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Johann Elias Ridinger, Der Geruch

„ Doch  bleibt  der  Rosen  stets  im  Streit  der  VorZugs  Preiß “

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Geruch. / Odoratus. Auf Parkterrasse stehende junge Dame riecht zu einer mit der Linken umfaßten Rose eines in schwerem Blumentopf steckenden rechtsseitigen Rosenstockes, indes die Rechte eine mehrblütige Glockenblume an ihren Ausschnitt hält. Dem Rosenstock antwortet zudem eine Rose ihres Hutes. Linksseits aus dem Park aber grüßt eine Fontaine des Meister’s. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger invent. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor und unten. 46,7 x 34,8 cm.

Schwarz (1910) II, 1468 + Tafel XXVII; Gräflich Faber-Castell 161 ( „Äußerst seltene Folge“, 1958); schriften der ridinger handlung niemeyer 12 (1993), jeweils als Blatt 3 der bei Schwarz + Niemeyer komplett abgebildeten letztgeschaffenen Folge der fünf Sinne. Wie von Stillfried 1876 per 3. Nachtrag zu Thienemann erkannt und mit 1391-1395 benummert, doch für ihn nur mit dem Blatte des Gichtkranken als Das Fühlen belegbar geblieben. – Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 267, basierend auf Schwarz.

Weder  als  Ganzes  noch  in  Einzelblättern

nicht bei Thienemann (1856) und somit auch nicht in Dresden

( „ Die  Schwarzkunstblätter  sind  im  Handel  fast  gar  nicht  mehr …
zu  bekommen … und  [deren]  bei  Weitem  größten  Theil …
[habe  ich]  allein  [im  Kupferstichcabinet  Dresden]  gefunden. “ ) ,

Weigel Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57; mehr als 1000 R.-Bll. des rad./gest. Werkes) , Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1883) , Slg. Coppenrath (1889/90) , R.-Slg. bei Wawra (1890; neben 234 Zeichnungen 600 Graphiken) , Slg. Reich auf Biehla (1894; „Von allen [R.-Slgn.], welche seit langer Zeit [verhandelt wurden], kann sich keine in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen … besonders die Seltenheiten und unbeschriebenen Blätter, welche in reicher Anzahl vertreten sind“; 1266 Blatt zuzgl. 470 Doubl. + 20 Zeichn.) , Slg. Georg Hamminger (1895) , R.-Katalog Helbing (1900; 1554 Nrn.) , R.-Liste Rosenthal (1940; 444 Nrn.) , Graf Castell-Rüdenhausen (2005) .

Mit  deutsch-lateinischem  Vierzeiler

Es pflegt uns Flora Zwar mit tausendfachen Gaben
nach jeder Jahres Zeit auf unermeßne Weiß
Durch lieblichen Geruch annehmlichst Zu erlaben,
Doch bleibt der Rosen stets im Streit der VorZugs Preiß.

Aus  der  komplett  erstmals  im 20. Jahrhundert – und dann auch nur im Abstand von Jahrzehnten , siehe oben – nachgewiesenen dritten und letzten Folge der Fünf Sinne der für den Geruch schlechthin stehende Rosenduft in ganz gleichmäßig vorzüglich schwarzem, 5-7,5 cm ( sic ! ) breitrandigem Druck plastischen Hell-Dunkels mit WANGEN-Wasserzeichen als für zeitgenössische Abdrucke so beispielhaft wie alles für die empfindlichen Schabblätter so zusätzlich selten, bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann wie schon oben unter Einschluß selbst des Dresdner Kabinetts, wo denn auch nicht einmal dort denn weder das hier vorliegende, noch eines der anderen vier Blätter der Folge präsent war.

Geglättete Mittelfalte. – Neben den vier stecknadelkopfkleinen originalen Durchstichen im Oberrand dortselbst noch ein weiterer. – Der breite weiße Rand unter Einschluß einiger säurefrei hinterlegter Kleinsteinrisse und rückseits leicht altersfleckig/spurig,  sonst  sehr , sehr  schön . Und , eben ,

eine  Zimelie  der  Extraklasse .

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