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Der  28-Ender  mit  dem  Leithund

geschossen  auf  der  Dodenauer  Au
im  Battenberger  Ober-Forst  an  der  Eder
unter  dem  kleinen  Gruben  Loch

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Diser Hirsch von 28. Enden Ist von Ihro Hoch=Fürstl: Durchl. dem regierenden Herrn Landgrafen (Ludwig VIII.) zu Hessen Darmstatt 1742. den 10ten. 8bris bey  Battenberg  in dem Forst gleiches nahmens geschossen worden. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: Joh. El. Ridinger del. sculps. et exc. Aug. Vind. 1753., ansonsten wie vor. 34,9 x 25,2 cm.

Blatt 57 (Thienemann + Schwarz 299; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, VI.3 mit Abb.; Siebert-Weitz, Ridinger, 1999, SS. 28 f. mit Abb.) der Folge der Wundersamsten Hirsche.

„ Präsentiert wird ein (bereits verendeter) Rothirsch … Battenberg liegt nördlich von Marburg und war das Zentrum eines ausgedehnten Revieres am Südrand des Rothaargebirges … Über (dem Hirsch) steht ein sog. Leithund … (Dessen) Leine ist auf dem Bild deutlich zu sehen. Mit ihr ist der Hund rechts unten festgebunden. In der Mitte rechts sieht man einen Gewehrlauf mit Riemen. Er gehört zu einer Steinschloßbüchse, deren Abzugsbügel erkennbar ist, deren Schloß aber ein Stein verdeckt. Am Gewehrlauf ist auch der dazugehörige Ladestock zu sehen.

Man  kann  annehmen ,

daß  der  Landgraf  mit  diesem  Gewehr  den  Hirsch  erlegt  hat “

(S.-Weitz mit 10. September als Jagdttag im Gegensatz zum Katalog Darmstadt als dem 10. October entsprechend auch der Beschriftung sowohl auf dem Öl von Stockmar, ebda. VI.3a – „ … den 10. Octob: 1742 auf der Dodenauer Au, an der Eder unter dem kleinen Gruben Loch im Battenberger Forst“ – als auch bei der Trophäe, VI,3b).

„ Die  Bilderfindung  Ridingers , der  den  erlegten  Hirsch  so  darstellt ,

daß  sein  außergewöhnliches  Geweih

vom  Betrachter  eingehend  studiert  werden  kann ,

ist der etwas steifen Wiedergabe desselben Hirsches von Johann Georg Stockmar

künstlerisch  weit  überlegen .

Vermutlich hat Ridinger zur Darstellung des Geweihes, wie beim Hirsch mit den drei Stangen, eine Zeichnung nach der Trophäe benutzt, die ihm aus Darmstadt zugesandt worden war (vgl. VI.10b) “

(Morét im Katalog Darmstadt).

Thematisches  Pendant

zum darstellungsmäßig gleichfalls oben bogenförmig geschlossenen Kupfer des das ebenfalls schon tote, bei Darmstadt zur Strecke gebrachte „stumpfohrichte Hauptschwein“ bewachenden Packers Thienemann 300 (Abbildungen Kat. Darmstadt VI.4 + Siebert-Weitz S. 31),

„ mit  dem  es  innerhalb  der  Folge  zusammengehört “

(S.-Weitz). Wie Ridinger dem Hirsch-Schwein-Verhältnis ja auch seine berühmtesten Arbeiten, die Imperialen-Pendants Th. 67/68 gewidmet hat.

Ref.-Nr. 15.008 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern