„ Im Jahr 2008 jährt sich sein Todestag zum 150. Mal. In Deutschland, ja selbst in seiner Vaterstadt Augsburg, ist der Maler und Naturforscher heute kaum noch bekannt, da er mit seinen ausgedehnten Reisen auch aus unserem Blickfeld verschwand. In Chile und ganz Südamerika ist Rugendas aber noch 150 Jahre nach seinem Tod fest im Bewusstsein verankert
und zählt dort zu den ganz Großen der Kunst des 19. Jahrhunderts “
(zur gegenwärtigen Ausstellung in Augsburg, zuvor „mit großem Erfolg im Museo de Bellas Artes in Santiago de Chile gezeigt“ und dort von 64000 Besuchern estimiert).
In der ursprünglichen Kassette wie nur anfänglich ausgestattet gewesen !
Das grandiose Großwerk
Malerische Reise in Brasilien
( Voyage Pittoresque dans le Brésil )
Paris, Engelmann, (1827-)35. Gr.-2° (Blattgröße 34,5 x 50,5 cm). 2 Bll. Titel, 50, 38, 56, 32 SS. Mit
100 kolorierten Lithographien
nach Rugendas. Faksimile-Ausgabe in den Originalfarben und im Originalformat , erweitert um 8 unnum. Bll. portugiesische Zusammenfassung (9 SS.), Index (5 SS.) + Impressum. 1986. OHldr.-Bd. mit 5 imit. Bünden u. Ldrecken., farb. marmor. Deckelbezug u. farb. Vorsatz sowie Goldschnitt in naturfarbener (hellgrau) OLwd.-Kassette (Schumacher AG Bern).
Nr. 555/950 Explren. der Ordinärausgabe (Gesamtauflage 1050 Explre., die nur anfänglich mit Kassette ausgestattet waren). – Zwei Tafeln (Tl. IV, 15 + 16) mit ganz schwacher Knickspur im breiten weißen rechten Seitenrand, sonst tadellos.
Die herrliche Suite unnachahmlicher Impressionen ,
„ (die) Darwin wieder einfiel(en), als er (1832) den südamerikanischen Dschungel betrat … (und)
deren tropischer Wald Darwin so beeindruckt hatte …
(und ihm) noch immer durch den Kopf ging, als er in den vierziger und fünfziger Jahren
die Evolutionstheorie im Stillen für sich ausarbeitete “
(Julia Voss in der FAZ vom 1. Juli 2008).
Wiedergegeben in rasterlosem Handfarbenlichtdruck. – Unterteilt in Landschaften – Portraits und Trachten – Sitten und Gebräuche der Indier (Indios) – Europäerleben – Sitten und Gebräuche der Neger und seinerzeit herausgegeben von Gottfried Engelmann (Mühlhausen 1788 – 1839), der den Steindruck unmittelbar bei seinem Erfinder Senefelder in München erlernt und ihn 1816 in Paris eingeführt hatte.
Die wundervolle Ausbeute von Johann Mori(t)z Rugendas’
1. Reise (1821-1825), die er mit dem russischen Staatsrat und preußischen Generalkonsul in Rio, Georg Heinrich von Langsdorff ins Innere Brasiliens antrat, um für diesen die Merkwürdigkeiten des Landes im Bilde festzuhalten. Diese Verbindung hatte zwar keinen Bestand, bildete indes den Auftakt jahrzehntelanger eigener Reisen in Mittel- und Südamerika, der wir eine unglaubliche Fülle von Zeichnungen verdanken, die „von höchstem Interesse (sind). In der charakteristischen und naturgetreuen Darstellung der Menschen-, Thier- und Pflanzenwelt fremder, zunächst tropischer Länder kann man ihm wenige gleichstellen“. Und schon anstehendes Werk
„ … hatte den Künstler berühmt gemacht , (dessen Illustrationen) Menschen und Thiere, Gegenden und die üppige Vegetation jenes Landes mit voller Wahrheit und Treue zur Anschauung bringen “
(Nagler).
Daß es seine einzige Publikation blieb , macht sie so unendlich wertvoll .
