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Pendants  Ridinger’scher  „Auer-Ochsen“

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ein Auer Ochse. – Auer Ochse im Zorn (recte jeweils der europ. Wisent/Büffel, Bison europaens Ow.). In einer Suhle im Walde liegend bzw. Mit aufgerichtetem Schwanze vor einer Steinmauer stehend und vor Wut die Erde aufbohrend. Pendants. Radierungen mit Kupferstich. (1738.) Bezeichnet: J. E. Ridinger del. fec. et exc. Aug. Vind. bzw. J. E. R. fec., ansonsten wie vor. 19,1 bzw. 19,2 x 15,6 cm.

Blatt 36 + 37 (Thienemann + Schwarz 426 + 427; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, III.4 mit Abb.) der instruktiven Suite Entwurf einiger Thiere, Wie solche Nach ihren unterschiedenen Arten, Actionen und Leidenschaften, nach dem Leben gezeichnet ( „Diese Tafeln sind sehr gesucht und oft copirt“, Th. 1856).

Mit der thematischen Bezeichnung der dargestellten Wisente als Auer-Ochsen folgte Ridinger im übrigen allgemeinem irrigen Usus, denn der tatsächliche Auer, der Urus oder Ur des Nibelungenliedes, nach Cäsar nahezu von Elefantengröße, war längst ausgestorben, wie u. a. auch von Thienemann lapidarisch vermerkt.

„ Seit dem 17. Jahrh. wurde (der Wisent) mit dem Auerochsen verwechselt, welcher vielfach neben ihm vorkam, aber früher ausstarb “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., XVI, 693 und entsprechend schon II, 48).

Die Jagd auf den einen wie den anderen galt von Römerzeiten an als besonders ruhmvoll und noch „1860 stellte der Kaiser von Rußland eine Jagd (auf den seinerseits längst zur Rarität gewordenen Wisent) an, auf welcher 15 Tiere erlegt wurden“. Die Wut-Szenerie übrigens von Ridinger separat wie folgt kommentiert :

„ So er etwas (sic!) Nachstellungen mercket und erzürnet würd / fähret er in vollem Zorn heraus / stösset zur Erden was ihm im Wege ist / da er mit dem Gehörne so lange nieder drücket / bis er seinen Feind erleget / er ist in solcher Stellung sub N. 37 zu sehen. “

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