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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

Ohren- + Augenzeuge

des  legendärsten  Klavier-Ringkampfes

der  Musikgeschichte

als naher  Weggefährte  und  Dirigent

der  wichtigen  frühen  Jahre .

So schrieb  er  auch  die  Choralmusik  zur  Totenmesse .

Und  1831  als  zweitfrüheste  ausführlichere

Mitteilungen  die

„ Biographische  Notitzen “ 

über 

Ludwig  van  Beethoven 

offeriert  hier  in  ihrem  in  sich  kompletten

druckabweichenden

Original-Manuskript

enthaltend    u.  a.

seinen  faszinierenden  Erlebnisbericht

vom

„1798(er)  Klavierwettkampf  mit  dem  Virtuosen  Wölffl “

im Hause Baron Wetzlar’s

als grandiosem Beispiel Beethoven’scher Fantasier-Virtuosität.

Beethoven – (Seyfried, Ignaz Ritter von, Musiker und musikalischer Schriftsteller, 1776 Wien 1841). Biographische Notitzen (über Ludwig van Beethoven). Eigenhändiges Manuskript. (1831.) 2°. 12 SS. (3 Doppelblätter) à 36-45 ZZ. bzw., Schlußseite, 28 ZZ. + ½ Bl. mit 6 ZZ., abbrechend. In dunkelbrauner Ziegenleder-Mappe mit dem facsimilierten Titel in Blindprägung auf dem Vorderdeckel (37 x 23,5 cm) + goldgeprägt 13zeilig im Innenspiegel

Beethoven - Seyfried, Biographische Notitzen

„ Die ‚Biographische(n) Notitzen‘ / Ignaz von Seyfried’s / (1776 Wien 1841) / als die zweitfrüheste ausführlichere Quelle / der Beethoven-Literatur / im 1831er autographen Manuskript / abweichend vom Druck 1832 / betreffend einen der / bewegendsten Momente im Leben Beethoven’s / Enthaltend u. a. auch / seinen fascinierenden Erlebnisbericht / vom / ‚1798(er) Klavierwettkampf mit dem Virtuosen Wölffl‘ “.

Publikation

Ludwig van Beethoven. Studien im Generalbasse … Aus dessen hs. Nachlasse gesammelt u. hrsg. von … Seyfried. (Nebst einem Anhange biographischer Notizen [„ Früher  Beitrag  zur  Beethovenliteratur “, Katalog Wolffheim II/1929, 423, in Sperrsatz] etc.) Wien, Haslinger, (1832, bei Vorabzeichnung durch 1214 Subskribenten!). Anhang SS. 3-13.

(Ignaz Ritter von Seyfried.) Biographische Notitzen. Vollständige Wiedergabe der Handschrift nebst Transkription. Bonn, Niemeyer, 1990 (= Nr. 13.097, Schutzgebühr EUR 15. (c. US$ 21.).

Literatur

Nohl, Beethoven nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen, 1877, SS. 25, 38-43, 182 f.; Kerst, Die Erinnerungen an Beethoven, 1913, per 15 Passagen lt. Index; Bettina von Seyfried, Ignaz Ritter von Seyfried, 1983/90 (noch in Unkenntnis des hiesigen Manuskriptes); Honegger-Massenkeil VII (1982, revid. 1987), 346; Musik in Geschichte u. Gegenwart XII, 603 f.; Sadie, New Grove Dict. of Music and Musicians, 1980, XVII, 208 f.; ADB XXXIV, 113 ff. und, Beethoven, II, 251 ff.; Wurzbach XXXIV, 176 ff.; Prietznigg, Mitteilungen aus Wien – Zeitgemälde, 1835 (ausführlichere Darstellung Seyfried’s nebst Werkkatalog); Bauer, Ignaz Ritter v. Seyfried. Kurze Lebensgeschichte. Ca. 1950 (masch.-schriftl. Ms. im Musikwissensch. Institut Wien, nach B. v. Seyfried, wie auch Prietznigg); Rolland, L. v. Beethoven, 1918 + Beethoven the Creator, 1929.

Authentizität

Die Handschrift lag der Musikologin Bettina von Seyfried vor. Sie ließ an der Echtheit derselben keinen Zweifel, wenngleich die Schrift nicht der gewohnten Qualität entspräche. Letzteres mag als mit dem Inhalt korrespondierender Ausdruck tiefer Rührung gewertet werden, wie entsprechend von dem schon an der Grabrede arbeitenden Grillparzer beim Vernehmen der Gewißheit überliefert: „Da tat es einen starken Fall in meinem Innern … und wie es mir auch bei sonstigen Arbeiten ging, wenn wirkliche Rührung mich übermannte: ich habe die Rede nicht in der Prägnanz vollenden können, in der sie begonnen war“ (Kerst, a. a. O., Bd. II, Seite 249; gerade dieser unprägnante Schluß aus heutiger Sicht von größter Schönheit). Bedingt sicherlich aber auch als Ausfluß seiner die letzten fünfzehn Jahre überschattenden gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Die Jahre 1827-1829 waren gezeichnet von unheilbarem Magenkrebs in Anfangsphase; Seyfried bereitete sich auf baldigen Tod vor. 1831 verursachte die Pest spürbare finanzielle Einbußen durch Abreise zahlreicher Schüler. Mit dem hier wichtigen Ergebnis „Also machte ich mich daran, den Anfang zu Beethoven’s Studien auszuarbeiten,

nehmlich  die  biogr.  Notizen  …

ganz so, wie das Werk in der diesjährigen (sprich 1832) Ostermesse erschienen ist“ (Seyfried in seiner Autobiographie, zitiert nach B. v. S., Seite 33, Fußnote 183, wie auch die Umfeldangaben von B. v. S., SS. 32 ff. übernommen wurden). Aus dem Text selbst ergäbe sich als frühester Fixpunkt seiner Niederschrift der 2. März 1830 als dem Todestag des Rasumowski’schen Kammervirtuosen Ignaz Schuppanzigh, dem am 25. Januar bereits Franz Weiß vorangegangen war ( „ ‚Also war es!‘ denn leider sind auch schon die zwey ersten Blätter des herrlichen Trifoliums abgefallen!“ ).

Rangmäßig ist es das Manuskript zur

zweitfrühesten  Beethoven-Biographie ,

nach jener gleichfalls nur kleinen 1827er des in Freiburg/Brsg. tätigen und per 1828 in Augsburg verselbständigten Buch-/Kunsthändlers + Verlegers Johann Aloys Schlosser als eines lediglich außenstehenden Auch-Musikologen (L. v. B. Eine Biographie desselben … Hrsg. zur Erwirkung eines Monumentes für dessen Lehrer Joseph Haydn; Cooper 1996: „… has long intrigued scholars, and many have pointed out the flaws in Schlosser’s ‚Biography‘“).

Und weit vor den sich gleichen Titels anschließenden „Biographischen Notizen“ von Wegeler-Ries (1838), ersterer für die Wiener Zeit ohnehin ausscheidet, indes Ries, Schüler von 1801/05, für so wesentliche Begebenheiten wie das pianistische Kräftemessen mit Wölfl und das Leonore/Fidelio-Desaster noch nicht bzw. nicht mehr Ohren- + Augenzeuge sein konnte.

Und entsprechend noch weiter vor der Biographie Schindlers (1840), der in jener Frühzeit noch ein Kind war und seitens Beethoven’s anfangs, also frühestens 1814, überdies nur widerwillig akzeptiert wurde und zudem nur für die letzten acht Jahre Kontaktzeuge ist.

Der  Stellenwert  der  Seyfried’schen  Niederschrift  ist  somit  konkurrenzlos .

wie für die Zeit von 1853 bis 2007 wie folgt dokumentiert :

Wert-  +  Einschätzung

1853

„ Die  vorstehende  biographische  Skizze  enthält  Alles ,
was  über  des  verehrten  Meisters  Lebensverhältnisse  bekannt
und  als  wahr  verbürgt  ist“

(Henry Hugh Pierson gelegentlich der Neuausgabe der ‚Studien‘).

 

1877

„ (Die  Schilderung , siehe  unten)  steht  im  Anhang
jener  an  sich  so  sehr  gefälschten  ‚Beethoven-Studien‘  von
Ignaz  von  Seyfried , der  aber  damals  schon
mit  Beethoven  genauer  bekannt  war
und  daher  in  dieser  Sache
ein  zuverlässiger  Zeuge  ist “

(Ludwig Nohl, Beethoven nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen).

 

1907/17

„ (Seyfried’s)  persönlicher  Charakter  war  unantastbar .
Es  war  natürlich , daß  er  Zutritt  zu  den  musikalischen  Salons  erhielt ,
und  seine  Erinnerungen  an  Musik  und  Musiker  in  diesen  Jahren  dürfen  als
Ergebnisse  persönlicher  Beobachtung
angesehen  werden  …

Das  ungünstige  Licht , welches  …  auf  ihn  als  Herausgeber
der  sogenannten  Studien  Beethovens  (gefallen  ist) ,
fällt  nicht  auf  die  tatsächlichen  Berichte  über  tatsächliche  Dinge  …
und  der  Abschnitt , welcher  hier  aus  dem  Anhange  zu  den  ‚Studien‘  mitgeteilt  wird  …
trägt  alle  Kennzeichen  eines  wahrheitsgetreuen  Berichtes
aus  des  Schreibers  eigener  Erinnerung “

(Alexander Weelock Thayer, Ludwig van Beethovens Leben).

 

1926

„ Seyfried  hat  nahe  Beziehungen  zu  Beethoven  gehabt ,
vieles  gemeinsam  mit  (ihm)  erlebt
und  davon  manches  der  Nachwelt  mitgeteilt …
(S)o  sind  seine  Mitteilungen  über  Beethoven
von  großem  Wert .

…  der  Anhang  zu  (den  Studien)  wird  mit  Recht
der  vielen  Mitteilungen  über  Beethoven  wegen
noch  heute  sehr  geschätzt
und  unzähligemale  benutzt  ( so  erneut  1978  von  Salomon ) .

Er  enthält
‚ Biographische  Notitzen ‘ ,
die  für  die  Bonner  Zeit  zwar  belanglos , aber
für  Beethovens  Wirken  in  Wien  wertvoll
sind  …  Im  vorliegenden  Handbuch  wird  wiederholt
auf  Seyfrieds  Mitteilungen  hingewiesen “

(Theodor Frimmel, Beethovenhandbuch).

 

1983

„ Die  insgesamt  umfangreichste  Erwähnung
erfährt  (Seyfried)  in  der  Beethoven – Literatur “

(Bettina von Seyfried, Ignaz Ritter von Seyfried).

 

1987

„ (Seyfrieds)  Äußerungen  über  Beethoven

sind  von  großem  biographischem  Wert “

(Honegger-Massenkeil, Große Lexikon der Musik, Bd. VII,
letzterer Direktor emeritus des Instituts für Musikwissenschaft der Universität +
1972/74 kommissarischer Leiter des Beethoven-Archivs, beide Bonn.

