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Das silberne AlterHogarth, William (1697 London 1764). Der (doppelte) Betrug. Der überraschende Besuch des reichen Juden bei Mary Hackabout, bei dem er seine Mätresse recht eigenwillig erlebt und nebenbei seine Uhr einbüßen wird. Im Hintergrund führt Mary’s Zofe den vom vorabendlichen Maskenball mitgebrachten ordinäreren Freier auf Zehenspitzen hinaus. Von dessen Abgang soll denn auch der Lärm des umgeworfenen Teetischchens ablenken. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Pl. 2. / Designed by W. Hogarth. / Engraved by T. Cook / London, Published by G. G. & J. Robinson, Paternoster Row, June 1st. 1798. sowie Serientitel. 36,3 x 41,5 cm.
Harlots Progress II. – Harmonischer Abdruck von schöner Hell-Dunkel-Wirkung auf festem Papier. In der rechten unteren Ecke des Papierrandes ganz schwacher Wasserstreifen. Im übrigen – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – in dessen ursprünglichem Folio-Format. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). – Das zweite Blatt des Weges einer Dirne und zugleich deren gesellschaftlicher Höhepunkt:
(Lichtenberg). Die Bilder an der Wand im Hintergrund spiegeln und untermalen das Geschehen. Deren ersteres, oberhalb des Liebhabers der letzten Nacht plaziert, zeigt Jona neben dem über Nacht durch den giftigen Stich eines Wurmes verdorrten Baum als Symbol des nun zerstörten Verhältnisses zwischen Mary und ihrem vermögenden Beschützer. Daneben in Anspielung auf den Juden, der „sich eine christliche Mätresse hält und so gegen seine Religion verstößt“ (Hogarth-Katalog Zürich, 1983) und in Parallelität zu dem Teetisch als weitere alttestamentarische Szene die umstürzende Bundeslade, entgegen dem Verbot des Herrn und mit entsprechenden Folgen von Ussa, dem Sohn des Abinadabs, gestützt. Darunter schließlich noch das Portrait des Freidenkers Thomas Woolaston (1670-1733), der „eine Vertheidigung der christlichen Religion gegen die Juden geschrieben (hat)“ (Lichtenberg). Die um 1730 entstandenen malerischen Originale dieser insgesamt sechs Stationen umfassenden Buhlerin-Suite fielen übrigens schon um 1755 einem Feuer zum Opfer.
– – – Dasselbe in Hogarth’s Eigen-Radierung im 1744er 3. Zustand. Bezeichnet: Plate 2. / † / Wm. Hogarth invt. pinxt. et sculpt. 31,8 x 38,2 cm.
Abbildung Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 14 (4. Zustand). – Schöner, kontrastreicher Abdruck, vielleicht aus der von Boydell von 1790-1809 herausgegebenen Gesamtausgabe auf festem Papier von geradezu extremer Breitrandigkeit. Verschiedene kleinere Einrisse rechts und unten säurefrei hinterlegt.
– – – – Dasselbe in Hogarth’s Eigen-Radierung, wohl von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“). – Auf festem, überaus breitrandigem Papier.
– – – Dasselbe in Kuperstich von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim 1779 – Wien 1843). (1818/23.) Bezeichnet: 8. / Plate 2. 21,1 x 26,7 cm.
– – – Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher ebda.). Bezeichnet: 8. / Plate 2. / Hogarth inv. pinx. Riepenhausen del. sc. 20,6 x 24,7 cm. – Abdruck auf besonders festem Papier, wohl um 1850. – Im weißen Rand schwach leimfleckig. – Riepenhausens Stiche nach Hogarth („sehr schätzbar“, Nagler) zählen zu seinem Hauptwerk und werden nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen den Hogarth’schen Kupfern teilweise sogar vorgezogen.
– – – Dasselbe in Lithographie. (1833/36.) Bezeichnet: 14. / Lith. v. Böhme / Der Weg einer Buhlerin. 2tes. Blatt. 20,2 x 21,2 cm. – Ausführlicher Untertext à la Lichtenberg in Deutsch.
Komplette Exemplare der Folge sowie weitere Einzelblätter verfügbar .
(Mrs. B. F., October 24, 2007) |