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niemeyer's AHA!-Erlebnisse - aus Tradition aktuell

—  Juli  2006  —

 

Leb  wohl , Bruno

Aus  dem  Leben  eines  österreichisch-deutschen  Bären

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Baehr im Lager an den Bratzen Saugent. Bruno überschlägt seine Aussichten als schengenabkommenpraktizierender „Großer Europäer“ (Austria’s Bundeskanzler Schüssel in wohlverdientem Nachruf). Radierung + Kupferstich. (1738.) Bezeichnet: J. E. R. / N. 41., Titel wie vor. 18,3 x 14,7 cm.

Johann Elias Ridinger, Der Baehr im Lager an den Bratzen Saugent

Thienemann + Schwarz 431. – Blatt 41 aus „Entwurf einiger Thiere“ ( „Diese Tafeln sind sehr gesucht“, Thienemann 1856, Bruno war es über Wochen hinweg übrigens auch). – Breitrandiger Abdruck der Erstausgabe.
Angebots-Nr. 7.299 / EUR  202. (c. US$ 261.) + Versand

 

– – – Postur eines Baehren wann er Berg ab marschieret. Bruno bricht zu seinen Rundgängen auf. Radierung wie vor. Bezeichnet: J. E. R. fec. / N. 40. – Thienemann + Schwarz 430; Katalog Darmstadt III.5 mit Abb. – Blatt 40 der Folge.

Johann Elias Ridinger, Postur eines Baehren wann er Berg ab marschieret

Von schlechtem Gesicht, „(Hat) (e)r den Kopf zwischen die Vorderpfoten genommen und steht im Begriff sich von einer Anhöhe hinab zu kollern. “
Angebots-Nr. 7.298 / EUR  217. (c. US$ 280.) + Versand

 

– – – Der nach Honig suchende Baehr. Bruno’s Suche nach dem Wahren + Schönen. Wie vor. Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. fec. et exc. Aug. Vind. / N. 39. – Thienemann + Schwarz 429. – Blatt 39 der Folge.

Johann Elias Ridinger, Der nach Honig suchende Baehr

„ Er sitzt über einem hohlen Baumstamm, in dem ein Bienenschwarm befindlich, und sucht die (überall umherschwirrenden) Bienen, welche ihn ins Gesicht stechen, zu entfernen. “

Angebots-Nr. 7.297 / EUR  217. (c. US$ 280.) + Versand

 

– – – Der Baehr erschreckt. Bruno vor seiner Höhle, sich einer gegen ihn züngelnden Schlange konfrontiert sehend. EVA! Heißt so nicht auch die keß geschnürte Sennerin droben beim Hüttenwirt? Wie vor.

Johann Elias Ridinger, Der Baehr erschreckt

Thienemann + Schwarz 432. – Blatt 42.
Angebots-Nr. 7.300 / EUR  217. (c. US$ 280.) + Versand

 

– – – Ein den Raub verzehrender Baehr. Bruno unter einem starken Stamme im Walde über einem biederen Reh. Das muß doch wohl noch erlaubt sein! Wie vor.

Johann Elias Ridinger, Ein den Raub verzehrender Baehr

Thienemann + Schwarz 434. – Blatt 44.
Angebots-Nr. 7.302 / EUR  228. (c. US$ 295.) + Versand

 

– – – Ein Amerikanischer Bison wie er die angefallne Bären abkämpfet.

Johann Elias Ridinger, Die Bären abkämpfender amerikanischer Bison

Kiek an, Bruno, selbst so ein Urviech von jenseits des Teichs gönn‘ sich die Biedermänner für ihr Renaturalisierungsprogramm. Aber nur einer gegen Drei meinesgleichen, von denen zwei schon recht knock out sind. Bruno, das Leben ist nicht ungefährlich, so Du an den Richtigen gerätst. Bleib Du lieber auf Bergeshöhen. Hier denn aber immerhin eine lichte Grotte mit schönem Ausblick in von zwei niedrigen Felsformationen unterbrochener Weite. Radierung und Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1730 Augsburg 1780). Bezeichnet: XVIII. / Ioh. El. Ridinger, inv. et del. / M. El. Ridinger, sc. A. V., ansonsten wie vor. 25,4 x 35,5 cm.

