
— August 2005 —
August – Segelzeit

Janssen, Horst (1929 Hamburg 1995). Backhuizen grüsst Stubbe / zum 7. 6. 1988 Liebster alter Freund Wolf Stubbe – ich habe heute so gar keine Lust auf A. Waterloo (-) aber dies vo(n?) Herzen. Holländische Herrenjacht mit geblähten Segeln, großer Flagge am Spiegel + Wimpel am Mast auf bewegtem Wasser. Links seitlich von dieser eine kleine andere. Am Ufer winziger Angler. Kaltnadelradierung in Blau + Schwarz. Hs. signiert, ebenso in der Platte und dort ansonsten bezeichnet wie vor. 23,1 x 14,2 cm.
Kruglewsky 97. – Trockenstempel Griffelkunst. – Auf Japanbütten. – Herrlicher gratiger Druck mit schönem Plattenton und dem vollen Rand von 1,9-3,2 cm. – Janssen’s intimer Geburtstagsgruß für den Direktor des Hamburger Kupferstichkabinetts em. und Sammler Wolf Stubbe (Stettin 1903 – Hamburg 1994), für den Kunst unteilbar war und im Zweifelsfall ein „Wagen Sie etwas!“ dazugehörte, wie sich Ernst Nolte gelegentlich der Teilauktion seiner Sammlung im Juni 2000 ebenso erinnerte (H+N 348, S. 6).
Angebots-Nr. 28.603 / EUR 390. / export price EUR 371. (c. US$ 479.) + Versand
Großformatige , ebenso schöne wie detailreiche
Darstellung eines holländischen Schiffes auf Reede
Hollar, Wenceslaus (Prag 1607 – London 1677). Nauis Bellica Hollandica. Dreimastiger Eindecker mit ausgerannten Kanonen vor Anker nach rechts. Die Fock gefiert, an Deck zahlreiche Matrosen. Rechts in Mittel- und Hintergrund paarweise vor Anker vier weitere Dreimaster, ganz links am Horizont ein fünfter unter Segeln. Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: WHollar fecit / 1647, ansonsten wie vor. Blattgröße 14,4 x 23,4 cm.

Aus der 12blättrigen Folge holländischer Schiffe Parthey 1261-72 ( Davidsohn 509 [1920]:
„ Sehr selten “
und komplett kaum vorkommend )
von 1647, hier vorliegend im ersten Zustand vor Adresse + Numerierung. – Nicht in der reichen Hollar-Passage bei Baron Lanna (1895), der neben einer mutmaßlichen Kopie des Titels lediglich zwei Blatt der Folge besaß, davon eines zudem nur im zweiten Zustand mit der Nummer unten rechts, und auch fehlend im 1984er Berliner Ausstellungskatalog, der nur drei andere Blätter der Folge aufführt. – Vgl. die Zeichnung eines gleichfalls nach rechts vor Anker liegenden Dreimasters mit gefierten Rahen (Abb. Frontispiz zu Hollar’s Journey on the Rhine, Prag, 1965). – Großes Wappen-Wasserzeichen. – Warmtoniger, gleichmäßig schwach gebräunter Abdruck mit bis zu 2 mm breitem umlaufenden Papierrändchen um die Einfassungslinie. Links oben von alter Hand in Tinte „500“. – Selten + begehrenswert .
Angebots-Nr. 28.779 / EUR 1480. / export price EUR 1406. (c. US$ 1816.) + Versand

Hansa im 17. Jahrhundert, Kriegsschiff der. Kämpfend mit schweren Brechern, das Besansegel zerfetzt, doch unverändert stolz der Wappen-Spiegel mit dem doppelköpfigen Adler. Holzstich des Monogrammisten O. H. nach Gustav Schönleber (Bietigheim 1851 – Karlsruhe 1917) bei A. Cloß, Stgt. (1880-81.) Bezeichnet: G. Schönleber / A. Closs. X. I. O. H. sc., ansonsten wie vor. 23,5 x 18 cm.
