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Hippologica17. – 20. JahrhundertPferde – Pferderennen – Jagdreiten – Pferdekutschen
Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Oberer Pferdekiefer eines alten Tieres von der Unterseite gesehen. In Grau und Braun aquarellierte originale Bleistiftzeichnung. Ca. 1765. Links unten von alter Hand in Bister bezeichnet: Oberer Pferdekiefer. 257 x 145 mm. Provenienz : Hugo Helbing, München, Katalog XXXIV, erlebnis ridinger, 1998, Nr. 66 nebst Abb. Abbildung : Unter säurefreiem Passepartout mit 23karätig goldgeprägten Künstler-Daten. – Voll durchgeführte Studie auf feinem, leicht getöntem Bütten. – Neben einer „Tierkiefer-Zeichnung“ von 1718 thematisch einzigartige , voll durchgeführte anatomische Studie von ganz außerordentlichem künstlerischen und sammlerischen Reiz, konkurrenzlos im überlieferten zeichnerischen wie graphischen Œuvre. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Wundervoll gezeichnetdie herrlichen Pferde der Epoche der großen VictoriaHenry Barraud (1811 – London 1874). Punchestown 1868. Royal Visit. Vor der impressionistisch schemenhaft dicht gefüllten Tribüne posieren auf der Bahn im Vordergrund in portraithafter Schärfe die Herren nebst Pferden, Jockeys und Trainern. Kolor. Stahlstich von Thomas L. Sangar bei Thomas Cranfield in Dublin. 1870. Signiert, datiert, bezeichnet. 48,6 x 101,4 cm. Auf leichtem Karton. – Namentlich im linken weißen Seitenrand knitterspurig und mit hinterlegten kleineren, nur in einem Fall bis an den Bildrand reichenden Einrissen. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Huchtenburgh, Jan van (Haarlem 1647 – Amsterdam 1733). Eine Kavallerie-Attacke / Der Kampf der beiden Reiter. Dominiert vom auslaufenden Zweiergefecht vorn, dessen Knäuel sich ein lediges Pferd beigesellt hat. Radierung nach Adam Frans van der Meulen (Brüssel 1632 – Paris 1690). Bezeichnet: AF. V. Meulen, jn, et ex, cum priuilegio Regis. / V. HB. f. Blattgröße 15,4 x 19,3 cm. Nagler, Monogramm., V, 1210 unter Nennung des Blattes; Katalog Davidsohn II, 830. – Brillanter , wenngleich etwas zeitspuriger Abdruck der Sammlung J. H. Anderhub, teils mit fein(st)em bis gar 5 mm breitem Rändchen, teils auf Plattenkante oder, so tlw. oben, bis zur Bildeinfassung geschnitten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Alfred Jean-Marie Paris (Tarbes, Hautes-Pyrénées, 1848/49 – Paris/Fontaine-Bonneleau, Oise, 1908). Nice. Je zwei Herren und Trainer im Gespräch am Rande des Rennplatzes. Hinter den beiden Gruppen ein von dem Jockey vorgeführtes Pferd sowie reiche Staffage. Aquarellierte Federzeichnung. Hs. ligiert monogrammiert und datiert: AP 12.4.79, bezeichnet wie oben, oben rechts numeriert „IV“. 210 x 281 mm. Atmosphärisch sehr reizvolle Arbeit, geschaffen vermutlich als Illustrationsvorlage. – Auf festem Papier. – Vier- und Zweizeiler im Unterrand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
… und zurückgehend auf gemeinsame Augsburger Tage ,da sie sich gemeinsambeim großen Pferdemaler Rugendas vervollkommnetenRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Anno 1740. Ist dises noble Pferd so ein Schim(m)el mit liecht und dunckel braunen auch grauen Flecken gesprengt, mit Schwarzen extremiteten an Ohren Maul und Schencklen gezeichnet in dem Keÿserl. Reitstall zu Wien nach dem Leben gemahlt worden. Auf einer Koppel nach rechts schreitend. Im Hintergrund drei weitere Pferde, teils liegend, teils grasend oder stehend. Radierung und Kupferstich nach dem nach dem Leben gemalten Bild von August Querfurt (Wolfenbüttel 1696 – Wien 1761). (1745/46.) Bezeichnet: 44. / Aug. Querfurth. pinx. / J. El. Ridinger Sc: et excud., ansonsten wie vor. 34,7 x 27,9 cm. Thienemann + Schwarz 286. – Blatt 44 der Wundersamsten Hirsche und anderer besonderlicher Thiere. – „Die sechs Pferde, welche in dieser Sammlung enthalten sind, wurden später auch besonders verkauft.“ – Bildseits kaum bemerkbarer rückseitiger Braun- oder Stockfleck in der Himmelspartie. – Sehr schöner toniger Abdruck auf leichtem, oben und unten 6,2-6,5 cm breitrandigem Bütten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Ausritt mit dem großen Pferde-RugendasZwei seltenste zeichnerische Gegenstücke aus der SpätzeitRugendas d. Ä., Georg Philipp (1666 Augsburg 1742). Sammeln zum Ausritt. Zwei große Gesellschaften in Aufbruchsbewegung. Zwei Pinselzeichnungen in differenziertem Grau bis Braun über Bleistift. Nicht vor 1730. 190-193 x 237-238 mm. Auf getöntem leichten HONIG-Bütten, davon eines mit der angeschnittenen Wortmarke C & I HONIG wie seit 1730 im Verkehr und von Rugendas auch für seine aus dem Nachlaß überlieferte Augsburger spektakuläre signierte 1738er zeichnerische „Reiterschlacht vor einer Festung“ benutzt (Biedermann, Meisterzeichnungen des Dt. Barock, Augsburg 1987, Nr. 173 + Rugendas-Katalog Augsburg, 1998, Abb. 22), dort zusätzlich mit Lilien-Wappen und der für den franz. Partner Jean Villedary (dessen Eigenmarke „IV ILLEDARY“ auf hiesiger 1736er Zeichnung des jüngeren Georg Philipp) stehenden Gegenmarke IV. Rückseits unten links alt in Bister mit 191/92 numeriert, doch wohl kaum einem Skizzenbuch entstammend („Alle Zeichnungen [in Augsburg] stammen aus aufgelösten Skizzenbüchern“, Held, Gg. Ph. Rugendas, 1996, S. 121, wie nach des Brasilianers Johann Moriz‘ Tod mit dem Familiennachlaß 1855 nach dort gelangt), wenngleich formatmäßig mit solchen korrespondierend als Gode Krämer hierfür namentlich zwei offenbare Rugendas’sche Standardformate von ca. 18 x 25 bzw. ca. 20 x 33 cm mitteilt (a. a. Rugendas-Katalog S. 27). Als durchweg und vielfach beidseitige ledigliche Detailstudien kommen sie überdies nicht in Betracht, auch fehlt jenen Blättern jegliche frühere Numerierung. Der vom Wasserzeichen vorgegebene zeitliche Aspekt hingegen bereichert den Bildreichtum anstehender Pendants um einen Seltenheitsfaktor von Graden . Denn nach Krämer gilt die „Tatsache, daß sich außer dem Berliner Konvolut (von mit der Schabblattproduktion in Verbindung stehenden Rötelzeichnungen), einiger kleinerer und großer Zeichnungen für große Thesenblätter und ihnen ähnlicher Vorzeichnungen zu Fürstenporträts praktisch keine Zeichnungen nach 1720 gefunden haben; und vor allem aus dem Fehlen jeglicher zeichnerischer Vorbereitung zu den ab 1735 wieder begonnenen Gemälden“. Mit Ausnahme eben obiger Reiterschlacht als „Ganz am Ende seines zeichnerischen Werks (stehend) … durch Signatur und Datierung 1738 gesichert“ (a. a. O., S. 34/III). Aber auch „Kompositionsstudien – und eben um solche handelt es sich hier – haben sich nicht sehr viele erhalten und keine die mit einer späteren Ausführung direkt zu verbinden ist“, so Gode Krämer zuvor abschließend zur Gruppe kleiner Skizzen von Gestalten und Teilen von Gestalten in Kreide und Bleistift (S. 28/I) und wie letzteres offenbar auch auf hiesiges Paar zutrifft. Dennoch sind Rückgriffe auf frühere Arbeiten unverkennbar. Die zweite der Zeichnungen bietet sich in ihrer optischen Bezogenheit auf die erste in Komposition, Technik, Format und Papier als Gegenstück an, gestützt auch von der rückseitigen Numerierung. Vor allem aber dominiert sie derselbe „General“, hier aber im Schritt nach links geradeaus und solchermaßen mit sichtbarem Degen. Mangels linksseitiger Nachbarschaft blickt er in die dortige Ferne. Und konträr zu dem einen Schecken reitenden General der Belagerungs-Radierung hier denn Wouwerman zitierend auf beiden Blättern auf einem Schimmel als Dominanzmerkmal. Rechtwinklig seitlich zu ihm eine Dame im Damensitz, deren ausgestreckte Linke, aber auch nur diese, die auf einem Maultier reitende Marketenderin der Belagerungs-Radierung Teuscher 35 zitiert. Und ganz marginal erinnert die ausgestreckte Rechte des Reiters linksaußen an jene des linken Reiters auf Teuscher 32. Nach hiesigem Kenntnisstand, dem sich nach Fotoansicht Dr. Krämer, Kustos em. der Städtischen Kunstsammlungen Augsburg und Kurator obiger 1998er Rugendas-Ausstellung, per mündlicher Äußerung zugleich mit dem Hinweis anschloß, daß, wie hier, die nah und groß gesehene Gruppe auch ein Charakteristikum der späten Öle sei, handelt es sich nach allem Obigen um zwei jener seltenen autonomen Zeichnungen des Meister’s im Sinne der Literatur. Und wenn Held hinsichtlich der Qualität seiner Malerei „seiner schon früh ausgeprägten Begabung für sanfte , atmosphärische Stimmungen , die den (dortigen) martialischen Gehalt seiner Bildinhalte mildert“ (S. 142) gedenkt, so bestimmt eben auch anstehende Zeichnungen die Weichheit ihrer Pinseltechnik , mit Bedacht noch potenziert durch den tonigen Papiergrund. Letzterer denn auch die zumal rückseitige Bräunung von etwa 4 cm des jeweils rechten Bildrandes sowie beim zweiten Blatt 3 cm am Unterrand bildseits zu einem gut Teil auffängt und als nicht ungebührliche Patina dreier bewegter Jahrhunderte vermittelt. Im übrigen von makellos letzter Frische. Daß diese Rugendasse zudem zivilen Bildinhalts sind, macht sie dem heutigen Pferdefreund zwangsläufig zusätzlich (sonnenabgewandt!) wandtüchtig und dem Sammler angesichts zeitbedingt mehrheitlich kriegerischer Szenarien besonders begehrenswert. Denn
(Held, a. a. O., Seite 127). Tatsächlich war „der große Zeichner Rugendas“ (Krämer) ein genereller Pferde-Schilderer schlechthin und
(Wilhelm Schmidt 1889 in der ADB, Bd. XXIX, Seite 600). Dessen Graphik-Folgen „ein wahres Lexikon für den Pferdezeichner“ bilden, so schon Meusel 1803 in seiner „Lebensgeschichte des Bataillenmalers Georg Philipp Rugendas“ (nach Held, S. 126). Und fürs unmittelbare 18. Jahrhundert brachte der Malerkollege Ferdinand Kobell seine Wertschätzung 1771 drastisch mit seinem résumé auf den Punkt, mit dem er das Augsburger Künstlertum der Vorgeneration beispielgebend differenzierte: „nur schade, daß in einem solchen Orth ein Ridinger – und Rugendas gelebet haben“ (Decultot und andere Hrsg., Joh. Gg. Wille, Briefwechsel, Tübingen 1999, S. 486). Für letzteren denn hier + heute zwei zeichnerische Pendants von Rang und Schönheit . Und einer für das zeichnerische Œuvre oben belegten absoluten Seltenheit . Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Marshall, Benjamin (?, Pferdemaler in London u. Newmarket, 1767-1835). Driver. Brauner mit Jockey in Blau-Weiß nach links. Rechts Wegestein, in der Ferne vereinzelte Anwesen. Kolor. Stahlstich. 1832. 11,5 x 12,8 cm. Auf festem Papier, oben auf Bildkante geschnitten, doch angerändert. – Namentlich oben und rechts im oberen Bereich im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt bzw. lichtrandig. – Farblich schönes Pferdeportrait. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – – Longwaist. Brauner mit Jockey in Blau-Gelb nach links. Links zwei Herren mit Zylinder, der eine mit Rennzeitung, rechts Ecke des Stallgebäudes. In der Ferne Ortschaft. Kolor. Stahlstich. 1825. 12 x 14,5 cm. – Oben angerändert wie vor, doch stärker gebräunt. – Farblich schöne Pferdesportszene. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – – Miss Craven. Apfelschimmel mit geflochtener Mähne und Jockey in Gelb-Weiß nach rechts. Rechts Brauner von hinten, dem der Stallbursche die Decke auflegt, links Stallgebäude. In der Ferne zwei weitere Reiter. Kolor. Stahlstich. 1830. 11,4 x 12,2 cm. – Im Passepartoutausschnitt namentlich im oberen Bereich etwas stärker gebräunt. – Reizvolles, auch farblich schönes Pferdeportrait. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Aus Baron von Eisenberg’s berühmter ReitschuleL’Arabe. Auf kleinem Plateau nach links. Im Hintergrund karge Hügel, rechts auf Felsen eine Burg. Kolorierter Kupferstich von Bernard Picart (Paris 1673 – Amsterdam 1733/34). (1727.) Bezeichnet: VII., ansonsten wie vor. 22 x 30,3 cm. Tafel 7 aus Eisenbergs erstmals 1727 erschienener „Description du Manége Moderne“ und damit das letzte der einleitenden Kupfer zu den Pferderassen und solchermaßen auch mit zurückhaltendem landschaftlichen Beiwerk, wie in den Lektionen vollkommen fortgelassen. – Auf feinem, unten unbeschnittem, an den Seiten 4 cm breitrandigem Linienpapier. – Rückseits ganz schwach gebräunt, unterhalb der Hinterläufe kleine dünne Papierstelle, sonst von sehr schöner Frische. Eisenberg , abgesehen von seiner Tätigkeit als Stallmeister 1728 in London, später in den Niederlanden, in Wien und 1753 schließlich in Pisa in seinen Lebensumständen unbekannt, wurde indes unsterblich durch seine 1727 erstmals erschienene, über die Jahrhunderte hinweg stark nachgefragte und daher immer wieder aufgelegte umfassende Reitschule, in deren „Mittelpunkt … das Bild (steht), die auf äußerste Genauigkeit bedachte Darstellung der einzelnen Reitlektionen … Der Text beschränkt sich auf knappe Erläuterungen“ (Dietrich Fröba im 93er Ausstellungskatalog „Pferd und Reiter in fünf Jahrhunderten – Schätze aus der Bibliothek des Deutschen Pferdemuseums“ zu einer französischen Ausgabe von 1733, Nr. 11). Bestechend in ihrer völligen Konzentration auf das dem Praktiker allein Wesentliche , nämlich die Lektion sind die Darstellungen in ihrer staffagearmen Kargheit künstlerisch indes nicht ohne Vorbild, erinnernd an noch gar nicht so lange zurückliegende Arbeiten etwa Potters, Berchems oder Romeyns, die gerade deshalb als modern empfunden werden und begeistern. Weit gefaßt, können Eisenbergs Blätter somit durchaus als in der Nachwirkung der holländischen Kunst des 17. Jahrhunderts stehend gesehen werden. Picart , der „bedeutendste und zugleich produktivste Kupferstecher im französisch-flandrischen Raum Anfang 18. Jh.“ (Fröba, a. a. O. S. 28), lebte seit etwa 1710 in Amsterdam, wo er sich 1719 auch verheiratete. Er könnte zudem ein Enkel jenes Pariser Blumenmalers und Händlers Jean Michel Picart gewesen sein, dessen Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jhdts., SS. 57 + 59, als einer Anlaufadresse für die auf den dortigen Markt drängenden Niederländer gedenkt, und mit dem namentlich Willem Kalf gut bekannt war. Hiesiger Bernard Picart indes „gründete (in Amsterdam) seinen Ruhm, sowohl durch die Werke, welche er lieferte, als durch eine blühende Schule, in welcher er viele Künstler heranbildete“ (Nagler). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Le Hardi. Im Sprung nach links. Kupferstich von Picart wie vor. Bezeichnet: XLIV., ansonsten wie vor. 22,2 x 30,3 cm. – Tafel 44 der Folge wie vor, hier mit oben + unten 1,3, an den Seiten 2,1-3 cm weißem Rand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Le Sensible. Zwischen den Pilaren springend nach rechts. Bezeichnet: XLV., ansonsten wie vor. – Tafel 45 wie vor, hier mit 1-1,5, rechts 4 cm breitem weißen Rand. – Schwach braunstippig, zwei feine, vollkommen geglättete Längsfalten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. La bonne force. In freiem Sprung nach links. Bezeichnet: XLVI., ansonsten wie vor. – Tafel 46, hier mit 0,5-1,7, rechts 3,5 cm breitem weißen Rand. – Von großer Frische. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Le Ballon. In hohem Sprung nach links. Bezeichnet: XLVII., ansonsten wie vor. – Tafel 47, hier mit 1,2-1,6, rechts 3,9 cm breitem weißen Rand. – Vollkommen geglättete Diagonalfalte oberhalb von Pferdekopf + Reiter, ansonsten von großer Frische. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Le Dificile. In gestrecktem Sprung nach links. Bezeichnet: XLVIII., ansonsten wie vor. – Tafel 48, hier mit oben + unten 1,3-1,6, an den Seiten 2,1 bzw. 3,1 cm breitem weißen Rand. – Rückseits einzelne schwache, bildseits kaum wahrnehmbare Stockflecken. Lediglich ganz rechts außen am Bildrand drei kleinere und im weißen Rand ein etwas größerer Fleck bemerkbar. Unbeschadet dessen dynamisches Sujet von schöner Frische. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Le Pegase. In gestrecktem Sprung nach rechts. Bezeichnet: XLIX., ansonsten wie vor. – Tafel 49, hier mit 1,1-1,7, rechts 3,9 cm breitem weißen Rand. – Links und unten im weißen Rand schwach gebräunt, sonst von großer Frische. – Herrlich kontrastreicher Druck. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. L’Aimable. In gestrecktem Galopp nach links. Bezeichnet: L., ansonsten wie vor. – Tafel 50, hier mit 0,9-2, links 3,3 cm breitem weißen Rand. – Winziger Einriß im weißen Unterrand säurefrei hinterlegt. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Le Rubis. Im Galopp nach rechts. Bezeichnet: LI., ansonsten wie vor. – Tafel 51, hier mit oben und unten 0,7-1,6, an den Seiten 2,3 cm breitem weißen Rand. – Sehr schöner Druck und von großer Frische. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Le Poupon. Nach rechts. Bezeichnet: LIII., ansonsten wie vor. – Tafel 53, hier mit 1-2, links 3 cm breitem weißen Rand. – Ganz schwacher Braunfleck am linken Vorderhuf des Pferdes. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Le Grand. Nach links, auf die Hinterhand gedrückt. Bezeichnet: LIV., ansonsten wie vor. – Tafel 54, hier mit oben und unten 1,3-1,5, an den Seiten 2,3-3 cm breitem weißen Rand. – Der weiße Unterrand im Außenbereich etwas gebräunt und links mit noch knapp ins Bild reichenden schwachen Knitterspuren. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Le Joli. Nach rechts, auf die Hinterhand gedrückt. Bezeichnet: LV., ansonsten wie vor. – Tafel 55, hier mit 1,2-1,7, rechts 3,5-4 cm breitem weißen Rand. – Vollkommen geglättete vertikale Druckspur. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
„ Eine grosse Menge schöner Pferde “Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Par Force Pferde werden auf den Rendevous aufgeführet. Endloser Zug von meist in Dreiergruppen von den Reitknechten aus dem Wald auf die Lichtung geführter gesattelter Pferde. Von rechts kommen zwei Jagdwagen hinzu. Radierung und Kupferstich. Bezeichnet: Joh. El. Ridinger del. sculps. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie oben. 31,2 x 47,9 cm. Die Par Force Jagd des Hirschen III. – Thienemann + Schwarz 51; Weigel, Kunstlager-Kat., 4a + 16545 („alte jetzt nur selten vorkommende Abdrücke“, 1847!); Stubbe, Johann Elias Ridinger, 1966, SS. 15 f.
(Thienemann). Ausführlicher 8zeiliger Untertext in Deutsch. – Leuchtender Abdruck auf an den Seiten 4,7-5, oben und unten 3-4,8 cm breitrandigem festen Linienpapier. – Im linken Seitenrand die zwei verlagsseitigen Durchstiche. Im Oberrand ein bis an die Plattenkante heranreichender Einriß wie auch einige weitere kleinere säurefrei hinterlegt.
Rugendas’sche Reiter-Skizzeunerhört fühlbarer Bewegungs-Rasanzaus „ derberühmten Leipziger Handzeichnungs-Sammlung Heinrich Campes “Rugendas d. Ä., Georg Philipp (1666 Augsburg 1742). Drei Reiter. Zwei galoppierend, der linke im Schritt. Federzeichnung in Schwarz über Bleistift. Unten rechts kursiv mit schwarzer Feder bezeichnet: G. P. R. 1703. 121 x 173 mm. Provenienz Heinrich Wilhelm Campe , Leipzig , Pauline Brockhaus, Leipzig, oder Luise Vieweg , Braunschweig , als geb. Campe Nagler, Monogramm., III, 279: Die Cursiven findet man auf Zeichnungen. – Altmontiert. – Aufgelegt auf großen braunen Sammlungskarton (43,4 x 32,5 cm) mit weißer Einfassungslinie + breitem Prägerand mit Inschrift „Sammlung Campe“, unten „Georg Philipp Rugendas / Augsburg 27. XI 1666 - 19. V. 1742 / Schüler von I. Fischer (recte Fisches) / Berühmter Schlachtenmaler.“, alles in etwas ausgeblaßtem Weiß. – Überwiegend im weißen Feld schwach stockstippig, gänzlich überspielt von der Bildrasanz. Diese sich unerhört mitteilende Bewegungs-Rasanz der beiden Galopper zusätzlich gesteigert von dem vergleichsweise ruhigen Linksaußen als Gegenpol. Gänzlich unprätentiös daherkommend, offenbart diese von Campe seiner Sammlung für würdig erachtete Skizze schlagartig „den großen Zeichner Rugendas“, der sich „ seines Könnens auf dem Gebiet der Pferdezeichnung unendlich sicher gewesen sein (muß) “, so Gode Krämer im 1998er Augsburger Rugendas-Katalog angesichts einer Fülle von Detail-Studien, bei denen „niemals Pferde unter den Reitern sind“ (SS. 27 ff.). Entstanden aus kriegerischem Erleben in dem für Augsburg so entscheidenden kriegerischen Jahr 1703 innerhalb des Spanischen Erbfolgekrieges mit namentlich seiner Belagerung + Besetzung durch die franz.-bayer. Truppen (15. 12. 1703 – 16. 8. 1704), überstand sie zahlreiche weitere Attacken gleicher Couleur und passiert mit ihren 300 Jahren nun hier und heute ein weiteres Mal den Markt bei zwischenzeitlichem Verweilen in der alten „berühmten Leipziger Handzeichnungs-Sammlung Heinrich Campes“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Bereuter, Der / Was uns schwer deucht, macht Übung leicht. An zwei Pilaren mit dem Ausbilder vorn und, zurückgesetzt, einer Gruppe von Beobachtern, davon einer mit Pferd auf den eigenen Einsatz wartend. Kupferstich, wohl von Jan oder Caspar Luyken, Amsterdam, für Chr. Weigel in Nürnberg. Ca. 1700. 13 x 8,7 cm. Aus Abraham a Santa Clara’s „Etwas für alle“ (1699 + 1713), doch möglicherweise schon für’s 1698er Ständebuch geschaffen, die beide jeweils mehrere Auflagen erlebten. – Mit 6zeil. Untertext. – Mit dem unbewaffneten Auge weniger erkennbare Papierabreibung im Brust- und Armbereich des Reiters.
