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Ridinger, Hase mit raren Zähnen

Der  Leeheimer  Hase

oder  von  der  Sinnlichkeit  eines  superben  Gebisses

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Dieser Hase mit angedeuteten raren Zähnen ist den 25.ten Octobr. 1753. im Lecheimer (Leeheimer) Forst 4. Stund weit von Darmstadt geschossen worden. Radierung mit Kupferstich. (1754/56.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger del. fec. et excud. A. V., ansonsten wie vor. 34,1 x 25,6 cm.

Blatt 64 (Thienemann + Schwarz 306; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, VI.6 nebst Abb.; Siebert-Weitz, Ridinger – Bilder zur Jagd in Hessen-Darmstadt, 1999, SS. 34 f. nebst Abb.) der Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere.

„ Der verhältnismäßig kleine, aber markante Hase mit sorgfältig behandeltem Fell sitzt vor einem hellen Felsblock, mit dem wiederum die knorrige, halb abgestorbene Baumgruppe … kontrastiert … (Er) ist im Leeheimer Forst (westlich von Darmstadt, Kreis Groß-Gerau, heute zu Riedstadt gehörig) geschossen worden. Seine Schneidezähne waren sowohl oben wie unten aus dem Maul gewachsen. Die Schneidezähne der Hasen beenden nicht ihr Wachstum, wenn sie die erforderliche Größe erlangt haben. Da sie einer großen Belastung unterliegen, haben sie ein permanentes Wachstum. Werden sie aus irgendeinem Anlaß nicht mehr belastet, wachsen sie trotzdem weiter, ohne daß dies zum alsbaldigen Tod des Hasen führt. So entsteht die

sehr  seltene  Abnormität

wie auf dem von … Ridinger angefertigten Blatt “

(Siebert-Weitz).

Letztere verweisen auf einen mit den Zähnen erhaltenen geschnitzten Hasenkopf und darauf, daß die Arbeit mit dem am 20. August 1754 von Landgraf Ludwig VIII. in der Umgebung von Darmstadt geschossenen „Hirsch mit den Schlappohren“ (Bl. 63; Th. 305; Kat. Darmstadt VI.5 + Siebert-Weitz SS. 32 f. – „Gehört zusammen mit Nr. 64“ – , beide nebst Abb.) ein Paar bilde.

Hingegen Fehlanzeige für weitere Memorabilia im Katalog Darmstadt:

„ Ebenso wie von dem ‚stumpf-ohrichten‘ Hauptschwein (Bl. 58; Th. 300; Kat. D. VI.4 + S.-W. 30 f., jeweils mit Abb.) finden sich im Bestand des Jagdschlosses Kranichstein keine weiteren Zeugnisse dieses seltenen Tieres. “

Ref.-Nr. 15.001 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern