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Begleitet von ganz superber SeltenheitRidinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Groenlaendische See=Baeren. Schabkunstblatt von Johann Elias Haid (1739 Augsburg 1809) in Braundruck. Bezeichnet: Joh. Elias Ridinger pinxt. / Joh. Elias Haid fecit., ansonsten wie vor. 28 x 33,2 cm.
Thienemann-Stillfried (1876) + Schwarz (1910) 1386 sowie Reich auf Biehla 283 ( “… eines sehr seltenen Blattes”, 1894 ! ), im übrigen über mehr als hundert Jahre hinweg fehlend in den importanten Ridinger-Beständen der großen Sammlungen und Händler. Beginnend mit Thienemann selbst (1856) und Weigel (1838/57) über die schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885), Coppenrath (1889/90), Helbing (1900; neben 10 Zeichnungen, 1030 Blatt Graphik zuzüglich Zustands-Explre. und Doubletten!), Schwerdt (1928/37), Rosenthal (1940) bis hin zu Gräflich Faber-Castell (1958; 106 Zeichnungen, 1239 Blatt Graphik!). Hier gleichwohl im Laufe der Jahrzehnte in bayerische + rheinische Privatsammlung als großen gegenwärtigen vermittelt und nunmehr erneut vorliegend. Die Zeichnung hierzu figurierte 1890 unter Pos. 34 mit dem Bemerken „für das unbeschriebene (sic!) und seltene Schwarzkunstblatt des Meisters“ innerhalb der „Schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen Joh. El. Ridinger’s aus dem Besitze eines bekannten Sammlers“ bei Wawra in Wien. Ob eine Anregung von Johann Melchior Roos’ – für Arbeiten nach dessen Vater Johann Heinrich stehen Thienemann 793-806 – Schweriner Öl des Weißen Bären von 1729, wobei es sich gleichfalls um zwei Tiere handelt, ausgegangen ist, muß vorläufig dahingestellt bleiben. Siehe dessen Farbabbildung im undatierten Schweriner Ausstellungskatalog „Die Malerfamilie Roos in Deutschland“, vor 1998, S. 21, von Kristina Hegner SS. 20 f. kommentiert mit
Und Hermann Jedding (Der Tiermaler Joh. Hch. Roos, Straßburg/Kehl 1955 als Bd. 311 der Studien zur dt. Kunstgeschichte, SS. 188 f., vorausschickend):
Innerhalb der Folgen figuriert der Weiße Grönländische Bär bei Ridinger als Blatt 3 der Bärenfolge, Thienemann 527, bzw., verkleinert + fuchsrot, innerhalb des Kolorierten Thierreichs als Zeydelbär, Thienemann 1081, sowie als Weißer Spitzberger Grönländischer Bär per 1082. Siehe hierzu die Federzeichnungen 755 (Zeydelbär), 757 (Weißer Grönländ. Bär) + 758 (Weißer Spitzberg. Grönländ. Bär) aus 1754 im Ridinger-Appendix des 1869er Nachlaßkatalog der Weigel-Zeichnungen. In deren Zusammenhang könnten auch die Grönländischen Seebären anstehenden Schabblattes entstanden sein. Ganz vollkommenes Exemplar von allergrößter Schönheit auf 2,5-3 cm breitrandigem (hier ganz schwacher Anflug von Stockstippigkeit) festen AMP-Bütten. Thematisch sind es zwei Bären, von denen der vordere, die Nase auf der Erde, nach links einer Höhle zupirscht, indes der hintere zu dem rechts oberhalb der Höhle lauernden Polarfuchs hinbrüllt. Ein „Sehr gut ausgeführtes Bild“ urteilte Graf Stillfried, der das Blatt als erster bekanntmachte. Eine jener „Überlieferung(en) seltener Kompositionen durch den Stich“, die „uns (Haid’s) Werk (als Schabkünstler; seit 1788 Akademiedirektor, Reisen nach Venedig und in die Niederlande, “erhielt Aufträge … von Norddeutschland bis zur Schweiz„) wertvoll (macht)“ (Thieme-Becker XV, 482 f.). Hier in dem nur den früheren Blättern eigenen tiefen Braun, das später von einem fahlen Grau abgelöst wird. Und damit über seine Seltenheit hinaus zugleich ein generelles Spitzenblatt der Graphik des 18. Jahrhunderts. Angebots-Nr. 14.395 / EUR 956. / export price EUR 908. (c. US$ 1178.) + Versand
(Mr. L. A. F., October 28, 2003) |