Eigenh. Brief mit Unterschrift an den Ulmer Musikdirektor Wilhelm Speidel. Ohne Ort 5ter April 1854. 8°. 1 Seite zuzgl. Anschrift auf Doppelbogen.
Provenienz
Adalbert Frhr. von Lanna
( 1836 – 1909 ) in Prag
Mit blindgepr. Kronen-Stempel. – Mehrfach gefaltet, drei säurefrei hinterlegte Kleineinrisse. – „Seiner Wohlgeboren H. Herrn Speidel. Musikdirektor. / Mein lieber Herr Speidel. SelbstGefühl muß man nicht weit (?) haben oder es sehr ruhend (?) haben wenn man solche Croquis als eine Album Zeichnung hergiebt. Aber ich bin dieser Tage so in Anspruch genommen gewesen daß dies schon alles ist was ich Ihnen anbieten kann. Denken Sie es kann einmal ein besser Blatt folgen und denken Sie meiner freundlich Ihr ergebener M. Rugendas“.
Speidel (Ulm 1826 – Stgt. 1899), „Musiklehrer und Componist … Sohn des dortigen Musiklehrers und Sängers Konrad S. … verdankte seine Schulbildung dem Ulmer Gymnasium … Seit 1843 setzte er seine musikalischen Studien in München fort, wo ihn Ignaz Lachner in der Compositionslehre unterrichtete … (zeichnete sich) namentlich durch seine geistvolle Auffassung Beethoven’scher Sonaten (aus) … (Unterrichtete) 1846/7 zu Thann im Elsaß (als) Hauslehrer bei der Familie Kestner … die Urenkelinnen von Goethe‘sLotte in der Musik … trat in den meisten größeren deutschen Städten als Claviervirtuose auf. 1855 (lt. hiesiger Adressierung zumindest schon 1854) wurde S. als Musikdirector an die Spitze der Ulmer Liedertafel berufen, siedelte jedoch schon 1857 nach Stuttgart über, wo er … die Stuttgarter Musikschule (mitbegründete), die sich später in das kgl. Conservatorium umwandelte … Von 1857 bis 1885 dirigirte er den dortigen Liederkranz und brachte dem Chor seine … viel bewunderte Ausdrucksfähigkeit und Freiheit im Vortrag bei … “ (ADB LIV, 409). Angebots-Nr. 28.292 / EUR 197. (c. US$ 254.) + Versand
Vor dem großen Aufbruch
Seine früheste Folge
Hier mit dem literaturunbekannten Titeltext
Pferde / aus dem / Königlich-Baierischen Marstall.
Nach der Natur gezeichnet und radirt
von / J. Moritz Rugendas. Sohn.
AUGSBURG, 1820. / Im Verlag bei J. LORENZ RUGENDAS. Vater. Folge von 6 Blatt, doch siehe unten. Radierungen. 1819/20. Kl.-qu.-fol. (Plattengröße 16,6-18,2 x 23,2-24,4 cm). Bezeichnet im unteren weißen Plattenrand mit dem jeweiligen Namen sowie ggf. im Bildrand mit Signatur + Datum, siehe unten. In altem schweren Bütten-Umschlag mit aufmontiertem Titelausschnitt des blau-grauen Orig.-Umschlags.
Teuscher 986-991 („Hengste, Folge von 6 Bll.“) nebst Abbildungen bei Unkenntnis des Titels und der drei weiteren Blatt wie hier für ein anderes Exemplar bekannt geworden. – Mit Ausnahme von T. 986 nicht bei Stillfried. – Je ein titelloses Exemplar in Augsburg (Staats- und Univ.-Bibliothek, kolor.) + Stuttgart (Staatsgalerie), beide gleichfalls nur 6blättrig . – Das von Stillfried (1879) nachgewiesene Einzelblatt der Staatlichen Graphischen Sammlung München im Kriege verlustig gegangen. – Fehlte den importanten hippolog. Sammlungen Anderhub (1963) + Sarasin (1999).
Die früheste Folge des großen Südamerika-Reisenden
geschaffen als 17/18jähriger ,
bevor er , 19jährig , nach Brasilien aufbrach ,
was ein hier früher durchgelaufenes autographes Konvolut eigener + väterlicher Briefe einzigartig illustrierte.
Thematisch eine Familientradition aufgreifend, für die der Urgoßvater Georg Philipp I steht, von dem 1889 Wilhelm Schmidt in der ADB schrieb „ohne Zweifel ein Talent ersten Ranges, um nicht zu sagen, ein Genie. (Der z)weifellos, unter bessere Verhältnisse gesetzt, etwa in den Niederlanden um 1650 lebend, ein Künstler geworden sei, der seine sämmtlichen Pferde- und Schlachtenconcurrenten überflügelt hätte“. Wie Mori(t)z nach erster väterlicher Ausbildung bei Albrecht Adam in die Lehre ging, der seinerseits zum Begründer einer Künstler-Dynastie von Pferde- und Schlachtenmalern wurde. 1817 folgte die Aufnahme in die Münchner Akademie, wo er sich unter Lorenz Quaglio II dem Genre- und Landschaftsfach widmete. Aus jenen frühen Jahren verzeichnet Teuscher wohl nur elf graphische Arbeiten nach eigener Vorlage (984-993 + 1311 als dem Portrait des Vaters), auf die namentlich Nagler’s Urteil – „schöne Blätter“ – im Künstler-Lexicon (XIV, 1845, Pos. 1-2) zielt:
„ Einzelne Pferde und Gruppen, so wie auch Hunde,
gezeichnet und radirt von Moritz Rugendas, qu. und kl. folio. “
Mit der hiesigen Folge als Kernstück, die in eben der Unkenntnis des
hier offenbar erstmals dokumentierten Umschlag-Titels
1937 von Hämmerle vage wie folgt umschrieben wurde:
„ Es dürfte sich bei dieser Folge um damals bekannte Zucht- oder Rennpferde handeln, vermutlich geht die Entstehung der Folge auf eine Anregung A. Adams zurück “
(Albert H., Die letzten Maler Rugendas, in Vierteljahreshefte zur Kunst und Geschichte Augsburgs, 1937/III, SS. 1-110, Anm. 51).
Vier Blätter oben + unten 1,5-2,7 cm (eines nur 1,5-1,8) und seitlich 1-1,5 cm (eines bis 1,8) breitrandig, zwei seitlich nur 0,4-0,7 cm bei nur 1-2,5 bzw. 1 cm für oben und unten. Der weiße Plattenrand seinerseits meist ca. 1 cm breit. – Durchweg nur vereinzelte schwache Stockfleckchen nahezu ausschließlich im weißen Rand, nur ein Blatt unten etwas mehr und in drei Randecken zudem mit schwachem Wasserrand wie an einer Ecke auch bei einem weiteren. – Drei Blatt mit alt hinterlegtem 2,5-3,5 cm langen Papierausriß im unteren rechten Seitenrand, davon je einer den weißen Plattenrand ganz bzw. hälftig einbeziehend. Ein weiteres mit zwei minimalen Ausrissen außerhalb des Plattenrandes dortselbst. Die Erwerbswürdigkeit hiervon letztlich unberührt angesichts der absoluten Seltenheit der Folge an sich, deren Auftauchen
der präsente literaturunbekannte originale Umschlag-Titel
mit seinem zudem anrührenden familiären Urheber/Verleger-Text geradezu zu einem Ereignis macht. Angebots-Nr. 14.586 / EUR 1380. / export price EUR 1311. (c. US$ 1693.) + Versand
Vier Jahre vor Johann Moriz’
Und so dokumentierte sich eine Überfahrt in jenen großen Jahren
“ … saw the Entrance of Rio Janeiro
as likewise the hill called the Sugar Loaf …
came to an Anchor at Rio Janeiro in 10 & 11 fathoms. ”
Haan, Hendrik de.Logbuch einer Fahrt von Hamburg nach Südamerika und zurück mit dem Schiff Faseta 1816-1818. Englische Handschrift auf Papier. 104 unnum. Bll. incl. 2 weißer Zwischenbll., 92 Bll. weiß. Geglätteter schwarzer Maroquin-Bd. d. Zt. m. goldgepr. Rücken m. Titel (Journal of a Voyage of the Ship Faseta to a. from Sth. Ameryca), Schiffs- + Fleuralvignette, goldgepr. Bordüre auf beiden Deckeln sowie Stehkantenvergoldung in braun marmor. Schuber. Goldschnitt.
