Unerreicht – unwiederholt
DIE IMPERIALEN
Hier denn
in ihrem elitärsten , weltweit unikaten Zustand
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Par Force Jagd Eines Hirschen und Wie Er Erlegt Wird – Venatio Libera Et Violenta Cervi, Ejusque Occisio / Wie das Wild-Schwein gehaezt und Ihm der Fang Gegeben Wird – Qua Ratione Aper Exagitatus tandem Prosternatur. Die Pendants der Kupfer-Druck-Platten im Gegensinn. Bezeichnet: Johann Elias Ridinger inven. fecit et excud. Aug. Vind(el)., ansonsten wie vor und nachfolgend. 54,1-54,6 x 75,6-75,8 cm.
Die optisch hervorragend erhaltenen Pendants
der originalen Druck-Platten
in ihrer für Ridinger und seine Zeit typischen Mischtechnik von Radierung und Kupferstich zu Thienemann + Schwarz 67-68 und Schwerdt III, 135 („… of the largest and most artistic plates engraved by Ridinger himself“)

im rotgoldenen Glanze
ihres 260 Jahre alten Kupfers ,
Und kostbares, hier weit über Thieme-Becker (Bd. XXVIII, 1933, S. 308) hinaus nahtlos direkt bis in den Ridinger-Nachlaß selbst recherchiertes, von Thienemann 1856 noch für verloren gehaltenes, weltweit unikates Sammlungsstück von Graden dazu. Denn
„ Erhaltene originale Druckplatten aus dem 18. Jahrhundert
sind eine große Seltenheit“
(Stefan Morét im Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, SS. 62 f. Siehe auch die dortigen Kupferdruckplatten I.13, I.8 + I.11, Farbabbildung 6 + SW-Abb. SS. 63 f.).
Und speziell zu denen Ridinger’s :
„ Vom hohen technischen und qualitativen Niveau der Werke Ridingers und seiner Söhne, die im Verlag vor allem als Stecher mitarbeiteten, künden die (nur noch sehr partiell) erhaltenen Druckplatten noch heute. “
Im selben Sinne schon vorher Bernadette Schöller in „Der Kölner Graphikmarkt zur Zeit Wenzel Hollars“ innerhalb „Wenzel Hollar – Die Kölner Jahre“, hrsg. von Werner Schäfke, Köln 1992, S. 19:
„ Die Kupferplatten ,
die aufgrund ihres Materialwertes wie auch der darin investierten Arbeitszeiten
eine weit höhere Wertschätzung genossen
als etwa eine allzu oft achtlos behandelte Vorzeichnung … “
Wie denn auch anderwärts: „Der Nürnberger Verleger Frauenholz war so angetan von diesem Blatt, daß er die Platte für eine beträchtliche Summe von Reinhart (1761-1847) erwarb“ (Teeuwisse III [2007], 29).
Und ganz konkret Cornelis Koeman in Atlantes Neerlandici II (1969), SS. 138 + 345:
„ (Eines der dramatischsten Ereignisse in der frühen Geschichte der kommerziellen Kartographie in Amsterdam war der Verkauf von Jodocus Hondius Jr.’s Kupfer-Platten an Willem Jansz. Blaeu 1629, dem Jahr seines Todes. Wenigstens 34 Platten, von denen Jodocus II zu eigenem Nutzen Einzelkarten gedruckt hatte, wechselten in die Hände seines großen Konkurrenten. Unmittelbar darauf veranlaßten sein Bruder Henricus und (dessen Schwager) Joannes Janssonius das Stechen identischer Platten. “
Wobei das mitgeteilte Procedere dieses Auftrags einmal mehr
die ganze Werthaltigkeit von Kupfer-Druck-Platten
dokumentiert:
die Vergabe an zwei Stecher mittels notariellen Vertrags, der die Fertigstellung von nunmehr 36 Platten binnen 18 Monaten festschrieb, gearbeitet „(akkurat und fein, ja, feiner und besser und qualitativ nicht schlechter als die an die Stecher gegebenen Karten)“. Die Auftraggeber trugen die Kosten für das Kupfer und dessen Polieren und zahlten für das Stechen selbst 100 Gulden pro Platte bei Vorauszahlung von 500 Gulden hinsichtlich zu entlohnender Arbeiter. Betreffend offenbar praxisnaher Hinzuziehung selbständiger Aushilfsstecher wurde den Auftraggebern untersagt, mit solchen namentlich genannten – insgesamt sieben, von denen zwei gleichwohl ausgenommen wurden – und etwaigen sonstigen weiteren Beschäftigten während der Laufzeit selbständige Geschäfte zu tätigen. Im Falle vorzeitigen Todes des einen, offenbar auf das Schriftstechen spezialisierten, der beiden Auftragnehmer stand es dem anderen bei Fehlen eines guten Schriftstechers frei, den Vertrag zu beenden oder allein fortzusetzen. Im Falle vorzeitigen Todes des anderen war lediglich die Lieferfrist angemessen zu verlängern.