 

Dieses durch die Zeiten tönende Unisono der Zustimmung + Wertschätzung vermag denn auch der  derzeitig  aus dem Bonner Beethoven-Haus verlautbarte einzige Mißton nicht zu verunreinigen. So denn dort

1988

„ Ich  kann  (dem  Seyfried-Manuskript)  keinen  besonderen
wissenschaftlichen  oder  sammlerischen  Wert  zuerkennen
und  halte  den  (damals  sichtbar  niedriger)  veranschlagten  Preis
nicht  für  angemessen . “

Welche Meinung hiesigerseits nur in Verbindung mit dem 1987er Wiederauftauchen der Handschrift unter dem Aspekt verständlich erscheint  –  siehe  denn  auch  per  2007  – , daß sie zwar nach Bonn gelangte, aber eben in andere dortige Hände. Denn ihr Fehlen in der Literatur bis hin zu Bettina von Seyfried’s 1983er großer Dissertations-Untersuchung, deren Wissensstand zumindest diesbezüglich auch nicht mehr für deren 1990er Typoskriptauflage aktualisiert worden ist,

macht  ihr  Wiederauftauchen

aus  doppelter  Sicht zu einem  Ereignis .

So zunächst in herkömmlichem Sinne als, so zum einen Schletterer 1892 in der ADB,

„ S(eyfried’s) gesamter musikalischer Nachlaß in den Besitz seines Schülers Binder, Capellmeisters am Josephstädter Theater (gelangte) … Da nun auch er seit 1860 ohne Erben verstarb, besteht die Befürchtung, daß

Seyfried’s  immerhin  sehr  wertvollen  Manuscripte

möglicher Weise verzettelt wurden. “

Zum andern als, so aus neuerer Sicht Sadie, vieles zwischenzeitlich in festen Besitz gelangt zu sein scheint:

„ His  works  (als  Schriftsteller)  in  manuscript  and  in  print
are  in  the  important  libraries  in  Vienna . “

Letzteres ein Schlaglicht auf deren heutige Seltenheit wirft. Wie denn generell autographe Beethoveniana dem Lauf der Dinge folgend am Markt seltener und seltener und damit kostbarer und kostbarer werden. Wechselte deren importanter Bestand der Sammlung Louis Koch beispielsweise in den 1950ern zunächst noch in die Privatsammlung Bodmer, so alsbald zusammen mit dieser ans Beethovenhaus in Bonn. Womit nahezu 800 (sic!) Autographen, Originaldrucke und Briefdokumente zu Beethoven gleich einem Paukenschlag dem Markt unwiderruflich verlorengingen, unerreichbar neuer Sammellust in Gegenwart und Zukunft.

Ereignisreich schließlich auf ganz anderer Ebene, als in spektakulärer Sache, siehe unten, von der Druckfassung abweichend. Und so dürfte anstehenden Falles denn wohl auch nur noch marginal hinzukommen, wonach

1990

„ Die  Institutionen  der  öffentlichen  Hand
ihre  eigenen  Wertmaßstäbe  (entwickeln), die  leider  nicht  immer
dem  Sammeln + Bewahren  förderlich  sind “

(F. H. Franken in der FAZ zum Erscheinen von „Internationales Symposium Musikerautographe“ des Instituts für Österreichische Musikdokumentation).

2007

„ Falls  das  Original  noch  nicht  verkauft  ist ,
würde  ich  mich  sehr  freuen , wenn  Sie  mir
den  Preis  des  wertvollen  Manuskriptes  mitteilen  würden “

(ein dem Beethoven-Haus in Bonn verbundener Musikologe in privater mail nach hier gelegentlich der Bestellung der hiesigen 1990er Manuskript-Wiedergabe nebst Transkription).

 

Das mit brauner Feder auf unbeschnittenem Bütten mit figürlichem + typographischem Wasserzeichen geschriebene und nahezu fließend lesbare – Transkription gleichwohl beiliegend – Manuskript ist

in  sich  komplett .

Bogennumeriert von I. bis IV. (I-III à 4 halbseits beschriebene Seiten, IV als einseitig beschriebenes Halbblatt) und beginnend mit – entsprechend dessen eigener Angabe –

„ Ludwig van Beethoven erblickte zu Bonn ahm 16ten December 1772 das Licht der Welt … “ (im Druck berichtigt in 17. Dez. 1770 unter Beachtung der im Manuskript vorgenommenen Satzumstellung),

endend mit

„ Wie das kunstsinnige Wien Beethovens Andenken ehrte, ist notorisch bekannt; auch Prag, Berlin, Breslau, ja die meisten Städte Deutschlands wetteiferten, dem Verewigten die letzte Huldigung darzubringen, und feyern jetzt noch alljährlich seinen Todestag auf die würdevollste Weise … Dieses (das Grabmal) wurde nun auch nach Jahresfrist beendigt, und denn feyerlich eingesegnet. / Es besteht. (Folgt Freiraum, sodann)

Über das Leichenbegängniß selbst erschien damals ein Aufsatz, dessen Authentizität von allen Augenzeugen verbürgt wird, und welcher, wörtlich abgedruckt, den Schluß dieser biographischen Scizze bilden soll.

(Folgt auf dem Halbblatt)

/: Nun wird eingeschaltet der Vorbericht zum Miserere.:/ (Folgt wiederum Freiraum, sodann)

Beylagen.

I. Rede, verfaßt von Grillparzer, und auf dem Währinger-Friedhofe gehalten von dem k.k. Hofschauspieler “

(Anschütz, doch per Seitenende zuvor abbrechend).

Obigem Hinweis auf die vorgenommene Einweihung des Denkmals folgt im Druck ein 6zeil. Zusatz über den das Restdefizit abdeckenden Franz Kirchlehner aus Nußdorf bei Wien. – Der „den Schluß … bilden soll(ende)“ Aufsatz über das Leichenbegängnis erscheint im Druck unter eigenem Titel. Statt dessen enthält der Druck 7 Schlußzeilen über (Nicht-)Verheiratetsein und Körperbau, indes das Manuskript besagtermaßen fortfährt „(Nun wird eingeschaltet der Vorbericht …)“, wohl die erst innerhalb des „Leichenbegängniß“ wiedergegebene Entstehungsgeschichte, namentlich auch hinsichtlich des Seyfried’schen Beitrages.

Ansonsten reich durchsetzt mit all jenen

begehrten  reizvollen  Handschriften-Zeugnissen

als da sind Streichungen, Umstellungen und Änderungen im Text selbst und, vereinzelt und auch von anderer Hand und auch in Bleistift, auf den hierfür eigens freigehaltenen jeweils halben Seiten, die sich dann überwiegend im Druck entsprechend berichtigt wiederfinden. Unter den das Manuskript nicht minder durchziehenden  Höhepunkten vorweg

jene  höchst  importante  Abweichung  vom  Druck

Ignaz Ritter von Seyfried, Biographische Notizen über Ludwig van Beethoven

betreffend das generöse 100 Pfund-Geldgeschenk

der  London  Philharmonic  Society ,

das den sich verarmt glaubenden Beethoven auf seinem Sterbelager vor Dankbarkeit so unsagbar erschütterte.

Am 14. März 1827, zwölf Tage vor seinem Tode, hatte Beethoven dem Freunde Moscheles geschrieben :

„ … Wahrlich ein hartes Loos hat mich getroffen! Doch ergebe ich mich in den Willen des Schicksals und bitte nur Gott stets, er möge es in seinem göttlichen Willen so fügen daß ich, solange ich noch hier den Tod im Leben erleiden muß, vor Mangel geschützt werde. Dies wird mir so viel Kraft geben, mein Loos, so hart und schrecklich es immer sein möge, mit Ergebenheit in den Willen des Allerhöchsten zu ertragen.

So mein lieber Moscheles, empfehle ich Ihnen nochmals meine Angelegenheit … “

(Kalischer 1215). – Hierzu heißt es in der Literatur :

„ Beethoven … hatte die Philharmonische Gesellschaft in London und Moscheles, der damals in England war, gebeten, für ihn ein Konzert zu arrangieren. Die Gesellschaft war großzügig genug, ihm umgehend 100 (Pfd.) zu schicken, wovon Beethoven tief ergriffen war. Sein Freund Rau erzählt:

‚ Es war herzzerreißend, ihn zu sehen, wie er seine Hände faltete
und sich beinahe in Tränen der Freude und des Dankes auflöste. ‘

„ Durch die freudige Erregung verursacht, öffnete sich in der Nacht eine seiner Wunden … “

(Rolland 1918, SS. 128 ff.). – Entsprechend Beethoven wieder an Moscheles :

„ Mit welchen Gefühlen ich Ihren Brief vom 1. März durchlesen, kann ich gar nicht mit Worten schildern.

Dieser  Edelmuth  der  Philharmonischen  Gesellschaft ,

mit welchem man beinahe meiner Bitte zuvorkam, hat mich bis in das Innerste meiner Seele gerührt … [Sagen Sie diesen würdigen Männern daß, wenn mir Gott meine Gesundheit wieder wird geschenkt haben, ich mein Dankgefühl auch durch Werke werde zu realisiren trachten … Eine ganze skizzirte Symphonie {die zehnte} liegt in meinem Pulte, ebenso eine neue Ouvertüre … Kurz alles was die Gesellschaft nur wünscht, werde ich mich zu erfüllen bestreben, und noch nie bin ich mit solcher Liebe an ein Werk gegangen, als es hier der Fall sein wird. Möge mir der Himmel nur recht bald wieder meine Gesundheit schenken und

ich  werde  den  edelmüthigen  Engländern  zeigen ,

wie  sehr  ich  ihre  Teilnahme  an  meinem  traurigen  Schicksale

zu  würdigen  weiß .]

… Ihr edles Benehmen wird mir unvergeßlich bleiben, sowie ich noch insbesondere Sir Smart (Sir George S., Londoner Verleger) und Herrn Stumpff (siehe unten) meinen Dank nächstens nachtragen werde … “

(Kalischer 1218). – Dieser Brief datiert vom 18. März 1827, am 26. starb er.

Und in diesem Sinne denn auch Schindler in seinem Bericht vom 12. April 1827 an den Verleger Schott Söhne in Mainz, der nach ärztlichem Rat auf des Meisters Bitte hin seinerseits eine großzügige Partie 20 Jahre alten Rüdesheimers auf den Weg gebracht hatte, „über die letzten Lebensstunden des gewaltigen Van Beethoven“ (CÄCILIA VI, SS. 309-312) :

„ Darauf bat er mich nochmals, nicht an Schott zu vergessen und auch der philharmonischen Gesellschaft nochmals in seinem Namen für das große Geschenk zu danken, mit dem Beisatze, daß die Gesellschaft ihm seine letzten Lebenstage erheitert habe, und daß er noch am Rande des Grabes der Gesellschaft

und  der  ganzen  englischen  Nation

danken werde! Gott wolle sie segnen … “

(Kalischer 1220).

