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Johann Elias Ridinger, Windhetzer

Eines  der  schönsten , elegantesten  Sujets

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Windhetzer. Chasseur aux levrieres. In großer Leichtigkeit + Eleganz unter hohem Himmel über die wellige, parkartig mit wenigen Baumgruppen bestandene Landschaft hinter einem Hasen dahinsprengend. Mithetzend zwei große Windhunde. Radierung und Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Ca. 1764. Bezeichnet: L. / Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculps., ansonsten wie vor. 33,8 x 25,6 cm.

Thienemann + Schwarz 124; Ortega y Gasset, Meditationen ├╝ber die Jagd, 1981, blgr. Abb. (Frontispiz); Pietsch (Hrsg.), Porzellan Parforce, 2005, Seiten 50 + 121 nebst Abbildungen; Steiner, Hinterglas und Kupferstich, 2004, 40/40a nebst Abbildungen; Wüst, Ein frühmodernes Land im Jagdfieber – Das „ius venandi“ der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, in Triesdorfer Hefte 9, Die Jagd der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach in der Frühmoderne, 2010, Seiten 12 + 25 (Abbildung, dieses Explr.).

Blatt 12 („L.“) der 25blätt. Suite der Jaeger und Falkoniers mit ihren Verrichtungen. – „Die personelle Hierarchie begann mit einfachen Büchsenspannern, Hofschützen, ‚pürsch-knechten, windhetzern‘ … “ (Wüst), letztere „die mit Windhunden hetzen“ (Riesenthal).

Mit FIAT-Wz., in Verbindung stehend mit dem von Ridinger favorisierten WANGEN-Papier. – Seitlich 4, oben + unten 5,3-5,6 cm breitrandig. – Rückseitige Unterkante und oben links mit alter Klebespur.

Die Vorzeichnung im Bildsinn aus von zeichnerischen Unikaten + Zustandsdrucken bestimmter westfälischer Ridinger-Sammlung hier in den 1970ern durchgelaufen. – Formatgleiche Hinterglasradierung um 1800 im Gegensinn in Blattgold + Blattsilber und schwarzer Hintermalung von Jonas Zeuner (Kassel 1727 – Amsterdam 1814), siehe oben. Und wohl Michael Victor Acier (Versailles 1736 – Dresden 1795) diente die Scenerie um 1766 für einen Meißner Teller, den Hasen durch einen Hirsch ersetzend und den hinteren der beiden Hunde fortlassend.

Im übrigen bestätigt die Arbeit zugleich, ganz en passant, Ernst Welisch (1901), daß Ridinger  der  unstreitig  „bedeutendste  Augsburger  Landschafter  dieser Zeit“ gewesen sei. Und dies „obzwar er hauptsächlich als Tiermaler bekannt ist“.

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