Indem wir uns diese aufschlußreichen Details vergegenwärtigen, gewinnen die Platten zwangsläufig an zusätzlicher Intimität. Erzählend von Zwängen und Zeitnot, taten Mitspieler einen wirtschaftlich bedrohlich werden könnenden unerwarteten Schachzug, wobei Lieferfrist und ins Auge gefaßte Anzahl der Stecher schlagartig den Vorsprung der Konkurrenz illustrieren. Und eben den oben schon seitens Bernadette Schöller’s mitangesprochenen reinen Arbeitswert einer solchen Platte, hier potenziert um den Genauigkeitsgrad einer Kartenübertragung mit ihren, nicht zuletzt und speziell, siehe oben, unendlich vielen Lokalbezeichnungen! Wie gesagt, fürwahr dramatisch.
Dabei anstehendenfalls, wohlgemerkt, gleichwohl doch immer nur Reproduktions-Platten betreffend. Welch künstlerischer und damit zeitloser Faktor denn erst dort wertbestimmend, wo das Genie des Künstlers selbst die Linien zieht, die Nadel führt, die Intensität des Ätzens dort verstärkt und hier zurücknimmt und dem Kupfer die eigene Vision aufzwingt! Hier + heute denn solchermaßen Ridinger-Platten!
Und so hieß es hierselbst denn auch gelegentlich des Wiederauftauchens von Teilen des sogenannten Thieme-Becker-Blocks Ridinger’scher Druckplatten – deren Genesis hier denn bis in den Ridinger-Nachlaß recherchiert werden konnte – „Einer der sensationellsten Funde der Kunstgeschichte … Ridinger’s originale Druck- (sic!!!) Platten“. Daß anstehende
vom Meister eigenhändig allein gearbeitet
sind, sei eigens erwähnt. So, wie denn auch entsprechend obiger Signatur dokumentiert.
Für Thienemann wie auch Schwerdt sind es
„ die grössten und wohl auch die schönsten ,
welche Ridinger geliefert hat …
so dass man dies(e) Meisterstück(e) nicht genug bewundern kann “
Neben dem kaiserlichen Privileg-Vermerk tragen sie im übrigen gelegentlich von Neuabdrucken als die einzigen der hier bekannten Platten zusätzlich drei postume Verleger-/Drucker-Adressen des 19. Jahrhunderts, darunter jene faszinierende
„ New York Emil Seitz Broadway No. 413 “ !
Korrespondierend mit der erbenseits gemachten Angabe, diese Pendants seien von ihrem Vorfahren seinerzeit zwecks Koproduktion aus Amerika zurückgeholt worden. Thienemann (1856) hatte sie, gleich weiteren erhalten gebliebenen, für verloren gehalten.
Ihr Attribut als „die größten“ ist dahingehend zu ergänzen, daß Schwerdt III, 149 einen als Rarissimum zu bezeichnenden Hl. Hubertus nach Caspar Sing verzeichnet, der mit 85 x 61,8 cm anstehende Imperialen zwar noch übertrifft, indes nur Ridinger’s, zumindest, Verleger-“excudit“ aufweist, gleichwohl eigenhändig sein dürfte. Das mit 75,5 x 91,8 cm hiesiger Blattgröße tatsächlich monumentalste, indes noch drittseits gestochene Blatt des Œuvre aber ist die frühe „Belagerung und Eroberung von Halicarnassos“ (Th. 917) aus dem Alexander-Zyklus. In ihrer künstlerischen und
als Ein-( !! ) – Platten – Arbeiten
zudem technischen Bravour
aber zählen die Pendants
innerhalb der Jagdgraphik aller Zeiten
zu den schönsten Jagdbildern schlechthin .
Zugleich bilden sie nach Abschaffung der Par Force Jagd die letztgültige graphische Darstellung jenes jagdhistorischen Zenites.
„ Dem Stil nach dürften sie am Ende der vierziger Jahre entstanden sein … Beide … werden in der Literatur wiederholt als die gelungensten Arbeiten Ridingers bezeichnet “
(Rolf Biedermann im 1967er Augsburger Ridinger-Katalog, Nr. 67). Und so stehen sie denn in ihren
unvergleichlich kostbaren
originalen Kupfer – Druck – Platten
für den Gleichklang
von Wohlstand + Kupfer .
Ist der eine ohne das andere nicht denkbar , so bedarf es für den Besitz anstehender musealer Platten des ersteren. Damit aber, allem Egalité-Neid zum Ärgernis,
ein fürwahr unvergleichlich
unerhört königliches Sammlungsstück
von gleichzeitig, es sei wiederholt, höchstem (Mit)Belegwert für den künstlerischen Schaffensprozeß, ganz im Sinne jenes postulaten Benn’schen Zurück „zu den Quellen , zu den Müttern“ in der Nachfolge Dante’s, Goethe’s, Kierkegaard’s oder Nietzsche’s.
