islington; and G. G. & J. Robinsons. Pater-noster Row. February 1st. 1796. 30,2 x 36,5 cm. Industry & Idleness VI. – Herrlicher Abdruck auf festem Papier und – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im Ursprungsformat. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). – Schwacher Wasserrand und auch den Plattenrand etwas tangierende Stockigkeit im breiten weißen Papierrand. Die rückseitige nicht ins Bild durchschlagend.
(Untertext zu einer Lithographie). – Siehe – auch für weitere verfügbare Versionen – die ausführliche Beschreibung.
Die ganz spektakuläre Strom–Wandkarteder Lotters in AugsburgLotter, Matthäus Albrecht (1741 Augsburg 1810) + Georg Friedrich. Carte Géographique Représentant le Cours entier du RHIN , de la MOSELLE / de la MEUSE et de l’ESCAUT avec les Pays Confins specialement l’Etat Actuel de toutes les Possessions de la Maison d’Autriche dans les Pays Bas et une Grande Partie de la France / Cabinetskarte welche den Ganzen Lauff des RHEINS , Der MOSEL , Der MAAS und SCHELDE nebst den Angraenzenden Laendern vorzüglich alle gegenwaertige Besitzungen des Hauses Oesterreich in den Niederlanden und einen grossen Theil von Frankreich vorstellt. Mit Windrose und 2 imperialen Titelkartuschen nebst Grenz- und Meilenzeiger (31 x18,5 bzw. 34 x 31,5 cm). Von 6 Platten gedruckte, orts- und partiell grenzkolorierte Fluß-Wandkarte in Kupferstich von Tobias Konrad Lotter (1717 Augsburg 1777). Signiert, bezeichnet. 116 x 166,5 cm. List of Unusual Items that have come up for sale (ed. by The British Library) in Imago Mundi XXXIX, 100. – Titel in franz.-dt. Paralleltext. – III. Zustand (von 3 oder 4) mit zeitangepaßt klassizistischen Kartuschen anstatt der barocken früheren, wie auf dem Exemplar der Bayer. Staatsbibliothek. In Mannheimer Privatsammlung zudem eine auch in München unbekannte Signatur-Variante. Einer der Zustände mit 1785er Datum.
Einige wenige, durch Japan-Dublierung erledigte Rißstellen fast ausschließlich innerhalb der linken Unterplatte. Lediglich am oberen Bildrand eine 1-3 x 11,5 cm messende Fehlstelle zwischen den Orten Meaux und Compiègne. Im übrigen vollrandiger Abdruck in gesamthaft hervorragendem Zustand, wie bei diesen schlecht zu verwahrenden übergroßen alten Wandkarten eigens erwähnenswert. Auf Egon Klemp’s „Kommentar zum Atlas des Großen Kurfürsten / Commentary on the Atlas of the Great Elector“, Stuttgart 1971, Seiten 6-10 wird verwiesen. – Typographisches Wasserzeichen. Spezial-Wandkarte von dominierender Repräsentanz und grosser Seltenheit, wie nicht im „Atlas des Großen Kurfürsten“ enthalten, wo dergleichen eine sehr sinnvolle Ergänzung des Colom’schen Seeteils umsomehr dargestellt hätte, als das mäandernde belgisch-holländische Mündungsgebiet von dem beide Länder prägenden Kanalnetz der Karte eine ganz wesentliche zusätzliche Aussage-Qualität verleiht. Wie denn generell die Schwarz-Weiß-Belassung in Verbindung mit der Orts-Rötung die Gesamtschau der Ströme nebst der wurzelartigen Verästelung der Zuflüsse bis hin zu denen der 3. Ordnung schlechthin gewährt und die perlenartige Aufreihung der Orte an den Ufern die koloritmäßig demonstrierte Logik der Gewässer als Lebensadern der Besiedlung vor Augen führt. Erwähnenswert aber auch die namentlich für Ober- + Mittelrhein kartierten Strominseln und die Mainzer Schiffsbrücke. Inhaltsmässig erfaßt die Karte den Rhein von Leibstadt nördlich Waldshuts über Basel bis zur Mündung und Mosel, Maas und Schelde komplett. Begrenzt im übrigen auf der Linie Laufen – St. Ursanne – Neuenburger-, Murter-, Bieler See – Fribourg – Poligny – Beaune – Châtillon – St. Florentin – westlich Sens’ – Arras – Veurne – der Küste von Nieuwpoort bis Noordwijk – Zutphen – Rheine – Osnabrück – bis nahe von Lübbecke und Bünde – Geseke – Winterberg – Gießen – Hanau – Seligenstadt – Freudenstadt . – Das Mare Germanicum irrtümlich statt Nord- als Ostsee verdeutscht. Seit den Tagen Mercator’s verband kein anderes Haus in Deutschland als das Seutter/Lotter’sche Bereitschaft und Kompetenz zur Herstellung einer ganzen Reihe großer Karten von mehreren Platten. Und wo schon die Ein-Strom-Karte zum Besonderen gehörte, gestalteten die Lotters in kühnem Zugriff hier die Wandkarte eines ganzen europäischen Stromverbundes. Angebots-Nr. 13.031 – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Metsu, Gabriel (Leyden 1629 – Amsterdam 1667). La Riboteuse Hollandoise. Junge Frau als charmante Zecherin. Während die Linke die geöffnete Weinkanne hält, stößt die das Glas haltende Rechte gegen eine halbvolle Flasche Genever, neben der eine lange Pfeife liegt. Kupferstich von Jean Daullé (Abbeville 1703 – Paris 1763). 1761. Signiert, datiert, bezeichnet. 42,1 x 29,7 cm.
Nagler IX, 198 + III, 283. – Mit der Adresse von Pierre Fouquet jr., Amsterdam. – Mit Wortmarken-Wz. – Von Nagler den „vorzüglichsten Werken“ Daullé’s zugeordnet. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Neer, Aert van der (1603/04 Amsterdam 1677). Flußlandschaft bei Mondlicht. Mit etlichen Schiffen, darunter – gleich vorn – Fischerboot. Beidseits ein Dorf. Aquatinta in Braundruck von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. Monogrammiert u. signiert, datiert. 20,7 x 26,4 cm. – Seltenes Blatt, im breiten Rand schwach stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Bol, Hans (Mecheln 1534 – Amsterdam 1593). Hirschjagd und Koggenbau am Fluß inmitten baumreicher Landschaft. Vorn links zunächst Picknick der Landleute in Gesellschaft u. a. von Pfau, Papagei und Äffchen, zur Rechten aber die teils berittenen Jäger nebst Hunden, Hirsch und Tier allseits bedrängend. Zum abfallenden Ufer hin Netze gespannt. Dort auch ein sich der Vogeljagd hingebender Jäger. Im Mittelgrund seitlich links vielseitige Beschäftigung der Schiffsbauer mit sich anschließendem größeren Anwesen. Am Horizont die Silhouette einer größeren Stadt. Kupferstich von Hans Collaert (wohl I, gest. ca. 1581) in Antwerpen. Signiert: HBol. (ligiert) inuent. / H C fec: / s(c ex)cud. 20,3 x 24,4 cm. Nagler, Monogramm., III, 762. – Latein. Vierzeiler im Unterrand. – Oben – hier hs. mit 49 numeriert – und unten mit 3-7 mm breitem Plattenrand, rechts mit ganz feinem Rändchen, links ebenso, doch stellenweise schon auf der Bildeinfassung geschnitten. Im Textrand zwei stecknadelkopfkleine dünne Stellen, sonst völlig einwandfrei. Eines der stimmungsreichen Blätter nach Hans Bol, hier vorliegend in warmer Tonigkeit mit den noch sichtbaren Schriftlinien. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Goyen, Jan van (Leiden 1586 – Den Haag 1656). Das Gehöft mit dem Teich am Kanal. Davor verschiedenfältige Figurenstaffage in jeglicher Position bis hin zu zwei Reitern, auch zwei Hunden, und einem Fischer in der Mitte des Wassers, von dessen jenseitigem Ufer ein spitzer hoher Kirchturm grüßt. Kupferstich/Radierung von Jan de Visscher (Amsterdam um 1636 – nach 1692). Bezeichnet: I: van Goyen inventor. / I: de Visscher fecit. / 2. 12,5 x 20,8 cm.
Wessely 60; Le Blanc 55. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 475A nebst Abb. – Blatt 2 der formatgleich im Gegensinn gearbeiteten 12blätt. „Vorzügl(ich) schöne(n) Folge“ (Weigel 947, 1838) von Kanal- + Dorflandschaften „Regiunculae amoenissimae eleganter delineatae“ nach van Goyen (Nagler 62; Wurzbach 60, jeweils Visscher), dessen „Bedeutung für die holländische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts, sein Rang als Künstler … so bekannt (sind), daß sie nicht Gegenstand dieses Buches sein sollen“ (Beck I, 1972, S. 11). Und Visscher seinerseits „lieferte … höchst schätzbare Blätter, sei es, dass er die Nadel allein führte, oder den Grabstichel in Verbindung brachte“ (Nagler 1850). Das makellose Exemplar der Sammlung M B Dubbel (nicht bei Lugt), dessen ganz feine gleichmäßige warme Tönung dem feinen Blatt eine lyrische Abendstimmung verleiht. – Lilienbekröntes kreisförmiges großes (Löwen-?)Wz. mit gefülltem Schild, in der hier allein beurteilbaren oberen Außenpartie mit Heawood 3144 (1686) korrespondierend. – Mit für Altmeister-Graphik schönem 7 mm umlaufend breiten Rand. – Der rückseitige kleine schwarze Sammlungs-Rundstempel im unteren weißen Plattenrand schwach durchscheinend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – Das Kapuziner-Kloster am Kanal. Davor zwei abgetakelte Fischerboote am Ufer, deren mehrköpfige Besatzungen instruktiv beschäftigt sind. Ein drittes mit Luggertakelung in der Mitte des Wassers. Vom hügeligen jenseitigen Ufer grüßt eine wohl weitere Kirche mit abgeflachtem Turm und von der Ferne der Horizontlinie ein Vollsegler. Vorn links indes zwei von einem Köter bekläffte Mönche unter ihren schön gezeichneten spitzen Kapuzen, deren einer mit Rosenkranz. Zwei Mitbrüder sitzen unter einem Vordach in der Sonne, rechts von ihnen ein Schleifstein, zu dem bepackt einer der Bootsleute strebt. Vom Kirchendach oberhalb eines zusätzlichen kleinen Spitzturms aber hält Adebar aus einem künstlichen Nistaufbau Ausschau, wenngleich in die verkehrte Richtung. Denn der Partner fliegt vom Wasser her an, wie weiter zurückgesetzt in Linie drei weitere Großgefiederte. Ein mutmaßlicher Turmfalke schließlich auf einem Ausleger des Kirchturms. Kupferstich/Radierung von Visscher wie vor. Wessely 63; Le Blanc 58. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 859c. – Blatt 5 nach verschollener Vorlage zu der Folge. – Etliche bildseits kaum wahrnehmbare schwache Stockfleckchen, sonst makellos mit 2-3 mm Rändchen um den seinerseits schönen weißen Plattenrand selbst. – Mit Schellenkappen-Wz., wie besonders begehrt, hier mit jeweils drei seitlichen Schellen und auch drei am verlängerten 4-Stab. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – Die beiden Rundtürme am Kanal. Davon der vordere als bewachsene Ruine, beide mit entsprechendem Gebäudeanhang. Davor fünf Fischerboote, teils mit deren beschäftigter Besatzung, zwei unter Segeln. Ein Anwesen auch auf dem baumbestandenen gegenüberliegenden Uferstreifen. Und in der Luft zwei Dreierketten Vögel. Kupferstich/Radierung von Visscher wie vor. Wessely 67; Le Blanc 62. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 445. – Blatt 9 der Folge. – Das abgesehen von drei Braunstippen zwischen linkem Turm und vorgelagerten Segelbooten makellose Exemplar der Sammlung M B Dubbel. – Typograph. Wz. – Mit für Altmeister-Graphik schönem 5 mm umlaufend breiten Rand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – Der Weg längs des breiten Flusses. Vorn links oberhalb eines Siels Familie mit Kind und Hund, davon der Mann beritten. Rechts dieser Gruppe ein hochbeladenes Pferdefuhrwerk, am Ufer vorn und zurückgesetzt zwei Boote mit den beschäftigten Fischern. Der Horizontstreifen seitlich begrenzt von einer Mühle bzw. Kirche, dazwischen ein spitzer Kirchturm und ein Anwesen unter hohen Bäumen. Kupferstich/Radierung von Visscher wie vor.
Wessely 69; Le Blanc 64. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 497 nebst Abb. – Blatt 11 der Folge. – Das abgesehen von im Grunde nicht erwähnenswerter partieller schwacher Randstockstippigkeit und rückseitigen schwarzen Druckerfleckchen makellose Exemplar der Sammlung M B Dubbel. – Figürliches (springender Löwe?) Wz. nebst Wortmarke. – Mit für Altmeister-Graphik schönem 5 mm umlaufend breiten Rand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Knötel, Richard. Uniformenkunde. 13 (5 kolor.) Tafeln zur Gruppe Niederlande. Ca. 1893. Signiert, bezeichnet. Blattgr. 25,4 x 17,1 cm.
Beiliegt: Mittheilungen zur Gesch. d. milit. Tracht als Beilage zu s. Uniformenkde., Jg. 1893, Nr. 3 (2 Bll., enth. Das Niederl. Heer z. Zt. von Waterloo + Brandenb.-preuss. Uniformen z. Zt. d. gr. Kurfürsten u. s. Nachfolgers). – Text minimal stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Eines Tages heiraten die Kinder …404 Jahre altes Hochzeits–Reglementals Erbstück von Generation zu Generation.Wie eine Hausbibel. Doch unvergleichlich seltener. Und auf ewig verbundenmit Ihrem Namen als dem des Stifters:Verordnung Heinrich Julius’ Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1564-1613, Reg.-Antr. 1589) betreffend das Procedere der Hochzeitsfeiern. Gegeben Gröningen bei Halberstadt 28. Dezember 1604. O. O. + Dr., ca. 1604. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale. 50,8 x 37,7 cm. Thematisch eminent seltener ganz beachtlich früher Einblattdruck erlassen gelegentlich einer voll herzoglichen Ingrimms „mit vnsern Augen selber gesehen(en) “ ausgearteten Hochzeitsfeier auf der herzoglichen Neuen Schenke (in Gröningen?). Auf deren Schilderung in 9 Abschnitten ein entsprechendes Reglement folgt, dem nicht allein zu entnehmen ist, wie eine Hochzeitsfeier nicht sein sollte , sondern , vielmehr , welch ein Rahmen ihr überhaupt zu geben ist und welchen Personals es hierzu bedürfe. Und für jedweden wird der Höchstlohn festgesetzt. Bis hin zu 2 Margroschen pro Scheffel Weizen und einen pro Scheffel Roggen für vom Müller und seinen Knechten „bey dem mahlen des Hochzeit Roggen vnd Weitzen … dabey anwendenden vleiß(es) willen“. Und zur Einhaltung all dieses werden schlußendlich Inspektoren und Commißmeister gegenüber jedermann angehalten und ihnen auferlegt „ Diese vnsere Ordnung auch menniglichen zur nachrichtung vff vnser Newen Schencke gedruckt offentlich affigiren vnd anschlagen “ zu lassen.
