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lüder h. niemeyer

- seit 1959 -

 

„ Geschrei , Hörnerschall  und  Peitschenknall “

Doppelblattgroß  abgebildet  bei  Solms-Laubachs

„ Schönsten  Jagdbildern “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Anjagts Hirsch wird mit dem Lancier Hunde gesprenget! Rechts geht der ungerade Sechzehnender in hohem Satz über ein Gesträuch ab, hinter ihm der an langer Leine vom Besuchknecht mit aller Kraft zurückgehalten der Leithund. Von links kommen drei geschnallte Meutehunde hinzu, vorne links ein Piqueur mit dem Horn das Signal gebend. Radierung und Kupferstich. Bezeichnet: Joh. El. Ridinger del. sculps. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie oben. 31 x 48 cm.

Johann Elias Ridinger, Der Anjagts Hirsch wird mit dem Lancier Hunde gesprenget

Die  Par  Force  Jagd  des  Hirschen  VIII

Thienemann + Schwarz 56; Weigel, Kunstlager-Kat., 4a + 16545 („alte jetzt nur selten vorkommende Abdrücke“, 1847!); Stubbe, Johann Elias Ridinger, 1966, SS. 15 + Tafel 7; Solms-Laubach, Die schönsten Jagdbilder aus europäischen Sammlungen, 1961, Nr. 53 nebst dblgr. Abbildung.

„ In einem dichten Walde bemerken wir den Preis der Jagd, den mit allen Kräften fliehenden Hirsch, vom Leithunde, der vom Piqueur fest gehalten wird, verfolgt und angebellt. Jäger suchen durch Geschrei, Hörnerschall und Peitschenknall die Flucht des geängstigten Wildes noch zu beschleunigen und der Meute zu überliefern, die ihm nacheilt “

(Thienemann).

Auf an den Seiten 5,7, oben und unten 6-8 cm breitrandigem festen, rechts und im rechten Oberrand unbeschnittenem Linienpapier mit Wortmarken-Wz. WANGEN. – Im linken Seitenrand Spuren früherer Bindung, namentlich rechts im weißen Rand unwesentliche säurefreie Hinterlegungen, oben größere, unten kleinere Blauspur sowie schwacher Braunfleck bzw. Wasserrand im weißen Rand. Bildseits nicht wahrnehmbare diagonale Knickspur rechts.

Ausführlicher 10zeiliger Untertext in Deutsch. – Herrlicher Abdruck, vollgültig Wolf Stubbe’s (bis 1969 Hauptkustos des Kupferstichkabinetts der Hamburger Kunsthalle) Wertung gerade dieses Blattes verdeutlichend :

„ … gehört zu der späteren stattlichen Serie der Parforcejagd des Hirsches … ein reich differenziertes, dabei jedoch gleichmäßiges, weit zur Tiefe gestuftes Waldesdunkel (bindet) alle Einzelheiten. Zwei klar durch den mittleren, zweistämmigen Baum getrennte Lichträume durchhellen hier den homogenen Waldesschatten. “

Und als Ganzes ist diese „späte stattliche Serie der Parforcejagd“ für ihn

ein  Absolutum  an  Harmonie  und  reifer  Meisterschaft ,

wie er an Hand deren Blattes 8 (Th.56 und des hiesigen in Gegenüberstellung zu den entsprechenden der frühen „Fürsten-Jagdlust“ darlegt. Entsprechend auch Rolf Biedermann:

„ …überwiegt in der … ‚Par Force Jagd‘ … die durch einheitliche Lichtwirkung und stärkere Angleichung der Tonwerte erzielte Geschlossenheit des Bildraumes. Hinzu tritt eine tiefenräumlichere Durchgestaltung der Landschaften und eine engere Verklammerung der Figurenkompositionen “

(Ridinger-Katalog Augsburg 1967, S. 3 der Einleitung). – Sie gehört

zu  den  gesuchtesten  Werken  unseres  Meisters ,

zumal da sie nach abgeschaffter Parforcejagd sogar einen historischen Werth erhalten hat “ (Thienemann) – und zeigt in vier Teilen

den  vollständigen  Verlauf  einer  klassischen  Parforce-Jagd ,

deren Erfinder lt. Döbel der Heilige Hubertus „seyn soll“ – siehe hierzu generell und im Detail Gisela Siebert, Kranichstein, 64 f. – und deren jeweilige Stationen der ausführliche Untertext erläutert.

„ In der schnellen Verfolgung des Hirschs durch die Meute und die berittenen Jäger, in seiner Unterscheidung vom übrigen Wild und im Wiederfinden der verlorenen Spur lagen Reiz und Bedeutung dieser Jagd. ‚Es ist dieselbige eine lustige und angenehme Jagd vor diejenigen, so gerne reiten, den Laut der Hunde hören wollen, und das Blasen ästimieren, als worinne eigentlich die Jagd besteht‘ schreibt … Döbel in seiner … ‚Jäger-Practica‘. Die Parforcejagd forderte vorzügliche Jäger …, die auf der Höhe der jagdlichen Ausbildung ihrer Zeit sein, die Jagd und ‚gerechten Zeichen‘ des Hirschs kennen, ihr Pferd beherrschen, mit den Hunden arbeiten und das Jagdhorn blasen können mußten “

(Siebert, a. a. O., 56).

So  herrscht  denn  auch  über  den  Rang  der  Folge  in der alten wie in der gegenwärtigen Literatur Einmütigkeit. Von Naglers 1843er Wertung

„ Eines  der  schönsten  Werke  Riedinger’s “

über Thienemann’s und der W. Schmidts in der ADB (XXVIII, 507) von 1889 bis hin zur Feststellung des Grafen Solms-Laubach von 1961 angesichts des von ihm abgebildeten hiesigen Blattes :

„ …  eines  der  großen  Blätter  seiner  Hirschhatzfolge  …

die  zu  seinen  besten  Arbeiten  gehört “.

Von den Vorzeichnungen datieren drei aus 1746 (Th. S. 274, Mappe I, b zu Th. 49 und einer nicht gestochenen + Schwerdt III, 216, unten 1 zu Th. Th. 60), sowie eine aus 1750 (Schwerdt, wie vor, 2 zu hiesigem), letztere beiden als Varianten.
Angebots-Nr. 15.175 / EUR  1290. / export price EUR  1226. (c. US$ 1586.) + Versand

 

 


 

„ vielen Dank für die schnelle Zusendung des Buches ‚Der Ahorn‘. Ich freue mich insbesondere, weil dieses Buch mein Opa geschrieben hat und es somit für mich eine große Bedeutung hat. Viele Grüße aus Berlin “

(Frau U. C., 7. Juni 2004)