Mittels feinen Lackauftrags vor Anlaufen geschützt ,
sind die Kupferdruckplatten im Rahmen ihres altersmäßigen Gebrauchs generell noch druckfähig. Angeboten und verkauft werden sie indes als Kunstwerke und Sammlungsstücke im Sinne des ermäßigten MwSt.-Satzes, also unbeschadet ihrer schlußendlichen Druckqualität. Als
ein Flaggschiff in der Tat geradezu amerikanischen Volumens
– als Ein-Platten-Arbeiten zugleich Monumente ihrer selbst –
sprengen diese Kupfer-Pendants nahezu jede Vorstellung von dem, was selbst anspruchsvollste Sammler objektmäßig zu erreichen noch für möglich halten. Es ist die Chance jener Kategorie, die ein internationaler Verleger bei anderer Gelegenheit dahingehend qualifizierte :
„ Es ist immer wieder atemberaubend , was für Angebote Sie machen können. “
Ihnen angetragen imübrigen mit der Empfehlung einer zeitlos-eleganten rahmenfreien Hängung (Vorrichtung anbei) , um Sie der jeweiligen Licht-Reflexe am schönsten teilhaftig werden zu lassen .
Und was sagten private Ridinger-Platten-Erwerber generell ?
„ … haben Sie mich überrascht “,
so ein Vorsitzender Richter i. R. und zwei dieser Zimelien erstehend,
von denen er auch Abzüge machen ließ
(siehe Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, I.10 + I.12).
„ Ich möchte mich bei Ihnen bedanken,
die Platten sind schöner , als ich erwartet hatte,
ich übernehme beide , gar keine Frage “,
so ein Unternehmer, der zwischenzeitlich drei weitere erwarb.
„ … and I know the plate will only gain in value “,
so ein amerikanischer Erwerber.
Und die Kunstsammlungen Augsburg präsentierten 2001 den erworbenen 12er Satz zur Paradies-Folge
innerhalb der Ausstellung „KUNSTREICH“ als den bedeutenden Erwerbungen des letzten Jahrzehnts
(Katalog KUNSTREICH Nr. 102, SS. 198-201).
All obigen Fakten schlußendlich einen an Hand der beigezogenen Blaeu’schen Karten-Platten möglichen Wertevergleich einst + jetzt zur Seite zu stellen, erweist sich als ebenso interessant wie aufschlußreich:
100 Gulden (in den nördl. Niederlanden kamen im 17./18. Jhdt. auf den Gulden 20 Stuiver, auf den Stuiver 16 Pfennige) zahlten Hondius-Janssonius besagtermaßen 1630 zusätzlich zu Materialwert + Aufbereitung für den Stich jeder einzelnen Karten-Platte. Demgegenüber betrug der Verlagspreis für Joan Blaeu’s rund 600 (sic!) Karten umfassenden 12- bzw. 11bändigen Atlas Maior aus den 1660ern – Le Grande Atlas als das herausragendste Atlas-Ereignis aller Zeiten, erschienen in einer Gesamtauflage von etwa knapp 1000 Exemplaren – 1670 für die grenzkolor. Standardausgabe in verziertem Pergament nur ganze 450 bzw. 430 Gulden! Gleichwohl zwangsläufig nur „für einen kleinen Käuferkreis bestimmt … (für das) Repräsentationsbedürfnis reicher Handelsherren und Reeder“. Denn ein normaler Tageslohn betrug in gedachter Zeitspanne auf dem platten Land im Westen rund 1 Gulden, im Süden + Osten nur zwischen ½ + 1 Gulden. Für Fachkräfte etwas mehr, für Knechte etwas weniger. Und in den Städten etwa das Doppelte.
Für die frühen 1970er bezifferte Traudl Seifert, seinerzeitige Leiterin der Kartenabteilung der Münchner Staatsbibliothek, für den Atlas Maior der Standardausführung einen Antiquariatspreis von etwa 150 Tausend DM. Auf 1984er Auktion wurde für einen auf 250 Tausend geschätzten 11bändigen solchen bei 5 fehlenden Karten ein Endpreis von 347700 DM bezahlt. Eine Steigerung ab Erscheinen vor 300 Jahren auf 80760%. Die ihrerseits schon wieder zwei Jahrzehnte zurückliegen!
Analog hierzu würden sich die 100 Gulden Stichkosten pro Platte von 1630 bei unverbindlich unterstellter und grobrechnender Gleichsetzung zur DM per 1984 um eben das 807fache auf 80760 DM oder 41292 EUR vervielfacht haben. Dabei, gewiß, aber nur, ausschließlich handwerkliches Können voraussetzend.
(Basierend auf Koeman, wie oben; Traudl Seifert, Der Atlas major des Joan Blaeu, in Börsenblatt für den Dt. Buchhandel, Frankfurter Ausgabe, vom 25. 2. 1975; sowie statistischen Quellen.)
Und so ist das Elitärste vielfach noch immer das Preiswerteste
Angebots-Nr. 14.930 / Preis auf Anfrage
– samt besagter rahmungsfreier Hängungs-Vorrichtung –
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