Mit seiner Bitte um vermittelnden Beistand hatte sich Beethoven am 8. Februar an Stumpff (der Harfenfabrikant J. A. St., der den Meister kurz zuvor erst mit „der großen Prachtausgabe der Werke Händels“ unendlich erfreut hatte, hier irrtümlich mit Max St. übertitelt; vgl. Register und Anmerkung zu 1034) und am 22. Februar an Sir Smart und Freund Moscheles, alle London, gewandt. Sein nachfassender Brief an letzteren vom 14. März hatte sich mit dem schönen Antwortschreiben des ersteren vom 1. März gekreuzt, in dem sich Sätze finden wie

„ Wie sehr mich die Nachricht erschreckt und mit Schmerzen durchdrungen … kann ich mit Worten nicht ausdrücken! … oft stehe ich im Geiste in der Stube an dem Bette des Leidenden und frage so offen, so ängstlich den Arzt … und möchte ihm gerne die Versicherung abnöthigen, daß die Krankheit nicht gefährlich, und daß der Kranke bald gänzlich wiederhergestellt sein würde! … könnten heiße herzliche Wünsche eines Freundes die Genesung bewirken, so würden die Herzen Ihrer Verehrer bald auf den Wogen einer Ihrer Brust entströmten Dank=Symphonie zu dem sich erheben, der nur allem helfen kann …

Ihrem Wunsche gemäß, habe ich ohne den geringsten Verzug die Hrn. G. Smart und Moscheles für die gute Sache gewonnen, sowohl als die Direktoren der Philh. Gesellschaft davon benachrichtigt, worüber dann sogleich berathschlagt wurde:

daß  fürs  erste  ( sic! )  eine  Summe  von  100  Pfund

sogleich an den Baron Rothschild hier eingehändigt, mit der Bitte solche mit ersterer Post an Baron Rothschildsche Haus in Wien zu remittiren … “

(Kalischer 1200). – Hierzu berichtet Seyfried

nur  hier  im  Manuskript ,

also auch nicht zuvor 1828 in der „Caecilia“, daß der Jugendfreund Stefan von Breuning als nur wenige Wochen später (4. 6. 1827) seinerseits verstorbener Testamentsvollstrecker diese nicht mehr in Anspruch genommene Gabe zurückgegeben habe :

„ Das Gesammt-Vermögen belief sich beyläufig auf 20000 fl – im Druck benannt mit 9000 fl. Conv. Silbermünzen zuzgl. 125 St. Duc. Außenstände – , wodurch das Gerücht: daß B. nahe daran war, Mangel zu leiden, bündig entkräftet wird.

Aus  diesem  Grunde  wurde  auch  die  aus  England
großmüthig  überschickte  Unterstützung  von
(nicht  genannten  100)  Pfund  Sterling
durch  den  Testamentsvollstrecker  H.  Hofrath  von  Breuning ,
mit  dankbarer  Erkenntlichkeit  remittirt . “

Diese in Verbindung mit

einem  der  bewegendsten  Momente  im  Leben  Beethoven’s

stehende

England-Passage  von  schönster  Aussage ,

zu der im Manuskript auch keine Änderung erfolgte,

fehlt  im  Druck .

Als Forschung und Allgemeinheit gleichermaßen faszinierend des weiteren herausgehoben der hier gleichfalls

erstmalige  Bericht

über die die Literatur als geradezu legendär bis heute beschäftigende Improvisationsmächtigkeit Beethoven’s. Wie Generationen später seitens von Dommer’s für die ADB rekapituliert :

„ Namentlich der hinreißenden Gewalt seiner Improvisation hat nicht leicht jemand widerstehen können, das bestätigen

aus  seinen  Biographien  bekannte  Erzählungen . “

Und Reclams Konzertführer konstatiert noch heute :

„ Seine  Kunst , frei  zu  fantasieren ,

wird  als  einzigartig  geschildert . “

Dazu Seyfried’s Erinnerung (Nohl:

„ Jetzt  aber  folgt  die  Scene  eines  Ringkampfes  … “ )

als  Ohren-  und  Augenzeuge  von  Anfang  an ,

also auch bei den Soirees im Hause Wetzlar (Baron Raymund von W., Protecteur Mozart’s, zu dessen „wahren guten Freunden“ der „reiche getaufte Jud“, so M. im Brief vom 24. 11. 1781 an den Vater, gehörte, der auch Wölfl beste Empfehlungen mitgegeben hatte), auf denen Beethoven und Joseph Wölfl (Salzburg 1772 – 1812 oder 1814 bei London, „Clavierspieler außerordentlichster Art“, ADB; Beethoven widmete ihm seine 1796er Klaviersonate, Die „verliebte“ Sonate, op. 7) miteinander wetteiferten, eigens geführt als Ereignis sui generis in Kerst’s periodischer Auflistung,

„1798. Klavierwettkampf  mit  dem  Virtuosen  Wölffl .“ :

„ Dort verschaffte der höchst interessante Wettstreit beyder Athleten nicht selten … einen unbeschreiblichen Kunstgenuß; jeder trug seine jüngsten Geistesproducte vor; bald ließ der Eine oder der Andere den momentanen Eingebungen seiner glühenden Phantasie freien, ungezügelten Lauf; bald setzten sich beyde an zwey Pianos. improvisirten wechselweise über gegenseitig sich angegeben Themas, und schuffen also gar manches vierhändige Capriccio, welches, hätte es im Augenblicke der Geburt zu Papier gebracht werden können, sicherlich der Vergänglichkeit getrotzt haben würde. –

„ An mechanischer Geschicklichkeit dürfte es schwer, vielleicht unmöglich gewesen seyn, Einem der Kämpfer vorzugsweise die Sieges-Palme zu verleihen … Im Phantasieren verleugnete Beethoven schon damals nicht seinen mehr zum unheimlich Düsteren sich hinneigenden Charakter; schwelgte er einmal im unermeßlichen Tonreich, dann war er auch entrissen dem Irrdischen … jetzt brauste sein Spiel dahin gleich einem wild schäumenden Cataract, und der Beschwörer zwang das Instrument mitunter zu einer Kraftäusserung welcher kaum der stärkste Bau zu gehorchen im Stande war; nun sank er zurück, abgespannt, leise Klagen aushauchend …  wieder erhob sich die Scala, triumphirend über vorübergehendes Erdenleiden, wandte sich nach oben in andachtsvollen Klängen … Doch, wer vermag zu ergründen des Meeres Tiefe? Es redet in geheimnisreicher Sprache, deren rethselhafte Hierogliphen nur der Eingeweihte zu lösen ermächtigt ist! –

