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Seltene  Ridinger-Szene

Zur  Brunftzeit  in  Bayern  vor  295  Jahren

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Kaempffende Brunfft Hirsche Nach der Natur in der Grün Au bey  Neuburg  (an der Donau) Anno 1722. gezeichnet. Radierung mit Kupferstich. (1743/4.) Bezeichnet: J. El. Ridinger sculps. et exc. A. V., ansonsten wie vor. 34 x 25,8 cm.

Blatt 29 (Thienemann + Schwarz 271; Veit, s. u., Abb. 3 + 6, letztere für die Menzler’sche Tondruck-Lithographie; vgl. auch die Kopie bei Moser per Lindner Abb. Sp. 515) der Folge der Wundersamsten Hirsche. – Vgl. des weiteren Veit, Joh. El. Ridinger und die Grünau bei Neuburg im Neuburger Kollektaneenblatt CXLV, 1997, SS. 131-143. Ist nach diesem die Lokaltreue auch nicht als absolute Größe zu werten – anstehenden Falles indes

„ (entspricht)  die  dargestellte  Waldstruktur

auch  noch  der  heutigen  kultivierten  Auenlandschaft .

Landwirtschaftliche Koppeln inmitten eines fast naturbelassenen Auenlaubwaldes mit knorrigen Eichen sind glaubhaft und auch derzeit noch nachvollziehbar. Lediglich die leichte Hügeligkeit dürfte der künstlerischen Freiheit des Zeichners zuzurechnen sein “ – ,

so ist das Umfeld doch auch marginal insofern besonders reizvoll, als zwischen der Wirkungsstätte Augsburg und Regensburg gelegen. Und letzteres bildet  den  wichtigen Meilenstein für die Werkentwicklung des Meister’s. Hier nämlich arbeitete er auf Einladung während dreier Jahre, zumindest noch/schon 1719, für den sich auf dem Reichstag aufhaltenden Kurfürstlich brandenburgischen Comitial-Gesandten Wolf Frhr. (so ADB; Kilian/Thienemann = Graf) von Metternich.

Thienemann stellt die Arbeit in Kontext zu den Motiven der unter Positionen 269 + 270 beschriebenen anderen beiden Brunftblätter der Folge, die 1736 und gleichfalls „Nach der Natur“ in Starnberg und Schleißheim gezeichnet wurden, und führt im Vorspann zu Nr. 269 hierzu aus :

„ Diese und die beiden folgenden Tafeln (zuzüglich 282, wie dort auch vermerkt) haben andere Grösse und Gestalt, auch weit kleinere Figuren, daher sie gar nicht zu dieser Sammlung (der Wundersamsten) zu gehören scheinen. Bei der neuen Ausgabe 1(8)25 sind die Nummern abgeschliffen und sie (zusammen mit 282) als besondere kleine Suite unter dem Titel ‚Brunfthirsche‘ verkauft worden … oben gerundet mit breiter Einfassung. “

Ref.-Nr. 14.998 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern

Fragen Sie auch nach Th. 266 als hier gleichfalls aufliegendem
zweiten der beiden Neuburger Sujets