Angebots-Nr. 8.259 / EUR 95. (c. US$ 123.) + Versand
Eine Seekarte aus der Zeit des Sonnenkönigs :
Die Nordseekarte des Neptune françois –
dem größten + schönsten Seeatlas

d’Allemagne, Carte de la Mer, Contenant les Bancs Isles et Costes Comprises depuis Bergen et les Isles Schetland jusque au Pas de Calais. Mit zwei Windrosen, 5fachem Längenbezug sowie engl., franz. und deutschem Meilenzeiger. Kolor. Seekarte in Mercatorprojection 1 : 1,55 Mill. in Kupferstich von Herman van Loon. (Paris, Imprimerie Royale, 1693). Bezeichnet. 61,2 x 85,9 cm.
Vgl. Koeman M. Mor 1, 5 + Phillips 517 + 2848. – Auf besonders festem Bütten mit großem figürl. + mehrzeil. typogr. Wzz. – Vereinzelte winzige Randeinrisse namentlich in den breiten weißen Seitenrändern sowie zwei stecknadelkopfkleine Löcher in Bugnähe am oberen Kartenrand säurefrei hinterlegt. Hier auch ein sich zunehmend verjüngender, 28 cm ins Bild hereinreichender, indes nur wenig bemerkbarer, da weitgehend den Küstenlinien folgender Wasserrand. In der unteren Kartenhälfte unbedeutende vom Druck herrührende Quetschfalten. Ansonsten von unverbrauchter Frische, wie denn schon Koeman zum gesamten Neptune konstatiert:
„ Its charts are larger and more lavishly decorated than those of any preceding book of this kind … This magnificent work was intended more as show-piece than something to be used by the pilots at sea. “
Abdruck von der französischen Originalplatte mit dem von drei Lilien geschmückten Anker-Signet des 1720 gegründeten Depot des Cartes et Plans de la Marine, das die Platten des Neptune françois 1751 übernommen hatte (Lex. d. Kart. Bd. C2, S. 734) und dem Preisvermerk „trente Sols“. Auf der gleichzeitigen Amsterdamer Kopie Pieter Mortiers erschien an Stelle von Signet und Preis dessen „Faite par Ordre du Roy, à Paris 1693“, alle späteren Ausgaben tragen Mortiers eigene Adresse.
Eine der Windrosen mit der Sonne Ludwigs XIV. – Unter den Sänden herausragend die Doggerbank, besonders instruktiv aber die von zahlreichen Tiefenangaben erschlossene Darstellung der Watten Nord-, Ost- und Westfrieslands sowie der Sände im Kanal, dem Mündungsgebiet der Themse und in The Wash. – Die norwegische Küste von etwa Nordfjord auf 62° nördl. Breite bis zum Oslofjord, die dänische noch mit Skagen und Randers im Kattegatt. Deutscherseits Elbe und Weser bis Hamburg bzw. Bremen + Delmenhorst, auf holländischer Seite die gesamte Zuyderzee und weiter über Zeeland einschließlich Antwerpen bis Cap Gris-Nez. Die englische Ostküste von den Orkneys über Cape Strathy – Dornoch – Firth of Forth bis hinauf nach Stirling – die Themse bis London sowie die Kanalküste bis etwa Hastings.
Eine klassische Karte hiesiger Gewässer – instruktiv + großartig zugleich .
Angebots-Nr. 28.019 / Preis auf Anfrage
Prachtvoller Abdruck
der großformatigen , reichbewegten Darstellung
des letzten Treffens im ersten Holländisch-Englischen Krieg ,
zu dessen Beginn Admiral Marten Tromp fiel
Tromp – Abbildung deß Bludigen See Treffens zwischen den Holländern, und Engeländern, so drey tage gewehret, Geschegen im augusto, Anno. 1653. Überaus dichtes Geschehen während der Seeschlacht bei Scheveningen unter den Admiralen Tromp und Monck. Im Vordergrund im Wasser und in Booten Überlebende der sinkenden Pellican, im Hintergrund die Küste von Egmont op Zee, Wijck op Zee und Zandvoort. Titelbanderole oben in der Himmelspartie sowie Legendenschriftband A-T und 1-20 am Unterrand. Kupferstich bei Merian Söhne. Ca. 1663. 29,8 x 38,7 cm.

Wüthrich III, 199. – Aus dem Theatrum Europaeum (1629-1718). – Unten links von alter Hand in Bister „5“. – Die zwei vertikalen Bugfalten in der Mitte bzw. rechts wie auch eine ebensolche, wohl vom Falz herrührende leichte Quetschfalte bei der mittleren weitgehend, das noch die Einfassungslinie der rechten Oberecke betreffende Eselsohr gänzlich geglättet. Einige wenige kleine Einrisse im weißen Oberrand und kleine dünne Stelle im früheren Falz säurefrei hinterlegt. – Die im Aufbau ähnliche Wiedergabe des Geschehens durch Visschers „Laeste Zee-Slacht des manhaft. Ridders M. H. Tromp“ – wenngleich seitenverkehrt; vgl. Abb. Chatterton, Old Ship Prints, Tafel zw. SS. 70/71 – hier deutlich verdichtet.
Angebots-Nr. 28.784 / EUR 780. / export price EUR 741. (c. US$ 957.) + Versand
Der spektakuläre Seesieg vom 13. August 1704
in der Schlacht von Málaga ?
Baston’s Verbrennung einer feindlichen Flotte
in lavierter Federzeichnung auf Pergament
als Feinstes vom Feinen
Baston, Thomas. Furit Imissis Vulcanus habenis, Transtra per et remos et pictas abjete puppes. Verbrennung einer Flotte durch Granaten britischer Schiffe. Vorne links ein brennender Dreidecker mit gekröntem Löwen als Galionsfigur. Auf dem Wasser zahlreiche teils mit mit Musketen bewaffneten Seesoldaten besetzte Kutter. Grau lavierte Federzeichnung auf Pergament. Unten rechts bezeichnet: TBaston F. 1720. sowie aus Vergil’s Æneis wie oben. 182-191 x 283 mm.
Sehr fein ausgeführte , atmosphärenreiche Arbeit Baston’s
zu Blatt 21 der „Twenty-two Prints of several of the Capital ships of his Majesties Royal Navy with Variety of other Sea Pieces after the Drawings of T. B.“, die 1721 „unter seinem Namen nach seinen Zeichnungen, aber von verschiedenen Künstlern gestochen“ bei T. Bowles in London erschien und erst Thieme-Becker III, 27 mit 22 Blatt komplett bekannt war. Nagler I, 317 kannte Baston als Zeichner und Stecher, aber nur 9 Blatt der auch im Scheepvaart Museum fehlenden, erst in jüngster Zeit mit US$ 20.000 hochbezahlt verhandelten Folge.
Mit dem zugehörigen zeitgenössischen Kupfer im Gegensinn
von Elisha oder Elizabeth Kirkall (Bezeichnet: 21 / TBaston delin. / E. Kirkall Sculp., ansonsten wie die Zeichnung nebst Zusatz „Vergil“. 21,7 x 31,7 cm). Ersterer (Sheffield um 1682/92 – 1742) arbeitete nach Baston das kgl. Schiff „Britannia“ in Schabmanier. Seine Gattin Elizabeth (bis nach 1707) stach lt. Walpole u. a. vier Seestücke; vgl. Thieme-Becker + Nagler).

Die Zeichnung dreiseits knapp außerhalb der Einfassungslinie geschnitten und lediglich unten mit gleichmäßigem Rändchen von 3-4 mm. Die von der Handwärme des Künstlers herrührende minimale Wellung – vgl. Meder, Handzeichnung, 169 – kaum wahrnehmbar und lediglich im Untertextfeld zu einer Quetschfalte verlaufend. Im übrigen hier und da ganz geringfügig berieben.
Das Kupfer in frühem, kräftigem Abdruck auf besonders schwerem Bütten mit großem Lilienwappen mit Krone. Dessen überaus üppiger Papierrand in den Außenpartien tlw. zeitspurig und mit etlichen säurefrei hinterlegten Randeinrissen.
Von absolut unübertroffenem Reiz für jede Sammlung
die Gegenüberstellung von Ursprungszeichnung und Kupfer :
Erscheinen die Flammen der brennenden Schiffe im Kupfer nahezu gegenständlich, die Einzelheiten der Schiffe in scharfer Klarheit, so vermeint man auf der Zeichnung die flimmernde Hitze geradezu zu spüren.
Solche Gegenüberstellung indes – bedingt sowohl durch den Unikatcharakter einer Originalzeichnung als solche wie auch die häufige Unauffindbarkeit –
eine nur äußerst selten sich bietende Gelegenheit
und absolute Bereicherung nicht nur jeder maritimen Sammlung .
