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Ridinger, Abgerichter Elephant

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Abgerichter Elephant. Festlich behangen und bemalt („wie ein Festochse herausgeputzt“) nach vorn schreitend, sein Führer auf ihm. Kolor. Radierung mit Kupferstich nach Johann Elias Grimmel (Memmingen 1703 – Petersburg 1759). Bezeichnet: ELEPHAS. / Abgerichter Elephant. / Elephant dressé. / 2. D. S. XIII. / Familia V. Fünffhufige. / J. El. Grimmel ad viv. del. St. Petersb. / Joh. El. Ridinger fecit et excud. Aug. Vind. 31,2 x 20,6 cm.

Thienemann + Schwarz 1032. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen , unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Erster Zustand vor Entfernung des „2. (sic!, statt recte des sonst aus der 2 entwickelten Q) D. S. XIII.“ als Referenz zu Jacob Theodor Kleins 1751er Quadrupedum dispositio brevisque Historia Naturalis wie Thienemann unbekannt geblieben

Mit dem für seine Sammlungen berühmten Klein („Plinius Gedanensium“, Königsberg 1685 – Danzig 1759; Danziger Stadtsekretär, später Direktor der von ihm mitbegründeten Danziger Naturforscher-Gesellschaft, Mitglied der Royal Society, London, und Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg; ADB XVI, 92 ff.) stand Ridinger in regem Kontakt und wurde von diesem auch für sein Thierreich-Unternehmen vielfältig unterstützt. Kleins von Linnés anatomischer Systematik überholter Klassifizierung nach Art und Zahl der Gliedmaßen folgend, tragen die Frühzustände einiger Blätter der Folge denn auch noch Referenzen zu dessen Quadrupedum dispositio brevisque Historia Naturalis, wie Thienemann für einige Tafeln bekannt und für verschiedene weitere per hier vorliegendem Komplett-Exemplar dokumentiert. Ridinger selbst hebt per Vorwort in seinen Dankesworten „insonderheit die ungemein schöne Sammlung des Herr P(rofessor). Klein aus der Ludolphischen Verlassenschaft, welche lauter Original=Stücke enthält,“ hervor.

Der Memminger Grimmel (russisch Илья Гриммель) war Schüler J. Fr. Sichelbein’s dortselbst und J. van Schuppen’s in Wien, „wo er 1731-37 als Teilnehmer an den akadem. Preiskonkurrenzen nachweisbar ist … Wohl auf Anregung seines Memminger Heimatgenossen Stählin (Peter v. St., russ. Gesandtschaftsrat in Den Haag, Radiererdilettant) … von der kaiserl. russ. Akad. der Wissenschaften als … Hofmaler … 1741 nach St. Petersburg berufen, wirkte Grimmel dort seitdem als vielgesuchter ‚Lehrer für Zeichnen und Malen nach dem lebenden Modell‘“ (Th.-B. XV [1922], 50).

Auf C & I Honig-Papier als jener festen holländischen Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen  der  feinen  Illumination“  für  die  kolorierten  Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,7-3,5 cm, unten 4,6 cm breitrandig. – Zwei Braunstippen im oberen weißen Plattenfeld. – Neben dem Kranich zu Oldenburg das Paradeblatt.

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  1. „berühmtes Werk, welches der verdiente Naturforscher Jacob Theodor Klein in Danzig unter dem Titel: Quadrupedum Dispositio brevisque Historia Naturalis 1751 … herausgab. Er hatte es vermehrt und verbessert selbst ins Deutsche übersetzt, und sein Freund Gottfried Reyger gab es 1760 unter dem Titel heraus: J. Th. Klein’s Natürliche Ordnung und Vermehrte Historie der Vierfüssigen Thiere. Ridinger stand in genauer Verbindung mit Klein, wurde bei diesem (Thierreich-)Unternehmen vielfach von ihm unterstützt und richtete sich nach Klein’s System“ (Th., S. 200)