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Johann Elias Ridinger, Die Dame mit der Maske

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Dame mit der Maske. Dreiviertelfigur in Ballkleidung sitzend nach rechts an einer Säule, den Kopf nach links geneigt, in der Rechten, „ein klassisches Symbol“, eine schwarze Maske haltend. Schabkunstblatt. Bezeichnet: I. El. Ridinger excud. A. V., ansonsten wie nachfolgend. 48,6 x 34,9 cm.

Schwarz 1458 + Tafel II, XVII; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 2053 („Etwas beschädigt, und fleckig“, 1885); Gräflich Faber-Castell (1958) 154.

Nicht  bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57; mehr als 1000 R.-Bll. des rad./gest. Werkes), Slg. Coppenrath (1889/90), R.-Slg. bei Wawra (1890; neben 234 Zeichnungen 600 Graphiken), Slg. Reich auf Biehla (1894; „Von allen [R.-Slgn.], welche seit langer Zeit [verhandelt wurden], kann sich keine in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen … besonders die Seltenheiten und unbeschriebenen Blätter, welche in reicher Anzahl vertreten sind“; 1266 Blatt zuzgl. 470 Doubl. + 20 Zeichn.), R.-Katalog Helbing (1900; 1554 Nrn.), R.-Liste Rosenthal (1940; 444 Nrn.).

Nach Schwarz „Gegenseitige Kopie nach Coypel ‚Mad. de ** (Mouchy) en habit de Bal‘, gestochen [1746] von L. Surugue“ (ggf. dann wohl recte gegenseitig nach Surugue und damit wieder bildrichtig zu Coypel, denn die Maske ruht in der Rechten). – Identisch mit Thieme-Beckers (Charles-Antoine Coypel, 1694 Paris 1752, Bd. VIII, S. 28/I) „‚Mme de Mombay‘ (Pastell, gest. v. Surugue)“? Nagler (1848), Pierre Louis Surugue, Paris 1717 – 1771, Nr. 4 mit dem Klammerzusatz „Mouchy“, wie von Schwarz übernommen, gleichwohl ergänzend „Einige halten die Dame für die Mme. de Pompadour“. Immerhin, so Thieme-Becker, „arbeitete (Coypel) mit an den Dekorationen des Schlosses in Versailles, der Gemächer Maria Lesczynskas u. d. Mad. de Pompadour“.

Gleichwohl mag der tatsächliche Ursprung nach hiesiger Ansicht, wie er denn auch bereits von Ridinger erkannt sein dürfte, komplexer sein und auf Antoine  Watteau  (Valenciennes 1684 – Nogent-sur-Marne 1721) zurückgehen. Und hier auf dessen kurz vor 1731 im Recueil Jullienne veröffentlichte „Koketten“ von ca. 1714/15 in Petersburg unter Beizug der 1734 für den Recueil vervielfältigten „Die italienische Komödie“ von etwa 1718 in Berlin (siehe G 29 + G 65 nebst [Vergleichs]abbildungen des 1984/85er Watteau-Ausstellungskatalogs von Morgan Grasselli + Rosenberg).

Druck- und erhaltensmäßig herrliches Exemplar einer gepflegten Sammlung von in allen Partien nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. – Alt per Eckmontage auf besonders breitrandiges schweres Bütten aufgelegt, welches an drei Außenrändern angebräunt ist. – Dreiseits mit nahezu durchgehend feinem Rändchen, nur links überwiegend auf Plattenkante geschnitten.

Angebots-Nr. 28.407 / Preis auf Anfrage