Solcher Verschleißbestimmung verdanken diese Einblattdrucke denn auch ihre ausgemachte Seltenheit und die den Sammler, je nach Besitzstand, bald schmerzende, bald höchst befriedigende Tatsache, daß „sie … sich immer nur in wenigen Exemplaren und durch Zufall erhalten haben“ (Bohatta). Wobei es sich denn meist – so auch hier – um nicht vor Ort verbrauchte, vielmehr denn auch noch sehr gut verwahrte Beleg-Exemplare handelt. Das hiesige mit zweifacher Faltung und restlichem Falzstreifen als Merkmal seiner Verwahrung innerhalb eines Sammelbandes, wozu der Unterrand, zumindest für 3,5 cm unnötigerweise, unter vermutetem Verlust der gedruckten Unterschrift nebst gedrucktem L(oco) S(igilli)-Stempel beschnitten wurde. Gefolgt von 2 cm breitem weißen Rand. – Der Druck selbst auf zwei, nahtlos und schriftseits praktisch unsichtbar zusammengesetzten Blatt mit jeweils etwa 13 x 9 cm großem und reichem, indes nicht ausreichend kenntlichem Wasserzeichen, dessen Ornamentik Merkmale von im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts lokal nachweisbaren Marken aufweist. Etwa denen von Briquet 1982 f. + 19539, 10541 sowie für eine mögliche Löwenschwanzquaste anderwärts (Vogesen, Brüssel, Württemberg) 10565/67 + 10569. – Einheitlich leicht getönt, schwacher kleiner Braunfleck im ersten Absatz, säurefrei hinterlegter Kleineinriß im weißen Oberrand der Bugfalte. Eine rundum ganz groß- und einzigartige Aufhängung , für die das rahmengerechte, säurefreie Schrägschnitt-Zierpassepartout denn auch gleich mitgeliefert sein mag. Und deren thematische Seltenheit, es sei wiederholt, noch weit über die generelle des Einblattdruckes hinausgeht : Über Jahrzehnte hinweg europäischen Verordnungen als Zeugen des gestalteten Alltags verpflichtet, sind deren hunderte hier durchgelaufen, doch erstmals nun ein Hochzeitsedikt ! Daß es dabei zugleich auch noch als eines der frühesten figuriert, möge Ihren Stolz, Gratulation im voraus ! Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Zeitgenössisch + benachbart erschienene Lokalkarteals in Utrecht das Licht Caravaggio’s aufgingUtrecht – Vltraiectinvs, Episcop(atvs). Mit Titelkartusche, 2 Schiffen und figürlich gestaltetem Meilenzeiger. Von dem Feldmesser Balthasar Florisz. van Berckenrode (Delft 1591 – Den Haag 1644) verfaßte Utrechter Bistumskarte 1 : 150.000
in gleichfalls zeitgenöss. kolor. Kupferstich von Evert Simonsz. van Hamersveldt (1591 – 1653). Bezeichnet: Auct. Balthazaro Florentio a Berkenrode. Amstelodami, apud Henricum Hondium, Sub insigno Atlantis. Ao. 1628., ansonsten wie vor, und als für das Selbstverständnis des Stechers sprechend in separater kleiner Eigenkartusche am Unterrand: Evert Sijmonszoon Hamersveldt sculpsit. 38 x 49,3 cm. Keuning 185; Koeman 165. – Aus dem Mercator-Atlas in der Hondius-Ausgabe von 1630 (Koeman Me 29A), für die diese Karte seitens van Berckenrode’s als „einem der in graphischer Hinsicht und geometrischer Zuverlässigkeit größten niederländischen Kartographen des 17. Jahrhunderts“ (Koeman) während dessen Amsterdamer Zeit (1619/34) neu geschaffen wurde. Ersetzend Mercator’s noch in der 1628er Ausgabe präsente Utrecht-Karte und somit hier im frühesten Abdruck vorliegend, tragend des Henricus Adresse Sub insigno Atlantis auf dem Dam, wo auch Bruder Jodocus II seinen Kartenhandel betrieb. Der hist.