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„(Wein)was sagt die Kunst dazu?“lautete, aufs Bier bezogen, vor einer Generation die Festansprache Heinrich Lützelers, des unvergessenen Bonner Kunsthistorikers, auf der Jubiläumsfeier des Deutschen Brauerbundes zum 100ten Geburtstag. Gelegentlich der Einbringung der Säfte in der Natur als Höhepunkt auch dieses Weinjahres im jahrtausendealten Rhytmus von Wachstum, Blüte, Reife, Ernte + Keltern seien nachfolgende Antworten der Kunst aus 17. – 19. Jahrhundert zusammen- und vorgestellt. Ihnen zur Freude , den Wänden zur Zier , dem Wissensdurstigen zur Labung .
Metsu, Gabriel (Leyden 1629 – Amsterdam 1667). La Riboteuse Hollandoise. Junge Frau als charmante Zecherin. Während die Linke die geöffnete Weinkanne hält, stößt die das Glas haltende Rechte gegen eine halbvolle Flasche Genever, neben der eine lange Pfeife liegt. Kupferstich von Jean Daullé (Abbeville 1703 – Paris 1763). 1761. Signiert, datiert, bezeichnet. 42,1 x 29,7 cm.
Nagler IX, 198 + III, 283. – Mit der Adresse von Pierre Fouquet jr., Amsterdam. – Mit Wortmarken-Wz. – Von Nagler den „vorzüglichsten Werken“ Daullé’s zugeordnet. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Nur ein Wort : „Chablys“Burgund – Bourgogne, Carte des Gouvernements de, de Franche Comté et de Lyonnois. Reizvolle Titelkartusche von J. Arrivet mit Weinreben , -fässern und -flaschen + Meilenzeiger. Von Rigobert Bonne (Raucourt, Ardennen, 1727 – 1795) verfaßte Detailkarte dieses berühmten Landstriches in grenzkolor. Kupferstich bei Lattré, Paris. 1771. Signiert, datiert, bezeichnet. 42,6 x 31,1 cm. Typograph. Wz. – Bis Auxerre – Plombieres – Genfer See / Genf – Chambery – Mont Brisson – Bourbon .
Lasinsky, Johann Adolf (Simmern 1808 – Düsseldorf 1871). Ruine Stahleck – Ruines de Stahleck. Zentrum von Bacharach mit Kirche + Wernerkapelle am Fuße von Stahleck und inmitten der Weingärten . Getönte Federlithographie. Bezeichnet: Nach der Natur aufgenommen und lithographirt v. J. A. Lasinsky 1828. / Frankfurt a/M. C. Jügel., Titel wie vor in Dt./Franz. 23,4 x 28,7 cm. In seiner nervösen Strichführung seiner Zeit vorauseilendes Blatt , unverwechselbar und zugleich brandfrisch nach eigener Skizze lithographiert und damit „sich höchst vorteilhaft von den nach seinen Vorlagen von anderen Künstlern gestochenen Bildern viel kleineren Formates ab(hebend) … Man hat an L. ‚Sensibilität, schärfstes Beobachtungsvermögen, realistisches Naturstudium und Begabung für große weite Landschaften‘ gerühmt“ (Schulte).
– – – Das Mumm’sche Haus auf dem Johannisberg – Maison de Mr Mumm sur le Johannisberg. Rechts im Bild das Mumm’sche Haus, links das Schloß, vorgelagert Weingärten mit Figurenstaffage. Getönte Federlithographie wie vor. – Das Mumm’sche Haus eine sehr selten dargestellte Lokalität . – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – – Ruine Okenfels – Ruines d’Okenfels. Vorn links der Ort selbst. Zur Rechten der inmitten der Weingärten skizzierende Künstler im Gespräch mit ausruhenden Weinbergarbeitern . Getönte Federlithographie wie vor. – Seltene Ansicht . – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Simon, Andre L. + Helmut Arntz. Champagner und Sekt. Die Geschichte des schäumenden Weins. Aus dem Englischen von Wilm W. Elvenspoek. Mit 16 Farbtafeln + 4 farb. Karten. Bln., Ffm., Wien, (1962.) 243 SS. OLwd. mit illustr. Vorsatz, goldgepr. Rückentitel und gold- und weißgepr. Wein- + Puttenvignette auf dem Vorderdeckel. – Von Kennern geschrieben – von Kennern gestaltet , adäquat dem noblen Thema .