In heute ungekannter BewegungsvielfaltGeorg Philipp Rugendas I (1666 Augsburg 1742). Reiter, -schlachten und Lagerdarstellungen aus 1693 – 1705. Folge von 48 Blatt. Clairobscurs von Johann Christian Rugendas (1708 Augsburg 1781). Ca. 1740. Qu.-2°. Hldr.-Bd. d. Zt. a. 5 Bünden m. Ldrecken. u. marmor. Deckelbezügen. Teuscher 593-640 (von 589-652) nebst Abbildungen; Stillfried 529-576 (von 525-588). – Vgl. Nagler, J. Chr. R., 5-17. – Auf einheitlich schönem festen Papier von 24 x 36 cm. Plattengrößen 10,2-21,7 x 10,5-32,4 cm bei dominierender Mittelgröße von etwa 17 x 24 cm. Großartiger Bestand jener Arbeiten, die Georg Philipp Rugendas als Pferdezeichner graphisch so unvergleichlich gemacht haben, einzigartig wiedergegeben in der besonderen, von zwei Platten gedruckten Manier des clairobscur mit ockerartiger Grundfarbe und darüber gedrucktem Dunkelbraun mit dem Papier für die Lichter und solchermaßen von außerordentlichem malerischen Reiz. Die ganz wesentliche Welt des Pferdes von einst in einer heute ungekannten Bewegungsvielfalt, wie nur in Grenzsituationen und bei permanentem Miteinander zu beobachten. Und so die ganze Einzigartigkeit des Pferdes atemberaubend erschließend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
London Horse & Carriage Repository, Gray’s Inn Road, NW + SE View of the. Reich staffierte Hofansichten. 2 Blatt. Stahlstiche von William Deeble (GB seit vor 1814) nach Thomas Hosmer Shepherd (1. H. d. 19. Jhdts.). 1828. Signiert, datiert, bezeichnet. 11 x 14,8-15,1 cm.
Vainqueurs des Steeple Chases de 1868. Schauspringen der 8 Sieger der Hindernisrennen von 1868. Während fünf in breitem Feld über den Erdwall hinwegsetzen, hat einer bereits klaren Vorsprung. Die anderen weit abgeschlagen nachfolgend. Lasiert kolor. getönte Lithographie bei Lemercier, Paris. (1868.) 26 x 42,3. Auf breitrandigem festen Papier mit nur wenig störender Bugfalte. Rückseits einzelne Stockflecken. – Mit Nummernschlüssel 1-8 für die Pferde und ihre Besitzer. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
In seinen Pferden von Wouwerman beeinflußtHendrik Verschuring (Gorkum 1627 – bei Dordrecht 1690). Rastende Jäger, teils abgesessen, mit ihren Hunden vor der Schenke, vor der die Wirtsleute eine zweispännige Kutsche willkommen heißen. Einer der Jäger hat seinen Falken auf der Rechten und eilt zu Fuß links ab in die Landschaft, freudig erregt begleitet von seinem Hund. Aber auch der rückseits gezeigte Reiter vorn links könnte einen Falken auf der Linken halten. Lavierte Pinselzeichnung in verschiedenen Grautönen und etwas Schwarz über Spuren von schwarzer Kreide. Unten links mit dem grauen Pinsel hs. signiert: H. verschuring. f.. 250 x 348 mm. – Siehe die ausführliche Beschreibung.
„ Ausgezeichneter Darstellerdes Pferdes in der Bewegung “Grunenberg, Arthur (Königsberg 1886 – Berlin 1927). Rossebändiger. Folge von lith. Titel und 11 (statt 12) Kreide-Lithographien (18-23,5 x 21,5-27 cm), davon 10 unten rechts in Bleistift bezeichnet: A. Grunenberg. (Bln., Wasmuth, 1922). Mit lith. hs. Bl. Inhalt. In Orig.-HPgt.-Mappe (33,5 x 43 cm) mit lith. illustr. Vorderdeckel nebst Titel + Autor. Thieme-Becker XV (1922), 146; Vollmer II (1955), 325. – Ausstellungen: Kunstsalon J. Casper, Bln., Mai 1914 + Galerie Arnold, Dresden, März 1927. Eins von 40 Exemplaren auf unbeschnittenem dünnen Japan bzw., lith. Titel und Inhaltsblatt, Japan-Velin. 1. Dioscuren (erster Entwurf) – 2. Dioscuren (zweiter Entwurf) – 3. Absalom – 4. Spähende Amazone – 5. Verwundete Amazone – 6. Hengstzähmung – 7. Rossebändiger (ersetzt, s. u., und solchermaßen unsigniert geblieben) – 8. Störrische Pferde – 9. Ausbrechende Hengste – 10. Durchgehender Hengst – 11. Der gezähmte Hengst (versehentlich unsigniert geblieben) – 12. Morgenritt . Ohne Blatt 7, „Rossebändiger“, wofür die mutmaßlich bildgleiche Titel-Lithographie, die ihrerseits aber nicht identisch ist mit der Vorderdeckel-Illustration, unter Verlust von Verlegeradresse und wohl Numerierung – bekannt hier ein mit „XXIII/40“ numeriertes einstiges Markt-Exemplar, dem seinerseits das lith. Inhaltsblatt fehlte – auf das kleinere Format der Folge selbst beschnitten wurde. Gelegentliche leichte Stockflecken im meist weißen Feld (nur Blatt 4 generell leicht befallen). – Die Mappe stockstippig, doch kaum auf dem Vorderdeckel mit seiner schönen großen Darstellung (15,5 x 13 cm) zwischen der Kreide-Schreibschrift. Die in tiefschwarzen Drucken vorliegende herrliche Folge in ihrer unerhört fühlbaren Bewegungs-Rasanz als von auflagenbedingt großer Seltenheit – so denn auch nicht in der die Spanne von 1527 bis 1930 abdeckenden und 1999 aufgelösten hippologischen Basler Sammlung Sarasin – begleitete Reverenz des künstlerisch so einzigartig bravourösen frühen deutschen 20. Jahrhunderts an jahrtausende alte Reitkultur, verdeutlicht mit den Eingangsblättern von Dioskuren („Söhne des Zeus“) + Absalom (Sohn Davids). Wie die Folge als Ganzes unmittelbar anschließt ans 1921er Öl „ Die Rosse bändigenden Dioskuren “.
(Vollmer). – Letztere hier denn faszinierend bis hin zum Schlußblatt, der Rückenszenerie des Morgenrittes, dessen Reiter von zwei Läufern begleitet wird. Eine einzige Komposition körperlicher Bewegtheit. Umfangen von der Bewegung kulissenartiger Bäume. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Bürde, Friedrich (Breslau 1792 – Detmold 1849). Alcides wurde im Fr: Wilh: Gestüt im Jahre 1812 von dem Allahor und der Emma gezogen, er ist hellbraun und 5 Fuss 4 Zoll hoch. Stehend nach links mit der schön gezeichneten Brandmarke. Zurückgesetzt in ganzer Bildbreite drei Staffage-Gruppen mit zusammen 25 Pferden, davon sechs bzw. fünf in der Mitte + rechts stehend, ruhend, weidend, indes linksseits ein Knäuel von 14 seine Lebensfülle austobt. Radierung, teils mit der kalten Nadel. Bezeichnet: nach dem Leben gemahlt u: radirt v: F: Bürde 1823. 3tes Heft / Berlin, bei Simon Schropp & Comp., ansonsten wie vor. 38,2 x 50,6 cm. Thieme-Becker V, 194; Nagler II, 198. – Nicht in Sammlung Sarasin (1999). – Aus der 3. Lieferung der hier auf dem Markt complett nicht nachweisbaren Folge der „Abbildungen vorzüglicher Pferde die sich in den Königl. Preuss. Gestüten befinden … “ – Blattgrößenentsprechend (53,2 x 69,2 cm) breitrandig und hier, säurefrei versorgt, neben drei mit 3,5-4,5 cm messenden längeren Randeinrissen noch der eine und andere minimale. Kleiner Eckausriß links oben. Drei/vier feine Knitterspuren im weißen Feld oberhalb des Hengstes. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – Bayard im Fr: Wilh: Gestüt vom Turcmainatty und der Dersagrena im J: 1802 gezogen; 5 Fuss 1 Zoll hoch, dunkelbraun. Stehend nach rechts. Mit Baum/Strauchstaffage und zurückgesetzter kleiner Architektonik mit Turm. Radierung, teils mit der kalten Nadel. Bezeichnet: nach dem Leben gemahlt u: radirt v. F. Bürde 1822. 3tes Heft / Berlin, bei Simon Schropp & Comp., ansonsten wie vor. 38,2 x 50,4 cm. Aus der 3. Lieferung wie vor. – Blattgrößenentsprechend (53,2 x 69,2 cm) breitrandig und hier einige säurefrei versorgte Kleineinrisse, nur zwei mit 2-2,5 cm etwas länger. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Mit Parrocel’s berühmter Reitschul-SuiteLa Guérinière, (François Robichon de). École de Cavalerie; Contenant la Connoissance, l’Instruction, et la Conservation du Cheval. 2 Bde. Paris, Par la Compagnie (des Libraires), 1756. 8 unnum. Bll., 319 SS.; 2 unnum. Bll., 300 SS. Mit gestochenem Autoren-Porträt + Frontispiz und 33 (4 gefalteten) Kupfern (19 x 12 bzw. 19 x 24,5-26 cm Blattgröße) von (14, darunter die Faltkupfer) + nach Charles Parrocel (1688 Paris 1752). Frz.-Bde. d. Zt. Mennessier de La Lance II, 28. – Vierte Oktav-Ausgabe der 1729 erstmals kleinstformatig und unillustriert erschienenen und bis ins 19. Jhdt. wiederholt aufgelegten fundamentalen Reitlehre des Kgl. Stallmeisters . Textgenau eingebunden, startet die Folge mit 24 halbseitigen Dressur-Scenen auf 12 Tafeln, denen sich 8 ganzseitige, zugleich porträthaft ausgeführte Arbeiten anschließen. Die vier großen Faltkupfer mit zusammenfassender Dressurübersicht sowie je ein reich nummernerschlossenes für die äußeren Teile des Pferdes, dessen Skelett und für das kranke Tier. Zugehörig zwischengebunden schließlich 9 Kupfer Zaumzeug, Hufeisen, Werkzeug und Schemata. Die beriebenen Einbände an Ecken und Kanten leicht bestoßen sowie mit wenigen kleinen Abplatzungen und Wurmspuren. Vorderdeckelgelenk von Bd. I und das des Rückdeckels von II oben und unten jeweils 2-3,5 cm gerissen, doch allenfalls minimal nach innen durchgehend, sonst von völlig intakter Bindung, deren rotbraun marmorierter floraler Vorsatz nebst Innenspiegel eigens hervorgehoben sei. Die weißen Vorsatzrückseiten und das weiße Schlußblatt von II gebräunt, gleichmäßig schwach noch Porträt, Frontispiz und Titel von II sowie eines der Faltkupfer rückseits oben. Blatt 169/70 von I mit alter Randhinterlegung. Im übrigen praktisch fleckenfreies Exemplar mit mehrfachem interessanten alten Besitzvermerk: Beide Vorderdeckel innen mit Wappen-Exlibris von Haugk, Vorsatzrückseite von I mit (wohl 18)42er hs. Glogauer Kaufvermerk und auf beiden Titeln hs. „M. Troost. 1881. Capitaine“. Kurz, ein bis durchaus hin zum Einband mit seiner reichen Rückenvergoldung und den roten Rückenschildchen rundweg schönes Exemplar des unverzichtbaren Werkes mit seiner künstlerisch wie hippologisch Maßstäbe setzenden Parrocel-Illustration als eines Wertes sui generis. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Sportsman’s Dictionary, The; containing Instructions for various methods to be observed in riding, hunting, fowling, setting, fishing, racing, farriery, hawking, breeding and feeding horses for the road and turf; the management of dogs, game and dunghill-cocks, turkeys, geese, ducks … and the manner of curing their various diseases and accidents. Improved and enlarged by Henry James Pye. 5. Aufl. Mit 17 Kupfertafeln. London, John Stockdale, 1807. 4°. VII, 547 SS. Dunkelbrauner Hldr.-Bd. auf 5 Bünden m. bordeauxroten Deckelbezügen, breiten Ldrecken., rotem Rückenschild, Streicheisenvergold. auf dem Rücken sowie fleuralen Blindfileten und farbig geschuppten Innenspiegeln und Vorsätzen. Braunschnitt. Souhart 389 f. – Die Tafeln mit instruktiven Detaildarstellungen zu Angelei – Vogelfang + -jagd sowie allen Arten von Netzen , Körben + Reusen für Fischerei , Niederwild- + Wolfsjagd. – Namen auf Vorsatz. – Namentlich auch einbandschönes Exemplar von überwiegend nahezu unberührter Frische. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
In seltenen rechten oberen Eckrand-Vierer-BlöckenPferde. Nach Grafiken Alter Meister (1 farbig). Serie von 5 Briefmarken-Werten in Eckrand-Vierer-Blöcken. Hrsg. von der tschechoslowakischen Post. 21./24. April 1969. Stahlstich von Bedřich Housa (geb. Prag 1926) nebst Rastertiefdruck. 12 x 8,5 cm. Die fünf Motive – sämtlichs blockweise – in der Reihenfolge ihrer Werte wie folgt : Hendrik Goltzius (Mühlbrecht/Venlo 1558 – Haarlem 1617, -.30 Kcs.) – Matthäus Merian (Basel 1593 – Schwalbach 1650, -.80) – Václav Hollar (Prag 1607 – London 1677, 1.60) – Albrecht Dürer (1471 Nürnberg 1528, 1.80) – Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767, farbig, 2.40). Der höchste Wert der Serie und einziger in Farbe dazu die Wiedergabe des Titelblattes von Ridinger’s majestätischer 18-Blatt-Folge „Neue Reit-Schule“, genannt auch Große oder Wiener Schule. Dem Dürer’s „Großes Pferd“ als nach Mende Alexander mit Bukephalos vorausgeht. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – – – Dasselbe, doch jeder der fünf Werte als Einzelmarke von 5,4 x 3,3 cm.
