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Johann Elias Ridinger, Franz von Assisi

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). S. Franciscus Seraphicus. Der in Gebet versunkene hl. Franz von Assisi in Halbfigur nach rechts vor aufgeschlagenem Buch mit Aufschrift „DEUS MEUS ET OMNIA.“, Totenschädel  + gekreuzigtem Seraph neben oben grasbewachsenem Felsen als Attribut des „für Heilige gültige(n) Ideal(s) der Buße in der Wildnis“ (Nicole Hartje). Die Rechte der gefalteten Hände mit Kreuzigungswundmal. Schabkunstblatt von Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784). Bezeichnet: Ioh. Iac. Ridinger sculps. / Ioh. El. Ridinger exc. Aug. Vind. / S. | FRANCISCUS | SERAPHICUS. (in der Oberschleife der sonst leeren muschelförmigen Kartusche in der breiten Unterkante). 54,6 x 42,5 cm.

Provenienz: Gräflich Faber-Castell, deren Ridinger-Versteigerung 1958 mit deren Lot-Nr. 115 auf dem Untersatzkarton; Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004).

Vergleiche Thienemann 1288 (ca. 52,6 x 39,1 cm; ohne die Stecher-Signatur Johann Jacob’s und nur „A. V.“ statt „Aug. Vind.“; unerwähnt geblieben Buchaufschrift + Felsstaffage; vgl. Schwarz 1543, hingegen allein formatmäßig nicht identisch mit Schwarz 1288) – Schwarz 1288 (61,8 x 49,5 cm; ohne die Buchaufschrift, doch mit dem Felshintergrund; gekürzte Signatur wie Th. 1288, dessen Identität von Schwarz vorsorglich in Frage gestellt) – Schwarz 1543 (56,4 x 41,2 cm; mit Buchaufschrift, doch ohne den Felsen, gekürzte Signatur wie vor, doch „excud.“ statt nur „exc.“).

Reich auf Biehla 250 ( „Aeusserst selten“, 1894 ! Ohne Zustandsangabe + „Etwas beschädigt.“ ); Faber-Castell 115 (unachtsam als Version Schwarz 1288). – Als Thienemann + Schwarz 1288 irrtümlich für identisch gehalten nicht bei Wend, Ergänzungen zu den Ĺ’uvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975).

Nicht bei Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885), in Sammlungen Coppenrath (1889 f.) + Hamminger (1895), bei Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900) + Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Unbeschriebene  Variante  zu Th. 1288, Schwarz 1288 + 1543 des schönen großen Blattes des Ordensgründers (1182-1226) in schwerem Büßergewand mit zurückgeschlagener Kapuze mit deutlichem Bezug auf seine Vision eines gekreuzigten Seraphen, welcher ihm „unter brennendem Schmerz Jesu Wundmale ein(drückte), woher er den Namen des seraphischen Vaters, sein Orden den der seraphischen Brüder erhielt.“

Vorliegend in sehr schönem, nuancenreichem Druck. Und der geistige Gehalt der körperlichen Aussage widergespiegelt vom Hell-Dunkel. – Mit WANGEN-Wz. nebst Nebenmarke wie für zeitgenössische Abdrucke stehend. Der umlaufende Rand ungleichmäßig auf zwischen 1 mm kurzem Extremfall und 15 mm bei dreiseits meist 10-15 geschnitten. Zwei längere und drei kurze Rißspuren, jeweils nur fein, professionell restauriert und solchermaßen ohne bemerkenswerte Störung des auch erhaltensmäßig sehr schönen Gesamteindruckes. Hinterlegt zudem drei Kleineinrisse im weißen Rand. – Wie alle Schwarzkunstblätter sehr selten, da die sich technisch bedingt extrem schnell abnutzende Schabplatte nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht.

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