Thienemann + Schwarz 361. – Blatt XVIII der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge „Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd“ ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928) und ausschließlich von Johann Elias Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen. Wobei nicht allein nach hiesigen Erkenntnissen Martin Elias‘ Bedeutung für das Ridinger-Œuvre sichtbar über eine nur engagierte Mitarbeit als Stecher hinausgeht. Schon als 30jähriger wirkte er geradezu als ein spiritus rector hinter den Kulissen. Der dafür sorgte, daß Folgen nicht vorzeitig abgebrochen wurden oder, wie hier, postum erschienen.

Und indem Wolf Stubbe (Joh. El. Ridinger, Hbg./Bln. 1966, SS. 16 f. + Taf. 34), in medias res gehend, Thienemann 722, Der Wilde Büffel und das Crocodil, aus den Kämpfen reißender Thiere bezüglich seiner Lichtbehandlung als einen künstlerischen Zenit des Spätwerkes feiert, erweist er zugleich, da an Hand dessen Kupfer, nicht der Zeichnung, urteilend, eben auch Martin Elias als dem Ätzer/Stecher jener Arbeit seine Reverenz. Ein Aspekt, der das Ridinger’sche Zusammenspiel vertiefend beleuchtet.

Die kraftvolle Scenerie in

herrlichem  Erstausgabendruck

mit  der  römischen  Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Thienemann)

mit  Provenienz  von  Behr  des  Hauses  Stellichte

und wohl zwischen 1768 + vor 1779 unmittelbar von den Ridingers erworben. Das Geschlecht derer von Behr selbst tief in die Jahrhunderte zurückreichend und bereits 1470 mit dem Wasserschloß zu Stellichte im Niedersächsischen belehnt :

„ Auf dem Weg nach Visselhövede … werden die Waldgebiete der Herrn von Behr durchquert … Die Familie erbaute (1608-)1610 die reichverzierte Gutskirche gleich neben der Wassermühle “

(Rainer Hendricks, Reiseführer?!? … in Schauenfeld-Mitteilungen der Gesellschaft der Arno-Schmidt-Leser, Jg. XIV, 2001, H. 2/3).

Von makelloser Erhaltung mit dreiseits 2,5-5 cm breitem Rand, oben nur 5 mm (hier einige unwesentliche Leimfleckchen + Heftlöchlein) um den seinerseits aber immerhin 1 cm breiten weißen Plattenrand. Linke Unterecke des Papierrandes mit säurefrei verstärktem kleinen Eselsohr.
Angebots-Nr. 14.474verkauft

 

Flor  Fina  Extra oder So sähe Herr Schnappauf mich gern. Tanzbär zwischen zwei Flötenbläsern. Aber nicht mit mir, Bruno! Deckfarbenmalerei auf Karton. Ca. 1920. Bezeichnet wie vor. 127 x 178 mm.

Flor Fina Extra - Der Tanzbär

Zigarrenkisten-Illustrationsentwurf. – Unten rechts hs. Reg.-Nr. C 223. – Rückseits Montagespuren.
Angebots-Nr. 6.641 / EUR  118. (c. US$ 152.) + Versand

 

Baerengraben in Bern. Den solltest Du eigentlich auch mal besuchen. Aber nur von außen angucken, Bruno. Regelrechte vier Deppen, die sich da mit Gaffern auf „Kommunikation“ einlassen. Holzstich nach Friedrich Specht (geb. Lauffen a. N. 1839). Monogrammiert, bezeichnet. 16,7 x 12,4 cm.

Verso: Bauernfeind, Gustav (Sulz a. N. 1848 – Jerusalem 1904). Rathaus in Bern. An sonnigem Morgen, mit verschiedenfältiger Staffage. Holzstich nach G. B. für Adolf Closs, Stgt. (1875/77.) Monogrammiert: G. B., bezeichnet wie vor. 13,9 x 18,7 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
Angebots-Nr. 9.691 / EUR  50. (c. US$ 65.) + Versand

 

Bruno  als  Antithese  zur  „Line  of  Beauty“

Hogarth, William (1697 London 1764). (The Bruiser, C. Churchill … in the Character of a Russian Hercules.)

William Hogarth, The Bruiser recte ein starker Bär

Der Literat Charles Churchill alias Bruno

dessen „Epistle to Hogarth“ den Meister ergrimmt hatte, in Gestalt eines kräftigen Bären, dessen einzige Nahrung würziger Porter zu sein scheint, dessen Krug er fest an sich drückt, vom frischen Schaume schleckend. Der Epistel hingegen besorgt es Lieblingshund Trump auf seine Weise. Zur Rechten weitere zeitpolitische Anspielungen. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by W. Hogarth. / Engraved by T. Cook. / London Published by G. G. & J. Robinson Paternoster Row June 1st. 1800. 37,8 x 28,9 cm.

Hogarth-Katalog der Tate Gallery, 1971/72, 220 (2. H.-Zustand vor Überlagerung der Palette mit Stich-Illustration, so auch hiesige Cook-Fassung) + Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 91 (7. Zustand mit der Überlagerung), jeweils nebst Abbildung.

Selteneres Blatt , für das in der Eile (August 1763) das hier gleichfalls aufliegende 1749er Selbstportrait herhalten mußte, aus dem Hogarth sich selbst flugs herausnahm, um an seine Stelle den Widersacher ins Oval zu setzen. Einiges fügte er noch hinzu, die beiden Folianten-Titel – der dritte Band auch hier titellos – wurden angepaßt: Great George Street A List of the Subscribers to the North Britons + A new way to Pay old Debts, a comedy by Massenger. Auch „The Line of Beauty“ auf der Palette fiel angesichts eines solchen Rohlings dem Schliffe zum Opfer. Die die Palette nunmehr überlagernde Stich-Illustration von Cook ( „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“, Thieme-Becker) ebensowenig übernommen wie der Untertext.

Churchill, ein heruntergekommener dichtender Geistlicher, war ein Parteigänger John Wilkes, an dessen North Briton-Gazette er mitarbeitete, die hier als lügenbestückte, die Karikatur erschlagende Keule versinnbildlicht wird. Indes, wie häufig, wuchs die Arbeit weit über ihren Anlaß hinaus.

Herrlicher Abdruck von strahlendem Hell-Dunkel auf festem Papier. Die Darstellung im übrigen – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im ursprünglichen Hogarth’schen Folio-Format.
Angebots-Nr. 7.500 / EUR  496. / export price EUR  471. (c. US$ 608.) + Versand

 

– – – Dasselbe in Cook's kleinerer Wiederholung. Bezeichnet: C. Churchill. / Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, Nov. 1st. 1807. Bildgröße 17,5 x 14 cm. - Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. Dessen Außenkanten leicht stockig.
Angebots-Nr. 8.898 / EUR  138. (c. US$ 178.) + Versand

 

Da  solln  die  Finnenhunde  wohl  schwitzen

Oudry, Jean-Baptiste (Paris 1686 – Beauvais 1755) – Umkreis – Bärenhatze. Bruno in noch frischem Kampf mit fünf Hunden, deren ersten er erledigt und einen zweiten im Griff hat. Drei weitere hinzukommend. Feder- + Tuschpinselzeichnung in abgestuftem Schwarz, brauner Lavierung und etwas Weißhöhung. 347 x 557 mm.

Jean Baptist Oudry - Umkreis, Bärenhatze

Auf dünnem graublauen Bütten. – Alt auf Bütten montiert und rückseits von anderer Hand mit Jean Baptist Oudry bezeichnet. – Von den drei bereits das Montagepapier einbeziehenden Längsfalten nur die mittlere als Bugfalte schärfer. Bereibungen, einige kleine, per Rahmung und/oder Passepartout überdies abgedeckte kleine Papierausfälle im äußersten Rand der beiden Seiten und unten links.

Herausragende Arbeit von großer Dichte, deren enorm gesteigerte Spannung durch Verzicht auf praktisch jegliche Staffage erzielt wird, wie schon in Beispielen der alten Niederländer begegnend und dem etwa Peter Boels Hauptblatt einer Schweinsjagd ihre mitreißende Dynamik verdankt. Kontrastierend hierzu der anstehendenfalls vom Zeichengrund mitgetragene weiche Duktus wie für Oudry vielfach so charakteristisch. Indes die gewundene Haltung des Bären ebenso spontan an Graphik und Öl Ridingers denken läßt, weniger indes die Gesichtssprache namentlich der Hunde. Nicht zuletzt aber ein Blatt, dessen noch ausstehende Identifizierung gut ist für eine Überraschung.
Angebots-Nr. 13.021  /  Preis auf Anfrage

 

Was Bruno überhaupt aus dem Norden so hört – Bärenjagd in Lappland. Einer der beiden erlegten Bruno-Verwandten wird gerade von einem der drei Jäger – dieser zusätzlich mit einem Fuchs auf dem Rücken – einem Rentier aufgeladen. Im Mittelgrund Rentierschlitten, dahinter weitere Jäger.