Jagdpferde, Englische. Deren berittene zwei an einem Gatter nebst Dreier-Koppel. Stahlstich von F. Hirchenheim(n?). Ca. 1835. Bezeichnet: XXXII / F. Hirchenheim (anderwärts Hirchenhein) sc, ansonsten wie vor nebst Adresse der Kunstanstalt des Bibliograph. Instituts. 16,7 x 19,7 cm. Mit dem nicht mitgemessenem vollen Plattenrand, wie für Stahlstiche eher seltener, und linksseitigem Heftrand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Rodensteiner, De. Der Ritter mit seinem Gefolge bei wildem Pferderennen querfeldein, gefürchtet von den sich im Getreide duckenden Landleuten. Getönter Holzstich nach Gottfried Franz (Mainz 1846 – München 1905) bei Adolf Cloß, Stgt. (1875-76.) Signiert, bezeichnet. 17,8 x 23,9 cm. – Aus der etwa gleichzeitigen holländ. Ausgabe.
An der Brücke in Interlaken. Mit Pferden in und bei der Schwemme. Getönter Holzstich nach Paul Meyerheim (Berlin 1842 – 1915) bei Adolf Cloß, Stuttgart (1875-77.) Signiert (unleserlich seitens des Holzstechers), bezeichnet. 20 x 24,8 cm.
Im Erstzustand adäquater ProvenienzRugendas I, Georg Philipp (1666 Augsburg 1742). Diversi Pensieri. Landleute zu/mit Pferde(n). Folge von 8 Blatt. Radierungen. Bezeichnet: Diversi Pensieri p(er) Georgio Filippo Rugendas Pittore. Aug: Vind: 1699. Jeremias Wolff excudit Cum Privilegio Sac: Cæsar: Maiest. 1. (Titel) bzw., variierend, I. Wolff exc(ud). (Aug. Vind.) C(um). P(riv). S(ac). C(æc bzw. æs). M(aj). 2. (bis 8.). 11,6-11,8 x 14,1-14,2 cm. Geheftet. Provenienz J. H. Anderhub mit dessen 1937er Exlibris EX BIBLIOTHECA J. H. ANDERHUB Teuscher 23-30, I (von III, recte IV) nebst Abbildungen; Stillfried 20-27; Kunstlager-Catalog Weigel IX, 1840, 10.321 + VI, 7133 (Zustand II mit der Ridinger-Adresse nebst Datum 1750 bei Fortfall des Privilegvermerks); Schwarz, Ridinger-Slg. von Gutmann, 1910, XXVIII (nur 7 Bll.), Zustand II (Titel) bzw. II, 1 (Rid.-Adresse ohne Datum). Bll. 1, 5 + 8 mit Wz.-Torso. – Mit 2-2,5 cm breitem partiell schwach stockigem Rand, nur der Titel auch im Bild ebenso und im weißen Rand etwas stärker. – Linksseits auf Montagekarton von 1919 aufgelegt. – Die Falzstreifen der Blätter tlw., von Bl. 8 ganz, gerissen, doch säurefrei verstärkt. – In rostrotem Umschlag, (eigenhändig?) beschriftet „Rugendas / Diversi Pensieri / 8 Bl / Wolff A. V. 1699 / complett s. Stillfried S. 1 No. 20-27“. Die reizvolle Folge „bukolischen Inhalts“ gleich den „Capricci“ von 1698 (Gode Krämer in Katalog Augsburg), erfüllt von der Poesie des intimen Rugendas jenseits von Schlachtenlärm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Menuisier en Voitures. Werkstattansicht und zahllose Detaildarstellungen. Folge der 17 (1 dblgr.) Kupferstiche der Kutschenschreinerei von Robert Benard (Paris 1724 – nach 1777, recte wohl eher ca. 1786) aus der Quartausgabe der Diderot-Enzyklopädie. (1784.) Signiert, bezeichnet. Ca. 24,5 x 18,5 bzw. (1) 35,5 cm. Instruktive Suite. – Fast ausschließlich den weißen Rand betreffende Klein- + Kleinsteinrisse sowie vereinzelte Papierschwachstellen säurefrei hinterlegt. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Hippologisches Rugendas-Rarissimummit dem literaturunbekannten TiteltextRugendas, Johann Moritz (Augsburg 1802 – Weilheim/Teck 1858). Pferde / aus dem / Königlich-Baierischen Marstall. / Nach der Natur gezeichnet und radirt / von / J. Moritz Rugendas. Sohn. / AUGSBURG, 1820. / Im Verlag bei J. LORENZ RUGENDAS. Vater. Folge von 6 Blatt. Radierungen. 1819/20. Kl.-qu.-fol. (Plattengröße 16,6-18,2 x 23,2-24,4 cm). Bezeichnet im unteren weißen Plattenrand mit dem jeweiligen Namen sowie ggf. im Bildrand mit Signatur + Datum, siehe unten. In altem schweren Bütten-Umschlag mit aufmontiertem Titelausschnitt des blau-grauen Orig.-Umschlags. Teuscher 986-991 nebst Abbildungen bei Unkenntnis des Titels („Hengste, Folge von 6 Bll.“). – Mit Ausnahme von T. 986 nicht bei Stillfried. – Je ein titelloses Exemplar in Augsburg (Staats- und Univ.-Bibliothek, kolor.) + Stuttgart (Staatsgalerie). – Das von Stillfried (1879) nachgewiesene Einzelblatt der Staatlichen Graphischen Sammlung München im Kriege verlustig gegangen. – Fehlte den importanten hippolog. Sammlungen Anderhub (1963) + Sarasin (1999). Die früheste Folge des großen Südamerika-Reisenden geschaffen als 17/18jähriger , bevor er, 19jährig, nach Brasilien aufbrach . Thematisch eine Familientradition aufgreifend, für die der Urgoßvater Georg Philipp I steht, von dem 1889 Wilhelm Schmidt in der ADB schrieb „ohne Zweifel ein Talent ersten Ranges, um nicht zu sagen, ein Genie. (Der z)weifellos, unter bessere Verhältnisse gesetzt, etwa in den Niederlanden um 1650 lebend, ein Künstler geworden sei, der seine sämmtlichen Pferde- und Schlachtenconcurrenten überflügelt hätte“. Wie Mori(t)z nach erster väterlicher Ausbildung bei Albrecht Adam in die Lehre ging, der seinerseits zum Begründer einer Künstler-Dynastie von Pferde- und Schlachtenmalern wurde. 1817 folgte die Aufnahme in die Münchner Akademie, wo er sich unter Lorenz Quaglio II dem Genre- und Landschaftsfach widmete. Aus jenen frühen Jahren verzeichnet Teuscher wohl nur elf graphische Arbeiten nach eigener Vorlage (984-993 + 1311 als dem Portrait des Vaters), auf die namentlich Nagler’s Urteil – „schöne Blätter“ – im Künstler-Lexicon (XIV, 1845, Pos. 1-2) zielt: „ Einzelne Pferde und Gruppen, so wie auch Hunde, gezeichnet und radirt von Moritz Rugendas, qu. und kl. folio. “ Mit der hiesigen Folge als Kernstück, die in eben der Unkenntnis des hier offenbar erstmals dokumentierten Umschlag-Titels 1937 von Hämmerle vage wie folgt umschrieben wurde:
(Albert H., Die letzten Maler Rugendas, in Vierteljahreshefte zur Kunst und Geschichte Augsburgs, 1937/III, SS. 1-110, Anm. 51). Vier Blätter oben + unten 1,5-2,7 cm (eines nur 1,5-1,8) und seitlich 1-1,5 cm (eines bis 1,8) breitrandig, zwei seitlich nur 0,4-0,7 cm bei nur 1-2,5 bzw. 1 cm für oben und unten. Der weiße Plattenrand seinerseits meist ca. 1 cm breit. – Durchweg nur vereinzelte schwache Stockfleckchen nahezu ausschließlich im weißen Rand, nur ein Blatt unten etwas mehr und in drei Randecken zudem mit schwachem Wasserrand wie an einer Ecke auch bei einem weiteren. – Drei Blatt mit alt hinterlegtem 2,5-3,5 cm langen Papierausriß im unteren rechten Seitenrand, davon je einer den weißen Plattenrand ganz bzw. hälftig einbeziehend. Ein weiteres mit zwei minimalen Ausrissen außerhalb des Plattenrandes dortselbst. Die Erwerbswürdigkeit hiervon letztlich unberührt angesichts der absoluten Seltenheit der Folge an sich, deren Auftauchen der präsente literaturunbekannte originale Umschlag-Titel mit seinem zudem anrührenden familiären Urheber/Verleger-Text geradezu zu einem Ereignis macht. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Waldkoppel (in Pommern). Stuten mit Füllen, doch auch ein Rind, auf der Weide, an der ein Zweispänner vorbeifährt. Holzstich nach Johannes Gehrts (St. Pauli/Hamburg 1855 – Düsseldorf 1921). Signiert, datiert, bezeichnet. 14,1 x 18,5 cm. – RÜCKSEITS: Schäfer mit seiner Herde. Holzstich nach G., doch mit dessen Datierung von 1880. 12,6 x 10,5 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.
