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Johann Elias Ridinger, Das Trottiren

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das Trottiren. Weiträumiger Platz vor der Ruine eines einst stattlichen Anwesens mit einer Gruppe von vier Pferden und sechs Bereitern unter Aufsicht des Stallmeisters. Fein eingefaßte grau lavierte Bister-Federzeichnung. (1722.) 214 x 340 mm.

Die Ursprungszeichnung vor deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung zu Blatt 3 – Thienemann 608 – der ältesten, vom erst 24jährigen Ridinger noch nicht selbst gestochenen wundervollen Reitschule des Meisters als herrlicher Beleg dessen in frühesten Jahren bereits vollkommenen Stils, wie schon verschiedentlich an Hand anderer Frühwerke konstatiert.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Untersatzbögen aufgelegt und auf diesen schwarz umrandet, beidseits zusätzlich sehr reizvoll verziert mit sich nach oben und unten zu verjüngender Hufeisenleiste bei gleichzeitiger Montage des Ganzen auf eine ca. 8 mm starke Holzleiste. Aus Gründen zeitloserer Präsentation hier die Ridinger nicht zugehörende zusätzliche Paspelierung des Montagepapiers mittels säurefreiem, rahmungsfertigem Passepartout mit den 23karätig goldgeprägten Künstler-Daten abgedeckt.

Der Erhaltungszustand nahezu bestens. Die zarte Einfassung nicht mehr durchgehend deckend, hier und da auch etwas angeschnitten. Die ziemlich einheitliche leichte Bräunung keineswegs störend. Daß die Plastizität offenbar durch Lichteinfall gleichmäßig leicht gemindert wurde, fällt erst im Vergleich zur Parallelzeichnung auf. Generell begeisternd die die Jugendlichkeit des Meisters widerspiegelnde Frische der Zeichnung selbst.

Angebots-Nr. 28.071 / verkauft