Bärenjagd in Lappland

Lasiert kolor. Holzstich. 1853. Datiert. 20 x 15,5 cm.

Angebots-Nr. 12.213 / EUR  86. (c. US$ 111.) + Versand

 

Eisbärenjagd. Auf weißgewaschene Brunos in arktischer Landschaft von einem Fort aus. Stahlstich nach P. Wurster. 1861. Monogramm., datiert, bezeichnet. 16,7 x 18,4 cm.
Angebots-Nr. 11.058 / EUR  60. (c. US$ 78.) + Versand

 

Howitt, Samuel (1765 – Somers Town 1822). Seamen killing a Polar Bear. Auch wenn einer der beiden Hunde die Umarmung nicht überlebte, hatte Bruno’s Vetter keine Chance gegen die mit Bootshaken und Gewehren bewaffneten Seeleute. Aquatinta zusammen mit M. Dubourg (vor 1786 – nach 1838)

Samuel Howitt, Seamen killing a Polar Bear

im  Ursprungskolorit 

Bezeichnet: Howitt Del. / Published & Sold Jany. 1st. 1813, by Edwd. Orme, Bond Street, London. / Howitt & Dubourg Sculpt., ansonsten wie vor. 18,1 x 23,4 cm.

Tooley 224, 79. – Aus der 1814 abgeschlossenen Erstausgabe von FOREIGN FIELD SPORTS , Schwerdt I (1928), 177 ff.: „The coloured plates … especially those drawn by Howitt, are fine, both as regards draughtsmanship and colouring … (The book) is sure to increase in value“.
Angebots-Nr. 11.770 / EUR  117. (c. US$ 151.) + Versand

 

The  Bear  Trap

William Howitt, The Bear Trap

Bruno  in  der  Grube

bevor’s mit ihm ins kuschelige Bärenbeauftragtennest gehen sollte. Aquatinta im  Ursprungskolorit  wie vor. – Der breite weiße Rand zweiseits etwas stockig. Ein Fleckchen auch im sonst tadelsfreien Oberrand.
Angebots-Nr. 11.761 / EUR  101. (c. US$ 130.) + Versand

 

– – A Trap to Shoot the Bear.

Bruno ,

William Howitt, A Trap to Shoot the Bear

mit ner Selbstschußanlage ist nicht zu spaßen !

Hochgestreckt wirst Du in angespannter Erwartung nach dem Honigtopf und dem auslaufenden Honig greifen und schlecken – und dann macht’s knall-knall! Gut, daß die verbündeten Bärenbeauftragten von heute zu so was keine Nerven mehr haben. Aquatinta im  Ursprungskolorit  wie vor.
Angebots-Nr. 11.776 / EUR  107. (c. US$ 138.) + Versand

 

Das  war  allerdings  zur  Ridinger-Zeit  noch  wesentlich  riskanter .  Denn

Der  machte  gleich  nicht  nur

ein  malerisches Ereignis  daraus …

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Selbst-Geschoß auf einen Bähren. Ein hochgestreckt in angespannter Erwartung nach dem von zahllosen Bienen umschwirrten Honigtopf, aus dem der goldene Saft reichlich fließt, greifender und schleckender Bruno-Bär im Augenblick der von zwei Seiten sich lösenden Schüsse. Der mit zwei Seilen verbundene Köder ist am Querbalken eines in starker Verpalisadierung aufgerichteten Gerüstes angebracht. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung über etwas Bleistift. 213 x 345 mm.

Die voll durchgeführte Ursprungszeichnung aus der kleinen Gruppe der „Malerischen“  vor  deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für Blatt 8 – Th. 76 – der 1750 erschienenen Radier-Folge (in Mischtechnik mit Kupferstich) der „Fangarten der wilden Thiere“. Und solchermaßen

Johann Elias Ridinger, Selbst-Geschoß auf einen Bähren

ein  ganz  herausragend  elitäres  Sammlungsstück .