In apartem alten MarmorumschlagMeyer, Johann (1655 Zürich 1712). Reitergefechte. Folge der 6 teils mit der kalten Nadel gearbeiteten Radierungen in Friesform nach Heinrich Werdmüller (gest. 1677, in Villingen?, Offizier) in Zürich (?) auf 3 Blatt. Bezeichnet auf Blatt 1: David Funck exc. / J. Meyer f. / 1(-6). 5,2-5,5 x 18,2-18,3 cm. Farbig marmor. Heftung d. Zt. Nagler 6, I (von II). – „Im ersten Drucke (wie hier) mit der Adresse von David Funk (Kunsthändler in Nürnberg), im zweiten mit jener von Schmidhamer, und mit doppelten (Einfassungs-)Linien“ (Nagler). – Blatt 1 gleichförmig leicht gebräunt, Blatt 2 noch etwas weniger. Einige Altersfleckchen. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Aus dem eigenen Marstall frisch auf den TischCham (= Amédée Charles Henry de Noé, 1819 Paris 1879). Six heures et demie. — Les chevaux de Madame la Marquise sont sur la table. Diener, in den Salon seiner Herrin tretend und zu Tisch bittend: Pferdefleisch aus dem eigenen Marstall. Kreidelithographie. (1870-71.) Bezeichnet: CHAM / 104, ansonsten typographisch wie vor. 21,9 x 17,5 cm. Geschaffen für den Charivari während des Krieges von 1870-71 und hier vorliegend in zeitgenösischem Abdruck ohne Rückseitentext. – Kleiner schwacher Stockfleck im weißen Feld neben der Tischlampe. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Rue, F. R. de la (Paris Mitte 18. Jhdt. – nach 1780). Kopfportrait eines gezäumten Pferdes von vorn. Mit noch skizzierter Brustpartie. Radierung von August Friedrich Winkler (Geyer/Sachsen 1770 – 1807). Bezeichnet: A. F. Winkler f. nach de la Rue. 16,4 x 11 cm. – Wie vor, doch mit 1,5-12 cm Breitrandigkeit. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
– – Schlachtpferd unter einem Offizier mit dem erhobenen Degen in der Rechten. Vorpreschend nach rechts. Radierung von August Friedrich Winkler (Geyer/Sachsen 1770 – 1807). Bezeichnet: A. F. Winkler f. / de la Rue. 20,8 x 16,9 cm. – Auf schwerem, zweiseits unbeschnittenem Papier von 1,5-9 cm Breitrandigkeit. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Wouwerman, Philips (1619 Haarlem 1668). Sattelpferd vor Hafertrog. Breitseits nach rechts mit Blick auf den Betrachter. Unter dem Trog der Futtersack. Radierung von August Friedrich Winkler (Geyer/Sachsen 1770 – 1807). Bezeichnet: A. F. Winkler f. / Phil. Wouwermans. 12,5 x 17,3 cm. – Wie vor, doch mit 2-8 cm Breitrandigkeit. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Wapen vnd Ritterspiel, (Der alten Teütshen) ihre. Reichhaltiges Szenarium mit Schwertkampf und Turnierreiten. Kupferstich bei Matthäus Merian. (1638.) Bezeichnet. 14,4 x 16,9 cm. – Frühester Abdruck. – Links und unten im Plattenrand geschnitten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Das Tigerpferd mit Ährenbouquetals das im Œuvre zudem nahezu einzigeNiederlande–SchaustückRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Dises Junge Tyger=Pferd welches zu Oranien=Polder einem Dorfe nicht weit von Delfft in der Provinz Holland gezogen hatte dises Aehren Poquet von farbe Schwartz gleich den anderen flecken u: ist 1743. von der Hochgräffl. Promnitzischen Herschafft aus Schlesien auf ihrer Holländischen Reise als eine Raritet sehr Theuer erkaufft worden. Der in herrlich leichter Bewegung breit in schöner Hügellandschaft mit Dorf, abgesondert von fünf teils tollenden und sich wälzenden Pferden, stehende Hengst, den schönen Kopf dem Betrachter zugewandt. Radierung mit Kupferstich nach dem nach dem Leben gemalten Bilde des Liebhaberkünstlers Frhr. Christian Ludwig von Löwenstern in Darmstadt. Bezeichnet: Lib: Baro de Löwenstern ad viv: pinx. Darmst. / J. El. Ridinger sc. et excud. 1745, ansonsten wie vor. 35 x 28,5 cm. Blatt 38 (Thienemann + Schwarz 280, „Die sechs Pferde, welche in dieser Sammlung enthalten sind, wurden später auch gesondert verkauft“) der „Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
„ … my little town … New York … New York “JEROME PARK NEW YORKThe False Start Jerome Park, N(ew) Y(ork). Teils in heftig gebremstem Galopp davonjagend, teils in weiser Voraussicht am Start stehengeblieben. Vorne links turmartige Loge mit vier Herren, auf der gegenüberliegenden Seite der Rennbahn die große flaggengeschmückte Tribüne mit dem erregt gestikulierenden Publikum. Kreidelithographie im Ursprungs-Kolorit bei Thomas Kelly in New York. 1868. 49,3 x 63,2 cm. Die nur selten dargestellte Situation des Fehlstarts und der damit verbundenen Verwirrung bei Pferden und Jockeys einer- und dem Ärger der meist durch Wetten zusätzlich engagierten Zuschauer andererseits in ebenso eindrucksvoller wie großformatiger Darstellung. – Auf festem Papier. – Die gewisse Zeitspurigkeit, darunter fünf professionell restaurierte, 2-6, in einem Fall auch 12 cm in das Bild hereinreichende Randeinrisse, Wasserflecke namentlich im Unterrand sowie Knitterspuren in der Himmelspartie und eine nur rückseitige leichte Bräunung angesichts der generellen Empfindlichkeit solcher Übergrößen übersehbar und hinter dem besonderen Reiz hiesiger Thematik zurücktretend. Kurz, das besondere Erlebnis. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
251 jähriger Medicus HippologicusWinter (von Adlersflügel), Georg Simon. Wolerfahrner Pferd=Artzt, Welcher gründlich lehret, wie man der Pferde Complexion, Natur und Altrer erkennen, alle inner= und äusserliche Kranckheiten curiren, und die gesunden Pferde vor allen bevorstehenden Mängeln præserviren solle. Mit einem Anhang einiger raren, für junge Fohlen treflich gut befundenen Arzeney=Mitteln versehen, und durch und durch verbessert, und mit den bewährtesten Arcanis vermehret, durch Valentin Trichter, wolbestalten Reit=Meistern der Republic Nürnberg. Mit vielen nöthigen Kupffern ausgezieret, nämlich mit 44 Faltkupfern auf 35 Tafeln . Nürnberg, Joh. Andreas Endter, 1757. 20 unnum. Bll. Titel, Vorw., Inh., 838 SS., 9 unnum. Bll. Reg. Franzbd. d. Zt. Titel in Rot + Schwarz. – Die für den Original-Verleger ERSTE VON TRICHET BESORGTE AUSGABE dieses erstmals 1678 in Folio erschienenen und bis hin zur dt. Ausgabe Philadelphia 1840 langlebigen Klassikers, dessen Kupfer, angeführt von 27,5 x 38,5 cm messender Instrumenten-Tafel, anatomischen Details, Kranken- + Behandlungsbildern gewidmet sind und hier in Anzahl und Art denen der Erstausgabe (dblgr. Instrumententafel + 45 Textkupfer) entsprechen, hier neben drei ungezählten numeriert von I-XLI und ggf. textfolgend zu größeren Tafeln vereinigt. – Die „Reich bebilderte Roß-Arznei mit vielen Rezepten“ (Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub, 1963, Nr. 367 [diese Ausgabe]) in ausgesprochen schönem Exemplar , nur namentlich Vorderspiegel + Vorsatz und schon übersehbar noch der Titel stockfleckig, sonst nur gelegentliche Fleckchen. Vorspann mit abnehmender kleiner Wurmspur im unteren Innenrand wie auch an den etwas angegriffenen Kapitalen des Rückens. Die Vorderdeckelecken bestoßen.
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ein Friesländer. Langschweifig, mit angewinkeltem rechten Hinterbein, in von Anwesen begrenzter Landschaft selbstbewußt nach rechts. Radierung von Johann Gottfried Seuter (Augsburg 1717 – 1800). Bezeichnet: 3. / a J. El. Ridinger ad vivum depict: et exc: a(t)qu(e). J. G. Seuter (Stief-)filio meo aeri incisi sowie Titel in dt.-frz.-lat. 28,3 x 34,4 cm. – Thienemann + Schwarz 578. – Blatt 3 der vier arabisch numerierten Blätter der Folge der Nationenpferde, in deren willkürlicher Ordnung es unter 17 figuriert. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Anno 1746. Ist dises Edle Leib Pferd Sr. Hoch Fürstl: Durchl. Carl Eugenii Regirende Herzogs zu Würtenberg nach dem leben gemahlt. ./. und mir zu gesant worden ./. An farbe ware es von vornen Grau mit weis gesprengt über dem Creutz gantz Weis mit Schwarzen flecken, die schenkel dunkel grau die Mæn und Schweif Liecht. Mit geflochtener Mähne und langem Schweif vor einer Mauer in einer Reitschule nach links schreitend. Radierung und Kupferstich nach dem nach dem Leben gemalten Bild von Ermeltraut. (1746.) Bezeichnet: 46. / Ermeltraut ad vivum pinx. / J. El. Ridinger Sculp: et excud: A: V., ansonsten wie vor. 34,2 x 27,7 cm. Thienemann + Schwarz 288. – Blatt 46 der Wundersamsten Hirsche und anderer besonderlicher Thiere. – „Die sechs Pferde, welche in dieser Sammlung enthalten sind, wurden später auch besonders verkauft.“ – Sehr schöner, jedoch etwas späterer Abdruck auf festem wolkigen Papier mit typographischem Wasserzeichen-Rest, indes wohl vor der von Thienemann gedachten Ausgabe um 1824, für die die Numerierung oben rechts vermutlich entfernt wurde. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – – – – Dasselbe in Abdruck auf festem Papier wohl aus dem 3. V. des 19. Jhdts.
Turf. Herr mit Zigarre + Zylinder in der Linken und ausgetreckter Rechten vor gestaffeltem Feld von 6 Reitern. Pinselzeichnung des Monogrammisten R. Ca. 1920. Hs. monogammiert. 130 x 207 mm. Zigarrenkisten-Illustrationsentwurf auf Karton. – Unten rechts. hs. Reg.-Nr. C. 406. – Rückseits Montagespuren. – Stilistisch nahestehend Ludwig Hohlwein („Neben Th. Th. Heine der bedeutendste Plakatkünstler seiner Zeit“, Vollmer), dessen Mappenwerk „Turf“ von 1909 inspiriert haben könnte. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Gezeichnet – Zerschnitten – Eingeklebt – GerettetWintter, Joseph Georg (1751 München 1789). Beißende Pferde, vom Knecht auseinandergetrieben. Hengst in lebhafter Bewegung nach links, einen zweiten, halb verdeckten in die Mähne beißend, derweil sich dieser mit einem Biß in die Vorderhand revanchiert. Von rechts der Knecht mit Rute hinzueilend. Kreide- und Bleistiftzeichnung, der reich schraffierte angreifende Hengst zusätzlich in schwarzer Feder ausgeführt. (Vor) 1781. 268 x 387 mm. – Rückseits: I. Achtender, stehend, nach links. Bleistiftzeichnung. Bezeichnet: JW (ligiert) inv. 1781 / JGW (ligiert) inv 1781. 230 x 184 mm. – II. Zehnender, stehend von vorne links. Bleistiftzeichnung. Bezeichnet: 135 / JGW (ligiert) inv 1781 / JGW. (ligiert) inv 1781. 213 x 201 mm. Unten links rote Sammlermarke „G“ in Quadrat (nicht bei Lugt). – Vorderseits sieben Punkte früherer Eckmontage der rückseitigen Hirschstudien, von denen vier noch Reste des blau-grauen Montagepapiers zeigen. Nur einer dieser Punkte indes mit dem Fuß des Knechtes noch unwesentlich die Zeichnung tangierend. Unten Mitte unterhalb der Schattenschraffur dünne Papierstelle von fast unbemerkbar entfernter achter Montagestelle. – Von Wintter für die zwei rückseitigen Hirschstudien etwa in der Mitte auseinandergeschnitten und offenbar proportionshalber oben bzw. unten verkürzt und in einen Sammelband eingefügt. Aus diesem nach 1783 (s. u.) wohl durch Wintter selbst wieder herausgelöst und mittels Büttenstreifen zusammengesetzt, wobei die fehlenden, indes nicht die Pferdezeichnung betreffenden Partien durch Streifen weiterer Studien ergänzt wurden. Einer der Büttenstreifen zudem mit der verdeckten Inschrift „Nach Natur gezeichnet von JGWintter den 28 august ao. 1783“. Die unterschiedliche Anordnung der Ergänzungsstreifen – links oben, rechts unten – die Priorität der Pferdezeichnung belegend. Für Wintter als Retter seiner eigenen Zeichnung spricht die Verwendung weiterer Studienblätter bis hin zu besagtem Streifen mit der 1783er Signatur, ein Vorgehen, das kaum auf einen Sammler schließen lassen dürfte. Solchermaßen aber nicht allein eine temperamentvolle Zeichnung Wintter’s , sondern zugleich einzigartig reizvoller Beleg des Auf und Abs künstlerischen Schaffens . Und wie wir thematisch dem Knecht in dem gleichfalls von rechts agierenden Jäger der hier früher mit Provenienz von Kühlmann und Schäfer durchgelaufenen 1785er Wisenthatz wiederbegegnen, so hat die technische Beschaffenheit des Blattes einen Vorläufer in „Mr. Blaeu makes maps with glue and scissors“. Als dieser 1635 nämlich mit Rhein- + Donaukarte dem Konkurrenten Janssonius hinterherhinkte, druckte er flugs von der auf ihn übergegangenen 1590er Deutschland-Wandkarte Rumold Mercator’s die entsprechenden Grobpassagen, um diese dann mit Schere und Kleister zurechtzuwerkeln. Nur in der Deutschland-Ausgabe des Atlasses jenes Jahres so verwendet, ist ein Paar dieser Zimelien hier in den 60ern verhandelt worden. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Das starke 1. Drittel allein den Pferden gewidmetJohn Sherer. Rural Life. Described and Illustrated, in the management of Horses, Dogs, Cattle, Sheep, Pigs, Poultry, etc., etc.: Their Treatment in Health and Disease; with authentic information on all that relates to Modern Farming, Gardening, Schooting, Angling … and a complete system of modern veterinary practice. Mit 5 Textholzstichen und 88 Stahlstich-Illustrationen auf 64 (3 gefalt.) Tafeln. London + New York, London Printing and Publishing Comp., (ca. 1870). 4°. Gest. Titel, XVI, 1016 SS. Gold- u. blindgepr. OLdr.-Bd. auf 4 Bünden. Einband etwas beschabt und zeitspurig, unteres Kapital mit kleinem, 1,5 cm langem Lederausriß. – 1 Lage (SS. 889-896) doppelt eingebunden. – Frontispiz – ein von einem Burschen gehaltener Schimmel vor dem Stall nebst Bezeichnung aller Körperpartien in 45 Nummern – + gest. Titel mit ganz schwachen Wasserrändern, ansonsten bei nur überaus vereinzelten kleinen Stockfleckchen von gesamthaft schöner Frische Die Tafeln meist mit bildlicher Szenerie – darunter Rennen und Jagden -, aber auch anatomischen und technischen Details. – Inhaltliche Schwerpunkte: Jagd (121 SS.) – Hunde (125 SS.) + als starkes 1. Drittel mit 364 Seiten Pferde, nämlich : The Horse, and Modern Veterinary Practice / Of Horses in General / Races / Economy of the Stable / Diseases, Fractures, Wounds, etc. / Surgical Operations / Veterinary Department, or Medicines and their Uses. Daneben Rinder, Schafe, Schweine + Geflügel (zusammen 273 SS.), Bienen (9 SS.), Prinzipien + Maschinen moderner Landwirtschaft (42 SS.), Gartenbau (68 SS.), Angeln (14 SS.) sowie 4seitiger Index.