Angebots-Nr. 28.821 / Preis auf Anfrage
Die prachtvolle Panoramaansicht

mit zahlreichen Schiffen im Hafen
Amsterdam. Mit Wappen. Gesamtansicht von See. Von 2 Platten gedruckter Kupferstich bei Caspar Merian (Frankfurt/Main 1627 – Holland 1686). (1654.) Bezeichnet. 21 x 71 cm.
Mit 24 Objektkennzeichen. – Eine der begehrtesten Ansichten aus dem Merianschen Topographiewerk, dem von Matthäus’ jüngstem Sohn Caspar herausgegebenen Band der Niederlande. – Mit den zwangsläufigen Bugfalten, im übrigen sehr schöner, breitrandiger Abdruck.
Angebots-Nr. 8.581 / EUR 1176. / export price EUR 1117. (c. US$ 1443.) + Versand
Kadettenausbildung :
Schiffstypen und Strategien der französischen Marine
Ozanne, (Nicolas). Marine militaire ou recueil des differens vaisseaux qui servent a la guerre suivis des Manœuvres qui ont le plus de raport au combat ainsi qua l’ataque et la defense des ports. A. Paris. Chez l’auteur, rue S. Thomas du Louvre. la 4e. Porte Coch. à gauche en entrait par la rue S. Honoré, (1762). 4°. 2 Bll. gest. ornament. Titel und illustr. Wappendedikationsradierung, 50 Bll. mit
50 ( 1 doppelblattgroßen ) ganzseitigen Radierungen ,
davon 45 mit reizvoller, auf den radierten Text bezogener Schiffs- bzw. Flottenillustration im oberen Drittel und – meist – Kursskizze, Legende oder kleiner Vignette im Unterrand sowie 5 ganzseitigen Textradierungen, darunter Dedication, Einleitung + Tafelverzeichnis. HPgt.-Bd. m. kalligraph. Rückentitel „Marine Militaire a la Guerre“.

Cat. Nederl. Scheepvaart Mus. 750; Cat. gen. 128, 786; Kat. Ornamentstich-Slg. Bln. 1463; Polak 7234; Cohen-R. 778. – Spätere Ausgabe mit der zusätzlichen Adresse „Chés J. François Chereau rue S. Jacques auec 2. Pilliers d’Or“ im Unterrand des Titelkupfers. – Typograph. + figürl. Wzz.-Fragmente. – Dediziert Duc Etienne-François de Choiseul (1719-1785), Generalleutnant und Kriegs- + Marineminister sowie Ritter vom Goldenen Vlies. Sein Wappen von Kette, Krone und Königsorden sowie maritimen Insignien wie Segel, Flagge, Spiere, Blöcken und Netz umgeben. – Ganz vereinzelte Tafeln gleichmäßig schwach gebräunt, zwei Lagen mit leichtem Wasserrand in weißen Unterrand. Von der etwas stärker betroffenen Titelei + Dedication sowie einer Tafel mit größerem hellen Braunfleck in der Bildpartie abgesehen nur hier und da kleinere Farb- oder Braunflecken und gesamthaft
sehr schönes sauberes Exemplar
dieses überaus reizvollen Lehrbuches .
Einleitend Darstellung und Beschreibung der verschiedenen in der Marine verwendeten Schiffe von 120, 90, 80, 74, 64, 50, 40 und 12 Kanonen, ferner Brander, Fleute, Bombardiergaleote, Schaluppe, Galeere + Galeasse, Brigantine, Schebecke und Boote.
Hieran anschließend die zahlreichen für Marsch, Gefecht, Verfolgung oder Rückzug, Angriff oder Verteidigung eines Hafens festgelegten Geschwaderbewegungen illustrierend, erläuternd und aufzeigend. Darunter neben der klassischen erstarrten Linie der Kampf Bord an Bord liegender Schiffe, das Einbrechen in die feindliche Linie sowohl nach Luv als auch nach Lee, dem Gegner den Wind zu nehmen, ihn zum Gefecht zu zwingen oder ihm auszuweichen, die Erzwingung einer Durchfahrt, auf der Reede, Anlandung von Truppen an einem Brückenkopf sowie allgemeine Anordnungen für die Marschfahrt.
Und somit all die taktischen Bereiche des Seekrieges abdeckend ,
die die Kadetten lernen müssen ,
um als Offiziere zunächst die Ordres der Kommandeure erfüllen ,
später auch selbst solche geben zu können .
