
— Oktober 2003 —
Falken + Falknerei
„ … Objekte , die mit der Falknerei zu tun haben,
sind schon immer von größter Seltenheit gewesen … “
Burgundische(r) Fürst + Fürstin, Anfang XV. Jhdts. Ganzporträts mit Hermelin nach links. Er mit Zepter, sie mit Falken. 2 Bll. Kolor. Holzschnitte von A. Kunz (?) nach August von Heyden (Breslau 1827 – Berlin 1897). (1877.) Signiert, bezeichnet. 20,5-21 x 12,8-13,2 cm.
Lipperh. Ad 46. – Blätter für Kostümkunde NF 37-38. – Namentlich Bl. 2 etwas knitterig. Dieses auch mit Knickspur am Bildrand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 6.346 / EUR 118. (c. US$ 152.) + Versand
Verschuring, Hendrik (Gorkum 1627 – bei Dordrecht 1690). Rastende Jäger, teils abgesessen, mit ihren Hunden vor der Schenke, vor der die Wirtsleute eine zweispännige Kutsche willkommen heißen. Einer der Jäger hat seinen Falken auf der Rechten und eilt zu Fuß links ab in die Landschaft, freudig erregt begleitet von seinem Hund. Aber auch der rückseits gezeigte Reiter vorn links könnte einen Falken auf der Linken halten. Die als Horizontbegrenzung skizzenhaft angedeutete Bergkette wohl die Campagna lokalisierend. Lavierte Pinselzeichnung in verschiedenen Grautönen und etwas Schwarz über Spuren von schwarzer Kreide. Unten links mit dem grauen Pinsel hs. signiert: H. verschuring. f.. 250 x 348 mm.

Provenienz
Friedrich Quiring, Eberswalde, mit dessen beiden Stempeln rechts unten bzw. auf beigefügter früherer Montage (Lugt 1041 b + c: Des deux marques ci-contre la première servit jusqu’en 1920, la seconde à partir de 1921. Elles figurent seulement sur les meilleures feuilles).
Auch in der Technik typische, bildmäßig durchgeführte Arbeit des in seinen Pferden von Ph. Wouwerman beeinflußten Meisters, dessen eigene Pferdezeichnung wiederum namentlich in Norddeutschland seine Nachfolger hatte (Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländ. Malerei des 17. Jhdts., 2. Aufl., Seite 220). Unverwechselbar aber auch in seinen Hunden und in der Leichtigkeit der Komposition.
Die mit dem Papierton korrespondierende meist nur feine Stockstippigkeit namentlich der Himmelspartie nur wenig störend. Im Passepartout-Unterrand die Künstlerbezeichnung in 23karätiger Goldprägung. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.863 / Preis auf Anfrage
Raub Vögel bey Tage. Dise habe ihrer besonderen größe Farbe und art wegen da ich sie zu verschiedenen zeiten und orten nach dem leben gemacht vorstellen wollen. Sechs vor felsiger Kulisse auf und vor umgestürztem Baumstamm drapierte Greife, mittels Ziffernschlüssel 1-6 im Untertext farblich erschlossen. Kupferstich. Signiert, datiert: J. E. Ridinger fec. et excud. 1744. 36,9 x 28,1 cm.
Thienemann 273. – Blatt 31 der Wundersamsten Hirsche. – Herrliches Blatt, im Neudruck des Bibliograph. Inst. betitelt: ADLER + HABICHTE. – Verfügbar derzeit eine bildlich voll ausgeführte und voll bezeichnete, sehr reizvolle Vorarbeit in partiell lavierter schwarzer Kreide gleichen Jahres. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 12.076 / EUR 870. / export price EUR 826. (c. US$ 1067.) + Versand
Tischbein II, Johann Heinrich (Haina 1742 – Kassel 1808). Ein Habicht, welcher eine Ente gefangen. Der Augenblick des Schlagens im Schilf. Radierung. 13 x 16 cm.

Blatt 42 der Tischbein-Suite von 1827 – Lindner 11.2083.01 – , einer punktweise aufmontierten Zusammenstellung wohl durchweg alter Abdrucke. – Auf Plattenkante geschnitten. 4 mm in den linken Bildrand hineinragende kleine Papierabschabung. Vereinzelte Stockfleckchen.
Angebots-Nr. 14.904 / EUR 146. (c. US$ 189.) + Versand
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Grosser Pracht verdeckt offt die schwehrste Dienstbarkeit. Der gegenüber den ihn beneidenden Waldvögeln seine Stellung relativierende behaubte Falke Radierung und Kupferstich. (1744.) Bezeichnet: J. El. Ridinger inv. fec. et excud., ansonsten dt.-lat.-franz. wie vor. 33,4 x 24,8 cm.
Thienemann + Schwarz 775. – Blatt 11 der Fabeln. – Superber Frühdruck mit durchgehend feinem Rändchen rundum.
