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Graf Stillfried’s Exemplar ?Rugendas’sches Löwenjagd-RarissimumFür Teuscher (1998) nur per Stillfried (1879) beschreibbarRugendas d. Ä., Georg Philipp (1666 Augsburg 1742). Venatio Leonum / Löwen=Jagd. Tiefgestaffelte instruktive Jagd Turban tragender Berittener mit Spießen, teils auch den Yatagan (?) an der Seite, einer zudem mit übergehängtem Köcher, in einer Oasensenke des libyschen Hochlandes . Schabkunstblatt. Bezeichnet: K.1. / Georg Philipp Rugendas invent delin. et Sculps. / Cum Gratiâ et Privilg. Sac. Cæs. Majest. / Johan(n) Christian Leopold excudit Aug. Vindelicorum., ansonsten wie vor und nachfolgend. 40,8 x 51,4 cm. Nagler (1845) 40; Stillfried 293 (1879; ohne Serien-Erwähnung „K.1“); Teuscher (1998) 60 unter Bezug auf N. + St. – Mit umlaufend 2,5-3,5 cm breitem Rand. Dieser mit einigen unwesentlichen schwachen Wasserrändern sowie Lichtschatten früherer Rahmung. Gelegentlich letzterer grundlos auf die Rückpappe montiert, wobei drei Einrisse bis jeweils Plattenkante versorgt wurden.
(Sperrung + Fettsatz nicht im Original). SCHÖNER DRUCK , reich an Hell-Dunkel , wie so typisch für die samtene Schabkunst , des ersten Blattes der Löwe, Tiger, Strauß + Büffel gewidmeten Jagdfolge T. 60-63, sämtlichs mit der Leopold-Adresse. „ Nur aus Literatur bekannt “,
folgt Teuscher der Beschreibung bei Stillfried als dem letztnachweisbaren Exemplar welches durchaus mit dem zuvor dem Antiquar Nagler bekanntgewesenen identisch sein könnte. Was für hiesiges Löwen-Blatt der Folge möglicherweise eine bis auf 1845 zurückgehende Herkunft ergeben könnte. Die verschiedenen Stillfried’schen Abweichungen in der Schreibweise des Untertextes gegenüber dem hiesigen Exemplar mögen auf Flüchtigkeit beruhen. Inwieweit dies auch das dortige Fehlen der hiesigen Serien-Kennzeichnung betrifft, muß offenbleiben. Teuscher vermerkt solche per 305-390 für „Die vom Vater – also hiesigem Rugendas I – edierten (Schabkunst-)Folgen A-Z“ des jüngeren Georg Philipp. Die dortige K-Serie betrifft per 339/42 indes ein „Soldatenleben“, sodaß solche Kennzeichnungen auch das väterliche Eigenwerk betreffen. Im Vorspann zum jüngeren Georg Philipp schränkt Teuscher die Eigenständigkeit dessen Œuvre mit der Feststellung ein „Sein druckgraphisches Werk steht jedoch wieder in enger Abhängigkeit zu dem seines Vaters, mit dem er zusammenarbeitet und der seine Blätter im eigenen Verlag herausgibt“. Für diese Abhängigkeit steht anstehendenfalls klassisch obige väterliche Jagdfolge T. 60-63 und damit deren hiesige Löwenjagd T. 60. Bei gleichwohl sichtbaren Abwandlungen und auf kleineres Format von 25,7 x 36,4 cm reduziert, figuriert letztere per T. 417 innerhalb der Gruppe 413-420c, „Umfangreiche Schabkunstfolge mit verschiedenen Jagddarstellungen, jetzt von Georg Philipp Rugendas d. J. selbst herausgegeben“, wobei Teuscher mangels Abbildungen zu 60-63 deren Wiederaufleben per 417-420a unbekannt blieb. Obgleich unter Fortfall des Junior-Zusatzes, wie nach dem Tode des Vaters usus geworden, ausdrücklich per „inv. delin. Sculps. et excud. …“ als Eigenarbeit deklariert, zitiert die Löwenjagd T. 417 eindeutig hiesiges väterliches Blatt T. 60! Daß die hiesige Signatur „Georg Philipp Rugendas“ sich in der Tat auf den Vater bezieht, ergibt denn nicht zuletzt auch die Leopold’sche Verlegeradresse. So erschienen etwa, herausgegriffen, die Junior-Folgen 367/70 einer Reitschule + 371/74 der Elemente gemeinschaftlich – und in dieser Reihenfolge – bei Johann Christian Leopold (1699 Augsburg 1755) + „G. R. Rugendas senior“ und die Panduren-Folge T. 375/78 bei Leopold allein. Das Wiederauftauchen anstehender Löwenjagd nach 130 Jahren im möglicherweise Stillfried’schen oder gar schon Nagler’schen Exemplar ist nach allem Obigem ein rundes kleines Ereignis für die Rugendas-Forschung. Und thematisch + optisch eine sehr schöne Bereicherung zur Dokumentation der Jagd auf den Majestätischen . Hier denn zudem mit ausdrücklich textlichem Bezug auf die libysche Wüste als für die alte Graphik einer Rarität für sich . Die Chance liegt auf der Hand. Und für die traditionelle Seltenheit der alten Schabblätter gab schon 1675 der Praktiker von Sandrart die Erklärung, indem er „saubere Abdrucke“ auf nur etwa „50 oder 60“ (!) bezifferte. „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn auch 1856 Thienemann gelegentlich der Schabblätter des Augsburger Nahezu-Zeitgenossen Ridinger : „ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr … zu bekommen … “ Hier denn , es sei wiederholt , ein solches als ein Nahezu-Unikat . Vielleicht gar das einzige überlieferte Exemplar überhaupt . Angebots-Nr. 28.899 / Preis auf Anfrage
(Sign. L. B., December 10, 2005) |