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Johann Elias Ridinger, Schwarzes Sturmgewölk

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ein schwarzes Sturmgewölk verdunkelt Thal u: Wald Der stets von dem Gebrüll des Donners wiederschallt. Des Blizes rothe Glut führt greulich hin und wieder Und schlägt ein armes Paar erschrokner Thiere nieder. O ungerechter Bliz, wie blind ist dein Gericht: Die Unschuld findest du, das Laster siehst du nicht! An Waldrand vom Blitz erschlagenes Hirschpaar. „(D)er Hirsch liegt auf dem Rücken und schweisset stark, die Hirschkuh ist auf die Brust gestürzt. Schauerlich schön … (aber) gut gerathen“ (Th.). Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: VI. / Joh. El. Ridinger inv. et del. / Mart: El. Ridinger Sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 35,2 x 25,8 cm.

Thienemann + Schwarz 349; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1869 ( „Sehr selten“, 1885 ); Slg. Reich auf Biehla 96 ( „Selten“, 1894 ); Stubbe, Ridinger, 1966, Taf. 32. – Fehlte 1900 dem 43blätt. Bestand der Folge bei Helbing (Kat. XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1554 Nrn.), war aber 1889/90 unter den 33 Blättern bei Coppenrath. – Für die ovale Vorzeichnung in weißgehöhter Kreide auf blaugrünem Papier von 1756 siehe Schwerdt III (1928), 215, e, dann, 1939, bei L’Art Ancien in Zürich per Liste 14 (Ridinger), Nr. 39.

Oben gerundetes Blatt VI der 1779 postum abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt) und ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammender schöner warmtoniger, breitrandiger Abdruck mit wohl WANGEN-Wasserzeichen als einer der von Ridinger bevorzugten festen Bütten-Qualitäten

mit  der  römischen  Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – Nahe der Kante des Oberrandes noch die beiden Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung. Dort auch namentlich verso schwacher Braunfleck sowie längs des unteren Drittels des linken weißen Seitenrandes unwesentliche geglättete Knickspur.

Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.). Hier also mit Ridinger’s Bildeinheit einer von Hase, Adler, Kuder + Jäger gebildeten dreifachen Nahrungskette. „Beide – so Thienemann – zusammengehörige Stücke sind gut geraten.“

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