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Johann Elias Ridinger, Der Frühling der Hunde

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Frühling der Hunde. Der den Hasen gegen drei andere Windhunde und einen Wasserhund verteidigende Schirmer in belaubtem Umfeld mit Fels. Lavierte Pinselzeichnung über Bleistift. Bezeichnet im Bild unten links mit zartem Bleistift: Joh Elias Ridinger inv. et del. 438-440 x 336 (Bildgröße 426-429 x 336) mm.

Ausstellung

Schöne Beute — Bilder von der Jagd

Dr.-Hanns-Simon-Stiftung Bitburg

13. Januar – 3. März 2013

Literatur

Katalogbuch zur Ausstellung

Seite 148/II

Die für die Übertragung auf die Platte gegriffelte und rückseits gerötelte malerische Vorzeichnung im Gegensinn zu Blatt 1 – Thienemann 105, abgebildet bei Blüchel, Die Jagd, II, S. 79 – der für Anfang der 40er angenommenen Vier Jahreszeiten der Hunde („Besonders trefflich sind die Blätter mit den Hunden … “, Nagler).

Auf festem Jean Villedary-Bütten („IV ILLEDARY“), der 150 Jahre prosperierenden Papiermühle in Angoulême (1668-1758 lt. Churchill, 1935, S. 21) mit seit 1758 Fortführung/Niederlassung (auch) in Hattem/Gelderland als „gelegentlich in Verbindung mit den Namen holländischer Papiermacher“ (Emma Ruffle), wo sein IV/I V u. a. auch als Gegenmarke zu denen von C & I HONIG (etwa 1724/26-1902) erscheint, generell aber auch als Raubmarke mißbraucht wurde wie auch sonstige für erste Qualitäten stehende Marken. Der „IV“ als zeitgenöss. Marke begegnen wir im graph. Ridinger-Œuvre vielfach, im zeichnerischen beispielsweise auf seiner hiesigen 1723er signierten „Alexander der Große 326 am Hyphasis“ und als „Monogramm I V“ auf der 1762er Augsburger Zeichnung „Wildkatzen jagen Enten“ (Biedermann, Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, Nr. 165). Und Villedary’s completter Marke „IV ILLEDARY“ auf hiesiger 1736er Waidmannsheil-Zeichnung des jüngeren Georg Philipp Rugendas.

Stecknadelkopfkleines Löchlein und sieben überwiegend rückseitige Randspuren von punktueller Montage auf einem erst jetzt entfernten Untersatzbogen (auf diesem von alter Hand in Kursive als Bezeichnung in der Mitte „Coursing“ und rechts „Ridinger“), sonst bestens. In der Mitte des schmalen weißen Unterfeldes der Zeichnung selbst in Bleistift eine „20.“ als anzunehmende Vorbesitzer-Inventar-Nummer und damit Herkunftsmerkmal einer umfassenderen Zeichnungs-Sammlung.

Der Schwanz des Schirmers gegenüber dem Stich in leicht vereinfachter Endkrümmung, der linke Vorderlauf des Wasserhundes bleibt hier unsichtbar unter dem Leib.

Außerordentlich reizvoll schließlich die nachzuvollziehenden Arbeitsgänge des Meisters bei der Übertragung auf die Platte in Form schon besagter Rötelung und Griffelung, letztere bis hin zu Nebenpartien, wie nicht generell gehandhabt. Damit aber den so begehrten, ebenso berühmten wie kostbaren „Blick über die Schulter“ gewährend.

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