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Augsburger Religionsfrieden vor OrtSt. UlrichHier sein evangel. Pfarrer der Ridinger-Zeitin unbeschriebenem Zweitzustandim Exemplar Gräflich Faber-CastellRidinger, Johann Jacob (1736 Augsburg 1784). M. Johann Christoph Thenn von Augsburg Evang. Pfarrer bey St. Ulrich … Kniestück stehend unter hochgezogenem Vorhang, die Linke auslegend über aufgeschlagener Bibel, die Rechte entsprechend angewinkelt erhoben. Schabkunstblatt nach Gabriel Spitzel (auch Spizel, 1697 Augsburg 1760). Bezeichnet: Gabriel Spitzel pinxit. / Joh. Jacob Ridinger sculps. A.V., ansonsten wie vor + nachfolgend. 40,3 x 26,7-26,9 cm.
Provenienz Gräflich Faber-Castell deren Ridinger-Versteigerung 1958 mit deren Lot-Nr. 148 auf dem Untersatzkarton Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004) Th.-Stillfried (1876) + Schwarz (1910) 1436, beide nur im Erstzustand; Gräflich Faber-Castell (1958) 148. – Nicht bei Thienemann selbst (1856), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940). Unbeschriebener Zweitzustand mit zusätzlicher 6. Zeile wie Stillfried + Schwarz unbekannt geblieben. Beide übereinstimmend mit nur 5 Untertext-Zeilen, endend mit „gebohr. Ao. 1729 d. 28. Oct. / Zum Predigtamte berufen Ao. 1758.“ Hier denn gefolgt von „Zum Pfarramt 1771 und zum Seniorat 1776.“. Spitzel, befreundet mit Johann Jacob’s Vater Johann Elias Ridinger, für den er die wichtigen frühen Aufenthaltsjahre bei Graf/Baron von Metternich in Regensburg arrangierte, war selbst auch Schabkünstler und Verleger, gab den Verlag indes 1739 zu Gunsten von Mobilität (u. a. Gera, Halle, Köthen, Berlin, ab 1756 wieder in Augsburg) auf. Thieme-Becker XXXI (1937), 391 f. erwähnen unter seinen Bildnis-Ölen evangel. Pfarrer nur die von Rentz + Schleißner, letzterer an der Augsburger Kreuzkirche. Unten mit 12 mm Rand, links mit ungleichmäßig feinem Rand/Rändchen, oben + rechts meist auf Platten/Bildkante geschnitten, doch immer noch größer als Baron Gutmann’s Exemplar (Schwarz) mit nur 39,8 x 26,8 cm. Der sichtbaren Altersspurigkeit (geglättete Knitterigkeit, horizontale Mittelfalte mit 3 cm Einriß, ein solcher auch im Vorhang am oberen Bildrand, vier unwesentlich-kleine Abschabläsuren, die partielle rückseitige Stockstippigkeit bildseits nur im Textfeld bemerkbar) steht die belegte generelle Seltenheit des Blattes gegenüber, potenziert durch den Berufsweg Pfarrer Thenn’s fortschreibenden unbeschriebenen Druckzustand , wie 1958 für Faber-Castell unbeachtet geblieben. Nach 50 Jahren denn hier zurück am Markt. En passant zugleich als ein frühes Beispiel evangelisch-katholischer Ökumene mit St. Ulrich als gemeinsamem Gotteshaus.
(Frau K. G., 12. September 2007) |