Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767) + Georg Adam Eger (? Murrhardt 1727 – 1808). Zwei Radierungen der Ridinger’schen Par Force Jagd des Hirschen in ihrem reinen Bildformat in Abdrucken auf grundiertem Zinkblech, ausgeführt als Ölmalerei in den Farben Hessen-Darmstadts von oder um Eger, möglicherweise teilweise unter Verwendung von Temperafarben. Ca. 3. Viertel des 18. Jhdts. 26,2 x 47,2 cm. In Grün-Glanzgold-Rahmen.
Thieme-Becker, Eger, X, 369; Siebert, Kranichstein, Jagdschloß der Landgrafen von Hessen-Darmstadt; Hofmann, Führer durch das Darmstädter Jagdmuseum Schloß Kranichstein; erlebnis ridinger 69 nebst Abb.
Die Relais werden von dem Commandeur der Jagt ausgesetzt
Thienemann 53. – Blatt 5 der Folge, zugleich Titelblatt ihres zweiten Teils. – „Um bei der Menge Menschen und Thiere … Ordnung zu erhalten, wurden von den vornehmsten Führern der Jagd genau die Plätze angewiesen, wo die Relaispferde, die verschiedenen Hundekoppeln, sammt ihren berittenen Führern, anhalten sollten. Unser Blatt ist mit solchen theils anhaltenden, theils in Abtheilungen weiter … vorwärts ziehenden Trupps angefüllt. Die Anordner sind ganz vorn geschäftig.“
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Der Hirsch stellt sich im Wasser, die Hunde werden gestopfet u(nd) ihme der Fang gegeben
Thienemann 61. – Blatt 13 der Folge, zugleich Titelblatt ihres vierten und letzten Teils. – „Die ganze Gesellschaft hat sich um das Wasser versammelt.“
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Hier beispiellose Unikate aus der Gruppe der „ Blechmalerei “ am Darmstädter Hofe als eigenständige Malereien schönster Bildwirkung und rücksichtlich des Nichtvorkommens eigenen Ridinger-Öls einzigartig reizvolle Ridinger-Topstücke, deren Uniformen „in den Farben der Landgrafen, späteren Großherzöge von Hessen-Darmstadt angelegt (sind). Vor allem von Georg Adam Eger … gibt es eine ganze Reihe von Jagdgemälden die fast bis auf Details mit Ihren Farben übereinstimmen“. 1748 als Hofjagdmaler in Darmstadt angestellt, betraute ihn Ludwig VIII. schon 1750 mit einer Reise an den Wiener Hof „um Maria Theresia … eine kunstvolle Uhr zu überreichen. Nach (Johann Christian) Fiedlers Tod 1765 Titel eines zweiten Hofmalers … Begabtester Hofjagdmaler. Darstellungen (namentlich) der Parforcejagd und der Dianaburg“ (Siebert). Die Verbindung zu den Ridingers indes bestand – vermutlich zumindest mitinitiiert von Joseph Prinz zu Hessen-Darmstadt als von 1740-1768 Fürstbischof zu Augsburg – seitens Egers, nach dessen Vorlagen Martin Elias (Thieme-Becker irrtümlich „Joh. El.“) sieben Kupferstiche fertigte.
Die Erörterung dieses engen Kontaktes ist sowohl für die künstlerische als auch zeitliche Einordnung anstehender Blechmalereien wichtig. Denn da mikroskopische Untersuchungen an Hand des Bildes Thienemann 61 im Landesmuseum Bonn und in den Städtischen Kunstsammlungen Augsburg – wiederholter Dank hierfür Frau Kalus und Herrn Beier – einwandfrei ergeben haben, daß die Bemalung nicht auf montierten Papierabzügen, wofür Zinkblech laut dankenswerter Auskunft der Papierrestauratorin des Bonner Kunstmuseums, Frau Büttner, schon rein technisch nicht geeignet wäre, erfolgte, die Platten aber in allen Einzelheiten den vollen Bildteil der Stiche aufweisen, handelt es sich also, wie als durchaus möglich bekannt, um unmittelbare Abdrucke von den Originalplatten auf die Grundierung des Zinkblechs. Dies aber setzt zwangsläufig die Mitwirkung der Ridingers voraus, wie durch oben gedachten engen Konnex denn auch gegeben.
Leuchtend in den Lokalfarben, dunkel in den Waldpassagen, ist die Palette sichtbar mitbestimmt von der graphischen Vorlage. Die unsignierten Arbeiten Egers und seiner Gehilfen zudem, so Richter Wolfgang Weitz von vormals der Stiftung Hessischer Jägerhof, weitgehend nicht voneinander zu trennen. Den zeitlichen Rahmen zieht Dr. Gode Krämer, Kustos emeritus für Gemälde der Augsburger Kunstsammlungen, von Ende 18. bis frühes 19. Jhdt., woran die hiesigen Überlegungen anknüpfen.
Der Zustand der Bilder rundum schön. Die gewisse Körnigkeit nach Ansicht der befaßten Restauratoren entweder Oxydationsspuren der Platten oder von deren Aufrauhung zwecks besserer Haftung herrührend, die Malerei indes nicht gefährdend. Auch der Firnis sei gesund. Kurzum ,
Tafeln zum Zugreifen .
Tafeln , die den nahezu öllosen Zustand der Ridingers
aufs prächtigste konterkarieren.