„ Ein um auszuruhen auf die Erde gelagerter Falkonier hat seinen … Falken im Walde an einen Baumast gebunden. Da versammelte sich ein ganzes Heer neugieriger Waldvögel, um den schön geputzten Fremdling zu bewundern … Hier sehen wir den Auer- und Birkhahn, den Heher, Grünspecht, die Hohltaube, Waldschnepfe, den Pirol, Gimpel u. m. a. Da erklärt der verständige Falke … . “
Angebots-Nr. 12.496
– – – Die durch erdichteten Vorwand unterdrückte Unschuld. Der sich vor drei Hunden auf einen Fels gerettete Hase wird das Opfer eines herabstoßenden, in seinem Gefieder herrlich gezeichneten Falken. Radierung wie vor, doch nach väterlicher Vorlage von Martin Elias Ridinger (1730 Augsburg 1780). Bezeichnet: J. El. Ridinger. inv: et del. / M. El. Ridinger sc. et exc: A.V. – Thienemann 784. – Blatt 20 der Fabeln und zugleich Schlußblatt der erst postum hrsg. außerordentlich seltenen vier letzten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 12.514 / EUR 1007. / export price EUR 957. (c. US$ 1236.) + Versand

Berühmtes , marktfernes Reiherschlagen
Boel, Pieter (Antwerpen 1622 – Paris 1674). Die Falken. Ihrer zwei, den Reiher schlagend. Karge Schilf- und Landschaftskulisse, doch vorn rechts zwei die Jagd empört verfolgende Enten. Radierung. 16,8 x 24,6 cm.
Bartsch + Wurzbach 2. – Blatt 2 der „Vollständig kaum je vorkommende(n 6blätt.) Folge“ (Katalog Davidson 677 das frühere Explr. Sträter als Ganzes) von Beute-Vögeln, „Diversi ucelli“, von der Nagler das Rigal’sche Exemplar aufführt. Schwerdt besaß nur das Titelblatt (III, 37) und auch hier fehlen selbst Einzelblätter in einer Vielzahl von Katalogen namhafter Altmeister-Sammlungen des 19./20. Jhdts. bis hin zum Weigel’schen Kunstlager-Katalog (Abt. I-XXVIII, 1838/57, mit weit über 20000 Positionen). In letzterem wohl die zweite Folge wilder Vögel W. 9-14.
Späterer Abdruck ohne die Nummer von nicht mehr ganz jungfräulicher Platte auf dreiseits unbeschnittenem Bütten mit typograph. Wasserzeichen bei 1,7-4,3 cm breitem Rand. Angesichts des praktischen Nichtvorkommens gleichwohl eine nicht allein thematische Gelegenheit von Graden als der nahezu staffagelos arbeitende seltene Boel in seiner über 300jährigen Modernität ein künstlerisch-geistiges Erlebnis ist.
Boel ist „einer der geschicktesten Thiermaler … Man hält ihn mit einigem Grunde für einen Schüler (Frans Snyders) … Er hat auch in Kupfer geätzt und in seinen Blättern Meisterstücke geliefert, welche die Bewunderung der Künstler und Kenner verdienen. Sie sind selten …“ (Nagler, 1835!).
Angebots-Nr. 14.120 / EUR 373. / export price EUR 354. (c. US$ 457.) + Versand
– – Wilde Enten und Rohrdommeln an einem Teiche. Nahe einem von Laubwerk halbverdecktem Rundturm und spärlicher Hügelkulisse vis-à-vis. Radierung. Bezeichnet: P. B. F., hier indes als B. P F zu lesen. 16 x 23,2 cm.
Bartsch + Wurzbach 5; Nagler, Monogramm., IV, 2831 („Bartsch bemerkte die Buchstaben nicht“). – Blatt 5 der Folge wie vor auf 2,7-5,5 cm breitrandigem Bütten mit typograph. Wasserzeichen. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 14.121 / EUR 240. (c. US$ 310.) + Versand
Aubry, Charles (Frankreich 1. H. d. 19. Jhdts.). Chasses Anciennes d’après les Manuscrits des XIV & XVe Siècles. Folge von 12 Lithographien (35-41,5 x 27-29 cm). Paris, Ch. Motte, 1837. Gr.-2. Lose in OBütten.Umschlag mit Wz. und farbig illustr. lith. Vorderumschlag. Unbeschnitten.
Schwerdt I, 47; Souhart 28; Lipperheide Tf 24; AKL V, 587, l’Histoire de l’Equitation + hiesiges zu einem, bibliographisch zudem fehlerhaften, Werke vermischend. – Auf großem festen Papier mit Verleger-Trockenstempel. – Vereinzelte Kleineinrisse im breiten weißen Rand säurefrei hinterlegt. Meist nur in letzterem leichte Braunstippen und ganz außen tlw. schwacher Wasserrand oder Braunfleck. Der Umschlag zwangsläufig zeitspuriger, doch ohne Beeinträchtigung seiner von Ruhe, aber auch reichem Geschehen bestimmten Illustration. – Ganz im Gegensatz zu der auch auf hiesigem Titel erwähnten gleichartigen 24blättrigen „L’Histoire de l’Equitation“ von 1833/34, die auf dem deutschsprachigen Markt regelmäßig vorkommt, gleichwohl schon 1912 auf der Versteigerung Boerner CXII, 2296 als „selten“ qualifiziert wurde.
