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Johann Elias Ridinger, Der Anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden (Zeichnung)

Noch  ohne  den  3.  Hasen ,

auf  den  einer  der  Schützen  gleichwohl  gerade  anlegt

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden. In reicher hügeliger Baumlandschaft treiben „Zwei Stöberhunde in flüchtigstem Laufe“ zwei – im Kupfer drei ! – Hasen vor die Flinten zweier Jäger. Bleistift + schwarze Kreide. Ca. 1729. 273 x 408 mm.

Provenienz

Dr.  Edward  Peart

(1756/58 – 1824)

dessen hs. E P. vorn unten links

( „schrieb  auf  jedes  Blatt  die  Initialen  seines  Namens“ )

Lugt 891; Nagler, Monogrammisten, II, 1723

Ausstellung

Schöne Beute — Bilder von der Jagd

Dr.-Hanns-Simon-Stiftung Bitburg

13. Januar – 3. März 2013

Literatur

Katalogbuch zur Ausstellung

Seiten 44/45 (doppelblattgroße Detail-Abbildung),

irrtümlich als Der Frühling der Hunde, wie gleichfalls ausgestellt, + Seite 148/I

Die für die Übertragung auf die Platte – recto gegriffelt , verso gerötelt – verwandte spiegelbildliche Vorzeichnung zu Thienemann 45 als Blatt 33 – siehe Vergleichsabbildung –

Johann Elias Ridinger, Der Anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden (Radierung)
Johann Elias Ridinger, Der Anstand auf Hasen.
Radierung + Kupferstich. (1729.) – Th. 45.

der Vollkommene(n) und gründliche(n) Vorstellungen der vortrefflichen Fürsten-Lust oder der Edlen Jagdbarkeit … inventiret in Kupfer gebracht … Anno 1729. als Ridinger’s erster nun selbst radierter/gestochener und verlegter Jagdfolge.

Von den hier linksseitigen beiden Jägern ist der hintere noch im Anschlag, indes der vordere gerade auf den noch in vollem Hasenpanier befindlichen ersten abfeuert, wobei

das  Feuer  des  vorderen  und  das  Zündschloß  des  noch  anlegenden

sehr  schön  sichtbar  sind .

Der zweite Hase ist bereits gestreckt. Bei Ausarbeitung der Platte scheint Ridinger bemerkt zu haben, daß die Laufrichtung des erst anlegenden Schützen eher ins Leere geht, sonst demselben Ziel gilt, das der Nachbar schon im Feuer hat. So veränderte er die Laufrichtung leicht, nahm den vorderen der beiden Hunde etwas zurück

und  etablierte  in  dem  Freiraum  einen  dritten  Hasen .

Andererseits fehlt im Kupfer die rückseits der Schützen bei den beiden schon abgelegten Hasen angelehnte Ersatzflinte.

Schöne  großformatige  frühe ,

bildhaft  durchgearbeitete  malerische  Zeichnung

auf fein strukturiertem schweren Bütten. – Blattkante etwas altersspurig unter leichter Beeinträchtigung des „E“ der Peart-Initiale. Partiell unauffällig etwas stockstippig, im Bildrand unten links ein 3 cm langer schmaler Dreckstreifen, ansonsten von schönem Gesamteindruck.

Johann Elias Ridinger, Der Anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden (gerötelte Rückseite)
Die gerötelte Rückseite

Aus der Sammlung des in London + Butterwick praktizierenden und publizierenden Mediziners Dr. Edward Peart (1756 oder 1758 – Butterwick bei Gainsborough 1824), „Kunstliebhaber in London, legte eine Sammlung von Zeichnungen und Kupferstichen an, und schrieb auf jedes Blatt die Initialen seines Namens … Diese Sammlung ist (per 1822) zerstreut“ worden (Nagler, 1860).

Zeichnungen von Ridinger’s Hand in solcher Qualität in puncto Thematik , Ausführung und – Format (!) bedürfen schon längst der Gunst des Augenblicks und anstehende solchermaßen

eine  Ridinger-Trouvaille  allerersten  Grades .

Angebots-Nr. 15.438 / Preis auf Anfrage