-geograph. Rückseitentext in Latein. – De Leck (Neder Rijn) ab unterhalb Rhenen’s, also nicht mehr mit Emmerich als lt. Verbeek, Die Niederrheinansichten Jan de Beyers, 1957, S. 41) einst zum Bistum gehörig. Im Norden angrenzend an Haerlemmer Meer + Zuyder Zee. – Namentlich im breiten weißen Rand stockig, sonst schönes Exemplar dieser von ganzer landmesserischer Wissensfülle sehr wirkungsvoll geprägten zeitgenössischen Karte Utrechts wo während des Goldenen Jahrhunderts die aus Italien zurückgekehrten Caravaggisten mit Honthorst und Ter-Brugghen an der Spitze Caravaggio’s Licht-Revolution entzündeten, aber auch dessen Naturalismus verbreiteten und solchermaßen der von Abraham Bloemaert begründeten seinerzeitigen Utrechter Schule („Als Rubens [1627] nach Utrecht kam, versäumte er nicht, B. zu besuchen, und auch Elisabeth, die Königin von Böhmen, beehrte ihn mit ihrem Besuche“, Thieme-Becker) eine potenzierte Dimension verschafften, beeinflussend den Nicht-Italienisanten Bloemaert selbst wie einen Vermeer van Delft ebenso wie das Genrebild Frans Hals’ und den Deutschen Joachim von Sandrart, indes „Der Einfluß … auf den jungen Rembrandt … sicher der wichtigste Abschnitt innerhalb der Rezeption der caravaggesken Kunst durch die Holländer (ist)“ (Arthur von Schneider, Caravaggio und die Niederländer, 1933, mit nicht aktualisierter 1967er Zweitauflage, letztere hier S. 67). In dieses Umfeld denn hineingeschaffen anstehende Berckenrode-Hondius’sche Utrecht-Karte als ein Sammlungsstück von Rang zur für die holländische Malerei des 17. Jahrhunderts so bedeutsamen Utrechter Schule . Angebots-Nr. 15.051 / EUR 570. / export price EUR 542. (c. US$ 700.) + Versand
Niederlande, Das Königreich der. Mit Titel- und 2 Erläuterungs-Kartuschen. Landkarte von Frdr. Wilhelm Streit (gest. 1839) in grenzkolor. Stahlstich bei Natorff & Co., Bln. 1836. Signiert, datiert, bezeichnet. 25,9 x 21,3 cm. Detailliert gekennzeichnete Karte bis hin zu schiffbaren Kanälen und Flüssen. – Bis Baltrum – Meppen – Witten – Aachen – Antwerpen .
Zigarrerauchender Holländer. Müller mit Pantinen vor seinem Anwesen. Beidseits zwei kleine weitere Gewässerlandschaften mit Schiffen, Stadtviertel und Mühle. Bronzegehöhtes Aquarell. Ca. 1920. 132 x 192 mm. Reizvoller Zigarrenkisten–Illustrationsentwurf auf Karton. – Unten rechts mit hs. Reg.-Nr. 3546. – Rückseits Montagespuren. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
(Konsulin.) Brustbild einer jugendlich-reifen Dame mit Rosen, adäquat eingefaßt. Deckfarbenmalerei mit Goldprägung + Montage unter Einsatz eines Kopfausschnittes. Ca. 1920. 130 x 202 mm. – Entwurf wie vor. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Beschrijvende Catalogus der Scheepsmodellen en Scheepsbouwkundige Teekeningen 1600-1900. (Bearb. v. W. Voorbeijtel Cannenburg.) Amsterdam, Nederlandsch Historisch Scheepvaart Museum, 1943. 4°. 192 SS. Mit 100 (5 farb., 2 gefalt.) Tafelseiten + 1 wiederholten großen Vignette. OPpbd. mit goldgepr. illustr. VDeckel. Exemplar Heinrich Winter’s, mit dessen Stempel auf Vorsatz + Titel. – Bedeutender Bestand von 453 Modellen, gefolgt von der Fülle der Zeichnungen. – Mit der Nederlandsche Bibliographie van Scheepsbouw en Tuigkennis 1565-1900 (15 SS.), Liste der von Fijenoord, Rotterdam, von 1827-1900 aufgelegten Schiffe, 14seit. Register sowie Themeneinleitung.
