English

Johann Elias Ridinger, St. Barbara

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). S. Barbara. Kniestück sitzend frontal nach links der reich gewandeten Hl. Barbara im Strahlenkranz mit Krone + Perlen, in der erhobenen Rechten den Kelch haltend, über dem strahlenumflossen die Hostie schwebt. Die Linke ruht auf dem Kreuzgriff eines Schwertes als Sinnbild ihres Sterbens. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten, in großer Muschel-Kartusche, wie vor. 56,8 x 41,3 cm.

Schwarz 1538 nebst Abbildung; Gräflich Faber-Castell (1958) 173.

Thienemann (1856) + Stillfried (1876) unbekannt gebliebene Version und abgesehen von Baron Gutmann (Schwarz, 1910) hier nur noch für seinerzeit Gräflich Faber-Castell (hiesige 14.882) nachweisbar. – Variante zu Th. 1287 mit dem Schwert statt des dortigen Palmzweiges. – Stillfried + Schwarz 1418 verzeichnen ohne Erwähnung der hiesigen Krone eine ggf. wohl sonst nahezu identische, auch formatgleiche, doch gänzlich unbezeichnete andere Fassung (diese auch nur als bereits „Aeusserst selten“ 1889 bei Coppenrath + 1958 gleichfalls bei Gräflich Faber-Castell; Vorzustand hiesiger 1538?), in der Stillfried möglicherweise ein Pendant der 1419er Hl. Catharina als der sakralen Zwillingsschwester sieht (siehe deren 1554er hier per 28.401).

Das  druck-  und  erhaltensmäßig  herrliche  Exemplar  einer gepflegten Sammlung von in allen Partien nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen von ganz außerordentlicher Seltenheit nicht allein am Markt, wie oben belegt, sondern auch generell. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Alt per Eckmontage auf schweres Bütten aufgelegt, welches an drei Außenrändern angebräunt ist. – Nahezu rundum mit ganz feinem Papierrändchen. – Kleine Wurmspur im freien Außenfeld oben rechts.

Angebots-Nr. 28.400 / Preis auf Anfrage