Pony, Englischer. Nach Rückkehr von der Jagd von seinem Herrn am Haus festgemacht, wo der Begleithund schon seinen Durst stillt, indes ein zweiter freudig heranspringt. Zur Rechten die Silhouette einer langgestreckten Ortschaft zu Füßen einer verfallenen Burganlage. Stahlstich. Ca. 1835. Bezeichnet als Nr. XXVI, ansonsten wie vor nebst Adresse der Kunstanstalt des Bibliograph. Instituts. 16,3 x 20 cm. Liebes, als Pony-Darstellung zudem selteneres Motiv mit dem schönen, klugen Tier als Mittelpunkt. – Mit dem nicht mitgemessenem vollen Plattenrand, wie für Stahlstiche eher seltener, und linksseitigem Heftrand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Nach jahrzehntelanger Augenweide in großzügigem Ambientean der Wand eines Connaisseurs von Gradenerstmals wieder auf dem Markt:Immens seltene Reitschulblätteraus den größten derAugsburger Dressuren + SchulenGeorg Philipp Rugendas I (1666 Augsburg 1742). Führt erst der Reuter recht Leib, Schenkel, Verse, Hand, So wird ein edles Pferd bald Schul=recht und gewandt … Das es vorn hoch hebt auff und gut Courbetten macht. Offener Reitplatz rückseits von Ställen mit verschiedenfältigen Aktionen. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Georg Philipp Rugendas invent. del. fec. et excudit sowie Vierzeiler. 48,5 x 65,5 cm. Teuscher 68 + Abb. (druckfehlerhaft 40,5 cm, ohne Nummer); Stillfried 347. – Blatt 1 der 8blätterigen Reitschule T. 68-75 + Nagler, Künstler-Lexicon, 44, hier im wohl nachzuordnenden Zustand mit der Nummer 1 in kleinem Halbkreis am unteren Bildrand, wie auch das Exemplar der ETH Zürich. Mit umlaufend 1-1,7 cm breitem Rand. – Gleichmäßiger Druck mit gutem Hell-Dunkel, doch von der gesamthaft schon etwas abgenutzten Platte, wie bei der nur ca. 50-60 wirklich gute Abdrucke – so der zeitgenössische Praktiker Sandrart – zulassenden Schabkunst durchaus hinnehmbar. Immens selten, fehlten die Blätter dieser Folge u. a. innerhalb der ca. 27600 Positionen des Weigelschen Kunstlager-Catalogs, Abt. I-XXVIII, 1838-57, in der 1963 aufgelösten Bibliotheca Hippologica I. H. Anderhub mit so Seltenheiten wie etwa Ridinger’s Reitschule in Groß-quer-Imperial und in der Sarasin Collection (1999). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – – – Nun mus das muntre Pferd in vielen Lectionen …. Auf offener Reitbahn ein Schimmel im Galopp mit an den Pilar gebundener Kappzaumlonge mit in Reserve gehaltenen Spießruten. Schabkunstblatt wie vor. Teuscher 69 + Abb. (ohne Nr.); Stillfried 348; Schoenbeck, Das Pferd und seine Darstellung in der bildenden Kunst, Tafel 33 (Ausschnitt). – Blatt 2 der Folge mit der Nummer wie oben und auch beim Exemplar der ETH. – Vier (davon eine kaum bemerkbar) Quetschfalten vom Druck her. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – – – Mit eiserrem (sic!) Gebiss darf man es nicht gleich wagen … Auflegen und Gewöhnung an Schulsattel ohne Bügel, Arbeit mit hölzernem Gebiß und Kappzaum. Zurückgesetzt weiteres Übungsszenarium. Schabkunstblatt wie vor. Teuscher 122 + Abb.; Stillfried 359. – Blatt 5 der 12blätterigen (bzw. 3 à 4 Blatt) Pferdedressur T. 118-129. – Nicht bei Nagler. – Lat.-deutscher Vierzeiler. – Kaum bemerkbar hier auch im Textrand unten rechts eine größere Rißhinterlegung mit minimalem, durch Retuche geheiltem Buchstabenausfall. – Immens selten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – – – So lehrt das lange Seil ein junges Pferd Trottieren … Und werffe … den Kopff als Füss Heroisch in die Höh. Vor weiterer reicher Pferdeszenerie berittenes Jungpferd an Wischzaum und langer, um einen Pilar gewickelten Kappzaumlonge, vorsorglich gefolgt von Reiter mit der Chambrière. Schabkunstblatt wie vor. – Teuscher 124 + Abb.; Stillfried 361. – Blatt 7 der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – – – Hier lernt das junge Pferd auch Schulrecht galoppiren, Und in gewissem Lauff fortsezen seine Reiss …. Jungpferd mit am Gurt ausgebundenen Wischzaumzügeln in vollem Galopp an einer Kappzaumlonge. Nicht zuletzt dank drohender Chambrière. Eingebettet und vor weiteren Aktionen. Schabkunstblatt wie vor. Teuscher 125 + Abb.; Stillfried 362. – Blatt 8 der Folge. – Von schönem, von leuchtendem Hell-Dunkel bestimmtem Gesamteindruck, wie für die Schabkunst besonders erwähnenswert. – Ganz rechts unten durch Retouchenhinterlegung erledigte Fehlstelle. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Landseer, Thomas (1795 London 1880). What ho! does the Devil arrive! then we needs must get on. Zwei auf einem Esel dahingaloppierende Affen. Bezeichnet: Drawn & Etched by Tho Landseer 1827, sonst wie vor. 20,6 x 16,4 cm. Aus der Monkeyana-Suite, einem der nur wenigen frühen und somit typischen Werke Landseers. – Auf besonders breitrandigem, schwerem Papier. – Im weißen Rand ganz schwach stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Von nun an „Henri ohne Pferd“Cham (= Amédée Charles Henry de Noé, 1819 Paris 1879). Ce pauvre Henri IV voyant emmener son cheval chez le boucher. Auf seinem Denkmalsockel stehend und betreten seinem Pferd nachschauend, das auf dem Handkarren zur gegenüberliegenden Schlachterei gebracht wird. Einzig der Lorberkranz ist dem König geblieben. Kreidelithographie. (1870-71.) Bezeichnet: CHAM / 130, ansonsten typographisch wie vor. 22,6 x 18,4 cm. Geschaffen für den Charivari während des Krieges von 1870-71 und hier vorliegend in zeitgenösischem Abdruck ohne Rückseitentext. – Kleiner Stockfleck im weißen Feld oberhalb der Bäume in Henris Rücken. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Antoine Charles Horace Vernet, gen. Carle V. (Bordeaux 1758 – Paris 1836). (La chasse au cerf.) Folge von 24 Blatt. Kupferstiche von Gamble (21,2-22,8 x 30,2-30,0 cm). Ca. 1804-14. Hldr.-Bd. d. Zt. m. Rückenverg. und braun marmor. Deckelbezügen. Vernet’s ausserordentlich seltene Folge der Par Force Jagd des Hirschen als der großartige Akkord von Instruktivität, Vielfalt und Bildreichtum, dominiert von einem unvergleichlich herrlichen Pferdeaspekt gemäß der Natur des Künstlers. Vernet war ein Pferdenarr. So sind denn auch die hiesigen Parforcepferde von einer Rasse, die den Betrachter kribbelig macht, nicht gleich aufsitzen zu können. – Die einheitlich schöne Druckqualität nicht zuletzt bestimmt von der feinen Behandlung des Lichtes. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Bildmäßige Reitschulzeichnungen = allergrößte Ridinger-RarissimaJohann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Redop an der Wand rechts. Weiträumiger Platz mit einer Gruppe von vier Reitern, deren einer vorn rechts unter Mitwirkung je eines Lehrers und Stallknechtes redoppiert. In der Mitte bringt ein anderer Lehrer einen jungen Burschen am Schlafittchen vor den aus dem Ruinenportal tretenden Stallmeister. Mit liegendem Saurüden und stehendem anderen. Grau lavierte originale Bister-Federzeichnung mit leichter Bleistift-Skizzierung oben links. (1722.) 210 x 336 mm. Die Ursprungszeichnung vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung zu Blatt 15 – Thienemann 620 – der ältesten, vom erst 24jähr. Ridinger noch nicht selbst gestochenen wundervollen 23blätterigen Reitschule des Meisters als herrlicher Beleg dessen in frühesten Jahren bereits vollkommenen Stils. Bildmäßige Reitschulzeichnungen sind allergrößte Ridinger-Rarissima. Die beiden hiesigen – siehe die Folgenummer – entstammen freiherrlichem, zuletzt gräflichem Vorbesitz. Als ein „Blick über die Schulter des Künstlers“ auf seine Arbeitsweise interessant eine nur bei Nichterkennen des Zusammenhangs etwas störende, von schwachem Wasserrand begleitete größere Wischspur links von der Ruine, die trotz hineinspielender grüner Färbung vom Künstler selbst herrühren dürfte, da darunter eine Pferdeskizzierung hervortritt. – Unter säurefreiem, rahmungsfertigem Passepartout mit den 23karätig goldgeprägten Künstler-Daten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Der Ridinger , der den „Blauen Reiter“ inspirierte– – – Das Trottiren. Weiträumiger Platz vor der Ruine eines stattlichen Anwesens mit einer Gruppe von vier Pferden und sechs Bereitern unter Aufsicht des Stallmeisters. Wie vor. 214 x 340 mm. – Die Ursprungszeichnung zu Blatt 3 – Thienemann 608 – der Folge, doch ohne einen „Blick über die Schulter“. Während zur Linken ein Reiter sein vom Burschen gehaltenes Pferd erst noch besteigt, trainiert bei gutem Durchblick im Mittelgrund jenseits der Longe der einzige aufsitzende schon das seine. Und eben dessen Detail-Ausschnitt diente dem 33jährigen Franz Marc für seinen Holzschnitt „Reitschule nach Ridinger“ von 1913 (Lankheit 839, 27 x 29,3 cm). Von Marc geschaffen im Jahr des „Turms der Blauen Pferde“ als einer der Ikonen der Moderne, „das reichste (Jahr seines) Schaffen(s)“ (Christian von Holst). Und zusammen mit dem gleichzeitigen Holzschnitt „Löwenjagd nach Delacroix“ steht die Arbeit für jenen Zeitpunkt, von dem „wohl von einem buchstäblichen Einzug des Reiters in das Œuvre von Marc (zu) sprechen (ist) … Die … (von) Marc durch eine abstrahierende Einfühlung in das Pferd und die übrige Tierwelt (immer wieder angestrebte) Animalisierung der Kunst … kippt nun mehrfach um in die Wiederbelebung der Einheit von Ross und Reiter … Er selbst präsentierte sich in einer Postkarte an Else Lasker-Schüler 1912 als ‚Blauer Reiter‘, der neben beziehungsweise hinter seinem Pferd steht und farblich mit ihm zu einer Einheit verschmilzt (aus hiesiger Sicht ein Vorgriff auf die „kraftvoll rhythmisierte Darstellung“ der „Reitszene nach Ridinger“) … Der Hund unten rechts (auf letzterer), der den Betrachter eher an eine Jagdszene erinnern mag, verdankt sich … ebenfalls der ‚Reit-Kunst‘ Ridingers (vgl. entsprechende Hunde auf den Blättern 5, 18 und 22). Er blickt zurück, als wolle er schauen, wo sein Herr, der Reiter, bleibt. Eine spannungsvolle Aufbruchsstimmung prägt das Geschehen, das aus Ridingers Hintergrundfigur des Reiters den eigentlichen Protagonisten macht . Der Reiter und das Pferd bilden in ihrem extremen Bewegungsimpuls eine Einheit. Obgleich Marc mit Ridinger einen Spezialisten des dressierten Pferdes rezipiert , geht es ihm nicht um eine artifizielle Mensch-Tier-Symbiose, die sich besonders in der Schulung des Pferdes in den künstlichen Gangarten artikuliert“ (Andreas Schalhorn). Und „ Aufschlussreich , dass Marc bei seiner sehr vertrauten Kenntnis der Kunstgeschichte sich gerade diesen Meistern der Pferdedarstellung (Delacroix und Ridinger) des 19. beziehungsweise 18. Jahrhunderts als Vorbildern zuwendet “ (von Holst). Die Par force Szenerie auf dem ein Jahr später entstandenen Aquarell „Schloss Ried“ – Holst, Abb. 11 – steht für ein weiteres Beispiel der Beschäftigung mit Ridinger. – Die Zitate aus Christian von Holst (Hrsg.), Franz Marc – Pferde. Katalog der 2000er Ausstellung der Staatsgalerie Stuttgart – Sonderausgabe 2003 – , SS. 122, 250 f. + 165 f. nebst Abbildungen 151 f., 208 + 9. – Siehe u. a. auch Franz (Hrsg.), Franz Marc – Kräfte der Natur, Werke 1912-1915. Katalog der Ausstellung in München + Münster, 1993, Nrn. 138 f. nebst Abbildungen Seiten 300 f. Die bei Ridinger an südliche Vorbilder erinnernde Ruine im übrigen sicher auch eine Reverenz gegenüber Italien, wohin es den in seiner Ulmer Lehre so unglücklichen einst hoffnungslos gezogen hatte. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