„ Wölfl hingegen, in Mozarts Schule gebildet blieb immerdar sich gleich; nie flach, aber stets klar, und eben deswegen der Mehrzahl zugänglicher … Noch ein ganz eigenthümliches Vergnügen erwuchs dabey dem vorurtheilsfreyen, unbefangenen Beobachter im stillen Reflectieren beyder Mäcenaten (Fürst Lichnowsky von der Beethoven-, Baron von Wetzlar von der W.-Partei). Wie sie in gespannter Aufmerksamkeit den Leistungen ihrer Schützlinge lauschend folgten, beyfallspendende Blicke sich zusandten … “

Dies  also  nun  hier  als  Autograph

eines  solchermaßen  begnadeten  Dabeigewesenen !

Der im übrigen auch schon gleich zu Anfang vorwegnehmend hierzu vermerkt :

„ Aber das eigentliche Feld der Ehre des genialen Kunstjüngers war die freie Phantasie und die Fertigkeit, ein aufgegebenes Motiv zu bearbeiten, und thematisch durchzuführen; worin er, wie Gerber (Lexikon der Tonkünstler, 1812/14) … erzählt, zu Cöln, vor den gelehrten Componisten Junker aus dem Stehgreife eine höchst ehrenvolle Probe ablegte. “

Die  Quelle  des  direkt  Mitbeteiligten

– auch in puncto nicht in die „Biographische(n) Notitzen“ eingeflossener physiognomischer Beobachtungen diente Seyfried als solche – ist dieser aber auch für das Desaster der ersten Fidelio-Aufführungen, worüber er in den hiesigen „Biographischen Notitzen“ berichtet :

„ Der jetzt zu einem europäischen Ruf gelangte Fidelio ging damals unter einer keineswegs glücklichen Constellation in die Scene … Auch für die Prager-Bühne entwarf B. eine neue, minder schwierige Ouverture … Im Verlauf der nächsten Jahre wählten die Regisseure des Kärtnerthortheaters … diese Oper zu ihrer Benefice-Vorstellung. Sie erhielt nunmehr ihre jetzige Gestalt, sie wurde in 2 Akte abgetheilt, und mit der imposanten Ouverture in E Dur ausgestattet. Aber auch diese war am ersten Abend (23. 5. 1814) noch nicht complett ausgeschrieben, und mußte Aushilfsweise durch jene zu den Ruinen von Athen … supplirt werden. “

 

In  diese  unerhörteste  Schaffensperiode

– für die von Dommer in der ADB die Zeit von 1800 bis etwa 1812/13 sieht, indes sich Rolland näher am Meister selbst orientiert :

„ The Eroica and the Appassionata were in Beethoven’s eyes the culminating peaks of his genius. Speaking generally, the works of this period of three years (1803-1806) remain his favourites until near his death … Among these privileged works Leonora occupies a special position. He placed it on the same height as the others, and he loved it more because it had suffered more … It is one of the Great Days of music. It  inaugurates an era “ (Beethoven the Creator, 1929, SS. 207 + 101). –

also  fällt

der  enge  Kontakt  zwischen  Beethoven  und  Seyfried ,

dessen Skizzierung die anstehenden „Biographischen Notitzen“ enthalten.

„ Von diesem Zeitabschnitte an datirt sich hauptsächlich der innige Freundschaftsbund mit dem Herausgeber dieser Blätter. Wir herbergten unter einem und demselben Dache, waren tägliche Tischgenossen … Alles was sein nie ruhender Genius in dem beschränkten Raum zweyer Jahre (Anmerkung: in teils erst Ansätzen) erschuf – die wundervolle Leonore, das Oratorium: Christus am Oehlberge, das Violin-Concert, die Sinfonia eroica, und pastorale, so wie jene in C-moll, die Pianoforte=Concerte in G, Es, und C-minore, welche er sämmtlich für mehrere, zu seinem Vortheile veranstalteten Academien setzte, und

„ mit  dem , unter  meiner  Leitung  stehenden ,

sehr  tüchtigen  Orchester  produzirte , –

alle  diese  Bürgen  der  Unsterblichkeit  war  ich  so  glücklich ,

zuerst  bewundern  zu  können . “

Mit den Geburtswehen dieser Kinder ist von Seyfried’s Name auf immer mitverbunden. Wir müssen uns dies vor Augen halten, wenn wir uns der geistigen Ein-, sprich Wertschätzung dieses Autographs nähern wollen .

Entsprechend denn auch Felix von Weingartner in Erinnerung eines Gesprächs mit der greisen Sopranistin Grebner als Mitwirkender der 1824er Uraufführung der Neunten, deren Partitur übrigens Seyfried als einer der Frühesten 1828 verständnisvoll besprochen hatte (Nef, Die neun Sinfonien Beethovens, 1928, SS. 264 + 308) :

„ Es war tief rührend … und dabei in ihr Auge zu blicken, das den größten Tondichter noch leibhaftig erschaut hatte “

(wiedergegeben bei Kerst, Die Erinnerungen an Beethoven, 1913, Bd. II, SS. 81 f.).

Und welchen Ranges Seyfried sich zu seiner Zeit erfreute, belegen die 1700 Aufführungen seiner Eigen-Kompositionen, womit er „bei weitem an der Spitze (stand), gefolgt von Wolfgang Amadeus Mozart mit 400“. Seine bleibende kompositorische Leistung indes sah Schletterer vor 100 Jahren in seinen Kirchen-Kompositionen, um mit den Worten zu enden :

„ Er  war  ein  ebenso  großer  Künstler  als  liebenswürdiger  Mensch .