Thienemann (S. 274, c) waren aus dieser Folge nur 3 in Weigel’s Besitz befindliche andere Vorzeichnungen bekannt, darunter eine großformatigere Variante zu hiesiger, die gegenüber dem Kupfer indes „ganz verschieden in der Ausführung“ ist. Bekannt ferner neben anstehender und einer weiteren hier noch verfügbaren (Schlagbaum vor einen Luchs zu Th. 82) sieben weitere, von denen vier hier bereits jeweils paarweise in international glanzvolle Privat- und importante deutsche Ridinger-Sammlung weitergereicht werden konnten.

Dieser qualitätvolle 9blätt. Fangarten-Block, davon 7 oder 8 im Stichsinn, entstammt der „Gruppe der Malerischen“ jener hochkarätigen westfälischen Sammlung, mit deren über ein Jahrzehnt währenden Auflösung neben u. a. Skizzen und Probedrucken auch eine ganze Reihe ganz außerordentlicher zeichnerischer Unikate auf den Markt zurückfand, deren ungemeiner Reiz von ihrer Lavierung bestimmt wird. Deren Technik der Meister die ganze Fülle malerischer Lichtwirkung und Kontrastierung abzugewinnen verstand. Anstehende des

Bienen  –  Bären  –  Dramas

denn auch als ausgearbeitete Arbeit in Verbindung mit einer Graphik auch innerhalb des Ridinger-Œuvre von größter Seltenheit.

Auf dünnem Bütten mit typographischem Wasserzeichen. – Rückseits an den Rändern einige Spuren früherer Montage. – Rechte Oberecke mit unauffälliger winziger Restaurierung, ein 2 cm tiefer Randeinriß hinterlegt, sonst von unversehrter Frische.
Angebots-Nr. 14.973  /  Preis auf Anfrage

 

sondern  ätzte  und  ritzte  es  i-tüpfelnd

auch  noch  eigenpfotig  auf

Bruno-Bären-Ewigkeiten in  Kupfer

Vorgenanntes  zeichnerisches  Spectaculum  also  als

ausgeführte  Radierung (mit Kupferstich), bezeichnet

Joh. Elias Ridinger del. fec. et excud. Aug. Vind.

nebst  6zeiliger  Erklärung. 25,2 x 36,6 cm.
Angebots-Nr. 14.972 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern

 

Thoman(n) von Hagelstein, Tobias Heinrich (1700 Augsburg 1764). Leo’s Überfall auf einen von Bruno verfolgten Damhirsch. Einen Felsen herunterrutschend, hat der Löwe den Hirsch gepackt, derweil Bruno oberhalb gewohnt überraschend hinter einem gestürzten Baum auftaucht. Unten rechts vor einer Höhlung ein Fuchs, wohl ebenso überrascht wie durchaus nicht abgeneigt, sich zuzeiten seinen Anteil an der Beute der Großen zu holen. Insbesondere angesichts des zu erwartenden Streits zwischen Bruno und Leo. Schabkunstblatt in Braundruck. Bezeichnet: T. Heinr. Thomann del. fec. et excud. A. V. 48,2 x 36,7 cm.

Schwerdt III, 172 ( „interesting“ ). – Vgl. ADB XXXVIII, 65 f. – Blatt 1 einer vierblätterigen Folge unnumerierter Tierkämpfe. – Figürl./typogr. (?) Wz. – Latein.-dt. Zweizeiler:

Hier  liget  der  Dam(m)=Hirsch  den  kaum  der  Bär  bekom(m)en

T. H. Thomann von Hagelstein, Des Löwen Überfall auf einen von einem Bären verfolgten Damhirsch

der  Löw  nim(m)t  ihm  den  Raub  und  läßt  den  Bären  brom(m)en.

