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Johann Elias Ridinger, Franz von Paula

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). S. Franc. de Pavla Fvnd. Ord. Minimor. / Ordinavit in me Charitatem. Cant. 2. Cap. Der Hl. Franz von Paula, Gründer des den „grauen“ Franziskanern nahestehenden Mönchsordens der Minimen, in Deutschland vom Volksmund Pauliner oder Paulaner genannt, als Halbfigur in brauner Ordenstracht nach links. Vertrauensvoll aufblickend, drückt die Rechte ein Blatt mit der Aufschrift CHARITAS gegen die Brust, indes die Linke den Knotenstock als Symbol des wandernden Bettlers hält. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 51,6 x 42,3 cm.

Provenienz: Gräflich Faber-Castell, deren Ridinger-Versteigerung 1958 mit deren Lot-Nr. 140 auf dem Untersatzkarton; Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004).

Thienemann-Stillfried (1876) 1416 ( „Ein sehr schönes Blatt“ ); Gräflich Faber-Castell (1958) 140. – Bei Schwarz (1910) unter mit Fragezeichen versehener gleicher Nummer nur eine mit 73 x 55,7 cm größere Variante vor der Schrift des auch dortigen Muschelschildes der Holzboiserie und einem „excud.“ gegenüber hiesigem mit Stillfried korrespondierenden „exc.“ („Mit Rücksicht auf die von St. divergierenden Massangaben … kaum identisch mit 1416“).

Nicht  bei  Thienemann (1856) , Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885; die dortige Pos. 2029 recte Th.-St. 1415) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Reich auf Biehla (1894) , Gg. Hamminger (1895) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) , Schwarz (1910; s. o.) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Mit WANGEN-Wz. wie für zeitgenössische Abdrucke stehend. – Zweiseits mit meist 5 mm Rand, unten 2 cm, rechts nur feinem Rändchen bei 3 cm Herangehen an Plattenkante. Gesamthaft berieben und leicht zeitspurig bei drei hinterlegten Randeinrissen, von denen einer 5,5 cm ins Bild reicht. Rückseitiger Wasserstreifen am Ober- und oberen rechten Seitenrand.

Die Seltenheit anstehenden sehr schönen Motivs – geschaffen sicherlich in Kenntnis des von Anton Joseph von Prenner (Wallerstein 1683 – wohl Wien 1761) 1728/32 gestochenen Öls José de Ribera’s (um 1590 – Neapel 1652) in der Wiener Belvedere-Galerie; vgl. auch das mutmaßliche Ribera-Bild in Petersburg Kagané (1997) 99 nebst Abbildungen – im übrigen vorprogrammiert als die sich technisch bedingt extrem schnell abnutzende Schabplatte nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht.

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