Sein  Porträt , von  Kriehuber  lithographiert , erschien  (1829)  in  Wien .“

(Das von Alois Martin Stadler, 1792-1841, geschaffene Bildnis
erschien als Lithographie 1846 bei J. Höfelich.)

All diesem entsprach die Anzahl (92) seiner bis aus Petersburg, Moskau, Odessa, Amsterdam, Hamburg, Kopenhagen, Mailand und auf teils klangvolle Empfehlungen hin seit 1803, im wesentlichen aber wohl erst nach 1825, um ihn versammelten Schüler.

Sein Leichenbegängnis gestaltete sich „unter einem ungeheuren Zudrange von Menschen aus allen Volksklassen“ entsprechend. Und das „Österreichische Morgenblatt“ vom 1. September 1841 reihte ihn ein

„ in  die  Gesellschaft  der  unsterblichen  Tonkünstler

Beethoven  und  Franz  Schubert  …

Er  ist  in  ihrem  Bunde  der  Dritte ‘ …“

Seinen Klavierunterricht hatte er nach Philosophie- und Jurastudien bei W. A. Mozart und L. Kozeluch erfahren, während ihn Joh. Gg. Albrechtsberger (1736-1809), der berühmte Theoretiker und Lehrer auch Beethovens, Hoforganist und Kapellmeister am Stephansdom in der Kompositionslehre unterwiesen hatte, wie auch der ihm freundschaftlich verbundene P. von Winter. 1797-1801 war er Kapellmeister an E. Schikaneders Freihaus-Theater, anschließend, bis 1825, am Theater an der Wien.

„ Seit 1803 (Nohl: seit 1800, Thayer von 1802-1805) war er mit Beethoven befreundet (‚zu dessen wärmsten Verehrern er zählte‘, ADB) und

dirigierte  1805  ( recte 1806 )

die  beiden  Aufführungen  der  zweiten  Fassung  des  ‚Fidelio‘ “

(Honegger-Massenkeil).

Über gedachte Stabführung als Ganzes, oder auch nur teilweise (Kinsky-Halm: Leonoren-Ouvertüre III) unter Einschluß auch der Uraufführung und ihrer beiden Wiederholungen 1805 urteilt die Literatur unterschiedlich. Die zeitgenössischen Rezensionen sind diesbezüglich so wenig ergiebig wie die Erinnerungen der Zeitgenossen zuverlässig erscheinen. Und Bettina von Seyfried übt sich insbesondere auch zur Frage bestimmter Aufführungen in größter familiärer Zurückhaltung, verweist aber auf Seyfried selbst und dessen Mitteilung in der „Caecilia“ (1828, S. 219):

„ Die Symphonien und Concerte, welche (Beethoven) bei seinen Beneficen im Theater an der Wien zum erstenmale producirte, das Oratorium,  und  die  Oper, studierte ich selbst, nach seiner Angabe, mit dem Sänger-Personale ein, hielt alle Orchester-Proben, und leitete persönlich die Vorstellungen. “

Entsprechend  Beethoven  selbst

mit Brief vom April 1806 an den ihm befreundeten Pizarro-Sänger Friedrich Sebastian Mayer (auch Meier, 1773-1835, Schwager Mozarts) :

„ ich bitte dich den Hrn. v. Seyfried zu ersuchen,

daß  er  heute  meine  Oper  dirigiert ,

ich will sie heute selbst in der Ferne ansehn und anhören … “

(Kalischer 105).

Gesichert schließlich, daß er die Choralmusik zur Totenmesse schrieb, die dann auch sein eigenes Leichenbegängnis begleitete. „Nach der heiligen Einsegnung wurde der Leichnam auf einem vierspännigen Paradewagen unter Fackelbegleitung … auf den neuen Währinger Friedhof hinausgeführt“ (B. v. S., Seite 36).

Dies denn also der Mann, dem wir das vorliegende Autograph dieses

zeitgenössischen  Dokumentes

von  großer  Wärme

und  Schönheit  des  Ausdruckes

verdanken. Dessen Schriftzüge zumindest mit widerspiegeln, welche Anteilnahme hier die Feder geführt hat. Damit aber Saiten zum Klingen bringend, wie sie nur eine Handschrift zu rühren vermag. Denn

„ nur  von  der  Seele  her  …  kann  die  Schönheit

und  der  geistige  Wert  der  Autographen

verstanden  werden “

( Stefan Zweig ) .

Als musikalischer Schriftsteller – schreibt Wurzbach – „veröffentlichte (er) meist anonym (wie auch hier) …

„ In allen diesen … Artikeln sind ein rechter Schatz treffender Bemerkungen und den Gegenstand gründlich erfassender Urtheile, ferner in Biographien zuverlässige Beiträge niedergelegt. “

Speziell anstehenden wertet v. Dommer als eine jener

„ nicht lange nach (Beethovens) Tode erschienenen Schriften von Personen, die ihn noch gekannt haben und ihm nahegestanden haben … als Zeugnisse Mitlebender … (aus denen) man … sein Charakterbild doch am deutlichsten (wird) sich zusammensetzen können. “

Und da neben Seyfried’s Beitrag in der „Cäcilia“ praktisch auch kein zeitungsbiographisches Material existiert, nicht einmal Grillparzers Grabrede diesbezügliches enthält – Nekrologe der Leipziger musikal. Zeitung vom 28. 3. + der Berliner Nachrichten vom 5. 4. 1827 machen in Seyfrieds 1832er Anhang ganze 1½ bzw. 2½ SS. aus – , genießt Seyfrieds für „Notizen“ recht umfangreiche Niederschrift gegenüber Schlosser die Qualität der auf einem „über drei Decennien bestandene(n) freundschaftliche(n) Verhältnis“ fußenden Authentizität. Gestützt zudem von einer „Bruderschaft in Apollo“

(so Beethoven im Herbst [?] 1822 an Seyfried :

„ Mein lieber werther Bruder in Apollo!