Mit umlaufendem 2-2,5 cm breitem weißen Rand. – Geglättete Bugfalte. – Zwei kleine retouchierte Rasuren. – Rückseits gleichmäßig schwach gebräunt und namentlich die weißen Ränder ganz leicht stockstippig. Im übrigen prachtvoller, warmtoniger Abdruck, wie nur den besten unter den von der empfindlichen Schabplatte etwa 50-60 möglichen vorbehalten.
Angebots-Nr. 28.139 / EUR  885. / export price EUR  841. (c. US$ 1086.) + Versand

 

Snyders, Frans (1579 Antwerpen 1657). Die Bärenhatze. Starker Bruno in Abwehrstellung gegen Finnlands hündische Bären-Gloria. Stahlstich von Thomas Heawood (ca. 1850 – Lpz. vor 1911). Ca. 1860. Signiert, bezeichnet. 14,8 x 16,6 cm.
Angebots-Nr. 4.913 / EUR  50. (c. US$ 65.) + Versand

 

Fyt, Jan (1611 Antwerpen 1661). Die Bärenhatz. Bruno, obschon im Eingang einer Höhle von einer Vielzahl Finnland-Hunde gestellt, noch längst nicht geschlagen und, sofern nicht noch Bayerns Schnappauf auf den Plan treten sollte, wohl wieder einmal mit allen Chancen, das Schlachtfeld siegreich verlassen zu können. Rechts Ausblick auf weites Schengener Flußtal. Mit beiger Tonplatte gedruckte Kreidelithographie von Johann Woelfle (Endersbach/Wttbg. 1807 – Faurndau 1893) bei Piloty & Loehle in München. 1837-51. Signiert, bezeichnet. 26 x 33,2 cm.

Nagler, Woelfle, 51. – Vgl. Nagler XI, Piloty, 312 ff. + IV, Fyt, 539 f. – Nicht bei Schwerdt. – Auf aufgewalztem China. – Rechts im Unterrand ganz schwache Stockfleckchen, ein Randeinriß säurefrei hinterlegt. Sonst von blütenreiner Frische. – Erschienen innerhalb Piloty’s seit 1834, ab 1837 in Verbindung mit Loehle herausgegebener Wiedergabe der Gemälde der Münchener Pinakothek. „Dieses Unternehmen erregte bald allgemeines Interesse, da die Theilnehmer … eine bis dahin unerreichte technische Vollkommenheit entwickelten“ und

unter welchen sich Woelfle’s Hauptblätter finden:

Jan Fyt, Die Bärenhatz

„ Besonders schön sind die Abdrücke auf chinesisches Papier …

„ Woelfle war schon zu Lebzeiten Piloty’s einer der ausgezeichnetsten Arbeiter, und noch gegenwärtig kommen ihm außer Hanfstängel wenige gleich “ (Nagler).

Angebots-Nr. 28.066 / EUR  302. / export price EUR  287. (c. US$ 371.) + Versand

 

Eine  Brunohatz  in  polnischer  Waldgegend

Johann Elias Ridinger, Eine Bärenhatz in polnischer Waldgegend

als  Blatt  3  der  extrem  seltenen  4blätt.  Ridinger-Folge  der

Hetzjagden aus 1723 als seiner zweitfrühesten Jagdfolge, radiert – er selbst arbeitete erst ab etwa 1728 in Kupfer – von Johann Daniel Hertz für Jeremias Wolff, beide in Augsburg. 36,5-37,2 x 49-49,4 cm (2 Bll.) bzw. Blattgröße, so auch für die Bärenhatz, 33,1-34,5 x 48,6-48,8 cm.

Thienemann 9-12 als nicht in seinem Besitz befindlich; Schwarz 9-12 (1. Zustand, ergänzt um 11a als 2. Zustand; Schwerdt III, 134 (3. Zustand mit der Hertel-Adresse oder Misch-Explr.). – Als „äusserst selten“ unvollständig in anderen prominenten Sammlungen, darunter selbst Weigel, der 1846 nur Blatt 1 als Ätzdruck besaß. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.885  /  Preis auf Anfrage

 

„Sous  Charlemagne“

mit  u. a.  großem  Jagdzug,  neben  den  Meuten + Falkonieren

Brunos , Löwen + Katzen ,

Charles Aubry, Sous Charlemagne

teils – gottlob – gezähmt,  mitführend,

innerhalb  der  12blätterigen  Folge

Aubry, Charles (Frankreich 1. H. d. 19. Jhdts.). Chasses Anciennes d’après les Manuscrits des XIV & XVe Siècles. Folge von 12 Lithographien (35-41,5 x 27-29 cm). Paris, Ch. Motte, 1837. Gr.-2. Lose in OBütten.Umschlag mit Wz. und farbig illustr. lith. Vorderumschlag. Unbeschnitten.

