|
Widerrufsrecht Impressum 45 Jahre Kunsthandlung + Seltenheitsantiquariat Kataloge
Autographen
KartographieBibliophilie Alte Meister Zeichnungen Grafik XX. Jahrhundert Recht Orts- + Landeskunde Miscellania: Bücher + Grafik William Hogarth Das AHA!-Erlebnis Oktober 2008 Tiere, Jagen, Umwelt Fischen + Angeln Pferde + Reiten Joseph Georg Wintter Die Familie Rugendas Künstlerindex Homepage e-mail
Datenschutz Geschäftsbedingungen Info / FAQ über uns empfohlene Links Offene Worte Referenzen |
Dramatische Szenerie – knisternde AtmosphäreSchönstes vom Schönenunter den Ridinger’schen HandzeichnungenRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Schlag=baum vor einen Luchs aufgestelt. Mondhelle Felsengrotte mit dem soeben zum Sprung auf den auf der Schnur hängenden toten Vogel ansetzenden Luchs. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung über Bleistift. 213 x 346 mm. Auf dünnem Bütten mit typographischem Wasserzeichen. – Rückseits an den Rändern Spuren früherer Montage. – Drei hinterlegte kleine Randeinrisse, sonst von makelloser Frische.
Die voll durchgeführte Ursprungszeichnung vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für Blatt 14 – Th. + Schwarz 82; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, V.15 nebst Abb. – der 1750 erschienenen Radier-Folge (in Mischtechnik mit Kupferstich) der „Fangarten der wilden Thiere“. Und solchermaßen ein ganz herausragend elitäres Sammlungsstück . Denn Thienemann (1856, Seite 274, c) waren aus dieser von Ridinger nach dem Leben gezeichneten und bis auf acht auch selbst ins Kupfer übertragenen, „schöne und merkwürdige Blätter [enthaltenden] … höchst interessanten“ (Nagler 1843) 30blätt. Folge nur 3 in Weigel’schem Besitz befindliche andere Vorzeichnungen bekannt. Belegt ferner neben anstehender und einer weiteren hier noch verfügbaren (Selbst=Geschoß auf einen Bähren zu Th. 76) sieben weitere, von denen vier hier bereits jeweils paarweise in international glanzvolle Privat- und importante deutsche Ridinger-Sammlung weitergereicht werden konnten. Dieser qualitätvolle 9blätterige Fangarten-Block, davon 7 oder 8 im Stichsinn, entstammt der „Gruppe der Malerischen“ jener hochkarätigen westfälischen Sammlung, mit deren in den 70ern peu à peu erfolgten Auflösung neben u. a. Skizzen und Probedrucken auch eine Reihe ganz außerordentlicher zeichnerischer Unikate auf den Markt zurückfand, deren ungemeiner Reiz von ihrer Lavierung bestimmt wird. Deren Technik der Meister die ganze Fülle malerischer Lichtwirkung und Kontrastierung der Formen abzugewinnen verstand. Anstehende des ambientereichen Luchs-Geschehens denn auch als ausgearbeitete Arbeit in Verbindung mit einer Graphik auch innerhalb des Ridinger-Œuvre heute von größter Seltenheit.
(Mrs. P. P., July 8, 2004) |