Épreuve de luxe auf SeideQuinkhard, Jan Mauritz (Rees b. Cleve 1688 – Amsterdam 1772). Albertus Voget (Theologe, Bremen 1695 – Utrecht 1771, ab 1735 Professur dortselbst). Brustbild m. ornamentaler Randverzierung nach dem im Senaatszaal der Universität Utrecht befindlichen Öl von ca. 1750. Kupferstich von Pieter Tanjé (Bolsward, Friesland, 1706 – Amsterdam 1761) bei N. v. Vucht, G. Thieme + A. v. Paddenburg. 1754. Signiert, datiert, bezeichnet. 33,6 x 24,3 cm. Nagler 30 + Wurzbach 55, jeweils Tanjé. – Gorissen 100 gedenkt Quinkhards als des „bedeutenden Bildnismalers“ , als den ihn auch vorliegende Arbeit ausweist. – Latein.-holl. Sechszeiler. SEIDEN-EXEMPLAR dieses schönen Blattes eines „der vorzüglichsten niederländischen Kupferstecher“ (Nagler) und als solches von absoluter Seltenheit. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Verrijk, Dirk (Theodor, 1734-1786, tätig u. a. in Mecheln + Den Haag). Durch ein Dorf hindurchführender Kanal. Vorn unter einer Brücke, hinter der der Mond voll aufgeht und durch die auch der Kirchturm sichtbar ist, Angler in seinem Boot, beobachtet von Figurinen auf der Brücke. Zwei weitere gehen linksseits dorfwärts. In der Luft ganz links schon zwei Eulen, doch auch noch andere Vögel in größerer Distanz. Rechts Windmühle. Tuschpinselzeichnung in Grau und Schwarz mit Weißhöhung über Spuren schwarzer Kreide. Am Brückenverschlag mit schwarzer Tinte hs. signiert: verryk : del. ad. viv: 196 x 288 mm. Wurzbach II, 780 und, als vermutlich identischer Thomas V., II, 167 + III, 172; Nagler XX, 98; Thieme-Becker XXXIV, 298. Typische , voll ausgeführte Arbeit auf getöntem festen Bütten des namentlich auch durch seine Kanallandschaften bekannten, in seinen Lebensverhältnissen indes unbekannt gebliebenen Verrijk. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Edition de luxein rodinbezogenem WidmungsexemplarMartin, W. De hollandsche Schilderkunst in de zeventiende eeuw. Frans Hals en zijn tijd. – Rembrandt en zijn tijd. 2 Bde. Amsterdam, J. M. Meulenhoff, (1935-36). 4°. XVI, 474 SS., 1 Bl.; XVI, 546 SS., 1 Bl. Mit 3 Tafeln + 517 ( 154 ganzseit. ) Abbildungen . Bordeauxrote OMaroquin.-Bde. m. goldgepr. Rücken + Vorderdeckeln sowie Innenkantenfilete. Kopfgoldschnitt. Nr. 31/100 Explren. der Luxus-Edition in Maroquin. – Die erscheinensfrische rodinbezogene ausführl. 35er Zueignung Martins auf Vorsatz von Bd. I. – 66er Besitzeintrag auf Vortiteln, Nummer auf Schlußvorsätzen. – Vorsätze und ein Titel minimal stockig, ein Rücken ganz unwesentlich berieben, ansonsten schönes Exemplar dieses gesuchten reichhaltigen Standardwerkes.
Molijn, Pieter de (London 1595 – Haarlem 1661). Dünenlandschaft. Links des Weges Anwesen unter hohen Bäumen. Mit beschäftigten und schwatzenden Figurinen. Aquatinta in Braundruck von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. 21,7 x 30,1 cm. – Der breite Rand schwach stockig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Für das marine- oder lokalorienterte Bibliotheksaugeetwas sehr Schönes zum BetrachtenRotterdam in seiner ganzen Grandeurund reichste Fundgrube für eine unerhörte Büro-WandgestaltungRotterdam – Hooghe, Roman de (Amsterdam oder Den Haag 1645 – Haarlem 1708). Caart van de Stad Rotterdam en gezigt langs de Maas, benevens de Afbeldingen van de voornaamste publique Gebowen. Von 47 Platten gedruckte Kupferstichkarte mit Vogelschauplan ( 115 x 125 cm ) , Panoramaansicht ( 24 x 189,5 cm ) sowie reich mit den Wappen der Stadt + ihrer ersten Bürger, Löwen, Putten und Gerätschaften geschmückter Kopfleiste (25-26,5 x 189 cm), 12 Detailansichten ( je 18 x 24 cm ) und den Wappen der 20 Räte ( je 11,5 x 9 cm ). O. O., Johannes de Vou, 1694. Signiert, datiert, bezeichnet. Zusammengesetzt ca. 165,5 x 189,5 cm. Faksimile im Originalformat in Kupfertiefdruck. Rotterdam o. J. (ca. 1960/70). 2°. 2 Bll. Titel. Mit 3 (2 aufmontierten) mehrfach gefalteten, zusammengesetzten, 12 halbblattgroßen u. 20 kleineren aufmontierten Tafeln. OKunstldr.-Bd. m. Rückenschild, goldgepr. Vorderdeckel mit Wappen + Bordüren. Die prächtige Karte mit reichstem Geschehen sowohl im Vogelschauplan als auch, ganz besonders, in der Panoramaansicht mit nahezu allen gängigen Schiffstypen , Von besonderem Reiz in der Vogelschau die zahlreichen Kalfaterarbeiten Im breiten Kartuschensockel die reichhaltige Legende, Neptun mit Fischernetz, Athene mit Hermesstab und Früchten, ein mit einem Schneckengehäuse behelmtes Fischweib mit Schild, Pan sowie zwei Neger, ein großes Füllhorn ausschüttend. Die Detailansichten – durchweg mit reicher Szenerie – zeigen Stadt-Huys – Laurens, Franse + Prinse Kerk – De Beurse – De Marckt – De Vismarckt – De Doelen – Gemeenelandts Huys van Schielandt – Admiraliteytshof – Nieuw + Oude Hooft . 2 Titel in Rot-Braun. – Original-Montage auf Van Gelder Zonen-Bütten. – Maritimes Exlibris Jacob Schreuder. – Zwei bindungsbedingte kleine Bugeinrisse im Vogelschauplan sowie ein winziger Randeinriß im Montagepapier hinterlegt, sonst absolut frisch. Und damit herrlichst geeignet für eine raumfüllend–einheitliche, facsimile-hochwertige , doch ökonomisch-risikogeringe Wandgestaltung. Ganz unabhängig davon im übrigen für das marine- oder lokalorientierte Bibliotheksauge etwas sehr Schönes zum Betrachten. In adäquatem Einband.