Schwerdt I, 47; Souhart 28; Lipperh. Tf 24; Allgemeines Künstler-Lexikon V, 587, l’Histoire de l’Equitation + hiesiges zu einem, bibliographisch zudem fehlerhaften, Werke vermischend. – Auf großem festen Papier mit Verleger-Trockenstempel. – Vereinzelte Kleineinrisse im breiten weißen Rand säurefrei hinterlegt. Meist nur in letzterem leichte Braunstippen und ganz außen tlw. schwacher Wasserrand oder Braunfleck. Der Umschlag zwangsläufig zeitspuriger, doch ohne Beeinträchtigung seiner von Ruhe, aber auch reichem Geschehen bestimmten Illustration.

Gestaltet mittels der alten Einfaßtechnik, dem sogen. Troubadourstil, mit jeweiligem Hauptbild als Gesamtszenerie, der instruktive Detaildarstellungen, sei es im eigenen Bildrand oder in separaten großen Einfassungsleisten, beigegeben sind, erläutert allseits von eingestreutem Text. Wodurch Aubry ( „bekannter Lithograph“ , Thieme-Becker ) „vorbildhafte Wirkung in seinem Genre (erreichte). Im Spätwerk verzichtet er auf diese Rahmung ganz. 1822 Prof. für Malerei an der Ec. R. de Cavalerie in Saumur. Gestaltete vornehmlich Jagd-, Genre- und Militärszenen in der Manier der Vernets und konkurrierte darin auch mit Victor Adam“ (AKL). – Durchweg im Stein signiert bzw. monogrammiert (2), 3 mit 1835 bzw. 1836 (2) datiert.

Une St. Hubert – Chasse au sanglier – Chasse au cerf – Chasse de l’antilope au léopard – La chasse du loup – Chasse au faucon – Chasse au lievre à force – Des chiens courans – Chasse de gazelles – Sous Charlemagne – Chasse de l’autruche et de l’éléphant – Chasse au renard .

Angebots-Nr. 12.101 / EUR  620. / export price EUR  589. (c. US$ 761.) + Versand

 

Begleitet  von  ganz  superber  Seltenheit

Johann Elias Ridinger, Grönländische See-Bären

und  Bruno’s  Vermächtnis :

bleibt , wo  Ihr  seid !

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). (Weiße) Groenlaendische See=Baeren. Schabkunstblatt von Johann Elias Haid (1739 Augsburg 1809) in Braundruck. Bezeichnet: Joh. Elias Ridinger pinxt. / Joh. Elias Haid fecit., ansonsten wie vor. 28 x 33,2 cm.

Th.-Stillfried (1876) + Schwarz (1910) 1386, im übrigen über mehr als hundert Jahre hinweg

fehlend  in  den  importanten  Ridinger-Beständen  der  großen  Sammlungen

und Händler. Beginnend mit Thienemann selbst (1856) und Weigel (1838/57) über Coppenrath (1889/90), Helbing (1900; neben 10 Zeichnungen, 1030 Blatt Graphik zuzüglich Zustands-Explre. und Doubletten!), Schwerdt (1928/37), Rosenthal (1940); Gräflich Faber-Castell (1958; 106 Zeichnungen, 1239 Blatt Graphik!). Hier gleichwohl im Laufe der Jahrzehnte in bayerische + rheinische Privatsammlung als großen gegenwärtigen vermittelt und nunmehr erneut vorliegend.

Die Zeichnung hierzu figurierte 1890 unter Pos. 34 mit dem Bemerken „für das unbeschriebene (sic!) und seltene Schwarzkunstblatt des Meisters“ innerhalb der „Schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen Joh. El. Ridinger’s aus dem Besitze eines bekannten Sammlers“ bei Wawra in Wien.

