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„ … has a more graceful figure stylethan most Flemish genre painters “( Peter C. Sutton , 1993 )HIER denn HERMES/MERKUR –Patron der Herden + WEGEGOTTHerp, Willem (Guilliam) I van (ca. 1614 Antwerpen 1677). Merkur bei der Bauernfamilie. Tischszene mit Weinausschank in behaglichem Interieur mit zwei Fruchtkörben, in deren größerem u. a. blauer + grüner Wein. Links Fenster und umgeworfener Stuhl, rechts am Kamin Faß und zusammengerollte Katze. Öl auf Kupfer. 26 x 34,5 cm. Zeitspurige alte Rahmung mit Signatur-Schildchen unter Bildabdeckung beidseits und unten. Mit Expertise von Paul Wescher (zwischen 1925 und 1946 regelmäßiger Mitarbeiter von OUD HOLLAND, der 1883 begründeten Zeitschrift des Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie) :
Sympathische Arbeit von warmbrauner Tönung des Antwerpener Kleinmeisters „der weiteren Rubens-Nachfolge“, dessen und Jacob Jordaens’ Einflüsse erkennbar seien. Doch, so Bernt weiter, „ Seine Interieurs , häusliche Beschäftigungen oder Mahlzeiten , zeigen trotz der Beeinflussung einen persönlichen Stil “, illustriert an dem untergegangenen Berliner „Satyr bei der Bauernfamilie“ („Hauptwerk“, Wurzbach, 1906, dieser im übrigen „Er malte in der Art des Rubens, unter dessen Werken v. d. Branden – Geschiedenis der Antwerpsche Schilderschool, 1883 – seine Arbeiten vermutet“). Entsprechend unbekannt in seinen Lebensverhältnissen erschien Herp (irrig als Gerard vermutet) schon Nagler (1838) –
– und 1923 resümieren Thieme-Becker:
Und schließlich in jüngster Zeit Peter C. Sutton (The Age of Rubens, 1993, SS. 438 + 66) :
Denkbar für hiesige Arbeit auch eine Zugehörigkeit zu jener Gruppe, von der es bei Sutton heißt:
Eine Stütze hierfür könnte sich auch daraus ergeben, daß, so Sutton,
Dem Erzählreichtum der Herp’schen Kompositionen nachzugehen, verspricht reizvolle Beschäftigung. So verwundert sich der Satyr des im letzten Kriege untergegangenen Berliner Bildes, „dass die Menschen sich durch den Athem das Essen kalt machen, während sie sich vorher durch den Athem die Hände erwärmt haben“ (Nagler). Ein im Antwerpen der Rubenszeit wiederholt aufgegriffenes Thema, fußend „auf der Tradition der 1567 geschaffenen Æsop-Illustrationen des Gheeraerts“ (hier Æsop-Phaedrus, Fabel 126), vor van Herp ausgeführt auf dem Berliner Bild des Johann Liss (Katalog Bln.-Dahlem, 1975, KFMV 245), auf dem der Satyr mit geradezu „abwehrender Gebärde … von seinem Platz (aufspringt. Denn) … Auf solche Zweideutigkeit will der bocksbeinige Waldgeist aus dem Gefolge des Weingottes Bacchus die Freundschaft mit dem Bauern nicht gründen. Ohne Verständnis für die mißtrauische Reaktion blicken die Menschen ihn an“, so A. T. Lurie im Augsburger Ausstellungskatalog Johann Liss, 1975, Nr. A9. Auch bei hiesiger Mercur-Visite ist die Debatte greifbar . Die Einbettung ins bäuerliche Umfeld ergibt sich aus der Genesis dieses „sehr alte(n) griech. Gott(es), dessen Heimat wahrscheinlich Arkadien ist … Schon im homerischen Hymnus gilt er als Sohn des Zeus und der Maia, auch seine Neigung zu listigen Bosheiten besteht schon früh, sie äußert sich in den Geschichten vom Rinderdiebstahl. Vielleicht hat ihn dieser Charakterzug zum Götterboten gemacht … Seinem alten Wesen entsprechend gilt er zugleich als Schutzgott der Herden und als Wegegott “ (Jahn). Auf gutem Fuße mit ihm zu stehen, lag somit im Interesse der Landleute. Der im Gegensatz zu Herp’s sonstiger Handbildung etwas klobig wirkenden, gegen das Feuer gehaltenen Rechten des Gottes mit abgespreiztem Daumen begegnen wir auch bei der Linken der am Tisch sitzenden Bäuerin eines Familienschmauses der seinerzeitigen Sammlung Kommerzienrath Faber in Stuttgart (Katalog 1870, Nr. 76), der in den 1980ern wieder am Markt war. An die Nacktheit Herp’scher Figuren erinnerte schon Houbraken in seiner „Groote Schouburgh der Nederlantsche Konstschilders en Schilderessen“ (1718-1729, deutsch durch Wurzbach, 1880, III, 53). – Resümierend ein reizvolles Beispiel dafür, daß
(Friedrich Winkler im Sammlungskatalog Bohnewand) und mythologische Inhalte , göttliches + menschliches Miteinander , eines ihrer Themen . Angebots-Nr. 14.427
(Mr. A. C., March 27, 2008) |