Rücken unter tlw. Verlust der Goldprägung stärker, Deckel mit Ausnahme je einer etwas größeren Stelle und Stehkanten nur wenig berieben, der Schuber zeitspurig. Eines der beschriebenen Blätter mit Eselsohr, ein weißes Blatt unten gestaucht. Die beschriebenen Blätter unter Außerachtlassung des ersten Titels sowie eines übersehenen Blattes und Einbezug der beiden weißen Zwischenblätter recto von späterer Hand in Bleistift paginiert. Von ganz vereinzelten unwesentlichen Fingerspuren abgesehen innen von absoluter Frische.
Hamburg – Südamerika – Hamburg
in vollständigem Logbuch einer kompletten Fahrt eines Kauffahrteischiffes
seitens eines rücksichtlich wiederholt spezifischer Schreibweisen sicherlich holländischen Kapitäns aus den Tagen der sich eben solcher Segler bedienenden großen Südamerika-Reisenden bis hin zu eben auch dem durch seine glanzvolle Malerische Reise in Brasilien bis heute geradezu anfaßbar gebliebenen Johann Moriz Rugendas als dem leuchtenden Ausklang seiner generationenlangen Künstler-Familie, der als 19jähriger die Reise antrat. – Unterteilt wie folgt:
Journal of a Voyage from Hamburg towards South America in the Ship Faseta (17. Nov. 1816 – 26. Jan. 1817). / Journal from Rio Janeiro towards Rio de la Plata (13. Feb. – 4. März 1817). / Journal of a Voyage from Rio de la Plata towards Hamburg (30. Sep. 1817 – 27. Jan. 1818).
Vom Kommandanten der wohl als Vollschiff getakelten Faseta während einer Reise von Hamburg nach Rio de Janeiro und Buenos Aires und zurück nach Hamburg in brauner Tinte auf Pro Patria-Papier geschriebenes Logbuch – die durchgängig, auch an Sturmtagen, gut lesbare Schrift nur hier und da ganz unwesentlich angeschnitten – in überwiegend tabellarischer Form. Unterstreichungen + Tabelleneinteilung in roter Tinte sowie Hilfslinien in Bleistift. Liege- bzw. Verlegungstage – doch ohne reine Hafenzeiten – , aber auch Perioden mühseligen Kreuzens in schlechtem Wetter summarisch zwei bis drei Tage pro Seite, auf See jeweils ein Tag pro Seite mit Angaben für zweimal 12 Stunden. Darunter wahrer Kurs und Besteck + Position, gewöhnlich berechnet mittels Sonne und/oder Mond, aber auch Fomalhaut (29. Dez. 1816) und Regulus (1. Jan. 1817).