Ob eine Anregung von Johann Melchior Roos’ – für Arbeiten nach dessen Vater Johann Heinrich stehen Th. 793-806 – Schweriner Öl des Weißen Bären von 1729, wobei es sich gleichfalls um zwei Tiere handelt, ausgegangen ist, muß vorläufig dahingestellt bleiben. Siehe dessen Farbabbildung im undatierten Schweriner Ausstellungskatalog „Die Malerfamilie Roos in Deutschland“, vor 1998, S. 21, von Kristina Hegner SS. 20 f. kommentiert mit

„ Die Darstellung des weißen Bären gehört in ihrer ausschnitthaften Konzentration auf ein bis zwei Tiere und dank ihrer seltenen Farbe in eine Reihe mit den von Roos (nach fürstlichen Menagerien) geschilderten exotischen Tieren … Neben dem Aspekt der gemalten Naturalie rückt zunehmend der des Tierporträts in den Vordergrund und findet in diesem Gemälde einen gelungenen Ausdruck.

„ Dazu im Gegensatz steht die bereits 1718 entstandene ausführliche Schilderung von ‘Eisbären in einer Felsenschlucht’ (Abbildungen Roos-Katalog Kaiserslautern, 1985, S. 38, + Jedding, Joh. Hch. Roos – Werke einer Pfälzer Tiermalerfamilie in den Galerien Europas, 1998, Nr. 367, als Gegenstück der Braunen Bären, Abb. 366; siehe auch den Weißen Bären in Johann Melchior’s Reich der Tiere von 1728 in Braunschweig, Abb. Jedding 374). “

Und Hermann Jedding (Der Tiermaler Joh. Hch. Roos, Straßburg/Kehl 1955 als Bd. 311 der Studien zur dt. Kunstgeschichte, SS. 188 f., vorausschickend):

„ (Johann Melchior) setzt in direkter Linie die Tradition von Andreas Ruthardt fort und  leitet  über  zu  den  Wildhatzen  des  Elias  Ridinger . “

Innerhalb der Folgen figuriert der Weiße Grönländische Bär bei Ridinger als Blatt 3 der Bärenfolge, Thienemann 527, bzw., verkleinert + fuchsrot, innerhalb des Kolorierten Thierreichs als Zeydelbär, Th. 1081, sowie als Weißer Spitzberger Grönländischer Bär per 1082. Siehe hierzu die Federzeichnungen 755 (Zeydelbär), 757 (Weißer Grönländ. Bär) + 758 (Weißer Spitzberg. Grönländ. Bär) aus 1754 im Ridinger-Appendix des 1869er Nachlaßkatalog der Weigel-Zeichnungen. In deren Zusammenhang könnten auch die Grönländischen Seebären anstehenden Schabblattes entstanden sein.

Ganz  vollkommenes  Exemplar  von  allergrößter  Schönheit

auf 2,5-3 cm breitrandigem (hier ganz schwacher Anflug von Stockstippigkeit) festen AMP-Bütten.

Thematisch sind es zwei Bären, von denen der vordere, die Nase auf der Erde, nach links einer Höhle zupirscht, indes der hintere zu dem rechts oberhalb der Höhle lauernden Polarfuchs hinbrüllt. Ein „Sehr  gut  ausgeführtes  Bild“ urteilte Graf Stillfried, der das Blatt 1876 als erster bekanntmachte.

Eine jener „Überlieferung(en)

seltener  Kompositionen

durch den Stich“, die „uns (Haid’s) Werk (als Schabkünstler; seit 1788 Akademiedirektor, Reisen nach Venedig und in die Niederlande, „erhielt Aufträge … von Norddeutschland bis zur Schweiz“) wertvoll (macht)“ (Thieme-Becker XV [1922], 482 f.). Hier in dem nur den früheren Blättern eigenen tiefen Braun, das später von einem fahlen Grau abgelöst wird. Und damit über seine Seltenheit hinaus zugleich

ein  generelles  Spitzenblatt  der  Graphik  des  18.  Jahrhunderts .

Angebots-Nr. 14.395 / EUR  956. / export price EUR  908. (c. US$ 1173.) + Versand

Tschüs  denn , Bruno .

Und  bis  bald .

An  meinen  Wänden , in  meiner  Sammlung .

So  nur  die  bruno  agentur  niemeyer  mitspielt !

 


 

“ Just received the James Figg item safely today. I have a couple questions. Art in general is new to me so I‘m asking you to educate me on this item … First of all I‘m happy with the item, just trying to understand it better … Thanks again ”

(Mr. A. C., March 27, 2008)