– – – Dasselbe, doch vereinzelte leichte Kratzer auf den Deckeln, lediglich ein längerer in der unteren Hälfte des Vorderdeckels ein wenig stärker, der Rückenbezug in Folge sonst praktisch nicht wahrnehmbaren Bestoßes unten etwas aufgeplatzt gewesen. Zwei bindungsbedingte kleine Bugeinrisse im Vogelschauplan säurefrei hinterlegt, sonst absolut frisch wie vor.
„ Vortrefflich und das beste von diesem Meister allhier “( in Dresden; J. W. v. Goethe )Ruisdael, Jacob van (Haarlem 1629 – Amsterdam 1682). Die Hirschjagd. Lichte Waldlandschaft mit ausgedehntem Sumpf, durch den im Vordergrund die Parforcejagd geht. Tier- und Figurenstaffage von Adriaen van de Velde (1636 Amsterdam 1672). Sepiagetuschte Umrißradierung von Adrian Zingg (St. Gallen 1734 – Leipzig 1816). Blattgröße 43,3 x 57,5 cm. Nagler, Zingg, 4, II (von II) und, Ruysdael, XIV, S. 101; Slive, Jacob van Ruisdael, 1982, per 37 (Abb.), irrig als spiegelbildlich. – Vgl. als kompositionsnah Ruisdael’s beide Waldlandschaften mit Sumpf/Tümpel Slive 36 nebst Fig. 51, die ihrerseits Roelant Savery (1576-1639) zitieren (ebda. Fig. 52; Savery-Katalog Köln/Utrecht, 1985/86, 120). Ruisdael wie Savery standen Pate für Ridinger’s Thienemann 282, aber auch 171. Ruisdael’s unendlich berühmte Dresdner Jagd , von Wurzbach (1906/11) den „bedeutendsten und schönsten (seiner Bilder), die existieren“ zugerechnet und als erstes der dortigen zwölf genannt. Wie er ihn denn praktisch unisono mit Vorgängern und Nachfolgern als „ unbestritten der bedeutendste Landschaftsmaler , den die Kunstgeschichte kennt “ klassifiziert. Und speziell zu den Waldmotiven denkt er an die Umgebung von Cleve, die er durchwandert haben mag. Zingg’s anstehende Ruisdael-Wiedergabe in der Literatur diejenige welche. Bei wundervoller Bildtiefe ist die originale Ausmalung in ihrem hellen Braun von großem Charme Seine Blätter sind selten, denn er „war mit den Abdrücken sparsam, da er den Erlös für seine späteren Jahre sichern wollte, falls Arbeitslosigkeit oder Schwäche eintreten sollte. Erst 1804 bewog ihn … Tauchnitz zur Herausgabe seiner Werke. Sie (so denn wohl auch die Hirschjagd) erschienen in 4 Lieferungen … vor der Schrift, und … mit derselben … Er galt lange als der grösste Landschaftszeichner der neueren Zeit, und auch seine landschaftlichen Stiche wurden als Muster gepriesen. Im Verlaufe der Jahre wurde er aber von anderen Künstlern überboten, und besonders von (William) Woollett (1735-1785) verdunkelt“ (Nagler; des letzteren „La Chasse au Sanglier“ von 1760 im Zustandsdruck vor der Schrift und mit Provenienzen Masterman Sykes, 1824, + Esdaile, 1840, hier durchgelaufen). Wie häufig zwecks optisch größtmöglicher Annäherung an das Original die farbig ausgegebenen Exemplare unter Fortfall der Schrift auf Bildkante geschnitten wurden, so auch hiesiges. Unbeschadet merklicher Zeitspurigkeit gleichwohl noch immer schön, ansehens- und rahmungswürdig. Résumé : Zingg’s adäquates großes Blatt in Original-Tuschung. Angebots-Nr. 28.483 / EUR 1022. / export price EUR 971. (c. US$ 1254.) + Versand