Neben den nautischen Angaben zu Kursen, Wind + Wetter, gesetzten, gerefften oder geborgenen Segeln, Azimutabweichung, Peilungen passierter Inseln + Küsten, Ankerplätzen + Wassertiefen sowie überkommende See Anmerkungen zu sonstigen Ereignissen auf See wie Ein- bzw. Ausschiffung von Lotsen und Zöllnern, am Horizont gesichteten, gelegentlich auch angesprochenen anderen Schiffen, Begegnungen mit Vögeln, Fliegenden Fischen oder Delphinen oder besonderen Tätigkeiten an Deck:
“ Light airs and fine Weather, at 8 A.M. (Sunday Nov. 17) the Pilot came on board. at 9 A.M. cast our ropes loos and made sail down the River. At 5 P.M. anchored at Newen Steeden … Cloudy with Showers. received on board our last Goods which was left in the Lighter. Employed filling up the Waater. stowing the booms and boats and getting all clear for Sea … ”
Fünf Tage nach Abfahrt in Hamburg wird am Freitag, 22. Nov. Cuxhaven passiert, der Lotse geht von Bord und das Feuer von Helgoland kommt in Sicht. Die eigentliche Reise beginnt:
“ … at 11 A.M. passed Cuckshaaven. the Pilot left the Ship … at 5 PM Helgolands light E b N. dist. about 3. miles from which we take our Departure …
“ … a fresh breeze. in 1 reef of the Topsails … the light Ship of the Galloper bearing N W by N dist. 1 myl. … Tacked Ship … saw 3 strange sayls … passed by a Ship … ”
Nach Passage des Kanals nimmt die Fahrt bei gesamthaft gutem, teils böigem Wetter ihren weiteren Verlauf. Am 13. + 14. Dezember werden Porto Santo + Madeira, am 17./18. Palma passiert und nach weiterer guter Fahrt kommt am 23. Januar 1817 schließlich wieder Land in Sicht, drei Tage später fällt der Anker vor Rio de Janeiro:
“ At 6 AM saw the Land bearing WNW. At 8 AM Caap Frio (Cabo Frio). WSW dist. 4m. … at 8.
saw the Entrance of Rio Janeiro
as likewise the hill called the Sugar Loaf .
passed between two Islands called Pai & Maya (Mãe). At 7. PM Anchored by the Fort in 9 fathoms …
“ Calm with hot Sultry weather. At 4. PM being cleared of the Customhouse boat. the Pilot came on board. At 5. weighed and made sail. at 7
came to an Anchor at Rio Janeiro in 10 & 11 fathoms. ”
Nach einmonatigem Aufenthalt wird am 23. Februar der Lotse wieder an Bord genommen, bei der Citadelle geankert, Frischwasser übernommen und das Schiff auch sonst seeklar gemacht für die Weiterreise zum Rio de la Plata und Buenos Aires, am 26. die Inseln Lobes + Flores passiert, tags darauf bei Montevideo geankert. Die folgenden Tage wenig Wind, aber Gewitter:
“ Calm with Thunder & Lightning & Rain … heavy Squalls from the Eastward, down Royal Yards & Topmast … people employed and drassing (?) knotting yarns … passed Ensenada … at 7 PM anchored in 5½ fathoms Mudd …
saw the Town Buenos Ayres
at 6 PM (4. März) Calm anchored in the outer Road. ”
Nach knapp siebenmonatiger Liegezeit werden am 30. September die Anker gelichtet und die direkte Rückreise nach Hamburg angetreten – mit kurzer Grundberührung gleich am zweiten Tag:
“ Sounded Ground, 4. 3¾ 4. 3½ & 3 fathoms … at 10 AM being abreast of the Chico Bank the ship felt the Ground, but in the time of 5 minut. being Clear …
“ … Variable light breezes & Calm with hot sultry weather … saw several Cape Pigeons (24. Okt.) … saw a great deal of flying fish, as likewise several birds (3. Nov.) … saw several Dolphins (24. Nov.) … At 8 PM catched a flying fish which flew on deck (27. Nov.) …
“ … at 1 PM spoke the aforesaid Ship under a Danish Colour
coming from Flensburg bound to St. Thomas
Capt. And. H. Grodt (5. Dez.) … ”
Der Jahreszeit entsprechend – der Äquator war bereits am 26. Oktober gequert worden – verschlechtert sich das Wetter, auch müssen seit dem 12. Dezember die Pumpen betätigt werden, anfänglich alle zwei Stunden, doch schon bald stündlich, später halbstündlich und eine gar ununterbrochen. Am 22. + 25. werden in der Nähe der Azoren große Mengen Seegras gesichtet:
“ … received much seawater opon Deck … Pomped ship at every hour … At 7 PM (26. Dez.) saw the Island Corvo … therefore we found for best as the ship laid under Storm Sails to keep before the wind … at 12 (27. Dez.) brought the Ship too under a fore & fore staysail, Mizzen & Mizzen Staysail … at 8 (P)M saw the Island Flores. ”
Am 10. Januar 1818 wird bei teilweise dichtem Nebel und schwerem Wetter der Kanal erreicht. Es folgt der wohl schwierigste Abschnitt der gesamten Reise, bevor am 21. Dover in Sicht kommt. Danach geht es in rascher Fahrt durch die Nordsee und am 24. fällt vor Cuxhaven der Anker:
“ … spoke a Brig under an Eng. Colour, comming from the Canares bound for London … with this foggy & thick weather. being … in the british Channel … saw the high Land, on the St.board Side as likewise the Island Londy (Gorey auf Jersey?) … spoke a Custumhouse Cotter, of which the Mate came on board of our Ship. the wind from the WSW & WbS. we were therefore Obliged to do our best & beat out of the Channel, put 2 Reefs out of the topsails. Steered NNWest …
“ hard Squalls with a heavy Sea from the West … a 4h. with a hard Squall lost our Jib. Pumped Ship at Every ½h. at 8 Tacked Ship (11. Jan.) … our Deck always full of Sea water. Kept one Pump agoing & brought a new Jib to the boom at 8 PM. Tacked Ship (12. Jan.) … we were also Oblidged of not dyving on those to keep all sail, which was possible. at 2 PM set the Jib … at 7. PM with a heavy Squall lost our 2nd. Jib … (13. Jan.)
“ at Daylight more moderate, set the staysails; but a heavy swell from the westward, lost the forgoing Day several things from our Deck, with the heavy Sea which Constantly broke over it (14. Jan.) … with a fresh breeze & fair weather out all reefs of the Topsails. bent a new Mizen topsail (war am 16. weggeweht) … at 11h. saw England End … at 3 PM saw the Scilly Islands, at 6 PM Scillys light bore WNW & Lands End ENE (18. Jan.) … at 12 the Lizard NbW … At 11 PM saw the Ciscassen (?) lights (19. Jan.)
“ … at 6 AM saw the French Coast … Saw Dover Castle, at 9 AM a Pilot boat came on board in which the 1. Super Cargo Mr. P. E. Holtz then went on shore (21. Jan.) … saw the Helgoland light (23. Jan.) … 3 Pilots came on board, agreed to pay them 300 D. … passed by the Red Tun; at 10 an other Pilot came on board. at 12 Anchored at Cuxhaven under quarantine … a boat came on Board for the Ship Papers & the Logbook ”
Drei Tage später macht die Faseta nach 437 Tagen, davon 210 auf See, schließlich wieder in Hamburg fest:
“ … being Cleared, at 10 weighed & made sail. at 5 PM anchored at Crucksand (Krautsand?; 25. Jan.) … at 5 AM send the boat on Shore at Staade, at 11 AM the boat came on board being all cleared, at 2 PM weighed & made sail … at 6 came to an Anchor at Sompfliet (26. Jan.) … we were Obliged because we could not get our Anker (sic!); per order of the Pilot to cut our Cable. at 11 AM came to the Town; being obliged to stop the ship with Lines & per Order of the Haven Master we were Obliged to cut them to get the (Auslassung: Ship?); save to the Speers (Speersort?; 27. Jan.). ”
Gerade durch das nüchterne Festhalten der nautischen Fakten einer ganz gewöhnlichen Fahrt jenseits historischen Entdecker- und Schlachtenlärms sowie der kleinen, für seltene Abwechslung im Leben zwischen Sturm + Flaute, Segel reffen, bergen + setzen sorgenden Ereignisse wie der Segel am Horizont, der Delphine und fliegenden Fische läßt anstehendes Logbuch die
Realität von Seefahrt vor 200 Jahren um so lebendiger werden .
Und in solcher Vollständigkeit einer kompletten Reise hin und zurück bei zugleich bester Lesbarkeit und nahezu absoluter Frische des Inhalts
die besondere Freude beim Zugang zu den großen Reisenden .
“ Just received the James Figg item safely today. I have a couple questions. Art in general is new to me so I‘m asking you to educate me on this item … First of all I‘m happy with the item, just trying to understand it better … Thanks again ”