Angebots-Nr. 28.783 / Preis auf Anfrage
Allein schon die Illustrationsfülle
das anregendste Vergnügen
und das ganze Buch
einfach eine Zierde im Bücherschrank
Ruyter – Blok, P(etrus). J(ohannes). Michiel Adriaanszoon de Ruyter. Mit großen Vignetten, zahllosen Initialen sowie 100 Abbildungen im Text und auf 54 (8 dblgr., 3 kleinen, 2 mitpag.) Tafeln. ‘s-Gravenhage, Martijnus Nijhoff, 1928. Gr.-4. XX, 454 SS. OLwd.-Bd. mit detaillierter Marine-Goldprägung und marmor. Vorsatz. Kopfgelbschnitt. Zweiseits unbeschnitten.
Titel in Rot + Schwarz. – Rücken verblichen, namentlich der Rückdeckel ganz minimal berieben. Frontispiz + Titel großflächig von früherer Einlage gebräunt, doch, da jeweils gesamtes Bild bzw. Satzspiegel umfassend, diese nicht wesentlich beeinträchtigend. – Zweiseits herrlich breitrandig.
Besonders schön der goldgeprägte prächtige Dreimaster mit zwei Decks auf dem Vorderdeckel, ferner große Hecklaterne und Ankerwappen auf dem Rücken, das aus Kreuz, Reiter, Dreimaster und Kanone gebildete persönliche Wappen mit dem Wahlspruch PUGNANDO auf dem Rückdeckel und die zu Knoten gebundene Tampeneinfassung.
Die monumentale neuzeitliche Monographie des legendären Admirals
(Vlissingen 1607 – Syrakus 1676) – in Holländisch – , auf schwerem Bütten, unter Einbezug praktisch des gesamten zeitgenössischen Illustrationsmaterials als da sind Portraits, Seekarten, Gefechte, Veduten + Lokalitäten, Urkunden, Wappen, Siegel etc. – Unterteilt in 16 Kapitel, bilden die drei holländisch-englischen Kriege zwar einen Schwerpunkt, doch nicht minder detailreich die weit ausgreifenden übrigen Stationen dieses großen Lebens, in dem sich zugleich die Weltgeltung dieses kleinen Landes in seinem größten Jahrhundert widerspiegelt, da Seemacht, Wirtschaft und Kunst einen Dreiklang bildeten. – 10seit. Detail-Register.
Angebots-Nr. 28.810 / EUR 198. (c. US$ 256.) + Versand
„ … the most spectacular type of maritime cartography ever produced “
Carte Nouvelle des Costes de Hollande, Zeelande, Flandre, Picardie & Normandie, depuis la Brille jusques à Dieppe, auec une Partie des costes d’Angleterre, depuis l’emboucheure de la Tamise, et les Isles Voisines jusques à Brevesier, ou l’on Voit tous les Ports de Mer, Bancs des Sable & Rochers. A L’Usage des Armées de sa Majesté Britannique. Dressé sur les Memoirs les Plus Nouveaux. Mit
pyramidal aufgebauter , reichstgeschmückter Kartusche zur Rechten
(25,8 x 30,5 cm), unter dem vom Kurhut überwölbten bayerischen Wappen, zu dessen Seiten zum einen Poseidon nebst der wehrhaften Athene als Beschützerin der Städte, zum andern Merkur als Förderer des Handels und der Wohlfahrt ,
seewärtige Hafen- und Stadtansichten von Dünkirchen + Calais
(8,6 x 26,2 bzw. 6,5 x 18 cm) präsentierend, und als Gegengewicht
Dedicationskartusche für Maximilian II. Emanuel von Bayern zur Linken
(16 x 21 cm) verziert mit der Zirbelnuß des Augsburger Wappens und abermals Athene, doch hier als Göttin der Weisheit, sowie 2 Puttos, deren einer Zirkel und Karte (?) hält, 2 Windrosen und dreifachem Meilenzeiger. Auf dem Wasser schließlich zahlreiche teils in Gefechten engagierte Schiffe. Sparsam kolor. Seekarte in Mercatorprojektion 1 : 400.000 in von 2 Platten gedrucktem Kupferstich von Romein de Hooghe (1645-1708) bei Pieter Mortier in Amsterdam. 1693 (recte nicht vor 1694, s. Koeman S. 427, Sp. 2). Signiert, datiert, bezeichnet. 60 x 94,8 cm.

