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lüder h. niemeyer

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Eine  Marine-Szenerie  des  frühen  17.  Jahrhunderts

Bril, Paul (Antwerpen 1554 – Rom 1626). Felsige Küstenlandschaft. Vorne links Segelboot auf dem von der Brandung in der Flußmündung stark bewegten Wasser, rechts steil ansteigendes baumbestandenes Ufer. Im Mittelfeld ein mächtiger Leuchtturm, links davon die Einfahrt zum Hafen der unterhalb schroffer Felsen liegenden Stadt. Davor wie auch an den übrigen Ufern zahlreiche Boote, doch auch Schiffe und eine Galeere. In der Ferne der weitere landeinwärtige Flußverlauf unter dramatischer Wolkenstaffage einschließlich hervorbrechender Sonne sowie einem Regenschauer. Kupferstich von oder bei Jan Claesz Visscher (ca. 1550 Amsterdam 1612). Unten links im Wasser bzw. weißem Unterrand bezeichnet: Paulus Bril inue / ICV (ligiert) excudit. Blattgröße 20 x 26,8 cm.

Paul Bril, Felsige Küstenlandschaft

Bernt IV, 127 (die gleichgroße, seitengleiche Entwurfszeichnung, mit Abb.). – Nicht bei Hollstein. – Das Monogramm entsprechend erstwiedergegebenem Wurzbach II, 800; vgl. auch Nagler, Monogr., III, 2155 + V, 1063, auch das an das hiesige anglehnte des Cornelis Visscher Nagler V, 1079. – Figürl. Wz.

Innerhalb des Plattenrandes geschnitten, doch noch mit feinem, unten auch 5 mm breitem Papierrändchen um die Bildeinfassung. Letzteres rechts mit winziger Ergänzung. Die unteren Ecken von früherer Eckmontage her etwas quetschfaltig. Im Oberrand 2 cm ins Bild hineinreichender, indes kaum wahrnehmbarer Einriß säurefrei hinterlegt. Im Unterrand fast unkenntliche Schrift von alter Hand: Afbeelding van den toeloup des … tot … by (he)t Galileetsche Meyk.

Paul  Bril  ging bereits 1574 nach Rom, wo er um 1600 Adam Elsheimer begegnete, „dessen Einfluß auf B.s Kunst von entscheidender Bedeutung war“ (Thieme-Becker V, 16 f.):

„ Die Blätter der reifen Zeit nach 1600 sind nicht mehr der Natur abgesehen, sie sind freier und großzügig komponiert, der Raum wird bewußt gestaltet, der Horizont weiter, und im ganzen wird eine ausgesprochen malerische Wirkung erreicht. Heroische Landschaften mit seitlichen Fels- oder Baumkulissen bieten einen Ausblick in ein weites Flußtal. Die Bäume mit bloßliegendem Wurzelwerk und abgebrochenen Ästen haben einen eichenartigen Wuchs … die Tiefenwirkung, Atmosphäre und Bewölkung (ist) wesentlich. Diese … Blätter der späten Zeit, Federzeichnungen mit oder ohne Lavierung, nehmen den klassischen Stil des Cl. Lorrain und N. Poussin vorweg … Die größte Reihe echter Blätter besitzt der Louvre – so auch die Vorlage hiesigen Blattes; vgl. auch die gleichgroße ähnliche in Amsterdam, Boon 91 m. Abb. – …

Die Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts stand lange unter Einfluß von P. Bril “

(Bernt).

Solchem entsprechend die durch noch erkennbare feine Schriftlinien bei der Visscher’schen Signatur als Frühdruck qualifizierte

Außerordentlich  malerische  Wiedergabe  in  prachtvollem  Hell-Dunkel .

Angebots-Nr. 28.856 / EUR  1280. / export price EUR  1216. (c. US$ 1573.) + Versand

 


 

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(Mr. R. H. P., July 25, 2005)