Which Way Shall I Turn Me. Hochwürden in arger Bedrängnis: Zur Rechten das gewohnte Spanferkel und die Bouteille, zur Linken aber, einladend auf dem Sofa hingestreckt, eine jugendliche Schöne voller Reize. Kolor. Kupferstich, teilweise in Punktiermanier, nach Richard Newton bei William Holland in London. 1794. Signiert, datiert, bezeichnet. Ca. 25 x 31 cm. Mit Untertext: „In Holland’s Exhibition Rooms, may be seen the largest Collections of Humorous Prints in Europe. – Admittance 1. Shill.“ – Rückseits Kantenklebung von früherer Rahmung. – Gelungene Arbeit, an der sich zu erfreuen der Betrachter nicht müde wird.
Bislang gänzlich übersehenWatteau’s „ Cythera “-Komplex im Œuvre Ridinger’sRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Cythera-Dame („Frech und doch galant“). Kokette grande dame in Dreiviertelfigur nach rechts, ebenso reich wie raffiniert drapiert bis hin zu Birnen-Geschmeide und dreidimensional muschelförmig fallendem Gewand, tanzend mit ausgebreiteten Armen in tief gestaffelter Landschaft, wobei die geöffnete Rechte geradezu nach den reifen Trauben als einem Psalm 128,3 folgenden kunsthistorischen Fruchtbarkeitssymbol zur Linken greift. Im Hintergrund liegt am Ufer einer bergigen Landschaft ein Zweimaster unter Segeln. Schabkunstblatt. Bezeichnet: I. El. Ridinger excud. A. V. 48,8 x 35,4 cm. Schwarz 1471 + Tafel II, XXX. – Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876) und hier neben den Exemplaren von Gutmann (Schwarz, 1910) + Gräflich Faber-Castell (1958) anderwärts nicht nachweisbar. – Alt per Eckmontage auf besonders breitrandiges schweres Bütten aufgelegt, welches an zwei Außenrändern angebräunt ist. – Rechts mit feinem Papierrändchen, sonst überwiegend auf Plattenkante geschnitten. – Dt.-latein. Untertext, dessen Motto in Unkenntnis des Blattinhaltes bislang als Titel diente : Frech und doch galant . Die Frechheit tanzt hier selbst, und heißet doch galant. Das, wie von der Literatur bislang übersehen, von Watteau inspirierte herrliche Sujet im brillanten Druck bester Erhaltung einer gepflegten Sammlung von in allen Partien nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen von ganz außerordentlicher Seltenheit nicht allein am Markt, wie oben belegt, sondern auch generell. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann : „ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr … Nicht einmal dort denn aber das hier vorliegende , das anschließend auch Graf Stillfried noch unbekannt blieb! Thematisch indes von höchstem Reiz ist es Ridinger’s autonom behandelter Rückgriff auf jenen Werkkomplex des Zeitgenossen seiner frühen Jahre, der in seiner Zeit und von da ab bis heute zu den bewundertsten Malereien der Kunstgeschichte zählt : zu Antoine Watteau’s (Valenciennes 1684 – Nogent-sur-Marne 1721) CYTHERA-KOMPLEX mit dem „Pilgerzug zur Insel Cythera“ (die ionische Insel Cerigo als die Liebesinsel der griechischen Mythologie) des Louvre als dem primus inter pares, mit dem Watteau am Samstag, dem 28. August 1717 seine Aufnahme „als Maler der ‚fête galante‘“ in die Académie erlangte, wie der ursprüngliche Titel „Le pélerinage à l’isle de Cithère“ im Sitzungsprotokoll korrigierend umgetitelt worden war. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Rochefort – Lepetit, Alfred (Aumale 1841 – Levallois-Perret 1909). Henri Rochefort (verarmter Graf von R.-Lucay), Journalist, Redakteur von „Charivari“, „Nain jaune“, „Soleil“ + „Figaro“, der mittels seiner Wochenschrift „Lanterne“ „dem zweiten Kaiserreich tödliche Nadelstiche versetzte“ und zuletzt in seiner „L’Intransigeant“ „jede Regierung aufs frechste beschimpfte und zum Revanchekrieg (gegen Dtschld.) hetzte“ (Meyer). Hier denn in vier Alterungsköpfen als „Le Raisin“, vom Blattansatz im zweiten bis zum reifen Ende. Kolor. Lithographie. Bezeichnet: Alfred Le Petit PARIS 9 Fevrier 1871 + Sechszeiler. 24,8 x 13,6 cm. Osterwalder S. 622. – Die Köpfe der Prominenten der Zeit charakterisiert per FLEURS , FRUITS & LÉGUMES DU JOUR . – Mit der Adresse von L’Éclipse und der des Druckers Coulboeuf, beide Paris.