Koeman M.Mor 5, 1. – Vgl. Phillips 2835. – Auf festem Bütten. – Links unter knappem Anschnitt der Breitengrade innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, rechts mit schmalem, oben und unten breiterem weißen Papierrand. Namentlich die linke Hälfte mit schwachem von der Faltung herrührendem Bräunungsabdruck der gegenüberliegenden Seite.
Die erste Karte aus dem als zweiter Teil zum gleichen Jahres nach französischen Vorlagen bei Mortier erschienenen Neptune François gedachten Atlas Maritime mit 9 Karten de Hooghe’s:
„ the most expensive sea-atlas ever published in Amsterdam
in the 17th century . Its charts are
larger and more lavishly decorated
than those of any preceding book of its kind “
(Koeman, Atlantes Neerlandici, Bd. IV, S. 424).
Neben verschiedenen Erläuterungen örtlich vorherrschender Meeres- und Gezeitenströme die zahlreichen Sände insbesondere innerhalb Zeelands sowie vor Flandern und in der Themsemündung sowie Tiefenangaben und Ankerplätze verzeichnend. Darüberhinaus noch nach Vorbild der Schetskaarten mit der
Vertonung sämtlicher Küsten .
Die Kartuschen ganz in ihrem tiefen Schwarz belassen, wie in den altkolorierten Kartenwerken jener Zeit bis hin zum legendären Atlas des Großen Kurfürsten für Karl II. von England immer wieder bewußt gehandhabt. Auch heute noch betrachten besonders kenntnisreiche Sammler jegliches Kolorit als ein Sakrileg gegenüber der Schönheit der eigentlichen Graphik, deren hiesiger kontrastreicher früher Druck selbst noch schwache Schriftlinien erkennen läßt.
Die kontinentale Küste von Zeeland mit Dordrecht und Brielle über Oostende , Dünkirchen , Calais bis Dieppe , britischerseits von den Seven Cleaves in der Nähe von Hastings über Rye , Dover , New Foreland über die Themsemündung bis Walton-on-the-Naze . Die Themse selbst hinauf bis Halfwegsboomen westl. Detfords . Landeinwärts bis Antwerpen – Mecheln – Gent – Tourcoing – Lille – Abbeville reichend . – Und somit nicht nur die Ereignisse jener Jahre widerspiegelnd, sondern auch und vor allem die
gleichermaßen dekorative wie instruktive Karte
eines ebenso vielbefahrenen wie schwierigen Seegebietes .
Angebots-Nr. 28.017 / EUR 1892. / export price EUR 1797. (c. US$ 2321.) + Versand
Herrliche Drucke
und
„ a noted engraver of perspective views “
Todeschi, Pietro (tätig Bologna 1670-90). Schiffbruch im Sturm an der Küste. Jeweils drei Schiffe, darunter zwei Galleeren, werden vom Sturm auf die Küste geworfen. Dort jeweils Kastell mit Turm sowie mit der Bergung von Treibgut beschäftigte kleine Figurinen. 2 Blatt. Kupferstiche bei Giuseppe Longhi (tätig Bologna um 1644-80). Bezeichnet: Pietro Todeschi fecc. / Giosef Longhi forma. Blattgröße 13,9-14,3 x 20 cm.

Dreiseits auf oder knapp innerhalb der Bildeinfassung geschnitten, unten unter teilweisem Anschnitt der Signaturen im breitem weißen Plattenrand. Ein Blatt verso braunstippig. – Herrliche Drucke.

Todeschi – „a noted engraver of perspective views“ (Library of Congress), in seinen Lebensverhältnissen indes weitgehend unbekannt – stach etliche Karten holländischer Kartographen nach, darunter 1673 Blaeu’s vier Wandkarten der Kontinente. – Von Longhi ist neben Curti’s um 1644 erschienenem „Ad Vivum Exprimebat“ mit 31 Nachstichen nach Robert’s „Variae ac multiformes florum species“ der gemeinsam mit Carlo Scotti um 1680 verfertigte Nachstich der 1660er Erstausgabe von Frederick de Wits großer Welt-Wandkarte bekannt.