FürstensohnKuntz, Rudolf (Mannheim 1797 – Karlsruhe 1848). Mirza. Kastanienbraun. / Bai chatâin. Portrait nach rechts vor zarter Küstenkulisse mit Palast, Booten und Palmen. Mit blaßbrauner Tonplatte gedruckte Kreidelithographie von Lorenz Ekeman Allesson (Schweden 1791 – Stuttgart 1828). (1824.) Signiert: Nach d. Leben gez. von Rud. Kuntz. / Lithogr. v. L. Ekeman Allesson., bezeichnet wie oben. 37,5 x 42 cm. Winkler, Die Frühzeit der dt. Lithographie, 180, 57, 6; Boetticher, Kuntz, II, 2; Grafische Arbeiten der Pferdemaler 17.-19. Jhdt. – Ausstellungskatalog Dt. Pferdemuseum, Verden 1996 – Nr. 45/46 (W. 180, 57, 16 f.). Blatt 6 der vom Königlich. lith. Institut in Stuttgart hrsg. 18blätterigen „ Abbildungen Kgl. Württembergischer Gestütts Pferde von orientalischen Racen “ erschienen 1823/24 (Boetticher’s 1823/32 schon mit Ekeman’s Todesjahr nicht harmonierend). – „ Die aus der Leidenschaft des Königs Wilhelm von Württemberg („König der Landwirtschaft“, ADB) entsprungene erstmalige Reinzucht arabischer Pferde außerhalb des Orients wird in großformatigen Pferdeportraits des Karlsruher Hofmalers Rudolf Kuntz dargestellt “ (Dietrich Fröba, Ausstellungskatalog Verden, Seite 23). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
John Thomas Smith (1766 London 1833). Hackney Coachman. Mietskutscher um 1687 und somit gleich einem Postillion mit nur kurzer Peitsche und Rad-Sporen. Radierung. Ca. 1819. Bezeichnet. 18,8 x 11,4 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Henry Bernard Chalon (1770/1 London 1849). Orville 1799. Der fein geäderte goldbraune Champion mit seinem Herrn in angedeuteter weiter Landschaft mit einem Gehöft im Hintergrund. Lithographie bei H. Delius. (1837.) Signiert, bezeichnet. 15 x 28 cm. – Ausführlich über Orville’s Siege siehe Mellon Coll., Print Catalogue, 8. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Richard Schoenbeck. Das Pferd und seine Darstellung in der bildenden Kunst vom hippologischen Standpunkt aus. Mit Frontispiz + 44 (5 gefalt.) Tafeln + 328 Abbildungen. Leipzig, Engelmann. 1908. 4°. X, 203 SS. Illustr. roter OLwd.-Bd. mit goldgepr. Rücken + Vorderdeckel und rotem Vorsatz. Kopfgoldschnitt. Standardwerk hinsichtlich des reichen Bildmaterials und ggf. der einführenden Kapitel „Skizze und Geschichte des Pferdes“ (SS. 31-66) + „Das Pferd“ (67-143). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Adolphvs Fridericvs Hæres Norvegiæ Dux Holsatiæ, Slesvici, & Episc. Lvbecensis Sveciæ Regis declaratvs Svccessor. Auf munter fürbaßtrabendem Rapphengst aus dem Walde kommend, den Marschallstab in der Rechten und begleitet von einem Helmträger zu Pferde sowie zwei Läufern, auf dem Wege zum Zusammentreffen mit der am Meerufer ziehenden Truppe. Auf dem Wasser selbst Flotte in überwiegend Linie. Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. fec. et excud., ansonsten wie vor. Blattgröße 32,7 x 24,3 cm. Thienemann + Schwarz 832. – Aus der 16blätt. Stammfolge – bekannt mit Th. 835 + Th.-St. 1378 zwei weitere größeren Formats, letzteres hier aufliegend per 14.850 – der Fürstlichen Personen zu Pferde, fehlend dem Exemplar der 1958 versteigerten opulenten Ridinger-Sammlung Gräflich Faber-Castell und hier vorliegend aus der nunmehr zur Auflösung gelangten reichen Ridinger-Sammlung von Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen. – Dreiseits innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten, unten bis dicht an die letzte Schriftzeile unter minimalem Anschnitt des „G“-Unterbogens von Regis. – Aufmontiert auf sammlungsspezifischem großen Untersatzbogen bei feiner schwarzer Linieneinfassung. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
„ … ein Kunstsammler bezahlte aber …100 fl. für dieses Blatt “Duck, Jacob A. (um 1600 Utrecht 1667) oder Jan le Ducq (1629/30 Den Haag 1676). Die Flußlandschaft mit dem wartenden Reiter. Dieser dominant ganz vorn in Erwartung eines durch den Fluß kommenden zweiten. Kleinfigurig hinter diesem ein knietief watender Mann mit einem Stab (Lanze?) in der Rechten, indes die Linke auf eine schwimmende oder flößende kleine Figur weist. Auf links im Bild hart zum Ufer abfallendem Felsen des jenseitigen Ufers ein Gebäude mit schwerem Rundturm. Ein weiteres Gebäude unten am Ufer ganz linksaußen. Und zum rechten Bildrand hin ein Gebäude-Ensemble mit hohem Turm mit Zwiebelspitze, dahinter der Fluß eine Biegung nach links macht, in der Ferne auf Höhe eines diesseitigen Höhenzuges befahren von einem Segler. Radierung. Blattgröße 18 x 23,3 cm. Hollstein, Duck, 9; Nagler, Monogramm., III, Ducq, 2184, Nr. 8; Wurzbach, Duck, 8; Katalog Davidsohn I, Ducq („Zweifelhaftes Blatt … Sehr selten“), 1378. – Schlußblatt einer 4blätt. Folge – das 3. siehe unten – , deren erste beide von Roman de Hooghe (1645-1708) stammen, der auch schon mit der Gesamtfolge in Verbindung gebracht wurde. – Mit nahezu complettem großen Wz. Aufgerichteter Löwe in doppelt eingefaßtem Kreis unter Lilie mit Schwert in der Rechten und Pfeilen in der Linken als Variante zu Heawood 3140-3145 (1651 bis ca. 1689) einschließlich der Kreisfüllsel, doch ohne deren Wappenschild. – Unten rechts kleiner ovaler Sammler-Stempel A (? Aretin? siehe unten). Der brillante Druck der Sammlung J. H. Anderhub. – Dreiseits bei 2-4 mm umlaufendem Rändchen auf Plattenkante geschnitten, oben eher auf Bildeinfassung bei indes viel weißem Plattenfeld. Dieses linksaußen und Mitte mit bemerkbarem ganz schwachen Bräunungsanflug. Zwei durchgehende feine vertikale Quetschfältchen bildseits nur oberhalb von Pferd + Reiter erwähnenswert. So auch eine leichte diagonale Faltspur im rechtsseitigen weißen Bildfeld. Nagler qualifiziert Ducq’s Kupfer im Monogrammisten-Lexikon wiederholt als Kostbarkeiten und hier ist es vor allem die „berühmte Hundefolge“ von 1661, die in Weigel’s Kunstlager-Catalog, Abt. VIII, 1840, per 9135 als „Von grösster Seltenheit“ zu hohem Preise von 80 Thlrn. figuriert. Im Katalog Davidsohn (I, 1376) wurden die 8 Blatt 1920 im nur zweiten Zustand auf 600 RM. taxiert. Der hier anstehende „Reiter am Flußufer“ als Einzelblatt aber – bei jeweils brillanter Druckqualität mit Rand – auf die Hälfte, nämlich 300 RM! Dies zur Verdeutlichung dessen Kostbarkeit. Und in Harmonie zur Überlieferung Nagler’s von 1863 :
Angebots-Nr. 28.613 / EUR 498. / export price EUR 473. (c. US$ 612.) + Versand
– – – – Der Reiter am Pilar. Nach links, kontrolliert dortselbst vom Ausbilder mit Peitsche in der angehobenen Rechten. Am linken Bildrand kleines Anwesen, am rechten bewachsene große Ruine, davor zwei die Übung beobachtende Männer mit Hund. Radierung. Blattgröße 18,6 x 23,3 cm. Hollstein, Duck, 8. – Blatt 3 der 4blätt. Folge wie oben und mit der Nr. 3 unten rechtsaußen im weißen Rand. Der herrliche Druck der Sammlung J. H. Anderhub. – Bei dreiseits 2-4 mm umlaufendem Rändchen und oben viel weißem Plattenfeld auf Plattenkante geschnitten. Durchgehendes feines vertikales Quetschfältchen nur ober- bzw. unterhalb von Reiter + Pferd bemerkbar. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Das Pferd in alten ,rahmenswürdigen VerordnungenCirculare des k.k. Kreisamtes Kornneuburg des. V.U.M.B., Die Pferdstellungs-Vergütungen für die Jahre 1812 und 1813 betreffend. 8. Januar 1814. Kl.-2°. 1 Bl. Mit 2 gedruckten Unterschriften. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – des k.k. n. ö. Kreisamtes St. Pölten, ein verfaßtes Werk über die Landespferdezucht ankündigend. 21. Nov. 1807. Kl.-2°. 1 Bl. Mit gedr. Unterschrift Kreishauptmann Anton Leopolds v. Roschmann. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – desselben, die Versteigerung ausgemusterter Pferde betreffend. 4. September 1809. Kl.-2°. 1 Bl. Mit gedr. Unterschrift des Kreiskommissärs A. v. Portenschlag. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. – des k.k Kreisamtes Klagenfurt wegen Verscharrung der auf der Straße gefallenen milit. Pferde. 10. März 1810. Kl.-2°. 1 Bl. Mit gedr. Unterschriften der Franz Xaver v. Fradeneck + Wolfgang Edler v. Wolf. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Ridinger’s Kleine Reitschulein selten vorzüglichem Sammler-ExemplarRidinger, Johann Elias. Vorstellung und Beschreibung derer Schul und Campagne Pferden nach ihren Lectionen, In was vor gelegenheiten solche können gebraucht werden. – Anmerkungen von dem Carousel. 2 Tle. in 1 Bd. Augsburg, Selbstvlg., 1760(.61). Kl.-2°. Gest. Titel, 35, 1 SS.; 8 SS. Mit großer Titelvignette „Ad Pugnam Luidumque paratus.“ (Zu Kampf + Spiel gerecht), mehr. Holzschn.-Vignetten + -Bordüren sowie 62 Kupfertafeln (ca. 19-20 x 14-16 cm bzw., Karussel-Plan, 28 x 15,7. Herrlicher, reich blindgepr. brauner Kalbldr.-Bd. im Stil der alten Holzdeckel-Einbände a. 5 besonders breiten imit. Bünden mit Rückenvergoldung incl. Prägung „ BESCHREIB. CAMPAGNE PFERDEN LECTIONEN / ANNO 1760 “ und zwei Messing-Schließen. Zeitgenöss. farb.-marmor. Schnitt. Thienemann + Schwarz (Bd. I, Taf. XXI) 646-707 + 1301; Weigel 36 A + 37 A (jeweils von A-B); Coppenrath (1889) 1561 (ohne die Karussel-Suite) + 1562 (ohne Titel, Text + Plankupfer) bzw. (1890) 2000 (ohne Titel + Karussel-Suite, mängelbehaftet); Helbing XXXIV, 1252; Schwerdt III, 142; Menessier de la Lance II, 429. Ridinger’s bewunderungswürdige , umfangreichste Schule in ihrer ersten Ausgabe, in absolut vollständiger Verfassung bis hin zum 16. Kupfer des Karussels, dem Plan, dessen Fehlen für Weigel (1857) Merkmal neuerer Ausgabe. Entsprechend Thienemann (1856) :