Weininspektion. Drei Ratten als menschliche Weinkommissare über Weinfässern und vom Kellermeister mit der „Mort aux Rats“-Kuchenrolle bedroht. Auf dem Bord Kannen + Bouteillen. Kolor. Radierung. Ca. 1820. 23,1 x 28,8 cm.
Mit Zweizeiler im Unterrand: Sur votre dos je vais poser / L’argent que j’ai à vous donner. – Innerhalb des weißen Plattenrandes unter Aussparung des Textes geschnitten. – An den Ecken aufmontiert, hinterlegte kleine Oberrandläsur. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Die vier JahreszeitenRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die vier Jahreszeiten. Große sitzende Dreiviertelfiguren vor Landschaftsstaffage (1-3) bzw. daheim. Folge von 4 Blatt. Schabkunstblätter. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger excud(it). A. V., ansonsten wie nachfolgend. 53,9-55,1 x 42,6-43,5 cm. Thienemann + Schwarz 1193-1196. – Leicht verkleinerte und etwas zurückhaltender componierte Wiederholung der dritten (von fünf) Jahreszeitenfolge Th. 1181/84 – „Die Ideen aus den Werken (Hyacinthe) Rigaud’s (1659-1743) und anderer französischer Bildnismaler entnommen“ (Th.), inhaltlich-generell indes in Nachfolge von Antike und Mittelalter, wonach die Naturwahrnehmung mittels der Elemente + Jahreszeiten im „Profanierungsprozeß der Kunst des 16. Jahrhunderts … eine wichtige Rolle“ spielte (Robels, Frans Snyders, 1989, S. 25) – unter Verzicht auch auf die Unterverse. Hier nur souverän im breiten, mittels Rolleiste vom Bild abgesetzten Unterrand in großer Typographie die Titel. Ver. / Frühling . Junge Frau nach links an einer Ballustrade, auf den Betrachter blickend. Die Rechte hält eine Centifolie, die Linke einen Blumenkorb in ihrem Schoße. Aestas. / Sommer . Junge Dame nach rechts in aufgekremptem, mit Ähren und Cyaneen verziertem Strohhut, mit der Rechten auf ein in dieser Fassung imaginäres Getreidefeld weisend, indes die Linke auf einem Mauerwerk ruht. Avtvmnvs. / Herbst . Stattliche Dame nach rechts, den aus dem Bild blickenden Kopf wehmütig-nachdenklich gesenkt haltend. In der Rechten die Weinhippe, hält die auf Mauerwerk – hinter diesem Weinstock mit Traube – ruhende Linke eine Rebe mit Traube. Hyems. / Winter . Am Kamin im Lehnstuhl sitzender Herr nach rechts in Mantel mit Pelzbesatz + Peltmütze, gleichwohl in durchaus noch guter Verfassung und keineswegs im Sinne Thienemann’s 1184 („Ein Greis“) und dortigem Verse („Durch warme Wasser will der Alte sich erhitzen“; also analog dem „Greis“ auf Watteau’s „Koketten“ in Petersburg, von dem Pierre Rosenberg im 1984/85er Ausstellungskatalog schreibt „… vermag aber trotz seines Stockes uns nicht von seinem hohen Alter zu überzeugen“). In jeder Hand eine Schale haltend, blickt er seitlich aus dem Bild heraus. Auf dem Tisch Teekanne und je eine Schale mit Backwerk und Zucker (Th.). Alt per Eckmontage auf schweres Bütten aufgelegt, welches an zwei/drei Außenrändern angebräunt ist. – Das Winterblatt dreiseits mit feinem Rändchen, sonst teilweise solchem oder auf Plattenkante geschnitten. Das druck- und erhaltensmäßig herrliche Exemplar einer gepflegten Sammlung wie vor. Und solchermaßen hier + heute die trouvailleske Gelegenheit zur Inbesitznahme eines prachtvollen , wandschmeichelnden Sets . Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Vicar. Eingeschlafen über dem Oxford Journal unter gerahmter View of The Vicariage, gleich seinen Hunden. Nur der pfeiferauchende Freund ist noch munter und bedient sich des Ports. Denn What is life without the enjoyment of a Friend. Kolor. Radierung. Ca. 1830. Bezeichnet. 17,5 x 11,3 cm. Links bildseits angerändert, zwei Seiten innerhalb des Plattenrandes geschnitten.