Meinen herzlichen Dank für die Mühe, welche Sie sich um mein  menschliches  Werk gegeben, und ich freue mich, daß auch das Gelingen allgemein anerkannt geworden; ich hoffe, daß Sie mich nie vorbeigehen, wo ich im Stande bin, Ihnen mit meinen geringen Kräften zu dienen. Die löbl. Bürgerschaftscommission ist ohnehin von meinem guten Willen genugsam überzeugt; um ihr diesen neuerdings zu bethätigen, werden wir uns einmal freundschaftlich besprechen, auf welche Art ihr am besten gedient sei. – Wenn Meister wie Sie an uns Theil nehmen, so dürfen die Schwingen wohl nie lahm werden.

Mit herzlicher Hochachtung Ihr Freund

Beethoven. “

[Kalischer 849 mit dem Bemerken „Es war 1822 als Beethoven zu Ende September seine große fugierte Ouvertüre in C-dur zur Eröffnung des Josefstädter Theaters zur Aufführung brachte … In einem Konzert für den Bürgerspitalfonds, das Seyfried dirigierte, ward diese Ouvertüre ebenfalls zur vollen Zufriedenheit des Meisters vorgeführt. Seyfried erwarb sich so dieses enthusiastische Anerkennungsschreiben Beethovens … “] )

als einem Sockel der älteren Bekanntschaft, der gemeinsamen Arbeit, der Hausgenossenschaft während, es sei wiederholt,

„ one  of  the  Great  Days  of  music , “

wie unter den Biographen somit ausschließlich Seyfried qualifizierend, dessen gutes und herzliches Verhältnis zu Beethoven „in der Tat aus (dessen) Briefen hervor(geht)“ (Nohl). Dies alles denn also

die  nachvollziehbaren  Kriterien

anstehenden Manuskriptes, betreffend

die  miterlebte  Biographie

eines Lebens, von dem es 165 Jahre nach dessen Ende heißt :

„ From the day he died, Beethoven has been immortal. Other composers – Bach, Mozart, Schubert, Bruckner, Mahler – took years and years to achieve similar status … ‚No living man (so Grillparzer’s Grabrede, siehe oben) enters the halls of immortality. The body must die before the doors are opened. He whom you mourn is now among the greatest men of all time. Unassailable forever‘ … for it is a reminder that in Beethoven’s genius there was indeed ‚the surest promise of immortality‘. Is Mozart similarly blessed? Is Bach or Schubert, or any of the other composers whose music we continually celebrate and to whom posterity has awarded the worth of greatness? The answer, I think, is no. At least, I don’t believe that Mozart and all are immortal in the same way that Beethoven is … And (so) it is no wonder that Beethoven’s exalted position has never been seriously threatened … it seems that many of the ideas born of that spirit took permanent hold in Western Culture … Beethoven was of his time, but he is also of our time, more so than any of his mates in the Great Composer’s Hall of Fame. Eighteen years after his death he was memorialized in Bonn, 165 years after his death he is being memorialized in St. Louis, probably for the same reasons “

(James Wierzbicki, St. Louis Post-Dispatch, September 13, 1992).

Und für einen der bewegendsten Momente im Leben dieses Unsterblichen denn

obige  druckunbekannte  Passage

nur  hier

im Manuskript. In Verbindung mit einer ganz großartig noblen Geste. Der der London Philharmonic Society. Die „der Sterbende … über Land und Meer um Hilfe“ angerufen hatte (Stefan Zweig, Sinn und Schönheit der Autographen).

Handschriftlich hier von dem Manne, dem man seinerseits nachrief :

„ Ihr  aber  Freunde

schenkt  (Ignaz  von  Seyfried’s)  Andenken  eine  Träne ,
er  war  nicht  nur  ein  großer  Künstler ,
er  war  auch  ein  –  großer  Mensch !
Sein  ganzes  Leben “

(August Schmidt 1841 in dem sich über drei Ausgaben erstreckenden Nekrolog in der „Allgemeine(n) Wiener Musikzeitung“, dann nochmals, unwesentlich verändert, 1848, in dessen „Denksteine“, zitiert nach B. v. Seyfried).

 

DER  ERHALTUNGSZUSTAND

gesamthaft bestens bei leichter Bräunung der ersten + letzten Seite, kleinen Bugfaltenhinterlegungen und solchen von zwei unwesentlichen kleinen Tintendurchbrüchen. Adäquat hierzu denn auch

DIE  PRÄSENTATION

Beethoven - Seyfried, Biographische Notitzen

in allseits eingeschlagener, vitrinenwirksamer Ziegenleder-Mappe mit dem
facsimilierten  Titel
„ Biographische  Notitzen.  (über)  Ludwig  van  Beethoven “
in  Blindprägung .

 

Würdig  seines  hohen  Ranges  als  eines  einzigartigen  Dokumentes

„ eine(r)  der  fruchtbarsten  Perioden

Beethoven - Seyfried, Biographische Notizen

des  abendländischen  Musiklebens “

(Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Angebots-Nr. 15.049  /  Preis auf Anfrage

 

Zuletzt aktualisiert am 3. Oktober 2008.

 


 

„ Ich bin sehr zufrieden mit dem Objekt, dem Versand und auch mit der sorgfältigen Verpackung. Danke! “

(Herr N. B., 3. Januar 2003)