Er fand sie „In einem ganz alten, sehr schön erhaltenen Exemplar … aus England“ , dem auch die SS. 1-4 des Carrousels beigebunden waren, die dem ihm zunächst vorgelegenen Exemplar, s. S. 136, gleichfalls ebenso fehlten, wie die ihm ebenfalls erst mittels besagten englischen Exemplars bekanntgewordenen SS. 17-35 der Reitschule selbst (s. S. 295), nämlich dem „ Schreiben eines sehr wohlerfahrnen Bereuters Das alles in anstehendem Exemplar einschränkungslos enthalten. Mit Ausnahme des nur von Schwarz erwähnten „3zeilige(n) französische(n) ‚Avis‘ (a)uf der nicht paginierten (und ansonsten auch bei ihm freien) S. 36“ des Textvorspanns zum Hauptteil. – Titel + Texte durchgängig in dt.-franz. Paralleltext. Die vielfach in schöner Umgebungsstaffage angesiedelten Kupfer von 1-46 + unter Beiseitelassung des Plankupfers von 1-15 numeriert, davon das erste voll bezeichnet mit „Joh. El. Ridinger inv. del. sc. et excud. A. V.“, die übrigen mit dem Monogramm „J. E. R.“. Vorliegend in einheitlich ganz herrlicher Druckqualität auf festem bis schwerem Bütten mit verschiedenen Wasserzeichen, namentlich mit der großen Wappen-Marke nebst 2zeil. Anhänger „FAI / WANGEN“ (nicht bei Heawood), wie von Ridinger gern verwandt. Bei zwangsläufiger Ausnahme des großformatigeren Plankupfers zudem von schöner Breitrandigkeit von 4-7,5 cm für oben + unten bzw. 3,5-4,5 cm für die Seiten. Blattgröße somit 31 x 22 cm). Einhergehend hiermit die praktisch durchgängig blütenweiße Frische , der gegenüber vereinzelte kleine Abweichungen keiner Erwähnung bedürfen. Wohl aber, obgleich kaum auffallend, der professionell geheilte größere Ausriß im weißen Oberrand des ein klein wenig kürzeren Titelblattes, auf dem ein kurzer Vorbesitzername zudem kaum störend ausgeblaßt ist. Ebenso beigelegt des weiteren ein ganz kleiner Einriß im weißen Oberrand von Kupfer 22 und der bis zum Bildrand reichende, 4 cm lange Riß im linken Seitenrand von Kupfer 23. Die reiche Deckelprägung des Einbandes bestimmt von einem aus Streicheisenlinien + Fleuronstempeln gebildetem 19,5 x 11 cm großen Mittelfeld, eingefaßt von 6zeiligem Bordürenfeld, das seinerseits per Streicheisenlinien nach außen begrenzt wird. Der 3malige Zierstempel des Rückens analog zur Schrift in Goldprägung. – Kurz, rundum ein Vitrinen–Exemplar. Angebots-Nr. 28.418 – Siehe auch die ausführliche Beschreibung. Einzelblätter aus der Folge siehe unten
John Frederic Herring Sen. (Surrey 1795 – Meopham Park 1865). Evening. Nach der Tagesarbeit zur Tränke an den Dorfweiher gerittene Pferde. Kolor. Aquatinta v. J. Harris (John H. II, ca. 1791-1873?). 1849. 55,8 x 72,5 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
„ Sollte … die Krankheit … gar der Rotz sey … “Verordnung Carl’s I., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1713-1780, Reg.-Antr. 1735, Neffe Kaiser Karl’s VI. und Schwager Friedrich’s des Großen, Stifter des Collegium Carolinum) den Pferde-Rotz der Meldepflicht unterwerfend. Gegeben Braunschweig 4. April 1771. 34,7 x 41,4 cm. 1 Seite. Mit reizvoll verzierter großer Holzschnitt-Initiale mit freispringendem Niedersachsen-Roß unter dem Fürstenhut. Mit der nebst dem „L(oco) S(igilli)“-Stempel gedruckten herzoglichen Unterschrift und der des H. B. von Schliestedt. Für den Maueranschlag bestimmter rahmungsgrossartiger Einblattdruck, wie solchermaßen pferdebezogen ausgesprochen selten. Schon gar von solch thematischem Range wie hier und von so besonders schöner Optik rücksichtlich großzügiger Typographie , gänzlich unbeschnittener Breitrandigkeit und makelloser Erhaltung. Ein unbenutzt gebliebenes Archiv-Exemplar! – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Antoine Charles Horace Vernet, gen. Carle V. (Bordeaux 1758 – Paris 1836). La Chasse. In hügeliger Landschaft dahinsprengende große Jagdgesellschaft. Aquatinta in Braundruck von Louis Philibert Debucourt (1755 Paris 1832). 48,1 x 66,8 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Krüger – Osborn, Max. Franz Krüger. Mit Vorwort hrsg. v. Kerstin Englert. 1997. 4°. 32 SS., 1 Bl., SS. 33-112. Text. Mit 115 (8 – 4 ganzseitigen – farb.) überwiegend ganzseitigen Abbildungen. OLwd. Unveränderte Neuauflage von Osborn’s ebenso kenntnis- wie faktenreicher Monographie des „Pferde-Krügers“ von 1910.
Angebots-Nr. 28.191 / EUR 115. (c. US$ 149.) + Versand
Henry William Herbert. Frank Forester’s Horse and Horsemanship of the United States and British Provinces of North America. 2 Bde. New York + London 1857. 4°. 552, 576 SS. sowie Errata-Slip. Mit einschließlich der beiden illustr. Titel 16 Stahlstich–Tafeln verschiedener Künstler + Stecher auf aufgewalztem China, 10 dblgr. Stammbaum-Tafeln (Bindung in uneinheitlicher Reihenfolge), + zahlreichen Holzstich-Illustrationen. Mit Pferdemotiven reich gold- und blindgeprägt illustr. OLwd.-Bde. Braunschnitt. Sabin 31465. – Erste Ausgabe. – Vereinzelt mit schwachbraunen Pflanzenabdrucken sowie, meist nur den überaus breiten weißen Rand betreffend, schwacher Stockigkeit auf den die Tafeln einschließenden Seiten. Erstere überwiegend nur rückseits bzw. im weißen Rand des Unterkartons befallen. Deckblätter tlw. knitterig und stockig. – Einband unter Erneuerung von Spiegel und Vorsatz praktisch unsichtbar restauriert. Die Tafeln mit den berühmten Rennpferden, aber auch Rennszenen, die Textillustrationen sowohl mit Pferdedarstellungen als auch einer Fülle technischer Details von Stallanlagen bis Beschlägen und ähnlichem. Textlich neben der allgemeinen Geschichte englischer und amerikanischer Pferde Beschreibungen einzelner herausragender Tiere und Rennen sowie Pferderassen bietend. Darüberhinaus umfangreiche Kapitel zu Zucht, Auswahl, Training, Krankheiten, Pflege etc. (249 SS.). Ferner Tabellen und Auflistungen der seit der Revolution aus England importierten Hengste, Stuten und Füllen (67 SS.); der siegreichen Hengste – getrennt nach Abstammung von eingeborenen oder importierten Vätern – von August 1829 bis 1855 nebst Zusammenfassung (45 SS.); den besten Zeiten der Traber auf 1, 2 + 3-Meilen-Strecken von 1827-56 sowie einer Siegerliste der Trabrennen des Jahres 1856 (16 SS.); Regeln der bedeutenden Jockey Clubs, darunter New York, South Carolina, Maryland, Fashion Club, N. Y., English Laws of Racing (Newmarket), Union Course, Long Island, und Pioneer Club, San Francisco (57 SS.) sowie 12seit. Index. Kurz, nicht nur ein schönes Werk für den Bücherschrank des Pferdeliebhabers und des Freundes der Neuen Welt, sondern auch – und vor allem – DAS KOMPENDIUM. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Unsterblicher Prinz EugenRugendas, Georg Philipp I (1666 Augsburg 1742). Serenissimus Princeps Eugenius Franciscus, Dux Sabaudiae et Pedemontij, Marchio de Saluzzo, Sac. Caes. Maj. Consiliar. Int. Concilij Aulico-Bellici Praeses, Copiarum Caesarear. Dux Supremus et Locumtenens Generalis: S. R. I. Campi Mareschall., aurei Velleris Eques. Franz Eugen Prinz von Savoyen (1663-1736) mit Marschallstab in der ausgestreckten Rechten auf Schimmel in nur staffageweise angedeuteter Landschaft nach rechts sprengend. Rechts seitlich im Mittelgrund teils nur schemenhaft vorgetragene Gefechtsszenerie. Schabkunstblatt. (1713/14.) Bezeichnet: Georg Philipp Rugendas inv. et fecit Aug. Vind., ansonsten wie vor. 46,9 x 36,2 cm. Teuscher 55 – Nicht bei Stillfried + Nagler, die beide nur die nicht zugehörende Version T. 59 kennen. – Knapp bis an Plattenkante, stellenweise auf dieser selbst und rechts 3,5 cm auf Bildkante geschnitten. – Alt auf Bütten montiert, dessen Ränder recto rahmenmäßig mit blau-grauem Papier kaschiert sind. Das Bild selbst dann mit schwarzer Einfassungslinie paspeliert. Der sehr schöne, nuancenreiche Druck von kontrastreichem Hell-Dunkel und adäquater Erhaltung (leicht berieben, zwei winzige bzw. ganz kleine Abschabungen rechts im Rand, nur minimal bemerkbare Vertikalfalte von unten bis unter den Bauch des Pferdes) der auf Anfang des 19. Jhdts. zurückgehenden Portrait-Sammlung von Vater + Sohn von Roemer , die 1871 auf das heutige Museum der Bildenden Künste Leipzig überging und von diesem 1924 offenbar als Ganzes (nicht nur in Doubletten, wie Lugt vermerkt; siehe Versteigerung Boerner 142) veräußert wurde. Recto unten rechts dessen Bestandsstempel „Staedtisches Museum zu Leipzig“ (Lugt 1669a), verso der Ausscheidungsstempel „Abgegeben v. Museum d.b. K. Leipzig“ (L. 1669f). Der große Marlborough– – – Serenissimus Princeps, Iohannes, S. R. I. Princeps Mindelheimensis, Dux et Comes de Marlborough, Marchio de Blanfort, Baro de Churchille, de Aymond et Sandridge, Ordinis Periscelidis, etc. John Churchill Herzog von Marlborough (1650-1722) mit Marschallstab in der ausgestreckten Rechten und Degen zur Linken auf Schimmel in karger Landschaft nach links sprengend. Links seitlich im Mittelgrund kleine Staffage fechtender Reiter, noch weiter zurückgesetzt Bauwerk. Schabkunstblatt wie vor. – Teuscher 58; Stillfried 282; Nagler 10. – Lavierte gleichseitige Federzeichnung, 428 x 370 mm, in der Witt Collection der Courtauld Institute Galleries in London. Prinz Eugen von Savoyen + der Herzog von MarlboroughDie beiden Obigen zusammen als denn nicht nur immerhin gleich zweien der superb seltenen, von Ridinger als Anregung für seine eigenen „Fürstliche(n) Personen zu Pferde“ genutzten sechs Blatt der complett literaturmäßig hier nicht mehr belegbaren großen Rugendas’schen Folge der Fürsten zu Pferde auf galoppierenden Schimmeln mit dem Marschallstab in der Rechten von , ganz brandfrisch, (1713/1714 als nichtsdestotrotz ungemein reizvolle, ganz persönliche Versuchung + Verlockung, die peu à peu-Complettierung eines Tages dennoch als vielleicht dann einmalig und einzigartig überdies zu erreichen, sondern auch in bildlicher Hinsicht, indem rahmensmäßig die beiden Reiter pendantartig auf sich zu galoppieren . Und, mehr noch, diese beiden Erlauchten zu Lebzeiten in engstem persönlichen Konnex zueinander standen : „ … fa |