Verschuring, Hendrik (Gorkum 1627 – bei Dordrecht 1690). Rastende Jäger, teils abgesessen, mit ihren Hunden vor der Schenke, vor der die Wirtsleute eine zweispännige Kutsche willkommen heißen. Einer der Jäger hat seinen Falken auf der Rechten und eilt zu Fuß links ab in die Landschaft, freudig erregt begleitet von seinem Hund. Aber auch der rückseits gezeigte Reiter vorn links könnte einen Falken auf der Linken halten. Die als Horizontbegrenzung skizzenhaft angedeutete Bergkette wohl die Campagna lokalisierend. Lavierte Pinselzeichnung in verschiedenen Grautönen und etwas Schwarz über Spuren von schwarzer Kreide. Unten links mit dem grauen Pinsel hs. signiert: H. verschuring. f.. 250 x 348 mm. Provenienz: Auch in der Technik typische, bildmäßig durchgeführte Arbeit des in seinen Pferden von Ph. Wouwerman beeinflußten Meisters, dessen eigene Pferdezeichnung wiederum namentlich in Norddeutschland seine Nachfolger hatte (Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländ. Malerei des 17. Jhdts., 2. Aufl., Seite 220). Unverwechselbar aber auch in seinen Hunden und in der Leichtigkeit der Komposition. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
„ … the most spectacular type of maritime cartography ever produced “Carte nouvelle des Costes de Hollande, Zeelande, Flandre, Picardie & Normandie, depuis la Brille jusques à Dieppe, auec une Partie des costes d’Angleterre, depuis l’emboucheure de la Tamise, et les Isles Voisines jusques à Brevesier, ou l’on Voit tous les Ports de Mer, Bancs des Sable & Rochers. Dressé sur les Memoirs les Plus Nouveaux. Mit pyramidal aufgebauter, reichstgeschmückter Kartusche zur Rechten (25,8 x 30,5 cm), unter dem vom Kurhut überwölbten bayerischen Wappen, zu dessen Seiten zum einen Poseidon nebst der wehrhaften Athene als Beschützerin der Städte, zum andern Merkur als Förderer des Handels und der Wohlfahrt, seewärtige Hafen- und Stadtansichten von Dünkirchen + Calais (8,6 x 26,2 bzw. 6,5 x 18 cm) präsentierend, und als Gegengewicht reich verzierte Dedicationskartusche für Maximilian II. Emanuel von Bayern als dem Statthalter der span. Niederlande zur Linken (16 x 21 cm) nebst 2 Windrosen und dreifachem Meilenzeiger. Auf dem Wasser schließlich zahlreiche teils in Gefechten engagierte Schiffe. Sparsam kolor. Seekarte in Mercatorprojektion 1 : 400.000 in von 2 Platten gedrucktem Kupferstich von Romein de Hooghe (1645-1708) bei Pieter Mortier in Amsterdam. 1693 (recte nicht vor 1694, s. Koeman S. 427, Sp. 2). Signiert, datiert, bezeichnet. 60 x 94,8 cm. Koeman M.Mor 5, 1. – Vgl. Phillips 2835. – Auf festem Bütten. – Links unter knappem Anschnitt der Breitengrade innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, rechts mit schmalem, oben und unten breiterem weißen Papierrand. Namentlich die linke Hälfte mit schwachem von der Faltung herrührendem Bräunungsabdruck der gegenüberliegenden Seite. – Die gleichermaßen dekorative wie instruktive Karte eines ebenso vielbefahrenen wie schwierigen Seegebietes. Angebots-Nr. 28.017 / EUR 1892. / export price EUR 1797. (c. US$ 2321.) + Versand
Erst zollbegünstigt , dann verbotenKurrende des k.k. Guberniums in Innerösterreich, die Zollbegünstigung der niederländ. Erzeugnisse betreffend. Gegeben Graz 13. Juli 1791. O. O. + Dr. (1791). Kl.-2°. 1 Bl. Mit den gedr. Unterschriften der Franz Anton Graf v. Stürgkh + Dismas Franz Graf v. Dietrichstein. Rahmenswürdiger Einblattdruck . – Stellt nach Wiederherstellung der Ruhe in den Niederlanden die 1788er Zollvergünstigungen wieder her. – des k.k. Guberniums der Steiermark in Graz, das Verbot des Handels aus und nach den Niederlanden betreffend. Gegeben Graz 17. Dezember 1794. O. O. + Dr. (1794). Kl.-2°. 1 Bl. Mit den gedr. Unterschriften der Philipp Graf v. Welsberg-Raitenau + Franz Edler v. Rosenthal. Rahmenswürdiger Einblattdruck . – Anschließend an das Frankreich betreffende Patent vom 20. 9. 1794 und dessen Verbot auf die von jenem besetzten Länder ausdehnend. Laufende Kontrakte können bis Ende ds. Mts. erledigt werden. – Hinterlegter Seitenrandausriß.
(Herr + Frau T. C., 13. Mai 2002) |