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„ DOEBEL – der … PRAKTIKER “der RidingerzeitDöbel, Heinrich Wilhelm. Neueröffnete Jäger=Practica Oder der wohlgeübte und Erfahrne Jäger, Darinnen Eine vollständige Anweisung zur gantzen Hohen und Niedern Jagd=Wissenschaft in Vier Theilen … Alles aus vieljähriger eigenen Praxi gründlich und deutlich beschrieben … Nebst einer Vorrede des Herrn Cantzlers (Reichs)Freyherrns von Wolf. 3. verb. und sonderlich in Forstsachen sehr vermehrte Aufl. 4 Tle. in 1 Bd. Lpz., Joh. Sam. Heinsius, 1783. Kl.-2°. Mit mehreren auch figürl. Holzschn.-Vign- und -Illustrationen und 21 Faltkupfern (20 ca. 35 x 40, eines 35 x 19 cm, alle komfortabel auf blattgroßes blaues Bütten gefalzt). 13 unnum. Bll. Titel, Vorworte + Inhalt, 148, 264, 192, 108 SS., 32 unnum. Bll. Reg. Späterer hellbrauner HSchws.-Ldr.-Bd. mit gepr. Rückentitel + -Fileten, Ldr.-Ecken m. Fileten, dunkelbraun-marmor. Deckelbezügen und blaugrauem Spiegel + Vorsatz.
IVon den Eigenschaften des eigentlichen und des Feder=Wildes, den Hunden und deren Abrichtung, Pflege und Cur, wie auch von Anlegung einiger Wild=Bahnen und Gehäge.
IIVon den mancherley Arten der Jagden, den zu einer jeden gehörigen Geräthe und dessen rechten Gebrauche. Hierin unter vielem einschlägig Anderem Von der Parforce=Jagd / Was zu Einrichtung einer völligen Jagd=Equipage oder Parforce=Jagd gehöre / Von Erziehung der jungen Hunde / Von der Fütterung der jungen Hunde / Von den Parforce=Pferden / Die Vorsuch zur Parforce=Jagd / Von Einjagung der jungen Hunde / Wie die Parforce=Jagd=Hunde, ehe sie zum völligen Jagen gebraucht werden können, in Arbeit und Athem gesetzt werden / Die Anjagd, den Hirsch par Force zu fangen / Wie es bey der völligen Jagd ferner gehet / Wie die Hunde zu pflegen, und bey Gesundheit zu erhalten / Recepte vor allerhand Kranckheiten der Hunde / Von Haltung des Hubertus=Festes / Vom Pürschen oder Schiessen / Wie ein Hirsch=Ruff gemacht und gebraucht wird / Von der wilden Sau=Pürsche / Vom Reh=Blatten / Von der grossen Brach=Vogel=Pfeiffe / Von dem Schnepflein=Grießhuhn= und Sandläuffer=Pfeifflein / Von der Kuckucks=Pfeiffe / Von der Feder Wildpret=Jagd (Kap. 136-217, SS. 171-264).
IIIVon der Beschaffenheit der Holtzungen und andern zum edlen Weidewerck gehörigen Wissenschafften. IVVon allerhand nöthigen Jagungs=Sachen, und Beschaffenheit der Höltzer. – Hierin unter anderem
Einige Anmerckungen von des edlen Hirsches Eigenschaften, so im ersten Theile übergangen worden / Vom unrechten Geniessen des Leit=Hundes / Von den bekanntesten Namen der Parforce=Hunde / Von der Fischerey (SS. 64-108). Die sorgfältig gearbeiteten Kupfer , deren eines die Signatur von Joh. Gottfried Krügner d. J. (1714 Leipzig 1782) aufweist, illustrieren die technischen Details des Ganzen, wie denn u. a.
Wie die Instrumente zum Abstecken der Alleen, Stell=Flügel und Jagens=Läuffte zu verfertigen seyn / Vorstellung von Verfertigung der Alleen, besonders zu einer achteckigen Stern=Allee (dito zu sechseckiger) Tücher, Netze, Lappen / Von einem Zeug-Wagen / Prospect Eines eingerichteten Haupt Jagens nebst dem Laufft (Löchlein im Fuß eines Beteiligten unten rechts) / Laufft zum Hirsch=Jagen / Jagt Schirm / Laufft zum bestætigten Hirsch(und Sau-)jagen / Ein Contra Jagen / Ein gantz runder Laufft / Grundriß zu einem Laufft / Ein Jagen mit einem gebrochenen Lauffte / Ein Laufft mit geraden Flügeln und einer Rundung + Noch eine Vorstellung von einem Lauffte zum Sau=Jagen / Fangeisen / Schlagbäume / Höhenmessung der Bäume / Holtz=Ausmessung / Schnell-Fallen für verschiedene Raubtiere + Spiegel zum Lerchen=Fang . Döbel’s Jägerpractica ist „ DAS ZWEITE DEUTSCHE FORSTLICHE WERK VON BEDEUTUNG “
(Heß in der ADB, Bd. V [1877], SS. 284 f.). Im Gegensatz zu letzterem mißt noch 12 Jahre später Meyers Konv.-Lex., s. o., „dem Döbel“ in seinen ersten drei Auflagen wesentlich mehr als nur historischen Wert zu und resümiert
DÖBEL (geb. 1699), dessen Vater reitender Förster in Güntersberge wurde, kam aus traditionsreicher Jäger- und Försterfamilie. Von der Pike auf lernend, wurde er schließlich Oberpiqueur Friedrich Augusts II. bei der Jägerei Hubertusburg und Oberförster. Der 7jährige Krieg hat seine Spuren verwischt, doch scheint er sein Leben nach 1760 bei seinem einzigen Sohn, dem Oberst und Oberstallmeister Friedrich Rudolf von Döbel, in Warschau oder Pleß, Schlesien, beschlossen zu haben. SEHR SCHÖNES EXEMPLAR , nahezu absolut fleckenlos, nur zwei säurefrei hinterlegte winzige Randeinrißchen und besagtes obiges Tafellöchlein. Zu den Hölzern verschiedentliche saubere Randnennungen der lateinischen Namen in Bleistift. – Spiegel + Vorsatz (letzterer 3blättrig unter Verwendung je eines alten Papiers) erneuert, Stehkanten der Deckelbezüge bestoßen.
(Mr. M. M., June 13, 2006)
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