FOLGEN Stahlstiche verschiedener Stecher von ca. 1840 – 1875 : Bega, Cornelis (1631/32 Haarlem 1664). Liebespaar. Er mit der Weinkanne, sie mit dem Glase. Hinter beiden ein Alter. 19,5 x 13,4 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Mieris, Frans van (1635 Leiden 1681). Frühstück. Junge Dame bei Austern + Wein, von älterem Kavalier umworben. 17,5 x 11,7 cm.
Ostade, Adriaen van (1610 Haarlem 1685). Raucher und Trinker. Der Pfeiferaucher im Klönschnack mit dem Alten mit der Weinkanne. 16,8 x 12,5 cm.
Rubens, Peter Paul (Siegen 1577 – Antwerpen 1640). Der Fruchtkranz. Putten inmitten großer Fruchtgirlande, dominierend Wein. 13,7 x 17,9 cm.
– – – Vier Putten mit Lamm, Weintrauben begutachtend. Als Staffage weitere Trauben und sonstige Früchte. – Der Plattentext kennzeichnet das Bild irrtümlich als „Christus und Johannes“ von Domenechino Feti.
– – – Satyrn und Nymphen. Die von der Jagd heimkehrenden, von Hunden begleiteten und allerlei Vögel und größeres Wildpret mit sich führenden Nymphen werden von Satyrn empfangen, die ihnen Weintrauben darbieten und auch mit sonstigen Früchten reich beladen sind. 15,5 x 16,6 cm.
Rubens-Schule – Madonna, The. Die Madonna mit dem Kinde, dem von Putten und einem Engel ein Korb mit Trauben gereicht wird. Vorn weitere Herbstfrüchte. 19,5 x 13 cm.
Teniers II, David (Antwerpen 1610 – Brüssel 1690). Die Bauernstube. Die pfannkuchenbackende Bäuerin in einem Doppelraum mit zwei Feuer, in Gesellschaft mit vier Männern. Letztere teils im Gespräch und mit Weinkanne, teils pfeiferauchend und lesend. 15 x 18 cm. – Schönes Motiv .
Verkolje I, Jan (Amsterdam 1650 – Delft 1693). Der zurückgewiesene Antrag (Der Trompeter und die Dame). Tischgruppe mit Fruchtschale hereinbringendem Diener. Die Mutter mit Weinkanne + Flötenglas. 18,7 x 13,5 cm.
Hogarth, William (1697 London 1764). Bacchus + Venus in den Wolken, auf der Erde junge Frau mit Geige und Notenbuch. Ersterer mit Rebstock und weinlaubgeschmücktem Haupt. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – Ldn. 1818). Bezeichnet: (Hogarth pinx) / T. Cook sculp. / (Published by Long)man, Hurst, Rees & Orme, Oct. 1st. 1809., ansonsten wie unten. Bildgröße 16,3 x 10,7 cm. Frontispiece to Leveridge’s Songs, 1727. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes unter Teilfortfall der Adresse geschnitten, doch nur links schmalrandig und ohne Bildeinfassung.
Patronin der Bergleute , der Krieger , der Mariner ,angerufen auch zum Schutze vor dem BlitzRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). S. Barbara. Kniestück sitzend frontal nach links der reich gewandeten Hl. Barbara im Strahlenkranz mit Krone + Perlen, in der erhobenen Rechten den Kelch haltend , über dem strahlenumflossen die Hostie schwebt. Die Linke ruht auf dem Kreuzgriff eines Schwertes als Sinnbild ihres Sterbens. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten, in großer Muschel-Kartusche, wie vor. 56,8 x 41,3 cm. Schwarz 1538 mit Abbildung. – Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876) und mit Ausnahme von Baron Gutmann (Schwarz, 1910) hier auch anderwärts nicht nachweisbar. – Variante zu Thienemann 1287 mit dem Schwert statt des dortigen Palmzweiges. – Stillfried + Schwarz 1418 verzeichnen ohne Erwähnung der hiesigen Krone eine ggf. wohl sonst nahezu identische, auch formatgleiche, doch gänzlich unbezeichnete andere Fassung (diese auch nur als bereits „Aeusserst selten“ 1889 bei Coppenrath + 1958 bei Gräflich Faber-Castell; Vorzustand hiesiger 1538?), in der Stillfried möglicherweise ein Pendant der 1419er Hl. Catharina sieht (siehe deren 1554er hier per 28.401). – Alt per Eckmontage auf schweres Bütten aufgelegt, welches an drei Außenrändern angebräunt ist. – Nahezu rundum mit ganz feinem Papierrändchen. – Kleine Wurmspur im freien