Hier denn aber zwei Arbeiten eigener Erfindung ,
zwei Marinen aus frühem großen Jahrhundert .
Angebots-Nr. 28.815 / Preis auf Anfrage
Ebenso instruktiv wie farblich dekorativ
Orlogs oder Kriegs-Schiffs mit völligen Tow oder Seilwerck Flaggen u. Wimpel auch Vor und Hintertheil, ingl. eines Boots und Chalouppe und anderes mehr, Vorstellung eines. Der obere Teil dominiert von der mit zahlreichen Nummern versehenen Darstellung eines Dreimasters mit Takelage, Flaggen und Wimpeln, doch ohne Segel. Zu den Seiten seitliche und Frontalansicht des Bugs sowie kleinere Heckansicht. Ferner Seekompaß, Kompaßrose mit den Bezeichnungen der Himmelsrichtungen und Booten bei Ankerwache und Einholen des Ankers. Im unteren Viertel

„ Profil eines Capital Kriegs Schiffs so 96 Canonen führet “
bis hin zu Tauen, Fässern und Säcken in den Lasten. Seitlich davon Schiffskamele und Schaluppe + Boot in Aufsicht, Durchschnitt sowie von vorn und hinten sowie Grad- und Spiegelbogen. Kolor. Kupferstich. Bezeichnet wie vor. 19,8 x 23,4 cm.
ARCHITECTURA MARINA V. – Posthorn-Wz. – Oben + unten 0,7-0,9, an den Seiten 2,1 bzw. 1,3 cm Papierrand. Vereinzelte kleine, ganz schwache Stockstippen im Bild, lediglich einer im rechten Platten- + Papierrand etwas größer. – Zwei völlig geglättete Längsfalten, eine bildseits unsichtbar. – INSTRUKTIVES REICHES BLATT VON ZUDEM SEHR SCHÖNER FARBWIRKUNG .
Angebots-Nr. 28.858 / EUR 498. / export price EUR 473. (c. US$ 611.) + Versand
Das Lexikon des Ostindienfahrers
in bibliophiler französischer Bindung
Bourdé (de Villehuet, Jacques Pierre). Manuel des Marins, ou Dictionnaire (II: Explication) des Termes de Marine. 2 Bde. L’Orient, Le Jeune fils, 1773. 271; 278 SS., 1 Bl. Errata. Zeitgenöss. delikat hellbraun marmor. Ldr.-Bde. m. goldgepr. Rücken, Stehkantenvergoldung sowie marmor. Innenspiegeln + Vorsätzen und blauen Lesebändchen. Rotschnitt.
Erste Ausgabe. – Nicht bei Polak, Bibliographie maritime française. – Im Katalog des Nederlands Scheepvaartmuseum nur die postume 1799er 2. Ausg. – Gedruckt in der Imprimerie de la Veuve de Jean Nicolas Galles in Vennes. – Verblaßter Name auf Titel von Bd. I. – Bd. I, S. 270 fehlpaginiert als „370“. – Deckel und Stehkanten von namentlich Bd. II nur wenig bemerkbar etwas berieben. Dieser auch mit Papierquetschungen im breiten weißen Rand unten rechts anfangs bis S. 28, dann wieder ab S. 137 sowie Eselsohr S. 23 oben rechts. Ansonsten in beiden Bänden verschiedentliche ganz schwache Biegespuren in der rechten oberen Ecke. Mit Ausnahme von sehr vereinzelten papierbedingten stecknadelkopfkleinen Rostfleckchen und einem schwachen kleinen Braunfleck im Text von I, 137/8
blütenreines , breitrandiges Exemplar
dieses seltenen Marine-Lexikons
in zudem augenschmeichelndem französischen Einband .
Angebots-Nr. 28.554 / EUR 790. / export price EUR 751. (c. US$ 970.) + Versand
„ im Internet habe ich in Ihrem Katalog das vorgenannte Werkverzeichnis … gefunden …
Mit Interesse habe ich auch Ihren offenen Brief an die Herausgeber der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.7.2003 gelesen, zumal ich (bei früherer Gelegenheit) … mir … von der Frankfurter Allgemeine Zeitung den Vorwurf des ‚Kulturglobalisten‘ gefallen lassen mußte … “
(Herr A. G., 8. Dezember 2003)
|