Gestaltet mittels der alten Einfaßtechnik, dem sogen. Troubadourstil, mit jeweiligem Hauptbild als Gesamtszenerie, der instruktive Detaildarstellungen, sei es im eigenen Bildrand oder in separaten großen Einfassungsleisten, beigegeben sind, erläutert allseits von eingestreutem Text. Wodurch Aubry ( „bekannter Lithograph“ , Thieme-Becker ) „vorbildhafte Wirkung in seinem Genre (erreichte). Im Spätwerk verzichtet er auf diese Rahmung ganz. 1822 Prof. für Malerei an der Ec. R. de Cavalerie in Saumur“ (AKL). – Durchweg im Stein signiert bzw. monogrammiert (2), 3 mit 1835 bzw. 1836 (2) datiert.
Une St. Hubert – Chasse au sanglier – Chasse au cerf – Chasse de l’antilope au léopard – La chasse du loup – Chasse au faucon – Chasse au lievre à force – Des chiens courans – Chasse de gazelles – Sous Charlemagne (u. a. mit reichem Jagdzug mit Falkonieren , großer Meute, tlw. gezähmten Bären, Löwen und Katzen) – Chasse de l’autruche et de l’éléphant – Chasse au renard . – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 12.101 / EUR 620. / export price EUR 589. (c. US$ 761.) + Versand

Oudry, Jean Baptiste (Paris 1686 – Beauvais 1755). Habicht im Sturzflug auf Enten im Schilf. Radierung von Johann Heinrich Tischbein II (Haina 1742 – Kassel 1808). (1773.) 18,2 x 24,2 cm.
Blatt 40 der 1827er Tischbein-Suite der „Jagdbare(n) Thiere“ – Lindner 11.2083.01 mit irrtümlich Joh. Hch. T. I als Urheber; Schwerdt III,173 – , einer punktweise aufmontierten Zusammenstellung durchweg alter bis früherer Abdrucke, hier aus Slg. des legendären DR. STROUSBERG , Berlin, und nicht mehr montiert. Rückseits partiell schwach gebräunt. – Oudrys schönes Motiv von 1733. – Signaturen und Daten wohl gelöscht und nicht „vor aller Schrift“, wie tlw. katalogisiert wird.
Angebots-Nr. 14.903 / EUR 253. / export price EUR 240. (c. US$ 310.) + Versand
Nimrod der Jagdsammler aller Zeiten
Der Katalog , der seinesgleichen sucht
Schwerdt, C. F. G. R. Hunting, Hawking, Shooting illustrated in a catalogue of books, manuscripts, prints and drawings. 4 Bde. London 1928-37. Neudruck. Mit Einleitung von Kurt Lindner in dt.-engl. Paralleltext. 1985. 4°. Mit
382 teilweise gefalteten (2 doppelblattgroßen) Tafeln .
OKunstldr.-Bde.
Der ebenso reich wie großartig illustrierte , seinerzeit in nur 300 Exemplaren erschienene, verschwenderisch gestaltete Privatdruck, dessen Druckplatten anschließend vernichtet wurden und der seit langem eine ebenso gesuchte wie hochbezahlte Trouvaille ist.
Die 1939 zur Auflösung gelangte legendäre und unwiederholbare Sammlung umfaßte die Jagd in allen ihren Erscheinensformen. Gezeigt in seltener Fülle kostbarer Manuskripte, rarer wie gängiger Bücher, seltener Graphik, bewunderungswürdiger Zeichnungen und malerischer Originale. Und diese Vielfalt katalogmäßig seitens seiner Frau Mathilde so sorgfältig erschlossen, daß neben die visuelle Freude ob des reichen Tafelmaterials die Brauchbarkeit als wertende solide Bibliographie tritt.
„ The Schwerdt catalogue ranges from early works to those of the present century, mainly from European countries, but also from America and Asia. It is a scholarly work, its contents expertly collated, with informative notes on many items “
(Snelgrove, British Sporting and Animal Prints 1658-1874, A Catalogue of The Paul Mellon Collection, Seite IX).
Den bibliophilen Glanz des originalen Katalogwerkes soll und kann anstehender Neudruck nicht vortäuschen. Dennoch ist er zwangsläufig mehr als nur das eine böse Lücke schließende unverzichtbare bibliographische Hilfsmittel. Denn ob seines vollständigen Tafelteils ist er zugleich ein Abglanz des Absoluten.
Angebots-Nr. 28.308 / EUR 498. / export price EUR 473. (c. US$ 611.) + Versand
“ I received today your … with excellent small Hollar print in good condition. It like me very much … I will send you my new order, naturally it’s possible/again Hollar print. Thank you very much for all ”
(Mr. Z. B., September 12, 2003)
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