Außenfeld oben rechts. Das wundervoll reiche , wundervoll große Blatt im druck- und erhaltensmäßig herrlichen Exemplar einer gepflegten Sammlung wie vor. Das auch bildlich zeitlos großartige Patronats-Blatt der „Fremden“ aus, so die Legende, Nikomedia in Kleinasien, die im 3. Jahrhundert ihres Christentums wegen von ihrem Vater erst in einen Turm gesperrt, sodann enthauptet worden war. Der 4. Dezember gilt ihrem kirchlichen Gedächtnis. Und generell angehörend jener „exklusive(n) Gesellschaft himmlischer Intervenienten – oder protestantisch gesprochen: himmlischer Vorbilder – “ an, die ganz aktuell, wenngleich „seit längerem schon … Historiker(innen) wieder (für sich) entdeckt … (und) wissenschaftlich reanimiert“ haben (Peter Burschel in Rezension von Brad Stephan Gregory’s „Salvation at Stake – Christian Martyrdom in Early Modern Europe“ in der FAZ vom 2. 8. 2000). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Folgen Holzstiche verschiedener Stecher aus 1875/81 bei Adolf Cloß , „ We wanted open minds not poisoned by Detroit “. Siehe auch Osteneck, Zur xylograph. Darstellung im 19. Jhdt., in Lüneburger Beiträge zur Vedutenforschung, 1983, SS. 120 ff.; Hanebutt-Benz, Studien zum dt. Holzstich im 19. Jhdt., Ffm. 1984, + Linton, Master of Woodengraving, NH 1989. Bacharach, Ruine der Wernerkapelle in. Detailansicht unterhalb derselben mit kleinem Weingarten, Weinprobe + Küfer im Vordergrund. Getönter Holzstich. 26,8 x 17,6 cm.
Bingen – Rochusfest, Auf dem. Mit Küfersujet. 10,8 x 18,7 cm. – Beidseits Lokaltext.
Bremen – Rathskeller, Im. Das östliche Ende der Halle nebst zwei Logementen sowie der Echosaal. Zahlreiches, bei Kaffee und Wein sich erbauendes Publikum. Ferner ein dem soeben erschienenen Gast leuchtender Kellner. 10,5 x 15,8 cm. – Rückseits: Bacchusfaß. 13,3 x 17 cm. – Beidseits in sich geschlossener Text zu beiden Stichen.
Cochem. Der Zecher Blick aus einer Weinwirtschaft auf Ortsdetail + Ruine Winneburg. Neben ihnen der Wirt. 14,8 x 16 cm. – Rückseits: Abfertigung einer Postkutsche an der Grenzstation oberhalb der Mosel mit hochgezogenem Schlagbaum. 19 x 15,5 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext. – Aus holländ. Ausgabe
Heidelberger Schloß / Das Große Faß. 10,6 x 8 cm. – Rückseits: Schwetzingen – Allee + Apollotempel im S. Garten. Figurinen. 13,3 x 4,7 bzw. 9,8 x 17 cm in Oval. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
Lübeck – Schifferhaus, Im. Die Gäste beim Trank. 18 x 23,5 cm.
Rüdesheim – Teilansicht. Vorn Weingärten, im Hintergrund der rechtsrheinische Höhenzug. 10,5 x 18,5 cm. – Rückseits: Lastesel in den Weinbergen. 12,4 x 8,5 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext. – Abdruck der etwa gleichzeitigen holländischen Ausgabe.
Weinlese in Toscana. Mehrere Frauen bei der Lese der in den Bäumen rankenden Reben, derweil eine schon die Trauben probiert. Getönter Holzstich. 25,7 x 18,5 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Wijngaard, Rustende Arbeiders in den. Rast während der Weinlese am Rhein. 10,6 x 18,7 cm. Rückseits: In het Niederwald. Blick durch den Wald auf das rückwärts gelegene Denkmal. – Abdruck für die etwa gleichzeitige holländische Auflage. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
Weinprobe am MittelrheinWijnproet, De. Vier Herren, darunter selbstredend auch Hochwürden, und der Kellermeister in weinumrankter Pergola über dem Rhein. Von der vom anderen Ufer herübergrüßenden Burg + Ortschaft wird verständlicherweise keine Notiz genommen. Getönter Holzstich von M. Wittig nach Benjamin Vautier (Morges 1829 – Düsseldorf 1898) bei Adolf Cloß, Stgt. (1875-76.) Signiert, bezeichnet. 20 x 23,8 cm. Abdruck für die etwa gleichzeitige holländische Auflage. – Einige Rand- und rückseitige Stockflecken.
(Mrs. M. K., April 15, 2004) |