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Johann Elias Ridinger, Antiker KriegerJohann Elias Ridinger, Krieger

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Vorstellungen sowohl Römisch= als Griechischer Krieges=Leuthe aus meinen Academischen Zeichnungen zum Gebrauch nach der Antiquitæt gewæhlet und entworffen. Bll. 1-12 + 17 (von 18) in Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Nicht vor 1759. Bezeichnet: 1. bis 12. + 17. / Mart. El. Ridinger Filius æri incid. (Bl. 1), sonst M. E. Ridinger sc. bzw., Bl. 17, J. El. Ridinger inv. del. et excud. Aug. Vind. / J. Gottfrid Seuter sc. A.V., ansonsten wie vor, gefolgt von „, von Johan(n) Elias Ridinger Mahler und Kupferstecher auch der Academie Director.“ Ca. 17-18,8 x 10,5-12,5 cm als bald Platten-, bald Blattgröße, siehe unten, bzw. (Bl. 17) 19,6 x 13,2 cm.

Provenienz: Gräflich Faber-Castell, deren Ridinger-Versteigerung 1958 mit deren Lot-Nr. „60 (13)“ auf den Untersatzkartons; Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004).

Thienemann + Schwarz (I, Tafel XXVIII) 860-871 + 876 (von 860-877); Schlesische R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1952 (nur 8 Blatt, zudem „Auf Stichrand beschnitten. Sehr selten“, 1885); Slg. Reich auf Biehla 190-191 (17 Bll., „Sehr selten“, 1894); Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), 1481 (nur Th. 873 als Bl. 14, entsprechend qualifiziert als „Selten.“); Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940), 356 (nur Th. 871 als Bl. 12). – 11 Federzeichnungen hierzu, davon zwei datiert mit 1753 bzw. 1756, figurierten als Lot 122 auf der 1890er Wawra-Versteigerung „einer schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen Joh. El. Ridinger’s aus dem Besitze eines bekannten Sammlers“.

Johann Elias Ridinger, Antiker Krieger, sitzendJohann Elias Ridinger, Antiker Krieger

Weder als Ganzes noch in Einzelblättern bei Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57) + Slg. Coppenrath (1889 f.). – Ein teils beschnittener und aufgezogener Torso von 8 Blättern hier in 1956er Handel nachweisbar. Anstehend denn der mit 13 Blatt sichtbar üppigere Castell’sche dieser  komplett  hier  nur  per  Th. + Schwarz  belegbaren  Suite  in einem Misch-Exemplar als sprechendstem Beleg für die Schwierigkeit eines selbst nur Blatt für Blatt Zusammenbringens, wie denn eben selbst Reich auf Biehla (1894; „Von allen [R.-Slgn.], welche seit langer Zeit [verhandelt wurden], kann sich keine in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen … besonders die Seltenheiten und unbeschriebenen Blätter, welche in reicher Anzahl vertreten sind“) versagt geblieben. Wobei die teilweise originale Anordnung von jeweils zwei Blatt nebeneinander nebst Trennlinie auf einer Platte bei Vereinzelung – wie hier – den Verlust jeweils einer seitlichen Plattenkante bei aber im Normalfall Verbleib ausreichend weißen Plattenrandes vorprogrammierte. Dies ebenso voraussetzend wie einheitlich schöne Druckqualität auf festem Bütten ergibt sich folgender Erhaltensbefund:

Bll. 1, 2 (drei beigelegte kleine Eckläsuren im weißen Plattenrand), 5 (beigelegte Eckläsur oben links), 6 (beigelegte kleine Eckläsur oben rechts unter Beeinträchtigung der Nummer), 9 + 10 (knapp 2 cm in die untere Bildschraffur hineinreichender ebenso beigelegter Einriß wie die Numerierung betreffender kleiner Oberrandausriß, rechts indes abweichend zusätzlich mit 1 cm breitem Papierrand) auf bzw. innerhalb der Plattenkante geschnitten bei gleichwohl 5-10 mm breitem besagten weißen Plattenrand. Bll. 3 (leichter Braunfleck im den Plattenrand noch tangierenden weißen Oberrand), 4, 7 + 8 dreiseits mit 1,8-2,8 cm breitem Papierrand, ein Seitenrand jeweils wie vor. Bll. 11 + 12 unter Verlust der Numerierung dreiseits auf Bildrand geschnitten, unten aber mit die Signatur bewahrendem 5-8 mm breiten weißen Plattenrand, doch ohne dessen Abschlußkante. Blatt 17 schließlich mit allem versöhnend: allseitiger voller Plattenrand und 4 bis 5,5 (unten) cm breiter Papierrand rundum!

Nicht vor 1759 als dem Jahr der Berufung ins Amt des Augsburger Akademiedirektors herausgegeben, entstand die Folge offenbar peu à peu im Laufe der 50er Jahre. Gleichwohl findet der reich inszenierte Krieger von Blatt 17 seinen Vorgänger in der nicht im Stich überlieferten 1723er Zeichnung Alexander der Große im Herbst 326 v. Chr. am Hyphasis im Pandschab — Der Zenit eines Weltreiches, eine Wendemarke der Geschichte, wo er die gegen den König vordrängenden Meuterer zurückhält. Siehe deren Gegenüberstellung in schriften der ridinger handlung niemeyer XV, Seite 14.

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